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Paragraf 219a

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Es ist dezent seltsam, irritierend und auch Stück weit absurd, denn ich sitze hier, schwanger in der 18. Woche vor dem Laptop und recherchiere zum Thema Abtreibung. Keine Sorge, nicht um meine, sondern generell. Genauer gesagt geht es mir um den Paragrafen 219a, um den aktuell eine äußerst hitzige Diskussion herrscht. Dieser enorm veraltetete Paragraf verbietet die „Werbung für Schwangerschaftsabbrüche„. Ganz im Detail: Wer in welcher Form auch immer damit „wirbt“, Abbrüche in der Schwangerschaft anzubieten oder darüber öffentlich Auskunft gibt, macht sich strafbar. Es folgen bis zu 2 Jahre Haft oder enorme Geldbußen.

Es wird umgangssprachlich von einem Werbeverbot gesprochen, jedoch ist das nicht ganz richtig, bzw. in meinen Augen der falsche Ausdruck.
Was mir hier sauer aufstößt, ist das Wörtchen „werben“, denn genau dieses wird von uns Deutschen doch gerne mit dem Werbeprospekt unseres liebsten Supermarktes oder den lustigen, bunten Clips auf Youtube, im linearen Fernsehen und auf den Onlineportalen manch eines Printmagazines als nervige und nicht weg zu klickende Popups (Das nervt, liebe Intouch!!!) in Verbindung gebracht. KAUFEN KAUFEN KAUFEN! UH! MUSS ICH HABEN!!

Viele Befürworter dieses Paragrafen denken, bei Abschaffung dieses Gesetzes wären Türen und Tore der Hölle geöffnet und reißerische Werbespots der Ärzte Pro Schwangerschaftsabbruch würden die TV Landschaft fluten.
Den Gegnern dieses Paragrafen geht es jedoch um etwas ganz anderes: Um Informationsmöglichkeiten!!

Ich sitze hier, schwanger mit einem Wunschkind in der 18. Woche und versuche mich an einem Gedankenspiel.
Wunschkind ist das Stichwort, was mir dieses Gedankenspiel erschwert, denn oft sind die betroffenen Frauen eben genau nicht in der Situation, dass es sich bei der Schwangerschaft um eine gewollte handelt. Welche Umstände auch immer dazu führten, dass eine Schwangerschaft nicht gewollt ist – der Wunsch eines Abbruchs ist es und somit versuchen sich diese Frauen ganz im Stile des 21. Jahrhunderts mithilfe des Internets darüber zu informieren, was sie denn nun tun können.

Erste Google Ergebnisse schicken mich immer wieder zu den unterschiedlichsten Beratungsstellen, wie ProFamilia oder Caritas. Welcher Arzt in meiner Nähe einen Abbruch möglich machen könnte oder bei welchem Arzt in meiner Nähe ich mich dazu beraten lassen kann, finde ich nicht heraus. Statt dessen finde ich auf Googles Seite Zwei Informationen über einen möglichen Schwangerschaftsabbruch in Holland. Ich bin schockiert.

Der Schwangerschaftsabbruch ist laut Paragraf 219a in allen Fällen an die Bedingung geknüpft, dass er von einem Arzt durchgeführt und bis zur 12. Woche stattfinden muss. Zusätzlich muss sich die Schwangere 3 Tage vorher von einem Arzt beraten lassen.
In den ersten 12 Wochen ist ein Schwangerschaftsabbruch legal, danach spricht man von einem Spätabbruch und bedarf eines medizinischen Grundes, zB. Fehlbildungen und Krankheiten oder aber das Leben der Mutter steht auf dem Spiel. Das ist übrigens auch der Grund, weswegen das Geschlecht des Babies bis nach der 12. Woche von den Ärzten nicht bekannt gegeben wird. Jedenfalls im Normalfall – es gibt immer Ausnahmen und das Geschlecht wird zufällig früher erkannt. Zu groß ist die Gefahr, dass aufgrund eines nicht gewollten Geschlechts des Babies ein Abbruch erfolgt.
Ab der 20. Schwangerschaftswoche jedoch hat der Fötus, der dann bei einem Schwangerschaftsabbruch vaginal geboren werden muss, eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass er überlebt und Ärzte sind ethisch und juristisch verpflichtet, diesen am Leben zu erhalten. Ärztinnen und Ärzte sind nicht verpflichtet, einen solchen Abbruch vorzunehmen. Auch Hebammen können ablehnen, daran mitzuwirken. In vielen Kliniken entscheidet ein Ethikrat, der aus ärztlichem Personal, Hebammen, Seelsorgern und Psychologen besteht, gemeinsam über die Durchführung eines Spätabbruchs.

