BEAUTY

Handpoked / Stick and Poke Tattoo

anna frost tattoo finger 1 handpoked

Was eine verrückte Woche! Erst fand ich über Instagram meine neue Friseurin und Haarflüsterin und ein paar Tage später pingte erneut der Instagram Messenger auf und die Tätowiererin, die zauberhaft filigrane Handpoke & Stick and Poke Tattoos macht, hat spontan eine Absage für den nächsten Tag erhalten und dachte bei dem freien Slot direkt an mich. Ich stand gerade im Bad und zog mir den Eyeliner, als ich die Nachricht sah und quietschte direkt laut los, sodass Jakob dachte, mir wäre was passiert ;D

Ok, das sollte wohl Schicksal sein und so konnte ich dann vergangenen Samstag meinen lang gehegten Tattoowunsch umsetzen. Die Liste ist meiner Tattoowünsche ist tatsächlich ziemlich lang und so langsam finde ich auch für jedes Motiv den oder die richtigen Tätowierer/in. Und tatsächlich musste ich bisher für keines meiner Hautbilder lange warten, hatte sehr oft Glück und spontan einen Termin bekommen. Dazu muss man sagen, dass die Motive auch bisher eher klein waren. Größere Pläne werden mit Sicherheit ein wenig mehr Wartezeit bedeuten. Das letzte Tattoo ist von 2012, damals war es ein Walk In in einem New Yorker Studio gemeinsam mit Jakob. Seither war ich auf der Suche nach weiteren Motiven und den richtigen Tätowierern dafür. Instagram ist für die Suche nach den passenden Tätowierern perfekt, denn sie zeigen in ihren teilweise privaten Accounts ihre Arbeiten, nutzen Instagram als Portfolio und ich kann so perfekt schauen, wer welchen Stil beherrscht und wer zu meinem Wunschmotiv passt oder mit wem ich gerne an einem Motiv arbeiten möchte. Vor allem passt für mich die aktuelle Zeit – die Bilder unter meiner Haut stehen oft für etwas, was mich im Leben bewegt oder bewegt hat und ungerne hätte ich sie in schlechten und unglücklichen Tagen stechen lassen wollen. Ich habe zur Zeit viel neue Energie, konnte mich von einigen negativen Dingen befreien und vor allem meinen Fokus neu setzen. Es fühlt sich gut an und diese Zeit fühlt sich für mich genau richtig an, sich tätowieren zu lassen. Die Tattoos an den Fingern hingegen haben keine ganz spezielle Bedeutung, sie sind für mich eine Zierde, eine Erinnerung an etwas Positives. Und jedes Mal, wenn meine Finger über die Tasten sausen oder sie nur auf ihnen ruhen, weil ich nachdenke, sehe ich sie an und fühle mich positiv bestärkt. Vielleicht liegt es auch ein bisschen an der Art und Weise, wie die Muster unter die Haut kamen…

anna frost handpoked finger tattoos 5

Auf den Fingern sind Tattoos natürlich ziemlich krass, in your face und recht offensichtlich. Schwer zu verstecken, wenn man das denn bei seinen Tattoos voraussetzt. Ich arbeite aber weder im öffentlichen Dienst, noch bei der Bank oder als Model (obwohl das da auch schon fast wieder Wurst ist) und für meinen Job ist es eher Jacke wie Hose, was ich mir unter die Haut steche. Einem jungen Menschen, der noch nicht ganz genau weiss, was er denn mal beruflich für Ziele haben wird, würde ich jedoch ganz energisch von Fingertattoos abraten! Und das sage ich nicht, um mich zu rechtfertigen; nein, ich bin mir meiner Reichweite bewusst und möchte darauf aufmerksam machen, dass leider noch immer nicht jedes Tattoo für jeden Menschen in jeder Position geeignet sein kann und es Menschen gibt, die aufgrund von Tätowierungen oder anderen Äußerlichkeiten jemanden mit guten Skills vielleicht nicht einstellen.

