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plant based – unsere vegane/ vegetarische Ernährungsumstellung zum Wohle der Tiere und der Gesundheit

Der Wikipedia Eintrag zu „Plant based“ macht klar, dass der Begriff arg schwammig ist und eigentlich nicht eindeutig die Ernährungsform beschreibt, die man sich eventuell unter diesem Begriff vorstellt.

plantbased diet is a diet consisting mostly or entirely of foods derived from plants, including vegetables, grains, nuts, seeds, legumes and fruits, and with few or no animal products. A plant based-diet is not necessarily vegetarian.

https://en.wikipedia.org/wiki/Plant-based_diet

Schade, sind wir Menschen doch eigentlich so super darin alles in Kagtegorien und Schubladen einzusortieren. Gut, wenn ich ehrlich bin: An mancher Stelle ist das schon recht hilfreich.
Auch ich hatte mir ein wenig was anderes unter dem Begriff vorgestellt und eher an eine vegane Ernährungsweise gedacht, die hin und wieder auch mal auf tierische Produkte – kein Fleisch – zurückgreift. Also eben „plant based“ – auf Pflanzen basierend.
Vielleicht hatte ich mir aber auch nur einen Begriff erhofft, der unser aktuelles Ernährungsmodell (Stand Februar 2020) beschreibt.
Ich bin am 1.1.2020 offiziell auf … ja was denn nun? Pflanzliche Ernährung mit anfänglichem Aufbrauchen nicht-Tierprodktfreier Produkte im Haushalt, weil ist nachhaltiger, als wegwerfen, umgestiegen. „Nicht-Tierproduktfrei“ bedeutet in diesem Falle Milchprodukte, wie Schmand, Käse und ähnliches. Fleisch ist bei uns komplett gecancelt. Sowohl als Stück Fleisch, als auch verarbeitet in Form von Wurst und dergleichen. Milch wurde bei uns im Haushalt schon vor Jahren ersetzt. Damals aus dem Grund meiner Laktoseintoleranz und dann auch aus Überzeugung. Ersatzprodukte aus Soya, Hafer und Reis. Die Kids lieben den Soyajoghurt und in meinen Kaffee kommt schon seit einer Ewigkeit Hafermilch.
Jedoch, und das muss ich erwähnen: Die Kids sind von unserer Entscheidung ausgenommen. Natürlich kriegen sie nun mehr als vorher vegetarische / vegane Gerichte zuhause, jedoch werde ich ihnen den Konsum von Wurst, Aufstrich, etc nicht verbieten. Zumal bei uns (wer schon länger mitliest oder auch Instastories schaut, der weiß das längst) eine kleine, sehr picky Esserin am Start ist, die wenig bis nichts Neues probiert (bitte keine Tipps senden. Zu 99,9% kenne ich die schon und habe sie bereits ausprobiert!) und würde ich ihr ihre aktuelle Speisekarte um mehr als 50% kürzen – weil Fleisch und Tierproddukte – hätte nicht nur sie ein Problem. Unser Kühlschrank enthält also nun eine Box mit Dingen, die nur die Kids essen. Absoluter Vorteil an dieser Box: Alles ist so viel Übersichtlicher!
Bei Kids ist eine vegane Ernährung ein wenig schwieriger – da sollte der Kinderdoc ein Auge drauf haben und regelmäßig Blutwerte checken. Macht euch da bitte selbst schlau!! Bei uns kriegen die Kids auch Tierprodukte im Kindergarten.

Nicht alles fällt leicht. Manche Dinge, die ich wirklich sehr gerne mag gibt es als Ersatzprodukt… aber die schmecken mir nicht wirklich alle.
Einige habe ich schon ausprobiert und bei sehr vielen war ich extrem enttäuscht. Optik und Haptik erinnern an ein Fleischprodukt und suggerieren mir „Hello Sweetie! Ich schmecke wie das, was du kennst!! Gaaaaaanz bestimmt!„, der Geschmack jedoch ist alles andere das, was ich erwartet habe. Die Konsistenz meistens auch. Meine Vermutung: Veganerinnen und Veganer, die mir diese Produkte empfohlen haben, leben schon so lange vegan, dass sie sich an den „ursprünglichen“ Geschmack nicht mehr erinnern. Was auch vollkommen ok ist. Ein paar Dinge gibt es noch auszuprobieren, aber ich vermute, ich bin einfach nicht der Typ für die meisten Ersatzprodukte. Oder „noch nicht“. Ich erinnere mich noch zu genau an den Geschmack von Fleischprodukten. Statt dessen denke ich doch lieber komplett um. Und experimentiere!! Das ist genau mein Ding und darin sehe ich den zusätzlichen Spaß: Das Kochen, Zubereiten und Experimentieren mit Lebensmitteln.
Und es gibt eine unglaubliche Produktauswahl an veganen und vegetarischen Produkten – manchmal muss man genauer hinsehen, anderes ist ganz explizit ausgezeichnet. Eigentlich ist es gar nicht so schwer.