Diese Information ist wichtig, denn nicht selten bleibt eine Schwangerschaft in den ersten Wochen unentdeckt.
Denke ich an meine aktuelle Schwangerschaft, so hatten wir in der vermeintlichen 8. Woche noch keinen Herzschlag auf dem Ultraschall. Ich sollte mich auf einen eventuellen Abgang vorbereiten, was mich in ein emotionales Loch fallen lies, denn ich wollte das Kind. Es wurde an 2 Tagen Blut abgenommen, um mit Hilfe des hoffentlichen Anstieges des Schwangerschaftshormones HCG die Schwangerschaft zu bestätigen. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen und dem Jahreswechsel wurde die Schwangerschaft bestätigt und direkt mal 2 Wochen zurückgesetzt, weil sie falsch berechnet wurde – meine sehr lange Zykluslänge war für die Verwirrung verantwortlich, obwohl ich den genauen Empfängnistag aufgrund meiner „Verhütungsmethode“ (bzw. Zyklustracking) kenne.
Stelle ich mir vor, ich hätte einen Abbruch gewollt, hätte erst dieses emotionale Hin und Her ertragen müssen, ob denn nun eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht, dann über die Weihnachtstage ausharren und warten müssen, um danach in der ersten Woche im neuen Jahr erneut zur Kontrolle beim Frauenarzt zu erscheinen, um dann endlich einen Termin für eine Beratung zum Schwangerschaftsabbruch auszumachen, die Bedenkzeit abzuwarten, um dann eeeendlich den Termin zum Abbruch bei einem Arzt oder einer Klinik zu bekommen…. es wäre sehr viel Zeit ins Land gegangen. Ich habe meine zweite, gewollte Schwangerschaft sehr früh bemerkt. Auf viele Frauen trifft das aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu und dann ist schnelle Information und auch Hilfe das wichtigste Gut.

In meiner Ausbildung zur Erzieherin hatte ich in meinem letzten Ausbildungsjahr eine Praktikumsstelle in einer Mädchenschutzstelle und war in den 10 Wochen beinahe jede Woche mit einem Mädchen ab 12 Jahren bei der örtlichen ProFamilia Beratungsstelle, um die Pille danach zu besorgen. Das Beratungsgespräch konnte ich irgendwann auswendig. Gar nicht schlimm und die Mädchen konnten so viel oder so wenig erzählen, wie sie wollten. Oder auch einfach gar nichts. Es folgten keine Belehrungen oder Standpauken. Nur eine freundliche und liebevolle Aufklärung und Beratung. Damals gab es die Pille danach noch nicht rezeptfrei und es war für viele Frauen und Mädchen ein kleiner Kampf und mit viel Scham verbunden, dieses Rezept zu bekommen. Man konnte es hören, wie den Mädchen die Steine vom Herzen fielen. Und wir waren für sie da, als es den so jungen Mädchen mehrere Tage nach der freiwilligen Einnahme der Pille danach dreckig ging. Diverse Gründe gab es für die teilweise sehr jungen Mädchen, die Pille danach zu nehmen – Vergewaltigung, Unwissen bevor sie zu uns kamen, Verhütungspannen und das junge Alter sind nur einige der Gründe. Die Pille danach ist jedoch nur für ein Zeitfenster von 3-5 Tagen möglich und auch dann nur, wenn der Geschlechtsverkehr nicht zum Eisprung stattgefunden hat. Danach muss im Fall der Fälle ein Schwangerschaftsabbruch durchgeführt werden. Einen solchen Schwangerschaftsabbruch hatte eine meiner Kolleginnen in meiner Zeit dort begleitet.