anna frost tattoo finger 1 handpoked

Denise, aka Kokosmädchen, von Hamburg City Ink durfte mir ein wenig Minimalistik unter die Haut arbeiten und das mit der Handpoke (bzw. Stick and Poke) Technik. Extrem entspannend, hatte etwas meditatives – zwar mehr für Denise, die sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentriert hat, aber ich konnte auch tatsächlich ein wenig zur Ruhe kommen, während ich ihr zusah; und es tat (für mein Empfinden) weniger und vor allem anders weh, als ein Tattoo mit der Maschine. Sie setzte bedacht jeden Punkt vorsichtig unter die Haut, konnte so ganz akkurat arbeiten und nebenbei unterhielten wir uns über diesdasjenes und ich fühlte wohl. Ich vertraute ihr und ihrer Arbeit sofort und meine anfängliche Nervosität war schnell verflogen. Ein paar Eindrücke habt ihr bereits auf Instastories sehen können oder im aktuellen Vlog.

anna frost handpoked finger tattos 4

Nach meinem Gefühl sind die Tattoos mit der Handpoke / Stick and Poke Methode ein wenig schneller abgeheilt und haben weniger (eigentlich gar nicht) „gesuppt„, als meine Motive, die mit Maschine gestochen wurden. Was meine Motive an den Fingern angeht, kann ich jetzt noch nicht sagen, ob alles für mich so abgeschlossen ist. Zu 99% werde ich mich erneut unter die Nadel von Denise legen, um zu ergänzen und zu erweitern. Mit Tattoos ist man ja eh nie wirklich fertig :)

Tattoos an den Händen von Schmutz fern zu halten, ist dezent schwierig, daher trug ich die erste Zeit während des Abheilens sowohl beim Putzen, als auch beim Kochen Handschuhe. Wer einmal Zwiebel- oder Kartoffelsaft in eine offene Wunde bekommen hat, der weiss, wie arg sich das entzünden und vor allem schmerzen kann. Die medizinischen Wundpflaster, welche ich nach dem Stechen auf die einzelnen Stellen geklebt bekam, wirkten wie eine zweite Haut und schützten die Stellen zusätzlich mehrere Tage optimal vor Umwelteinflüssen.

Und ich? Ich bin happy <3

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18 Comments

  • Reply
    Jojo
    7. März 2017 at 11:23

    Ich finds wunderschön!😍😍😍 Und Haare übrigens auch. Bin ja auch immer noch auf der Suche🙄
    Lg jojo

  • Reply
    Mina
    7. März 2017 at 12:09

    Weil ich es so schade finde, wenn die meisten Kommentare nur auf Insta landen, auch hier noch mal: Ich finde es unglaublich schön. Mag ja eh alles in Richtung Boho Stil und diese filigranen, traditionellen Tattoosymbole sehen total edel aus! Viel mehr würde ich als Frau nicht an den Händen machen. Man will ja auch nicht aussehen wie ein Knasti, aber diese zarten Linien & Arrows sind echt super schön!

  • Reply
    Sophia
    7. März 2017 at 16:58

    Wow Anna, die Tattoos sehen fabelhaft aus!

    Ich habe meine Haut vor kurzem auch per handpoke Methode im Studio cocoschwarz (Lara Maju) in Hamburg verzieren lassen und kann es jedem nur ans Herz legen – die schonende Methode und das Studio. :)

    Ganz liebe Grüße,
    Sophia

    • Reply
      Anna Frost
      7. März 2017 at 18:48

      sie hab ich auch schon auf dem Schirm, weil sie wirklich ganz zauberhafte Kunst macht.

  • Reply
    Ninia
    7. März 2017 at 19:19

    Ich bin ja sonst die stille Mitleserin, aber hier muss ich kurz aufjuchzen: Wie wunderschön! Finde Fingertattoos auch schon länger richtig toll und diese sind wirklich außergewöhnlich und schön.

    • Reply
      Anna Frost
      7. März 2017 at 21:48

      <3

  • Reply
    Lena
    7. März 2017 at 21:02

    Wirklich richtig, richtig schön!

  • Reply
    Lea
    7. März 2017 at 22:04

    Hejhej,
    wunderschön! Ich bin aber auch nicht ganz unbefangen in meiner Meinung, da ich mir selbst letztes Jahr zum Abschluss meines Studium 5 Jahre Köln auf den Rücken „poken“ ließ mit einem etwas größeren Tattoo. Es ist tatsächlich wenig schmerzhaft und da die Arbeit lange dauerte und ich lag, war es für mich so ultimativ entspannend auf diese Weise das Tattoo zu bekommen. Deins bestätigt nur meine Annahme, dass ich einen absoluten Fable für diese Art der Tattoowier-Methode habe *_*
    Und übrigens finde ich es sehr vorbildlich, dass du den Hinweis hinsichtlich Alter und Zukunftsicht gibt’s – das muss man nämlich wirklich sehr bedenken!!

