Advice Life

„I’m sorry, the old Anna can’t come to the phone right now. Why? Oh, ‚cause she’s dead!“

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Bis ich etwa 13 war, trug ich meine Haare lang und langweilig. Später, mit etwa 16 kam kurz eine Avril Lavigne Phase, direkt danach dann die Rockabilly Phase, die Hosen rutschten ein paar Etagen tiefer und die untere Partie meiner Haare lies ich schwarz färben. Also nicht die Spitzen, sondern die Nackenpartie komplett. Mega cool und zum natürlichen Straßenköterblond sah das extrem rebellisch aus. Also das dachte ich damals. Rückblickend war das weder Fisch noch Fleisch, aber ich fühlte mich mega cool.

Nach der Konfirmation jedoch schnitt ich erst einmal meine Haare ab. Also nicht ich, sondern meine Tante, die zu dem Zeitpunkt noch immer mal wieder als Friseurin neben ihrer Umschulung die Schere klappern ließ. Raspelkurz. Der Haarschnitt war so etwas wie eine Befreiung von meinem alten Ich, welches sich hinter den langen Haaren versteckt hat. Dieser Haarschnitt hat so vieles mit mir gemacht…

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Mit einem raspelkurzen Haarschnitt fällt man auf, gerade als junges Mädchen. Und ja, da schlägt die Klischee Keule voll zu – Mädchen mit superkurzen Haaren sind selten und es war meine Chance völlig frei meinen Charakter zu entwickeln, mich zu entwickeln. Rückblickend war dieser rebellische und selbstbestimmte Akt das beste, was mir passieren konnte. Über die eigentlichen Beweggründe spreche ich vielleicht ein anderes Mal, denn das sprengt hier den Rahmen. Und auch, wenn ich zwischendurch meine Entscheidung anzweifelte, war es dennoch eine meiner besten und es war zusätzlich ein erster Schritt in Richtung Selbstbestimmung und Freiheit für mich.
Seit du kurze Haare trägst, bist du so anders… cooler!“ , hörte ich oft. Und das nicht zwingend von meinen Freundinnen, sondern von vielen Menschen, denen ich mit plötzlich neu gefundenem Mut die Stirn bat. Ich war wie ausgewechselt.
Es war, als hätte ich mit den langen Haaren eine Art Kostüm abgelegt und konnte endlich die Person sein, die ich immer war, aber nicht zeigen konnte. Ich hatte die Chance, von heute auf morgen mit einem simplen, aber radikalen Haarschnitt mich und meine Person zu ändern. Und das nicht nur innerlich und heimlich, sondern laut und für jeden sichtbar.
Das kleine Mädchen aus der mittleren Bankreihe hat mitten im Schuljahr eine Typveränderung durchgemacht und musste dafür nicht auf ein Back to School Video eines Youtubers nach den 6 Wochen Sommerferien warten. Nach 6 Wochen Sommerferien hat eh keiner mehr einen Vergleich, wie du vorher warst. Mitten im Schuljahr, Mitten in der Woche jedoch schon.

Nach mehreren Nachschnitten lies ich meine Haare jedoch wieder wachsen – die Abwechslung fehlte mir und ich wollte auch wieder dieses „Langehaaregefühl“.
Es folgten diverse Haarfarben: dunkelbraun, schwarz, rot und ich landete auch bei blond. Und irgendwann packte mich die Obsession das Blond auf ein nächstes Level zu bringen und so hochzuziehen, dass es quasi weiß, bzw. grau war. Ein schwieriges Unterfangen im zwar nicht provinziellen, aber doch eher (vergleichsweise) trägen Bochum, in dem ich aufwuchs, und in den frühen 2000ern. Blond ging nur bis zu einem bestimmten Level und alles andere war schier unmöglich, bzw. man verstand nicht, was ich wollte.
Ein Glück gab es das Internet und meinen immensen Drang, Dinge so umzusetzen, wie ich es will. Ein Feature, welches Vor- und auch Nachteile haben kann ;)