Allerdings stellte sich auch ein kleines Problem in den letzten Wochen heraus, was natürlich next level ist, aber für mich so manchen Abend zu leicht schlechter Laune führte: Ich stand vor dem gut gefüllten Kühlschrank und stellte fest, dass ich mir meine Snacks für den Fernsehabend oder den schnellen Hunger zwischendurch erst zubereiten muss. Oder ich merke, dass ich zwar Hunger, aber auf nix Appetit habe.
Alles eine Einstellungssache. Früher öffnete ich den Kühlschrank und irgendwas snackable fand sich – ein Stück Käse, ein Wienerle, etc. Nun muss ich erst einmal irgendwas zubereiten. Natürlich gibt es auch fertige vegane Snacks, aber da habe ich bisher noch nicht so wirklich „meine“ Lösung gefunden, die mich voll und ganz bedient und die Snack-Gelüste befriedigt. Aber ich stehe auch erst am Anfang. Und ich probiere mich durch!

Schubladen und Kategorien. Eine vegane Lebensweise hört nicht bei der Ernährung auf, sondern erstreckt sich in den meisten Fällen auch auf den Lifestyle: Handtaschen, Schuhe, Bettwaren, Kleidung, Kosmetik… keinerlei Tierprodukte. Daunen, Tierversuche, Leder…
Nachhaltig ist es jetzt auch nicht, diese mit einem Schlag komplett zu entsorgen und gegen neues auszutauschen. Hier wird aufgebraucht, weiter benutzt und dann geschaut, was wie ersetzt werden kann und ob es das muss und auch sollte. Ganz entspannt. Wir machen uns keinen Druck.
Aber wir beschäftigen uns mit der Thematik, setzten uns damit auseinander und prüfen unser Verhalten. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.
Gleiches galt in den ersten Tagen für unsere Ernährungsumstellung: Wir haben aufgebraucht, was noch da war. Und so wurden viele Gerichte nicht vegan, sondern vegetarisch. Aber das ist auch nicht dramatisch, denn wir probieren uns noch aus und ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich zwar offen bin für die eigene Herstellung von Käse aus Nüssen (Pinterest bietet da ja eine unglaublich große Auswahl an Rezepten, die sich in vielen Blogs finden lassen), aber the Real Deal ist doch schon geil. Der Verzicht auf Käse fällt mir doch sehr schwer und ich denke, dass es an der Stelle der einfachere Weg für mich persönlich ist, den Konsum vielleicht nach und nach zu reduzieren. Oder nicht zu hart mit mir selbst zu sein… Das hat bei mir noch nie funktioniert.
Noch nie ist ein Meister vom Himmel gefallen. Jedem Menschen fallen die unterschiedlichsten Dinge einfacher oder schwerer. Der Verzicht auf Fleisch fällt mir leicht, der Verzicht auf Käse jedoch nicht. Und ich kenne mich schon viel zu gut, dass ein langsames „ausfaden“ des Konsums für mich einfacher zu bewerkstelligen ist, als direkt cold turkey zu gehen und dann immer wieder rückfällig zu werden. Wobei man bedenken muss, dass der Konsum von tierischen Produkten nicht mit Alkoholismus gleichzusetzen ist – Ich werde nicht sofort wieder zu einem Fleischesser, wenn ich nur einen Bissen Steak zu mir nehmen würde. Es wäre eher ein Selbstbetrug.
Weil… die Frage ist ja auch: WARUM Vegan?
Was ist dein Beweggrund? Warum willst du dich vegan ernähren und vielleicht auch leben?
Für uns ist es kein erhöhter Cholesterinwert, sondern allgemeine gesundheitliche und die ethischen Gründe, die uns zu dem Schritt bewegt haben. Dokumentationen, wie Dominion (YouTube) & The Game Changers (Netflix) sind nur zwei der echt starken Dokus mit Insights, wie abartig der Mensch mit anderen Lebewesen umgeht, sie tötet und dass dabei nix mehr „human“ ist. Bei „The Game Changers“ berichten Sportler und Ärzte, wie positiv sich eine vegane Ernährung sich auf die Leistungsfähigkeit auswirkt und wie veraltet die Meinung ist, dass tierisches Protein die einzig wahre Proteinquelle ist. Ebenso wird anschaulich erklärt, dass Tiere als B12 Quelle total unnötig sind.

