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Multitasking Superwoman?

annafrost working mum powermom

Dies ist ein beitrag in kooperation mit P&G

Ich will den Druck rausnehmen! Nicht noch erhöhen!„, grummelte ich in Richtung Jakob, aber eigentlich sollte das nicht an ihn gehen, sondern an Google, denn auch nach mehrfacher Änderung der Suche kam ich nicht auf einen grünen Zweig. Ich schiele auf meine To DO Liste und werde nervös. Diese Suche hat jetzt länger gedauert, als gedacht und eigentlich habe ich keine Zeit dafür, sondern müsste noch ein paar Fakten für einen Artikel recherchieren, einem anderen Beitrag fehlen seit einer Woche die Fotos und für einen Kunden muss auch noch was fertig gemacht werden. 2 Stunden habe ich nur noch, dann holen wir das Tochterkind aus der KiTa und dann ist hier keine Chance mehr zum Arbeiten.
Wir wollten spontan weg. Tapetenwechsel. Dringend nötig, denn die Arbeit steht uns zwar gefühlt bis zum Hals, jedoch verlieren wir gerade ein wenig den Blick fürs Wesentliche. Und haben keine Übersicht über die Prioritäten. Kurz raus, Kopf durchpusten, anstatt ihn in den Sand zu stecken. Einen neuen Blick auf die Dinge kriegen. Das ist das Ziel.

3 Tage raus war der Gedanke und irgendwie gestaltet sich das schwieriger, als gedacht: Sonne, irgendeine Art von Wasser (Meer oder Pool oder beides) und am besten mit dem Auto zu erreichen oder unter 4 Stunden Flug, Hund mitnehmen, nicht zu teuer… Zu viele Suchbegriffe für 3 Tage, die zwischendurch auch ne Woche wurden und letzten Endes warf ich alles über den Haufen. Neu sortieren. Konzentrieren. Prioritäten neu ordnen. Druck rausnehmen.

Momentan muss ich mich immer wieder daran erinnern, den Druck rauszunehmen. Augen schließen, auf mein Atmen konzentrieren, Puls runterfahren. Statt alles zu wollen, sollte ich mich wieder aufs Wesentliche besinnen: Worum ging es ursprünglich? Ach ja, 3 Tage raus. Und wenn ich daran denke, dass wir den Familienurlaub auch noch nicht geplant haben… nunja.

Wie ich in diesem Artikel hier schon einmal schrieb, habe ich mittlerweile meine Wege gefunden, mich wieder runterzufahren, wenn in meinem Kopf das totale Chaos entsteht, ich in einer Sackgasse stecke.
Mittlerweile erkenne ich die Anzeichen einer nahenden Katastrophe in Sachen Vereinbarkeit, denn Job, Familie, das eigene Well Being und mich mit meinen eigenen Bedürfnissen unter einen Hut zu kriegen, ist doch echt ein hartes Business. Als Frau, Mutter, Ehepartnerin, Selbstständige, Köchin und Putzfrau muss ich mich immer wieder zusammen mit Jakob neu sortieren, organisieren und die Prioritäten aktualisieren. Ich gebe zu, ich lebe, was meine eigenen Kraftressourcen angeht, oft auf großem Fuß und gebe gerne, wie andere Frauen auch, 120% und mehr. Kein Wunder also, dass nach einiger Zeit, die Luft raus ist. Wodurch sich jedoch der Druck nur noch mehr erhöht. Aber mittlerweile weiß ich, dass es niemandem etwas bringt, wenn ich mich verausgabe, den Tag versuche in die Länge zu strecken oder mehr geben will, als ich kann. Kurz vorm Schlafengehen kommt dann der Gedanke: Was hast du wieder einmal alles nicht geschafft??

annafrost working mum powermom

Die Frage sollte allerdings sein:“Was hast du heute wieder einmal alles geschafft?!„. Es ist ok, wenn die Dreckwäsche nicht heute, sondern erst morgen gewaschen wird. Und auch ist es ok, wenn das Abendessen nicht pünktlich auf dem Tisch steht und es statt dessen ein paar Apfelschnitze zur Überbrückung gibt. Und es ist auch ok, wenn ich einfach mal einen ganzen Tag mit zusseligen Haaren, ungeschminkt und nur halb angezogen im Homeoffice sitze und schreibe. Und vor allem ist es ok, ab einem gewissen Punkt mal Feierabend zu machen – ja, auch als Selbstständige darf man das – und dann Quality Time mit der Familie zu verbringen.

