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Travel Diary : Schweden

Die letzten Urlaube waren alle eher last minute gebucht. Last minute, obwohl es dieses berühmte last minute ja eigentlich so in der Form gar nicht mehr gibt, aber es für uns teilweise aufgrund der Jobs nicht möglich war, soooo weit im Vorraus zu buchen. 5 Monate vorher einen Urlaub buchen? Für viele schon fast knapp, aber als Selbstständiger ist es schwierig, denn es hat mich und mein Management wirklich viel Energie gekostet, diese 14 Tage freihalten zu können, in denen ich mit Kind und Kegel im extra großen Audi Q7 nach Schweden in unser kleines rotes Häuschen in Wald fahren wollte. Und dann passierte es doch: Ein Angebot, welches ich einfach nicht ablehnen konnte, trudelte ein und verschob den Urlaubsstart um knapp 2 Tage. Machte aber absolut nix, denn das Wetter war genau in den zwei Tagen absolut unterirdisch in Schweden.

10 Stunden sollte unsere Fahrt dauern, von Hamburg nach Puttgarden, von dort eine 3/4 Stunde mit der Fähre nach Dänemark und von dort hoch nach Stigtomta/ Nyköping. Der Plan: 6:00 losfahren mit einem schlafenden Kind im Schlafanzug und nach hinten gekippten Kindersitz, gegen 8:00 an der Fähre ankommen und Frühstücken, das Tochterkind so viel laufen und sich bewegen lassen, wie nur geht und dann etwa zwei oder maximal drei weitere Pausen für Kind, Hunde und uns. Eigenlob stinkt vielleicht, aber der Plan funktionierte. Bis auf den Fakt, dass Emma zu neugierig war und die knapp zwei Stunden bis zur Fähre eher döste, als schlief und den Himmel durch das verglaste Dachfenster beobachtete. Die Fahrt verlief entspannter, als urpsrgl. gedacht, was aber auch daran lag, dass die Pausen strategisch gut eingeplant waren, das Auto komplett bepackt war bei der Abfahrt und wir so ohne Stress und Zeitdruck fahren konnten. Zwischendurch wurde Emma mit Gesangseinlagen von uns entertained, schlief, bekam Bewegung und während der 10 Stunden warteten ein neues Buch und zwei neue Freunde von Maileg (eine kleine Maus und ein Hase) in meiner Tasche darauf, sie zu überraschen und zu bespaßen. Lange Autofahrten sind für kleine Kids nicht unbedingt spannend, also muss man sie irgendwie spannend gestalten. Es klappte prima!

 

Angekommen im Häuschen im Wald richteten wir uns erst einmal ein, erkundeten die Umgebung und ließen die Sommerklamotten im Koffer, denn der Schwedische Sommer hatte leider nur um die 16°C für uns parat. Schade Schokolade, aber das war alles andere als tragisch, denn irgendwie passte ein Strickpullover und dicke Boots doch ein bisschen besser in die Location. Mit Sandalen und Sommerkleidchen durch den Wald wandern und am See angeln? Irgendwie ein schönes, aber unpassendes Bild. 

Die Tage im roten Häuschen im Wald am See waren traumhaft! Und ehrlich gesagt genau das, was ich mir vorgestellt hatte, was ich wollte und haben auch genau zu dem geführt, was ich mit diesem Urlaub bezwecken wollte: Wir konnten richtig runterfahren. Abends haben wir den Kamin im Haupthaus angemacht, sind nachts mit Taschenlampe über die Wiese zum Schlafhaus geschlichen und haben dabei die Rehe beobachtet, wie sie auf dem Erdbeerfeld nebenan die Erdbeeren genascht haben und definitiv das eine oder andere Mal ein Wildschwein gehört. Wir sind zusammengerückt, haben den Sonnenaufgang beobachtet, im Regen getanzt, versucht zu angeln und haben gemeinsam mit Emma die Natur um uns herum neu kennengelernt. Es war traumhaft! Und fast ein bisschen so, als wären wir ganz alleine gewesen.

