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Klimatarier Challenge – Klimafreundlich geht so einfach!

 

 

Nachhaltigkeit, Klimaschutz… Das sind Themen, die man bis ins Extreme recherchieren, umsetzen und sich in den vielen Informationen verlieren kann.
Als ich anfing, mich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz intensiver zu beschäftigen, zu recherchieren, bin ich schnell vom Hundertsten ins Tausendste gekommen und schlug recht schnell die Hände über dem Kopf zusammen und war genauso zügig entmutigt: Vieles lässt sich teilweise einfach nicht so schnell und zu 100% umsetzen, wie man es gerne hätte. Vor allem nicht mit Kind, in der Stadt oder aus finanziellen Gründen. Ich spreche hier zum Beispiel von einer 360° veganen Lebenseinstellung, Zero Waste und Selbstversorgung.anna frost klimatarier challenge fafine
Klimaschutz – viele denken sofort daran, das Auto stehen zu lassen. Klimaschutz hat aber nicht nur mit den Abgasen unserer motorisierten Fortbewegungsmittel zu tun, sondern fängt bei den kleinen Dingen in unserem Leben an, die einen gewaltigen CO2 Fußabdruck hinterlassen.
Zum Beispiel, ob wir uns Gedanken darüber machen, wo unsere Kleidung herkommt und wie und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird, ist ein kleiner Anfang. Wusstet ihr, dass für die Herstellung einer Jeans gleich mit 8000 Liter Wasserverbrauch zu Buche schlägt? Besonders der Baumwollanbau und die Färbung sind sehr wasserintensiv. Aber nicht nur das, so eine Jeans legt in ihrem Leben ungefähr 60.000 Kilometer zurück: Die Baumwolle kommt aus USA, China, Pakistan, Indien oder Usbekistan. In Deutschland oder in der Türkei wird der Rohstoff gesponnen, in Taiwan gewoben. Der Stoff wird dann zur eigentlichen Jeansherstellung nach Tunesien oder China transportiert. Die fertige Jeanshose muss dann wieder zurück nach Deutschland, macht aber manchmal einen Umweg über Griechenland, wo die Hose gestonewashed wird.
Ähnliche Routen nehmen auch Knöpfe, Nieten, Schildchen, Reißverschlüsse und was sonst zur Jeans dazugehört. Der Weg der Jeans hört aber nicht auf, wenn sie bei dir im Kleiderschrank liegt – hast du sie aussortiert, auf dem Flohmarkt verkauft oder zur Kleiderspende gegeben, landet sie vielleicht in der Altkleidersammlung, wird zu einem Sortierzentrum nach Amsterdam gebracht, mit Lastwagen in Sekondhandläden transportiert und wird dort weitersortiert… Bei diesen vielen Transporten entsteht natürlich jede Menge klimaschädliches Kohlendioxid. Aber das ist nicht das einzige Umweltproblem: Baumwolle ist eine durstige Pflanze und braucht Unmengen an Wasser. Produktionsschritte wie Waschen und Färben benötigen ebenfalls viel Wasser. Faszinierend und erschreckend zugleich, oder?

Wofür wir ebenfalls viel Wasser benötigen und einen gewaltigen CO2 Fußabdruck hinterlassen, ist unser tägliches Kochen und unsere Mahlzeiten. Nicht nur, was den Wasserverbrauch angeht, sondern auch was die Herstellung der Zutaten unserer Gerichte angeht. Darüber schon einmal nachgedacht? Nein? Keine Sorge, damit seid ihr nicht allein, denn ich vorher auch nicht. (Es heißt jetzt nicht, dass wir in Deutschland Wasser einsparen sollen, nein. Dazu hier übrigens ein spannender Artikel, den ihr euch mal durchlesen und drüber nachdenken solltet.)

Wir essen sehr viel Fleisch, Butter, Milch und Co., was bedeutet, dass nicht nur viele Menschen auf der Erde leben, sondern auch sehr viele und vielleicht sogar zu viele Nutztiere. Die Dokumentation „Cowspiracy“ (hier mehr Infos) bringt nicht nur die Umweltfolgen der industriellen Viehzucht ans Licht, sondern berechnet auch, dass alle Menschen auf der Welt satt werden könnten, würde nicht ein Großteil der angebauten Nahrung als Tierfutter verwendet werden, sondern als Lebensmittel für Menschen. Mindblown.
Laut der Doku ist eine Ernährungsumstellung auf eine vegetarische Lebensweise die einzige Lösung…

 