Marke Eigenbau blondierte ich selbst mit der Anleitung der Verkäufer in den Friseurshops und How To Anweisungen aus dem Internet, mattierte meine Haare ab und bestellte aus Übersee für viel Geld das krasseste Blaushampoo welches es damals auf dem Markt gab. Empfehle ich definitiv nicht weiter, brachte mich meinem Ziel jedoch näher. Heute sind Friseure da viel weiter und auch offener, was das Thema weiße und oder graue Haare angeht. Auch gibt es heute schonendere Produkte, als „damals“.
Ich hatte das Gefühl, je mehr Farbe ich meinen Haaren entzog, umso farbiger wurde meine Seele und meine Persönlichkeit, mein Ich. Ich lernte erneut, dass ich nicht davon abhängig bin, dass jemand anderes meine Wünsche erfüllt, sondern ich allein der treibende Motor sein muss.

Vielleicht klingt das albern. Vielleicht ist das ein Frauending, wenn jemand unbedingt einen Grund aus der eh schon halboffenen Klischeeschublade will. Aber Haare sind, wie auch unsere Augenbrauen, ein Rahmen, sie unterstreichen unseren Ausdruck und definieren auf eine gewisse Art und Weise, wie wir auf unseren Gegenüber wirken.

Als ich schwanger wurde, wollte ich keine Färbeeskapaden. War zu dem Zeitpunkt eh irgendwie bei einem Kardashian Bronde angelangt, weil ich das für eleganter, chicer hielt und ließ sie dann ganz braun färben, um den unvermeidbaren Ansatz so unauffällig zu halten, wie nur möglich. Dabei ist vorsichtiges Färben in der Schwangerschaft heute kein Thema mehr; mir war es jedoch einfach zu heikel, wollte mich dem öffentlichen Druck nicht aussetzen („DU FÄRBST IN DER SCHWANGERSCHAFT DEINE HAARE??“) und ich stieg auf eine sanfte Tönung um. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
Mutter ist auch das Stichwort, denn irgendwie setzte der Nestingmodus bei mir in der Form ein, dass ich – rückblickend – wohl meinte, meinen Lifestyle ein paar viele Nouancen runterschrauben zu müssen. Ich bin bald eine Mom und sollte mich wohl auch vorbildlich verhalten. Was das genau sein sollte und wie das aussieht, war nicht wirklich klar. Ein wenig habe ich mich in der Zeit verloren, denn ich habe zu sehr darauf gehört, was andere von mir erwarten. Verantwortung, Vorbild, Ruhe und Gelassenheit und vor allem der eigene Wunsch, alles irgendwie richtig zu machen. Bei jedem Schritt kritisch beäugt zu werden ist gerade dann, wenn man unsicher und ein wenig dünnhäutig ist, eine besonders schwierige Angelegenheit.
Sich selbst immer wieder einzureden, dass man ja bestimmt alles irgendwie richtig macht, kommt einem erst wie ein Mantra, später wie eine selbstvorgegaukelte Lüge vor, an der man versuchte, sich über Wasser zu halten. Der Blick nach Links und Rechts macht es schwerer, sich selbst treu zu bleiben und seinem Herzen zu folgen. Irgendwas ist ja immer falsch und entspricht nicht der Norm. Mommyshaming ist mit Abstand das Schlimmste, was einem passieren kann. Die Gedanken drehen sich nur noch im Kreis und das auch noch abwärts.