Die Mädchen in der Schutzstelle hatten uns Betreuer als erste Anlaufstelle und wir die nötigen Informationen und Ressourcen, um ihnen umgehend zu helfen. Vielen Mädchen und Frauen bleibt das Recht auf schnelle Information Dank des Paragrafen 219a verwehrt. Frauen und Mädchen sollten schnell Hilfe finden können, schnell herausfinden können, bei welchem Arzt in ihrer Nähe ein Schwangerschaftsabbruch komplikationsfrei möglich ist. Und das hat nichts mit reißerischer Werbung im TV, auf Billboards oder in Magazinen zu tun, sondern mit einem Informationsverbot!! Es geht auch nicht ums schnelle Pillen schlucken, als wären es Smarties. Auch ist uns Frauen bewusst, dass ein Schwangerschaftsabbruch nicht unbedingt eine leichte Sache ist, sondern ein operativer Eingriff, der den Hormonhaushalt ziemlich durcheinander bringen kann. Die Folgen eines Schwangerschaftsabbruches sind von Frau zu Frau unterschiedlich, nicht selten sind Schuldgefühle, Depressionen und auch körperliche Schmerzen das, was zurückbleibt.
Die aktuelle Situation des Informationsdefizits treibt Frauen online in Foren, in denen andere Frauen, die um Hilfe suchen, vom wütenden Mob gejagt werden. Sie seien Mörder. Bilder von abgetriebenen Föten werden gezeigt – fertig ausgebildet mit kleinen Fingerchen und Zehen. 12. Woche.
Informationen, wo sie Hilfe bekommen, gibt es keine.
Derzeit stehen einige Ärztinnen und Ärzte vor Gericht, weil sie auf ihren Webseiten über Schwangerschaftsabbrüche informieren (hier der Fall von Frau Dr. Hänel). Dabei ist das schon zu hoch gegriffen, lediglich, dass Schwangerschaftsabbrüche zum Leistungsspektrum dieser Ärztinnen und Ärzte gehören, steht auf den Webseiten. Ein Hinweis, der vielen Hilfesuchenden Frauen ein Licht am ende des Tunnels aufzeigt, für Befürworter des Paragrafen 219a jedoch ein Grund für eine Anzeige.

Dies soll keine Debatte über das Pro und Contra einer Abtreibung oder eines Schwangerschaftsabbruchs sein. Das muss jede Frau ganz allein für sich entscheiden. Und dies auch dürfen.

Ich selbst habe den Weg Mutter und Familie für mich eingeschlagen. Welche Gründe auch immer eine Frau dazu bewegen, dies nicht zu tun, sind ihre eigene und gehen mich nichts an. Jede Frau darf und sollte selbst entscheiden, ob sie kinderfrei bleibt, heiratet, in einer Partnerschaft welcher Art auch immer lebt oder sich für ein bis viele Kinder entscheidet. Mein Weg ist nicht das Maß aller Dinge und niemand sollte das von sich behaupten, geschweige denn anderen aufzwingen. Niemand sollte den gesellschaftlichen Druck spüren, ihn weitergeben oder unterstützen, eine Frau habe gefälligst das zu tun, wozu die Biologie sie auserkoren hat – Kinder zur Welt bringen. Bullshit. Dein Körper – deine Entscheidung. Und die geht niemanden etwas an.

Mir geht es um das Informationsverbot, welches das Problem des Paragrafen 219a ist. Die Informationsfreiheit von ungewollt Schwangeren würde gestärkt werden und Ärzte bekämen Rechtssicherheit! Und deswegen muss er dringend abgeschafft werden.

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15 Comments

  • Reply
    Svenja
    20. März 2018 at 10:14

    Vielen Dank für den tollen Artikel!!
    Ich kenne das Problem von einer Freundin, die ungewollt schwanger wurde und nach der Untersuchung beim Frauenarzt auch noch einmal 2 Wochen warten musste, bis sie abtreiben konnte. Sie musste ihren Frauenarzt auch explizit darauf ansprechen, dass sie den Abbruch will. Und es gab nicht viele in ihrem Umfeld, mit denen sie darüber sprechen konnte, da teilweise auch kein Verständnis für solch eine Entscheidung vorhanden war. Das fand ich sehr schade, da es meiner Ansicht nach egal ist, was ich für mich wähle, wenn jemand sich anders entscheidet, ist es ihre Entscheidung und nicht meine – ich lebe ja auch nicht das Leben anderer.