Nun… Ich bin kein Freund von Extremen. Das wisst ihr. Ich bin ein Freund davon, ein gesundes Mittelmaß zu finden und für sich den perfekten Weg einzuschlagen, der für einen selbst umzusetzen ist, aber nicht mit extrem großen Schwierigkeiten und großem Verzicht verbunden ist. Zum Beispiel beim Thema Essen. Wer, wie ich, eh schon mit diversen Lebensmittelunverträglichkeiten zu kämpfen hat und aus gesundheitlichen Gründen auf viele Lebensmittel verzichten muss, möchte nicht noch mehr verzichten müssen.
So ist das zum Beispiel bei mir mit Fleisch. Ich esse gerne Fleisch. Dies aber bewusst. Bei uns kommt nicht täglich Fleisch auf den Tisch, aber vielleicht ein Mal die Woche und dann ist es vom Metzger unseres Vertrauens. Fleisch aus Betrieben, bei denen man weiß, wie gearbeitet und wie die Tiere gehalten werden. Das Fleisch beim Discounter für 99Cent das Kilo kann doch nicht deren Ernst sein? Und auch nicht derer, die es kaufen. Nicht nur, dass die Zustände unter aller Kanone sein müssen…
Wir müssen wir unsere Essgewohnheiten verändern, denn um den Bedarf an tierischen Produkten zu decken, müssten für die täglich neugeborenen 216.000 Menschen ebenfalls täglich 14.000 Hektar Ackerland hinzukommen. Nachhaltige Fleisch- und Milchproduktionen gibt es also nicht. Die Folge der stetig steigenden Nachfrage nach Fleisch, Milch und Butter wächst immer weiter und somit werden die CO2 Emissionen der Landwirtschaft weltweit um 80% steigen.

Wahnsinn…

Ist das die Welt, in der wir unsere Kinder und Kindeskinder großziehen wollen? Nach uns die Sinnflut?

anna frost fafine klimatarier challenge

Wer bedenkt, dass Butter eine unglaublich miese CO2-Bilanz hat, also bei der Herstellung von einem Kilo Butter mit 8,9 kg CO2 zu Buche schlägt, während bei Margarine „nur“ 1,3 kg CO2 anfallen, dem bleibt ganz schnell die Spucke weg. Tauscht ihr also tierische Butter gegen pflanzliche Margarine aus, spart ihr jährlich 47kg CO2, was in etwa einer Autofahrt von Kiel nach Berlin entspricht (Berechnung ifeu – Institut für Energie und Umweltforschung). #saywhaaaat?!

Wer Klimafreundlich und nachhaltig sein will, kann dies also schon am Esstisch tun und muss dafür nicht radikal von jetzt auf gleich zum Vegetarier oder Veganer werden, sein Auto verkaufen und nur noch zu Fuß in den Urlaub marschieren. Die Radikalisierung von Dingen ist in meinen Augen nicht der richtige Weg. Und da ist für mich der gesunde Mittelweg wichtig, sinnvoll und notwendig, der für jeden einfach umzusetzen ist. Lasst uns klein anfangen und damit doch so viel bewirken! Mehr pflanzliche und weniger tierische Nahrungsmittel zu sich nehmen – Das sollte doch wohl für jeden funktionieren. Wer das schon längst tut – TOLL!! Ihr könnt stolz auf euch sein und solltet euch aber nicht zurücklehnen, die Arme verschränken und warten, dass die anderen aufholen. Geht mit stolzen Schritten voran und seid Vorbild! Seid Vorbild und nachsichtig mit denen, die gerade erst anfangen wollen, klimafreundlich zu werden.
Bewusster Genuss und das Auseinandersetzen mit den Lebensmitteln, die uns täglich umgeben, ist ein schöner Anfang für sich und seine Umwelt zu sorgen. Denn eine pflanzenbasierte Ernährung wirkt sich nicht nur auf die Ökobilanz aus, sondern auch positiv auf unsere Gesundheit. Und nein, da wird man nicht zum Egoisten, wenn man die eigene Gesundheit in den Vordergrund stellt, wenn man Klimatarier werden möchte.

anna frost fafine klimatarier challenge
Klimatarier ist, wer klimafreundlich isst. Ein Klimatarier wählt seine Lebensmittel so aus, dass diese möglichst wenig Ressourcen verbrauchen und wenig CO2-Emissionen verursachen, wodurch sein CO2-Foodabdruck schrumpft und der Umwelt was Gutes getan wird. Easy, oder?
Dank meiner Laktoseintolleranz bin ich unbewusst schon zum Teil Klimatarier geworden, denn Produkte mit Kuhmilch, also auch Butter, Joghurt und Quark, sind in unserem Haushalt schon lange durch pflanzliche Produkte ersetzt: Soya-, Reis-, Hafer und Mandelmilch sind wahnsinnig lecker schmeckende Alternativen zur Kuhmilch. Klimatarier zu werden und seinen CO2-Foodabdruck zu verkleinern, hat also nicht zwingend mit Verzicht zu tun, sondern eher mit einer geschmacklichen Horizonterweiterung!