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Egoistisch und verantwortungslos ist es, wenn Mommy in der Schwangerschaft mit dem Flugzeug fliegt. Egoistisch und verantwortungslos ist es, wenn Mommy in der Schwangerschaft Lakritz isst, die offensichtlich das Einzige sind, was ihr gegen die abartige Übelkeit über 7 Monate hinweg helfen.
Egoistisches Verhalten ist es, wenn das Kind schon früh in die Krippe geht, damit Mommy arbeiten kann. Egoistisch ist es, sich morgens zu schminken, während das Kind unter dem Spielbogen neben Mommy liegt, weil Mommy ja nur an sich denkt…
Egoistisch ist es, wenn Mommy öfter Brei im Glas kauft, statt täglich in liebevoller Kleinstarbeit Gemüse dünstet und selbst püriert.
Verantwortungslos ist es, wenn Mommy dem Kind mit fast 3 Jahren den Schnuller noch nicht angewöhnt hat.
Egoisitisch und verantwortungslos ist es, wenn das Kind mit 2 1/2 noch Windeln trägt. Egoistisch ist es, dass das Kind überhaupt Windeln trägt.
Anpassen, war irgendwann mein Drang. Anpassen und in der Masse verschwinden. Einfach mitschwimmen, nicht umdrehen und gegen den Strom ankämpfen. Um Himmels Willen, nein! Nein, einfach die Klappe halten und mitschwimmen. Und letztendlich haben ja alle anderen Recht – ich mache alles falsch.

Absoluter Bullshit.

Ich habe mir einreden lassen, dass dies und jenes nicht richtig ist, jenes und solches nicht der Norm entspricht und mich komplett beeinflussen lassen, habe mich selbst fuchsig gemacht und nicht mehr auf meinen Bauch und mein Herz gehört. Ich habe mich selbst komplett verloren.

Wer bist du eigentlich?„, fragte ich eines morgens mein braunhaariges Spiegelbild. Ich erkannte mich selbst nicht. Ich war nicht ich. Und das stellte ich erst sehr spät fest. Aber lieber spät, als gar nicht, oder?
Mit dem ersten Abstempeln der Mitgliedskarte für den Mom-Club begann die Angst. Angst um meine Rolle als Vorbild und Mutter. Angst um das Kind. Angst zu versagen. Angst das Kind zu verlieren. Angst vor dem Unbekannten. Angst vor der Aufgabe. Angst vor der Zukunft. Angst vor der Angst.
Angst um eigentlich fast alles.

Ich wurde mir selbst fremd.

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Und niemand konnte mir die Angst nehmen, außer ich selbst. „Das ist völlig normal.„, höre ich von allen Seiten.
Ich habe meine Coolness verloren, würde ich sagen. Meine Gelassenheit. Mein Ich. Ich wurde dünnhäutig, empfindlicher und vor allem ängstlicher. Ich machte mir Gedanken darüber, was andere Eltern von mir denken und lies mich davon beeinflussen. Ich stand mit Jakob mehr oder weniger alleine da; ich hatte keine Mutter, die mir mit Rat und Tat zur Seite stand und mir erste Ängste nimmt. Die mir sagt, dass meine Angst berechtigt, aber beinahe unnötig ist.
Das musste ich selbst herausfinden und mir selbst klarmachen.
Und vielleicht hat es länger gedauert, vielleicht haben sich nicht alle Ängste in Luft aufgelöst, aber viele von ihnen stellten sich als unnötig heraus. Und mit der ersten Erkenntnis dessen, fand ich ein Stück weit mich selbst wieder. Dazu gehörte dann auch das Trennen von Menschen, die mir mit ihrer Negativität und Lügen nicht gut taten.

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Die Haarfarbe zu wechseln, zu dem optischen Ich von vor mehreren Jahren zurück zu gehen, war ein weiterer Schritt auf der Suche nach mir selbst. Vielleicht tragen die neuen Tattoos auch einen Beitrag dazu bei. Obwohl die späte Umsetzung da eher an der Suche nach dem perfekten Tättowierer hing.

Sucht man etwas, hilft es oft, an den Punkt zurück zu gehen, an dem man meint, das Gesuchte zuletzt gesehen zu haben.
Und ich glaube, ich habe gefunden, was ich suchte.