  • Reply
    Sarah
    20. März 2018 at 10:26

    Wir hattten damals in der 9 oder 10 klasse realschule in Religion Abtreibung durch genommen es sollte für uns alle wahrscheinlich Abschreckung und Lehre zugleich sein.
    Aber es sollte jeder Frau wirklich selbst überlassen bleiben ob sie das Kind behalten möchte oder nicht. Aufklärung hilft nicht immer. Frauen nach Vergewaltigung sollte man das nicht antuen ein Leben lang daran erinnert zu werden in Form eines Kindes.
    Ja natürlich Kinder können ein Segen sein aber nicht in solchen Fällen.
    1971 hat der Stern für Schlagzeilen gesorgt als er groß Überarbeitung geschrieben hat. Es ist wichtig das es genügend Aufklärung und Beratung gibt. So sollte ruhig Werbung zb Informationen Blätter usw geben und nicht das Thema totschweigen

  • Reply
    Evi
    20. März 2018 at 10:31

    Bitte dringend folgende Infos in Deinem Artikel korrigieren:
    1) Die Pille danach sollte innerhalb von 24 h nach der Verhütungspanne eingenommen werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft auf 0,9% gesenkt. Bitte nicht 3-5 Tage warten.
    2) Die Pille danach wirkt nur VOR dem Eisprung. Ob ein Eisprung stattgefunden hat, kann ein Arzt mittels Ultraschall feststellen. Wenn der Eisprung schon stattgefunden hat, dass Ei sich aber noch nicht eingenistet hat, kann eine Schwangerschaft nur durch das Einsetzen einer Spirale (Kupfer- oder Hormonspirale) verhindert werden.
    #servicetweet #fürsiegetestet
    Grüße
    Evi

  • Reply
    Anny
    20. März 2018 at 10:42

    Danke, sehr sehr guter Beitrag!
    Viel mehr Frauen sollten sich für ihre Rechte stark machen – und nicht konservativen Männern die Diskussion überlassen!

  • Reply
    Jule
    20. März 2018 at 14:16

    Danke, einfach nur danke.
    <3

  • Reply
    Alessia
    20. März 2018 at 14:26

    Was mir bei dieser Diskussion immer sauer aufstößt: wir reden über die Rechte der Frau und darüber, dass jede(r) für sich selbst entscheiden dürfen sollte. Aber mit meiner Entscheidung kann ich das Leben eines anderen Menschen beenden, bevor es angefangen hat. Ich kann dafür sorgen, dass ein anderer Mensch nie auf die Welt kommt. Ich finde, dass uns diese Entscheidung nicht zusteht. Es gibt doch immer noch andere Lösungen, wenn man das Kind nicht will oder andere Gründe dagegen sprechen.

    • Reply
      Anna Frost
      20. März 2018 at 14:33

      das sehe ich anders. schwieriges thema… hier setzt man dann auch schnell eine ethikfrage in den raum: ab wann beginnt leben? ich könnte kein kind austragen, welches ich nicht will; 40 wochen hormonchaos durchmachen, mich in den ersten monaten dreckig und elend fühlen, meinen lifestyle zum wohle des kindes ändern (verzicht auf alkohol und zigaretten zb) und dann das kind weggeben… was das mit der psyche macht, ist nicht zu beschreiben.
      auch würde ich kind behalten wollen, welches mich sein ganzes leben daran erinnert, was mir vielleicht schlimmes widerfahren ist.

      hierbei muss man auch an das wohl des eventuellen kindes denken. klar wäre es besser, es wäre nicht gezeugt, als abgetrieben. aber was bringt es einem kind in eine familie geboren zu werden, in der es nicht erwünscht ist? oder es mit eventuellen beinträchtigenden handicaps leben muss, weil die mutter weiter drogen nahm?
      auf jedes dieser argumente gibt es mindestens ein gegenargument – das macht die sache so verzwickt.
      darum ist diese entscheidung so schwer und vermutlich auch die einsamste entscheidung, die je eine frau treffen müsste. aber sie soll auf jeden fall die chance bekommen, frei darüber entscheiden zu können und vor allem aber auch sich schnell hilfe und informationen holen können.