Ausflüge nach Stockholm für Kiloweise Süßigkeiten, Shoppingkram und ein wenig Kunst und Kultur standen auch auf dem Programm. Die restliche Zeit haben wir einfach damit verbracht die Umgebung zu erkunden, den Väg 223 entlangzufahren und bei den vielen kreativen Künstlern und Handwerkern reinzuschauen. Ein echt aufregender Tag, denn die „Geschäfte“ der Künstler und Handwerker befinden sich oft bei den Leuten selbst im Keller, im Schuppen auf dem Grundstück oder mitten im Haus. Für jemanden, der nicht aus Schweden kommt (oder eher mit der regel aufgewachsen ist, nicht einfach bei anderen Leuten aufs Grundstück zu laufen) ist das eine eher anfangs befremdliche Situation, einfach bei Fremden an der Tür zu klopfen, das Grundstück zu betreten und durch das Haus zum Atelier geführt zu werden. Quasi Etsy und Dawanda in Echt! Aber schnell gewöhnt man sich an diese Herzlichkeit und Offenheit. Natürlich habe ich ein paar Dinge gekauft und wer sich noch an die Cashless Challenge mit Visa erinnert, dem war klar, dass wir prima ohne Bargeld auskamen. Bei einem Kauf konnte ich easy schnell mit Paypal zahlen. Hach, Internet <3

Es war eine wahnsinnig schöne Zeit, die uns, aber vor allem mir wieder gezeigt hat, wie wichtig es doch manchmal ist, einfach zu entschleunigen, mal auf Pause zu drücken, die Seele baumeln zu lassen und vor allem aber auch zwischen viel Arbeit, Stress und der Leidenschaft für den Job die Zeit mit der Familie wertzuschätzen. Styling, Makeup und schöne Klamotten spielten keine Rolle, nur das Zusammensein, Genießen und Entspannen war wichtig. Aktuell lernt Emma so schnell, erweitert täglich ihren Wortschatz und kann von Moment zu Moment mehr – die Angst etwas zu verpassen ist da groß. Umso wertvoller ist die gemeinsame Zeit, jeder Moment und jede Situation, die wir als Familie gemeinsam erleben können.
Schweden, du hast mir ein Stück von mir selbst wiedergegeben, mich runtergefahren und entspannt, meine Akkus aufgeladen, meine Kreativität erneut angekurbelt und mir eine wundervolle Zeit mit meinen Liebsten geschenkt und im Gegenzug ein Stück meines Herzens verlangt. Denn Orte, die ein Stück deines Herzens haben, sind wundervolle Orte und werden wieder besucht.

Bock auf eine geballte Ladung Bilder aus unserem Schwedenurlaub?
Klickt euch durch die Galerie <3

 

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13 Comments

  • Reply
    Silke
    23. August 2016 at 13:27

    Tolle Bilder. Machen richtig Lust auf Urlaub in Schweden. Schön, dass ihr die Zeit so genießen konntet.

  • Reply
    Meritt
    23. August 2016 at 13:28

    Mega schöne Bilder und richtig tolle Eindrücke. Das klingt auch wirklich nach ner runterfahrenden Auszeit in der man einfach nur mal die Seele baumeln lassen kann. Die Dronen-Postkarte find ich übrigens super, ist schon ein cooles Spielzeug (wenn man denn den Elan hat, all die kleinen Videos zu einem kleinen Film zusammen zu schneiden). In meinem Fall werden Videos leider ganz selten nach dem Urlaub nochmal angesehen ^^

  • Reply
    Linn
    23. August 2016 at 13:55

    Wunderschöne Bilder, die etwas ganz friedliches und beruhigendes ausstrahlen! Man merkt, dass ihr wirklich einen ganz kostbaren, schönen Urlaub mit der Familie hattet!