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29 Comments

  • Reply
    Jenny O / Stuss Hamburg
    29. August 2017 at 14:59

    Kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Ich bin zweifache Mama aus Hamburg. Meine Tochter sind 7+2,7…

    Mir geht es aehnlich.
    Aber auch ich habe einen Befreiungsschlag getan und war neulich endlich mal wieder zum Hautfaerben :)

    Auf Wunsch stehe ich für guten Rat zur Verfügung. 😘

  • Reply
    Sarah
    29. August 2017 at 15:01

    Ganz tolle Worte, liebe Anna!

  • Reply
    Merit
    29. August 2017 at 15:07

    Sehr gut geschrieben :D ich hatte auch einmal mit 13 meine „Haare ab“ Phase und dann nochmal mit 17, was mir so, so, so geholfen hat aus mir heraus zu kommen. Du bleibst allen Leuten einfach immer noch einen Ticken mehr im Kopf. Man fällt auf, man ist anders und irgendwie vermiss ich es auch, dass mir Leute ungefragt durch die Haare gewuschelt haben. Wenn ich mir die Bilder jetzt so von damals anschaue, dann juckt es mich schon immer ein bisschen in den Fingern zum Friseur zu rennen… aber es fühlt sich jetzt nicht mehr passend an. Irgendwie. Ich glaube ich wäre jetzt damit nicht mehr so, wie ich es mir in meinem Kopf ausmale. Seltsam, was man alles mit Haaren so verbindet und das klingt vll auch etwas albern, aber es ist doch irgendwie so xD
    Und ich finde, du bist übrigens so eine tolle Vorzeigemami. Ich find dich super. Du wärst mein absolutes Vorbild in Schwangerschaft und Kindererziehung. Ich versteh auch nicht, warum Mütter sich so oft gegenseitig zerfleischen, anstatt sich zu unterstützen. Das es viele Wege für gute Erziehung und Mama-Sein gibt und nicht nur den einen heiligen Gral. Nur mal noch so am Rande :)

  • Reply
    Steffi
    29. August 2017 at 15:27

    Wunderbar geschrieben…

  • Reply
    maribel
    29. August 2017 at 15:32

    Vielen dank Anna für diesen wundebaren Artike!
    Diese wahren Worte hab ich heute wirklich gebraucht … DANKE

  • Reply
    Luisa
    29. August 2017 at 15:39

    Auf den Punkt gebracht. Danke. <3

  • Reply
    Julia
    29. August 2017 at 15:49

    Als ich heute Vormittag das Bild von dir und Emma in der Karre gesehen habe, habe ich noch gedacht, dass Blond entspricht viel mehr dir und deiner Persönlichkeit. Haare sind ebend doch der Spiegel der Seele. Und du bist ein besondere Person und das kam mit dem Braun nicht so toll zur Geltung wie jetzt mit dem Blond!
    Das Blond steht dir so so gut!!!

    • Reply
      Anna Frost
      29. August 2017 at 16:01

      danke dir <3

  • Reply
    tanja
    29. August 2017 at 15:55

    …ich liebe deine art zu schreiben! es ist etwas, dass uns allen passieren kann! irgendwann sagt dir dein bauch es passt was nicht und dann gehts nur noch darum wie lange du es ignorierst – ;) und du aufwachst und wieder in deiner mitte bist – xo tanja

  • Reply
    Sabine
    29. August 2017 at 16:16

    Liebe Anna,
    danke für den Artikel! Ein Satz ist für mich besonders herausgestochen: „Die mir sagt, dass meine Angst berechtigt, aber beinahe unnötig ist.“ – so eine perfekte Formulierung für eine Message, die wir alle manchmal dringend brauchen (egal ob von Mama oder jemand anderem). Was nämlich genauso doof ist, ist, wenn nur der zweite Satzteil kommuniziert wird und man sich nicht ernstgenommen fühlt.
    Du machst das schon richtig!
    xx

  • Reply
    Melli
    29. August 2017 at 16:20

    Wundervoller Beitrag Anna. Danke dafür.