Wie hoch der CO2 Verbrauch eurer Lebensmittel ist, könnt ihr super easy mit dem CO2 Rechner checken.

Meine Challenge, gemeinsam mit  Style-Mom, Susan SideropoulosCooking Catrin, Our Clean Journey und Janinchen von W. mache ich bei der 10-tägigen Klimatarier Challenge mit und achte auf meinen CO2 Foodabdruck. 10 Tage lang akribisch darauf achten, was auf den Teller kommt, wie es zubereitet wird und zusehen, dass es möglichst klimafreundlich ist.

10 Tage sind nicht viel, aber ein Anfang und genau der richtige Zeitraum, um sich selbst auf die Probe zu stellen. Wer mitmachen will, ist jederzeit herzlich dazu eingeladen! Hier bekommt ihr viele Infos und Antworten auf eure Fragen. Besonders spannend wird es nach Ablauf der 10 Tage: Was war einfach umzusetzen? Was war schwierig? Was war eine große Herausforderung und was wird auch nach der Challenge noch weiter umgesetzt? Einige Dinge tue ich eh schon, aber euch hiermit herauszufordern und selbst noch einmal genau auf die eigenen Finger zu schauen, ist eine Ansage!
In meinen daily Vlogs auf YouTube wird das Thema Klimatarier auch auftauchen, es lohnt sich also, mal reinzuschalten.

Meine to dos für die ab heute startende Challenge, an die ihr euch ebenfalls halten könnt:

  • Es wird Bio, Regional und Saisonal eingekauft. Aber Vorsicht: Auch Bio Bananen müssen weit transportiert werden. Daher ist es wichtig, die drei Attribute zu kombinieren und besonders auf Saisonale Lebensmittel zu achten. Aber wer will denn schon im Herbst Wassermelone essen, wenn er saftige Äpfel, Birnen und Trauben haben kann?
  • Essen ist kein Abfall, sondern Luxus! Kauft nicht übermäßig ein, sondern plant eure Mahlzeiten die nächsten Tage durch, bzw. macht einen Wocheneinkauf. So umgeht ihr unnötige Einkäufe, riskiert nicht das Verderben von Lebensmitteln und Wegwerfen von Lebensmitteln und eurem Geld! Wer seine Malzeiten plant, spart Geld und auch Zeit, denn auf Vorrat gekochte und vielleicht im Kühlschrank aufbewahrte oder eingefrorene portionierte Mahlzeiten lassen sich später noch genießen.
  • Selber Kochen! Wer selber kocht, weiss auch, was drin ist. Ich bestelle super gerne Essen mit dem Lieferdienst, aber was da immer an versteckten Zutaten drin ist, weiß ich auch nicht. Außerdem kann man nicht immer garantieren, dass der Lieferbote mit dem Fahrrad kommt… Der anfallende Müll ist auch nicht von schlechten Eltern… Also selber kochen – das macht eh mordsmäßig Spaß und ist, wenn ich ehrlich bin, meine Zeit, in der ich entspanne!
  • Mach dich schlau und erkunde die regionalen Angebote! Die Challenge kann auch mehr als Lehrreich sein. Hast du schon einmal Pastinake verarbeitet? Lila Möhren? Portulak? Weisst du, was ein Gravensteiner oder Blauer Schwede ist? Nein? Finde es heraus und erweitere deinen geschmacklichen Horizont!
  • Tausche Butter gegen Margarine! Die wohl einfachste Aufgabe, die tierische Butter, die enorme CO2-Emissionen verursacht, gegen die klimafreundliche, pflanzliche Margarine auszutauschen.
  • Inspiziere deinen Kühlschrank mithilfe des CO2 Rechners und tausche die klimaschädlichsten Lebensmittel durch klimafreundlichere Alternativen aus.
  • Erzeuge pro Tag nicht mehr als 8kg CO2 mit deinen Mahlzeiten. Mithilfe des CO2-Rechners wird schnell klar, was die größten CO2-Emissionsverursacher sind.

 

Lets go! 