  • Reply
    Julia
    23. August 2016 at 14:24

    Ach Anna, eure Emma ist schon jetzt ein bildhübsches Mädchen ? und alles, was du über Schweden geschrieben hast, kann ich genauso unterschreiben. Wir hatten gerade einen ganz ähnlichen Urlaub dort um die Ecke, auch mit unserer kleinen Tochter. Auch wir haben die Natur und Ruhe sehr genossen und kamen mit vielen neuen Ideen wieder Heim. (Gerade wird das Wohnzimmer renoviert ?) Also kurz gesagt: Toller Text, wunderschöne Fotos und eine bezaubernde Emma! ❤️

  • Reply
    Ana
    23. August 2016 at 17:00

    Wunderschöne Bilder und ein schöner Beitrag!! Da bekommt man direkt Lust ins Auto zu steigen und ab nach Schweden zu düsen :)

  • Reply
    AnnaTeresa
    23. August 2016 at 18:52

    Was für tolle Bilder. Einfach traumhaft!
    Schweden ist ja auch ein absolutes „Will-ich-hinreisen“-Land.

    Liebe Grüße
    AnnaTeresa

  • Reply
    D.
    23. August 2016 at 21:55

    Oh mein Gott, Emma kann doch gar nicht schon zwei Jahre alt werden! D:
    Und Himmel, Emma ist wirklich das schönste, am zauberhaft aussehendste, photogenste Zuckerkind auf diesem Planeten! <3

  • Reply
    Josie
    23. August 2016 at 22:05

    Ach was sind das für grandiose Bilder!
    Da bekommt man wirklich instant Lust auf einen Urlaub im Schwedenland. Mitten im Wald, am See, bei den Rehen.
    Einfach Traumhaft.
    Jetzt könnt ihr völlig entspannt und gut erholt wieder in den Alltag zurück &durchstarten.

    Liebste Grüße,
    Josie von http://www.josieslittlewonderland.de

  • Reply
    Theresa
    24. August 2016 at 20:33

    Was für wahnsinnig tolle Einblicke!
    Jetzt gucke ich schon selbst nach Häuschen…
    Danke für die wunderbare Inspiration <3

  • Reply
    Heide
    25. August 2016 at 11:31

    oh wie schöön! :) War jedes Jahr in Schweden in meiner Kindheit, auch immer mit dem Auto hoch, aber ich mochte die langen Fahrten, die meist in der Nacht begonnen und dann wachte man langsam im Auto auf, hatte alle Bücher/Hörbücher/Spiele parat und wurde von Mama von vorn mit leckerem Essen versorgt ;)
    Und Schweden ist wunderbar. Astrid Lindgren in real live. Eure Erzählungen klingen so traumhaft (auch wenn ich den Part mit dem Schlaf-haus und „beinahe alswären wir alleine“ nicht verstanden habe: wart ihr doch, oder?)

    Ich habe bei Instagram deine Botschaft an/über Emma unter ihrem Bild gelesen. (schön!) Könntest du dir vorstellen, sowas wie eine ‚Bilanz‘ mal zu ziehen… was mit Kind jetzt alles anders ist, was nicht mehr geht, was du dir nie hättest vorstellen können… wo die Planung nicht aufgegangen ist oder wo alles viel leichter geworden ist, als gedacht.
    Das würde mich mega interessieren :) Auch wenn du schon mehrere Beiträge geschrieben hast, die Aspekte davon ansprechen.

    Liebe Grüße! Ich liebe deinen Blog :)

  • Reply
    Sabine
    26. August 2016 at 16:49

    Dieser süße kleine Mensch! <3
    Ihr beide seid ganz schön talentierte Fotografen :)

  • Reply
    Wochenrückblick 33/2016
    28. August 2016 at 19:40

    […] Anna war mit ihrer kleinen Familie in Schweden […]

  • Reply
    Cori
    6. September 2016 at 14:22

    Woooow… absolutes Fernweh bei diesen tollen Bildern! :)

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