  • Reply
    Tracy
    29. August 2017 at 17:44

    Du bringst die Sache auf den Punkt! Danke Anna! Es ist immer schön zu lesen, dass es anderen auch so geht! Warum meinen Menschen bloß so häufig sie hätten das Recht über andere zu urteilen und ungefragt „Rat“ zu geben?! Und doch brauchen wir diese Menschen da draußen manchmal als Spiegel…
    Danke :)
    By the way: deine Haare haben nun einen frischen grau-Stich bekommen oder?! (Vielleicht noch mehr Du, als der zuckerwatte-Ton?!)
    Love it :)

  • Reply
    JesS von feierSun.de
    29. August 2017 at 17:54

    Oh Anna, an so vielen Punkten habe ich werde mich gefunden. Ich war nie Fashion Bloggerin , aber die Ängste und hey, ich war auch mal weiß-blond. Auch ich hatte mich verlaufen auf der Suche nach der Mutter die ich sein sollte. Den nicht vorhandenen Vorbild und den verschrobenen Vorstellung (auf den eigenen) inklusive eines dicken Rucksack auf dem Rücken war der Weg nicht einfach. Ist der heute nicht. Denn ich wusste nur, wie ich nicht werden will, nicht werden darf und ließ mir nicht die Zeit rauszufinden wer ich werde. (Das Thema ist die Büchse der Pandora .

    Anna, danke für den Text ich gehe jetzt mit Gedanken in den Abend.
    JesS

  • Reply
    Julia
    29. August 2017 at 17:54

    Oh Anna,
    genauso gehts mir seit mein Mann und ich beschlossen haben ein Kind zu bekommen. Ich bin jetzt fast 34, er ist fast 38. Es wird quasi Zeit. Aber ich habe tausend Fragen.
    Reicht das Geld? Habe ich dann noch Zeit für mich? Muss ich mir dann ein großes Auto zulegen? (Thema Geld). Ich habe keine Eltern mehr, auch keine Großeltern mehr, mein Mann hat nur noch seinen Vater, keine weiteren Verwandte im Umkreis von 300 km. Ich ebenfalls nicht, auch 200 km weit weg. Schaffen wir das alleine? Ich hab einen festen Job, Abteilungsleiterin, gut bezahlt. Ich bin die Hauptverdienerin, kann ich denn sofort wieder weiterarbeiten? Will ich sofort wieder weiterarbeiten?
    Etc.
    Das Gedankenkarussel kreist und genauso erleichtert wie ich nach jedem Test bin, genauso enttäuscht bin ich. Ich dachte erst das wäre etwas positives, im Sinne von, wir sind uns auch zu zweit genug. Aber langsam macht es mir Sorgen.
    Ich mache mir nur Sorgen. Was, wenn die Geburt die Hölle wird? Oder die Schwangerschaft? Was, wenn es dem Kind nicht gut geht? Was, wenn es nicht klappt?

    Wie befreit man sich davon? Wer sagt mir, dass alles gut wird?

    Liebe Grüße
    Julia

  • Reply
    JesS von feierSun.de
    29. August 2017 at 17:56

    Oh Anna, an so vielen Punkten habe ich mich gefade ok diesen Zeilen gefunden. Ich war nie Fashion Bloggerin , aber die Ängste und hey, ich war auch mal weiß-blond. Rebellisch und irgendwie immer schon etwas anders.

    Aber auch ich hatte mich verlaufen auf der Suche nach der Mutter die ich sein sollte. Das nicht vorhandenen Vorbild und den verschrobenen Vorstellung (auch den eigenen) inklusive eines dicken Rucksack auf dem Rücken. Der Weg war nicht einfach. Ist der heute nicht. Denn ich wusste nur, wie ich NICHT werden wollte, nicht werden durfte und ließ mir nicht die Zeit rauszufinden, wer ich als Mutter seien würde. (Das Thema ist die Büchse der Pandora .