Wir haben uns selbst den Druck rausgenommen und sind ganz offen für das was kommt, was passieren wird und wie es uns mit der Umstellung geht, wie sie sich in unseren Alltag integriert. Und so habe ich das bisher auf Instagram kommuniziert: Ich habe nicht den Anspruch alles von Anfang an perfekt zu machen. Geht auch gar nicht.
Wenn ich uns nun in eine Schublade stecken müsste, dann wäre es „fast vegan“. Nur fast. Weil immer wieder kleine Rückschläge passieren.
Ich habe nicht den Anspruch ein Vorbild sein zu müssen, aber möchte mit gutem Beispiel voran gehen, andere inspirieren ihre Ernährung, ihren Konsum zu überdenken und ich bin offen für jeden Ratschlag, jeden Tipp und jeden Hinweis, damit ich es noch besser machen kann. Erhobener Zeigefinger bringt niemandem etwas und wie immer bin ich wissbegierig und lernwillig. Und letzten Endes hat jeder mal klein angefangen und freute sich über Tipps.

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3 Comments

  • Reply
    Jana
    18. Februar 2020 at 14:59

    Ich habe beim Lesen die ganze Zeit genickt. Wir stellen auch gerade unsere Ernährung um aus denselben Gründen. An manchen Tagen ist es einfach, an anderen beiße ich doch nochmal in echten Käse. LG

  • Reply
    Annika
    24. Februar 2020 at 13:21

    Hallo Anna,

    ich finde das super spannend bei euch zu verfolgen :). Habe bereits mit ca. 6 Jahren angefangen, immer weniger Fleisch zu essen und bin seit meinem 8. Lebensjahr Vegetarier. Milch, Butter und Eier konsumiere ich seit einigen Jahren auch nur noch in Ausnahmefällen bzw. benutze es hauptsächlich zum Backen für Familienfeiern etc. Meine große Schwachstelle ist allerdings Käse – den esse ich nach wie vor sehr sehr gerne und auch relativ häufig. Seit Anfang des Jahres bin ich jetzt dabei, den Käsekonsum Schritt für Schritt zurückzufahren und bisher funktioniert das ganz gut. Unter Druck setzen möchte ich mich damit nicht, aber wenn ich meinen Käsekonsum bis Mitte des Jahres dauerhaft halbiert habe, wäre ich mit dem „Ergebnis“ schon recht zufrieden :). Momentan suche ich mir viele vegane Inspirationen auf Instagram und probiere neue Dinge aus, statt immer auf die altbewährten Rezepte zu kochen.

  • Reply
    Ella
    20. März 2020 at 0:06

    Liebe Anna,
    das freut mich total, dass ihr jetzt auch dabei seid, auf der Reise in eine nachhaltigere Welt <3
    Die beste Doku dazu war für mich bisher "Zeit für Utopien" :)
    Mir ging es ganz ähnlich vor paar Jahren: ich beschäftigte mich mehr mit dem Thema; probier(t)e neue leckere Rezepte aus; Käse ist für mich auch das Schwierigste; und ich finde es definitiv auch besser, die Umstellung nach und nach und nicht zu verbissen anzugehen. Es ist eine individuelle Entdeckungsreise und die ist total spannend!
    Zwei tolle Rezepte sind zum Beispiel die klassische russische Suppe Borsch (ohne Fleisch und falls man den Schmand am Ende weglässt) oder die vegane Tom Yam Suppe vom tollen Blog bevegt.
    Was ich mit mir selbst vereinbart habe: wenn ich mal Milchprodukte esse (auf Fleisch habe ich kein Bedürfnis), achte ich auf strenge Siegel. Die gängigsten 3 Siegel, die sehr auf Tierwohl achten, sind hierzulande Bioland, Naturland und demeter, so zumindest mein letzter Kenntnisstand. Worauf ich vermutlich nie werde verzichten können, ist "Feta-Käse", aber dafür ist es dann zumindest der "Trakaya" mit demeter-Siegel.
    Ganz furchtbar und nicht zeitgemäß ist da der aktuelle "Leder all over"-Trend -.- echt schade und das obwohl die Modewelt doch auch schon paar kleine Fortschritte gemacht hat und macht..
    Jeder kleine Schritt ist ein wichtiger Schritt und jeder Mensch macht einen Unterschied <3
    Da bist du schon ein tolles Vorbild, doch :)
    Viele Grüße und viel Spaß auf eurer Reise,
    Ella

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