    Liebe Grüße! <3

    • Reply
      Anna Frost
      8. März 2017 at 6:52

      es hat doch ein bisschen was spirituelles… man verbringt so lange Zeit mit dem/der Künstler/in und sie/er arbeitet so lange an einem Kunstwerk, welches man für immer unter der Haut tragen wird.
      Danke für deine Worte <3 Ja, es ist wichtig zu wissen, dass man doch eine gewisse Reichweite hat und ich möchte, dass gerade bei Tattoos die Menschen ganz genau nachdenken und nichts bereuen (müssen).

  • Reply
    Julia
    8. März 2017 at 12:05

    Ich finde modetattoos sehr problematisch und gerade an den Fingern auch einfach nicht schön. Ich habe auch im Artikel vermisst, dass nicht auf die Schwierigkeiten bei Finger/Handtattoos eingegangen wurde. Ich finde auch die Menge etwas übertrieben

    • Reply
      Anna Frost
      8. März 2017 at 12:55

      puh… jemand anderes entscheidung als „mode“irgendwas zu bezeichnen, finde ich übertrieben und unfair. was dem einen gefällt, gefällt dem anderen nicht.my body – my rules. Versteh mich nicht falsch, mir gehts nicht darum hier nur komplimente zu sammeln. nur denke ich, wenn jemand nix anständiges zu sagen hat, soll er es lieber lassen. dass du dir das für dich nicht vorstellen kannst ist eine sache, ich habe es gemacht und das ist eine ganz andere sache.
      dass ich nicht auf dies oder das oder jenes in diesem artikel eingegangen bin, ist auch wieder das suchen des haares in einer suppe.

      • Reply
        Julia
        8. März 2017 at 20:02

        Fingertattoos sind ja gerade sehr angesagt und du sagst selbst, dass es keine besondere Bedeutung hat also isses ein Modetattoo. Und wenn man schon selbst von Reichweite redet, sollte man eben auch richtig aufklären.
        Und hm, natürlich willst du Komplimente sammeln und jede Kritik wird als Unsinn abgestempelt.

        • Reply
          Anna Frost
          9. März 2017 at 8:57

          lies doch bitte einfach, was ich schrieb: die zeichen haben keine bedeutung, das tattoo schon. danke.

  • Reply
    Ellen
    8. März 2017 at 12:16

    Richtig schön. Ich weiß nicht, ob ich es selber auch machen würde, finde es aber so echt klasse.
    Haben die einzelnen Piktos etwas genaues zu bedeuten? (Ich hoffe, die Frage ist nicht dumm und alle klatschen sich nun gegen die Stirn, weil man das doch wissen müsste ;-) )

    Liebe Grüße aus Berln

    • Reply
      Anna Frost
      8. März 2017 at 12:58

      nö… bedeuten nix wirklich. schrieb ich aber oben :)

      • Reply
        Ellen
        9. März 2017 at 9:36

        Oh, dann habe ich das wohl im Eifer überlesen :)

  • Reply
    Christine
    8. März 2017 at 14:40

    Musste etwas lachen aufgrund des Vorurteils Tattoos und öffentlicher Dienst. Arbeite selber im ÖD mit viel Publikumskontakt ( Bibliothek – jaaaa) und da sieht man so viele individuelle Personen (Tattoos an den unterschiedlichsten Stellen, gefärbte Haare, extreme Kleidung) auf einem Haufen…
    Vielleicht nicht direkt ans Rathaus denken ;-) aber selbst dort gibt’s viele Individualisten.

    • Reply
      Anna Frost
      8. März 2017 at 15:38

      tatsächlich dachte ich an einen meiner alten arbeitgeber, der aufgrund von äußerlichkeiten manch einen nicht eingestellt hat… dass der ÖD mittlerweile entspannter ist, mag vermutlich nicht in allen gegenden sein. dennoch ist meine warnung ernst gemeint ;)

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