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7 Comments

  • Reply
    Christina
    12. Oktober 2016 at 20:58

    Toll!
    Seit der Geburt meiner Tochter habe ich mich auch mit dem Thema beschäftigt und auseinander gesetzt
    Sich bewusster mit dem was man tut und konsumiert auseinander setzen und für sich was ändern, das bringt schon viel
    Daumen hoch, dass du das Thema ansprichst! Lg

  • Reply
    Lou
    12. Oktober 2016 at 21:48

    Toller Beitrag! Ich esse seit 1,5 Jahren bewusst kein Fleisch mehr. Zuerst habe ich noch Fisch gegessen, aber auch das habe ich inzwischen sein gelassen, weil ich es nicht mehr mit mir vereinbaren konnte. Ich möchte andere nicht belehren (und tue es auch nicht :D), es muss auch nicht jedermann auf Fleisch verzichten, aber so wie du es geschrieben hast – man sollte es bewusst zu sich nehmen und wissen wo es her kommt. Finde deinen Post wirklich gut!

  • Reply
    Lisa
    12. Oktober 2016 at 21:48

    Sehr inspirierend!! Ich werde mich definitiv mit diesem Thema mehr auseinandersetzen, denn CO2 habe ich in diesem Zusammenhang noch nicht bedacht?

    Vielen Dank für den tollen Gedankenanstoß❤️

  • Reply
    FashionqueensDiary
    13. Oktober 2016 at 8:25

    Toller Beitrag! Ich finde es immer klasse, wenn jemand mit solchen wirklich nachvollziehbaren Tatsachen auf so ein Thema aufmerksam macht! Seit einigen Jahren habe auch ich den Fleischkonsum drastisch reduziert, kaufe überwiegend Bio ein usw. Ich denke auch, dass wir mehr an später denken sollten, schließlich will doch keiner die Kinder von heute in einer Welt aufwachsen lassen, die von Müllbergen dominiert wird und wo das Klima noch mehr verrückt spielt wie heute…

  • Reply
    kirsten
    13. Oktober 2016 at 11:02

    Dabei ist allerdings zu beachten, dass fast alle Margarinen nicht komplett pflanzlich sind. Alsan ist eine der wenigen Margarinen, in der keine Molke enthalten ist.

    Des Weiteren will ich noch anmerken, dass es noch andere Posten im Leben gibt, die man auch ganz einfach einschränken kann. Hast du ja erwähnt, man muss aber zum Beispiel nicht ständig in den Urlaub fahren/fliegen (Schweden, Rhodos, …) und kann das Auto öfter stehen lassen bzw. in der Großstadt gar nicht erst ein Auto besitzen. Das ist natürlich eine Umstellung und man muss aus der eingefahrenen Bequemlichkeit raus, aber machbar ist es auf jeden Fall. Du als Bloggerin könntest das doch eigentlich vorleben.

  • Reply
    Franzi
    14. Oktober 2016 at 13:17

    Liebe Anna!