    • Reply
      Mona
      20. März 2018 at 14:42

      Eben doch. Es ist MEINE Entscheidung über meinen Körper, ob ich h zehn Monate schwanger sein, eine Geburt durchstehen und ein Kind haben möchte.

    • Reply
      Annika
      20. März 2018 at 18:09

      Dieser „Mensch“ braucht aber meinen Körper als Brutstätte, um überhaupt ein Mensch werden zu können, selbständig überlebensfähig ist das Gebilde ja lange nicht. Und ob eine Frau ihren Körper als Brutstätte zur Verfügung stellen möchte, muss eine jede für sich entscheiden dürfen. Da geht es nicht darum, dass man kein Kind in seinem Leben haben will, sondern dass man gar nicht schwanger sein möchte… Daher ist eine Adoption eben oft keine Alternative.

  • Reply
    Raphaela
    20. März 2018 at 16:54

    Danke dafür, dass du immer wieder auch solche unbequemen Themen ansprichst! Auch wenn ich so wahnsinnig glücklich sein darf mit meinen Kindern, möchte ich nicht für Andere entscheiden, ob sie das auch sein können/möchten/wasauchimmer…

  • Reply
    Janine
    20. März 2018 at 19:13

    Ein wirklich toller Beitrag mit Mehrwert! Danke, dass du keine Angst davor hast, dieses Thema anzusprechen – und deine Meinung dazu finde ich großartig <3 Es ist so angenehm deinem Blog zu folgen – mal ein interessanter Einblick in deinen Alltag, mal tolle Styling-Inspiration oder eben auch wie hier, mal ein wichtiges Thema, welches zur Sprache gebracht wird.

  • Reply
    Annelie Schönweitz
    20. März 2018 at 20:37

    DANKE !

  • Reply
    Charlotte
    21. März 2018 at 12:04

    Liebe Anna, ich fand den Punkt des fehlenden/unzureichenden Informationszugangs für Frauen in einer solchen Ausnahmesituation sehr gut, denn er hat einen Aspekt an dieser Debatte beleuchtet, der bisher nach meiner Auffassung zu wenig beachtet wurde. Nach meiner Ansicht ist nämlich weniger die Konzeption des § 219a StGB ein Problem, sondern die Handhabung des bestehenden rechtlichen Rahmens. Die Informationen über Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruches zu kanalisieren über die Beratungsstellen (was das Ziel der §§ 219, 219a ist) ist an sich nicht zu beanstanden – denn nur so lässt sich der verfassungsrechtliche Konflikt „Leben gegen Leben“ aufzuwiegen lösen. Das Problem ist daher nach meiner Ansicht der Zugang zu Informationen über diese Beratungsstellen! Letztlich ist doch vor allem relevant, dass es ein Informationsangebot gibt – und wenn dieses unzureichend ist, dann sollte an der Stelle von der Politik angesetzt werden.

  • Reply
    Fritzi
    21. März 2018 at 15:31

    Liebe Anna,
    wichtige Thema, guter Artikel. Hinweis: Wenn man“ Schwangerschaftsabruch Hamburg“ googelt, ist auf Platz 1 ein Hinweis der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. Auf der Seite kann eine Liste der Praxiseinrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, runtergeladen werden. Auch noch wichtig: Ein Abbruch kostet zwischen 200 – 600 Euro. Krankenkassen übernehmen nur in „Sonderfällen“ und bei geringem Einkommen das jeweilige Bundesland. Anträge müssen aber vorher gestellt werden.

  • Reply
    Ella
    24. März 2018 at 14:07

    Dass dieser altertümliche Paragraph noch existiert und derartig durchgeboxt wird, ist ein Skandal !!!
    Du hast das Problem perfekt auf den Punkt gebracht, ich stimme dir in allem zu. Ganz toll von dir, dass du zum Thema informierst!

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