Laut der Onlineplattform for me *, initiiert von P&G, die Anfang des Jahres eine große Frauen-Studie ins Leben rief, ist unsere Kultur von einer Multioptionalität geprägt. Dabei herrscht in unserer Gesellschaft ein „Machbarkeitsideal“, das suggeriert: Nichts ist unmöglich, alles ist zu schaffen und das am besten perfekt und gleichzeitig. Hey, no pressure! Nur, weil wir Frauen die Gleichberechtigung fordern, heißt es nicht, dass wir noch mehr Aufgaben koordinieren wollen und werden. Familie, Beruf, Haushalt und Partnerschaft reibungslos unter einen Hut zu bringen, setzt Frauen enorm unter Druck. So geben zwei Drittel der Frauen (68 %) an, „immer 120 %“ zu geben. Dabei meinen sieben von zehn Frauen (72 %), immer alles perfekt machen zu müssen. Getrieben von den eigenen und den Erwartungen anderer, hat fast jede Zweite (45 %) ständig ein schlechtes Gewissen, Familie, Partner und Freunde zu vernachlässigen – von den eigenen Bedürfnissen ganz zu schweigen. Das Erstaunliche dabei: Obwohl zwei von drei Frauen (69 %) bewusst ist, dass sie auch mal pragmatisch sein müssen und man es sich im Leben auch mal leicht machen kann (66 %), halten sie mit einer beispiellosen Vehemenz am Bild der Multitasking-Superwoman fest, die alles mit Leichtigkeit meistert und sämtliche Zügel gleichzeitig in der Hand behält.

Als ich die Studienergebnisse das erste Mal gesehen habe, war ich zum Einen nicht großartig überrascht, dennoch stimmten mich diese Ergebnisse traurig, sogar wütend.

Laut der Studie, die im Auftrag von for me vom rheingold Institut durchgeführt wurde, fühlt sich jede dritte Frau {32%} alleinerziehend mit Partner und sogar neun von zehn Frauen sehen sich als das Organisationstalent in der Familie, was zur Folge hat, dass knapp die Hälfte der Befragten {46%} das Gefühl haben, dass von ihren Bedürfnissen nichts übrig bleiben würde. Befragt nach Familie und Partner, wird dieses Spannungsfeld besonders deutlich und ein enormes Konfliktpotenzial erkennbar. Der Partner wird selten als große Stütze wahrgenommen. Daher übernimmt jede zweite Frau (51 %) die Dinge lieber selbst, bevor sie sich mit dem Partner darüber auseinandersetzt. Kurzum bedeutet das, dass sich viele Frauen nicht unterstützt fühlen. Ja, sogar allein gelassen und der Partner wird als weiteres Kind angesehen, welches es zu betreuen gilt.

Eine Situation, die so nicht sein darf und an der gründlich gearbeitet werden muss.

Wir für unseren Teil haben unseren Mittelweg gefunden, der jedem seinen Freiraum gibt mal die Füße hochzulegen, ihn aber auch genauso in die Pflicht nimmt. Und seien wir mal ehrlich, Teamwork ist doch viel besser, als zu versuchen alles alleine zu stemmen. „Druck rausnehmen“ ist das Stichwort. Es muss ja nicht immer die Multitasking Superwoman sein, sondern Teamleader reicht ja schon. Und der Teamleader hat auch wieder ein bisschen mehr Zeit für sich selbst, wenn er Aufgaben verteilt. Die Bilder hier im Artikel sind alt und gehören ursprünglich zu einem Artikel, in dem ich schon vor einigen Jahren davon schrieb, dass ich mir viel Druck mache… gerne eine Powermom wäre, die alles unter einen Hut kriegt. Man sieht sich selbst oft kleiner, als man eigentlich ist. Und ich habe gelernt, jeden Abend stolz ins Bett zu gehen, denn das, was ich an dem Tag geschafft habe, war gut. Und niemand steht mit mir im Konkurrenzkampf, niemand. Denn letzten Endes setzt sich jede Mom, jeder Dad einen eigenen Maßstab. Und das ist auch gut so, denn keine Konstellation in den Familien ist gleich.