    Ein guter Ansatz, dem ich nur zustimmen kann, wer regional und saisonal einkauft, öfter mal zu fuß geht oder Fahrrad fährt, etc. kann schon mal viel in seiner persönlichen Klimabilanz bewirken.
    Nur die Rechnung Bio=Klimafreundlicher geht nicht ganz auf.
    Biorinder scheiden genauso viel Methan aus wie konventionell gehaltene Rinder, von dem her verändert sich in der Klimabilanz meistens nichts.
    Im Biologischen Ackerbau werden keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt, nur muss auch ein Biolandwirt etwas gegen den Krankheitsdruck und Verunkrautung auf seinen Äckern vorgehen, schließlich will er ja auch etwas ernten und verkaufen. Um das zu erreichen muss er viel mehr in Bodenbearbeitung investieren, durch regelmäßiges Pflügen, Grubbern, Hacken und Mulchen versucht er Konkurrenzpflanzen in Schach zu halten und Schädlingen keinen Nährboden geben. Dabei stößt er mit seinen Traktoren CO2 aus und das bis zu 3 mal so viel als ein konventionell wirtschaftender Landwirt. Warum das so ist? Ein konventioneller Landwirt besitzt die Möglichkeit mit Pflanzenschutzmitteln gegen Krankheitsdruck vorzugehen. Die moderne Technik ermöglicht es den Landwirten punktgenau Pflanzenschutz auszubringen, pro Hektar sind das nur 100g (zum Vergleich in den 50-iger Jahren waren es noch 5kg pro Hektar). Somit muss er seinen Acker nur einmal befahren und produziert deshalb weniger CO2. Beim Vergleich Bio vs. konventioll tritt zudem noch ein ganz anderer Aspekt auf, nämlich die soziale Betrachtung.
    Bio Lebensmittel werden von der EU um ein vielfaches mehr bezuschusst als konventionell erzeugte Produkte. Das ist so, weil Bio vom Hektar viel weniger Ertrag erntet als ein konventioneller Acker. Ohne die Subventionen könnten viele vollerwebs Betriebe nicht überleben. Zum Vergleich: Bei Bio Betrieben machen die Subventionen 95% des Betriebseinkommens aus, bei einem Konventionellen Betrieb nur 50%. Nicht zuletzt deshalb sind auch Bio lebensmittel logischerweise teurer und werden nur von besser bis gutverdienenden Menschen gekauft. Fördert man nun weiter den Bio Anbau verschiebt sich das Angebot dahingehend, dass mehr Bio auf dem Markt angeboten wird, gleichzeitig verringert sich das Angebot für die ärmeren Bevölkerungsschichten, ist das sozial noch gerecht? Können wir das in unserer heutigen Welt verantworten?
    Nichtsdestotrotz haben beide Bewirtschaftungsformen ihre Berechtigung. Vor allem reine Grünlandbetriebe mit Rindern und Weidehaltung können von Bio profitieren.
    Wobei wir schon bei dem nächsten Punkt wären: Wertvolle Ackerfläche wird für die Erzeugung von Futtermitteln genutzt anstatt für die Produtkion von Pflanzlichen Lebensmitteln. Nun: dies wird gerne von den NGOs behauptet, was dabei vergessen wird ist dass ein großer Anteil der verfügbaren Landwirtschaftlichen Nutzfläche dauerhaftes Grünland ist, das bedeutet der Boden eignet sich nicht als Ackerland und wird deshalb als Wiese genutzt. Diese Wiesen sind die Hauptnahrungsquelle der Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen), denn leider ist der Mensch organisch nicht dazu ausgelegt Gras zu verwerten. Dieses Dauergrünland dient natürlich als Futterquelle, würde man es nicht als Grünland nutzen würde es Verbuschen und Verwalden und von unserer schönen Kulturlandschaft wäre bald nichts mehr übrig. Futtergetreide und Mais, das zur Fütterung der Tiere angebaut wird macht abzüglich der Grünlandflächen gar nicht mehr so viel Fläche aus. (Übrigens auch die Vermaisung der Landschaft ist derzeit nicht zu befürchten. Nur auf 20-30% der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland wird mir Mais bebaut.
    Noch ein kleiner Aspekt zum Schluss, würden wir die ganze Welt mit bio erzeugten Lebensmitteln ernähren, bräuchten wir 10 Millionen km² (Größe der USA) mehr landwirtschaftliche Nutzfläche um die Weltbevölkerung ernähren zu können, das würde zwangsläufig bedeuten, dass hierfür Wald abgeholzt werden müsste.

    Grundsätzlich liegt man nie verkehrt wenn man regional und saisonal einkauft, und seinen Fleischkonsum ein wenig herunter schraubt. Hierbei erlaube ich mir auch in Frage zu stellen ob sogenannte Pflanzliche Milch klimafreundlicher ist als Kuh- Schaf- oder Ziegenmilch. Schließlich wächst wenig Soja in Deutschland (das auch nur als Futter verwendet wird) und die Mandelernte ist sowieso dieses Jahre recht bescheiden ausgefallen. Um Pflanzliche Milch herzustellen wird ebenfalls ein enormer industrieller Aufwand betrieben, ob das dann Klimafreundlicher als die Kuh auf Weide ist kann ich zwar nicht beurteilen, ist für mich aber schwer vorstellbar.

    Wie du schon erwähnt hast, alles kann man nicht richtig machen. Es ist aber enorm wichtig, sich wieder mit den jährlichen Abläufen und der regionalen Landwirtschaft zu beschäftigen. Das Wissen hat sich leider schon sehr verloren, da man sich ja nicht mehr selbst versorgen muss. Die Landwirtschaft ist ein äußerst komplexes Themenfeld in der es kein schwarz und weiß gibt, jeder Landwirt entscheidet sich für eine Anbauform und einen Wirtschaftszweig die zu sich, seiner Region, seiner Betriebsstruktur und seinen Bodengegebenheiten passt, sodass sich nicht darüber urteilen lässt welche Anbauform nun die bessere ist.

    Gruß, Franzi

  • Reply
    Wir Blogger tragen Verantwortung – Pinkpetzie
    23. Oktober 2016 at 17:00

    […] Ausnahme ist. Aber wenn man auch ganz aktuell sieht, wie positiv auch die Leser von Fafine auf die Klimaterier Challenge von Anna Frost reagieren, dann frage ich mich, warum machen wir Blogger das nicht viel […]

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