    Anna, danke für den Text ich gehe jetzt mit Gedanken in den Abend.
    JesS

  • Reply
    Andrea
    29. August 2017 at 18:12

    Dieser Moment vor dem Spiegel…ich bereue ihn nicht!!!
    Mach weiter so, irgendwem passt es ja doch nicht! Ich hoffe für dich, dass Du weiter so erfolgreich bist und nur Dir und deinen Liebsten Rechenschaft anlegst. Mehr hat es nicht zu interessieren.

  • Reply
    Charlotte
    29. August 2017 at 18:26

    Danke für diese ehrlichen Worte. Meine Tochter wird nächsten Monat drei. Langsam habe ich das Gefühl wieder ich zu zu sein. Nur etwas erwachsener, oder gelassener, oder, ach ich finde keine Worte dafür. Vor einem halben Jahr habe ich angefangen mich von diesem „Battle“ unter Müttern nicht mehr verrückt machen zu lassen und entscheide so, wie es für uns am besten ist. Nicht für andere. Und genau so ist es gut.

  • Reply
    Jana
    29. August 2017 at 18:56

    Dieser Beitrag beantwortet genauestens meine gestrige Frage unter einem Video, was denn der Grund war optische Veränderungen vorzunehmen … Danke!
    schön geschrieben! Du sprichst für alle egoistische Mütter 😋👍

  • Reply
    julia I mintlametta
    29. August 2017 at 20:51

    toll ist die farbe. toll siehst du aus. toll sind die offenen worte. so viel mehr sein als schein, das gefällt mir sehr. liebe grüße!

  • Reply
    Ellen
    29. August 2017 at 21:10

    Da muss ich jetzt mal sagen: So muss das sein. Da isse wieder. Nicht, das das andere schlecht oder nicht auch gar reizvoll, aber besser ist immer noch die tolle, rotzige, echte Anna. Ich mein, ich kenn Dich kaum, aber ich hab das Gefühl, das steht Dir gut, also, Du zu sein. :))

  • Reply
    Anika
    29. August 2017 at 21:44

    Toll!
    Meine Haarodyssee in den letzten Jahren erzählt so eine ähnliche Geschichte. Von stillzeitnaturbravstraßenköter zu allesabpixiecutblond zu pflegeleichterbraun zu ICHBINABERBLOND sehe ich heute wieder men Blondes Ich aus den Zwanzigern im Spiegel. Als du wieder blond wurdest, hab ich mich fast selbst dabei gesehen und dich gefeiert!
    Und deine Gefühle dazu und zu dem Mommy-Druck fassen es super zusammen.
    Schön, dass du so offen deine Gefühle teilen kannst! Merci.

  • Reply
    Katharina
    29. August 2017 at 21:56

    Liebe Anna,
    es ist gut zu hören, dass es auch anderen so geht. Ich habe mich von Anfang an von solchen Mammi-Clubs fern gehalten und war nicht mal beim Pekip, obwohl man ohne das angeblich nicht leben kann. Genauso ist es ist mit Stillen (hat nicht geklappt) oder der natürlichen Geburt (Notkaiserschnitt). Alle reden einem ein, was man gerade als „gute“ Mutter bringen muss. Ich pfeife drauf, wir haben so viele Jahre Zeit Sachen gut zu machen oder richtig zu vergeigen – und beides werden wir tun. So ist das Leben, keine Mutter ist perfekt. Aber ich glaube nicht, dass das entscheidend ist, um ein glückliches, zufriedenes Kind großzuziehen. Viel liebe und eine gute Portion Zeit sind wichtiger.
    Liebe Grüße
    Katharina

  • Reply
    Raffaela
    29. August 2017 at 23:31

    Kann mal bitte jemand „diesen Fotografen und das Model“ loben??? ;-) Mal abgesehen, dass der Text einfach nur wunderbar ist, unterstreichen diese tolle und ausdrucksstarke Bilder das Geschriebene perfekt! Wunderwunderschön <3