Die Suche nach einer passenden Unterkunft für unser 3-Tage-raus-Projekt habe ich jetzt an Jakob abgegeben, das Shooten der Fotos (für die auch noch eine Idee fehlt) habe ich hinten angestellt und kann mich nun entspannt auf die Recherche und den ausstehenden Artikel konzentrieren. Läuft, wenn der Druck raus ist.

 

*for me“ ist übrigens eine Onlineplattform von P&G, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Frauen und insbesondere Mütter in allen Lebenslagen zu unterstützen. Hier finden wir Inspiration und Ratschläge zu allen Themen, die uns interessieren. Schaut einfach mal vorbei.

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7 Comments

  • Reply
    Katharina
    27. Juni 2017 at 11:24

    „For me“ soll unterstützen? Hilfe in allen Lebenslagen? Was ich sehe sind Artikel wie ich schnell meine Bikinifigur erlange, Einrichtungstipps und massig Werbung (ok, letzteres nicht verwunderlich.
    Dein Artikel ist wie eigentlich immer sehr gut geschrieben, aber zu dieser online-Plattform will er nicht so recht passen!
    LG!

    • Reply
      Anna Frost
      27. Juni 2017 at 11:50

      ich denke mal, jeder nimmt sich aus so einer plattform das heraus, was interessiert und anspricht. es geht in erster linie für mich um diese studie, die (teilweise erschreckenden) ergebnisse und das, was wir frauen draus machen.
      wenn das erlangen des pre-babybodies für wohlbefinden bei anderen frauen sorgt – so what? ich hab selbst lange damit gestruggled, dass mein körper einfach anders ist und mir druck gemacht. begreifen, dass er nun einfach anders ist, musste ich selbst machen. war dennoch in meinen dunkelsten zeiten angetan und dankbar für solche tipps ;) ein 360° angebot lässt immer beschwerdemöglichkeiten zu.
      vielleicht ist die plattform ja nix für dich, vllt findest du aber doch die eine perle, die dir zusagt.

      danke für dein kompliment <3

      • Reply
        Katharina
        29. Juni 2017 at 10:29

        Danke für deine liebe Antwort! After-Baby-Body? I feel you!!! <3

  • Reply
    Antigona Berisha
    27. Juni 2017 at 13:30

    Toll geschrieben. :-)

  • Reply
    Michelle
    27. Juni 2017 at 15:47

    Hm also ich sehe es auch so wie Katharina. Dein Artikel ist gut geschrieben, keine Frage. Wenn ich dann aber auf diese For me Plattform gucke, sehe ich in erster Linie Themen wie „noch schöner Aussehen und gleichzeitig noch den Haushalt wuppen“. Das kommt mir so wahnsinnig bekannt vor…. Richtig, aus den 50ern.
    Ich bin auch Frau und Mutter aber eben auch Studentin und Arbeitnehmerin (und vieles mehr) und so spontan spricht mich auf der Plattform NULL an.
    Sehe den Zusammenhang zwischen Text und Plattform auch nicht.

  • Reply
    Finja
    27. Juni 2017 at 17:23

    Liebe Anna,

    ein sehr guter Artikel. Wir Frauen (oder auch Männer) sollten definitiv lernen, uns mehr selbst zu schätzen, unsere eigene Arbeit zu würdigen, egal, ob es nun „viel“ oder „wenig“ war, was wir (gefühlt) an einem Tag geschafft haben. Die Studie bzw. in Teilen die Ergebnisse sind in der Tat erschreckend. Umso wichtiger, dass wir lernen, uns selbst anzunehmen und nicht ständig mit der Selbstkritikkeule um uns zu schlagen.

    Bin gespannt, wo euer 3-Tage-raus-Trip hingeht. Würde auch am liebsten Mal eben kurz weg… Aber die Zeit lässt es gerade leider nicht zu. Dafür versuche ich mir immer mal zu Hause kleine Auszeiten einzubauen, um nicht total unterzugehen…

    Dir noch eine schöne, erfolgreiche und vor allem dich selbst zufriedenstellende Woche :)

    Liebe Grüße,
    Finja

  • Reply
    Ellie
    29. Juni 2017 at 11:57

    Super gut geschrieben!<3
    Ich persönlich finde nicht, das Multitasking funktioniert…

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