  • Reply
    Carolin
    30. August 2017 at 8:42

    Sehr, sehr schön geschrieben!
    Ich selbst hatte schon immer kurze Haare (und wurde als ich noch kleiner war immer für einen Jungen gehalten) bis dann eine Phase kam in der ich einfach mal ausprobieren wollte wie es denn so mit langen Haaren wäre.
    Hat gedauert, hat Nerven gekostet….und irgendwann bin ich wieder zum Frisör meines Vertrauens gegangen und habe gesagt: „Bitte, einfach ab damit!“ Sie war mega happy endlich mal wieder richtig schneiden zu können und die Reaktionen aus meinem Umfeld haben genau das bestätigt, was ich schon lange dachte. Auch die, die mich erst mit langen Haaren kennen gelernt hatten sagten alle das gleiche: „Also jetzt, mit kurzen Haaren, siehst du einfach aus wie DU – es passt einfach!“ Meine Haare werden wahrscheinlich nie wieder lang werden ;)

  • Reply
    Mrs Unicorn
    30. August 2017 at 14:29

    So ein schöner Beitrag. Ich überlege immer mal wieder ob kurz oder blond etwas für mich wäre. Bleibe am Ende aber immer bei meinen halblangen brauen Haaren.

    Liebe Grüße und noch eine tolle Woche.
    Celine

  • Reply
    Ellie
    30. August 2017 at 16:33

    Grossartiger Beitrag!<3

  • Reply
    Elena
    30. August 2017 at 19:13

    Sehr guter Beitrag, Anna!

  • Reply
    Melli
    31. August 2017 at 9:46

    Wundervoller Beitrag!
    Er spricht einem förmlich aus der Seele. Auch wenn ich noch keine Mama bin. Aber ich bekomme dieses „Mommy gehate“ im Freundeskreis mit und schrecke davor immer ziemlich zurück. Mir macht es auch Angst, wie wird es später mal sein? Was für blöde Sprüche etc.muss ich mir anhören, wie geht das Leben weiter mit Kind? Kriegen wir das mit unseren Jobs überhaupt geregelt, wir haben auch keinen in der Nähe der uns helfen könnte usw. Die Angst sitzt immer im Nacken und verfolgt einen. Aber wie sagte meine Freundin vor ein paar Tagen so schön… „Man muss sich seinen Ängsten stellen“

    Ich Folge dir, liebe Anna, schon einige Zeit und ich bewundere dich und Jakob von Anfang an, wie ihr alles meistert. Ich finde es toll, dass du so offen und ehrlich mit dem Thema umgehst. Und ja, auch als Aussenstehende hat man gemerkt, dass du dich mit der Zeit etwas verändert hattest (das tut ja jeder irgendwie). Aber ich finde das man grad in letzter Zeit merkt, dass du dich irgendwie wieder gefunden hast. Dich von einigen Lasten befreit hast und um dies noch mehr nach aussen zu zeigen, kamen die neuen Haare… Es ist unglaublich wie sich deine Ausstrahlung ins positive verändert hat. Die hellen Haare stehen dir tausend mal besser als die dunklen (meine Meinung!) … Lange Rede, kurzer Sinn….

    Bleib so wie du bist! So toll, hübsch und mutig! Lass dich nie wieder von anderen beeinflussen oder unter Druck setzen. Denn das einzige was zählt seit ihr drei… Emma, Jakob und Du! Egal was alle anderen drum herum meinen besser zu wissen oder anders zu machen… Ihr macht es richtig!

  • Reply
    berit
    3. September 2017 at 17:54

    Wieder einer dieser Artikel bei dem ich wie ein Wackeldackel davor saß und nur nicken konnte. Ich denke es geht heute vielen so. Viele ziehen weg von der Familie und mit der Distanz geht auch ein wenig Nähe und Verständnis für die Kinder verloren und damit eine Unterstützung, die man mental gut gebrauchen könnte. Also muss man sich alles selbst erarbeiten. Das ist mühsam aber am Ende die Reise wert.

    So. Töchterchen möchte jetzt auch noch was dazu sagen…
    zzhhhjjn hz nnnnnnm,,

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