BABY TRAVEL

Fliegen mit Kind – so wirds (mehr oder weniger) stressfrei

Unsere Kids sind mit ihren wenigen Jahren schon öfter geflogen, als manch ein Erwachsener. Aus praktischen Gründen und auch weil Emma mich auf beruflichen Reisen begleiten konnte.

Praktisch ist es besonders dann, wenn ein Flug von etwa 1,5 Stunden eine etwa 6 Stündige Autofahrt ersetzt und zu besonderen Zeiten, wie zB. Weihnachten die Autobahnen mehr als proppenvoll sind. Aus diesem Grunde flog Emma bereits mit 6 Wochen und Paul wird auch seinen ersten Flug zur Weihnachtszeit absolvieren, wenn es für uns mit Sack und Pack und Kind und Kegel und Hund zu den Schwiegereltern geht, um dort Weihnachten zu feiern.

Da mich immer und immer wieder Nachrichten erreichen – besonders dann, wenn ich allein mit Kind Reise und ein bisschen für Instastories und den Vlog dokumentierte- ob ich nicht Tipps geben kann, wie diese Art zu Reisen doch wenig stressig für alle Beteiligten wird.

Klaro!

An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass manche Informationen nicht für alle und jede Airline gelten und die genauen Fakten bitte selbst recherchiert werden müssen. Zumal sich immer mal wieder diverse (Flüssigkeits-)Bestimmungen ändern.

Reisen mit Baby

Reisen mit Baby habe ich als recht easy empfunden und Emma war ein Goldstück – entweder schlief sie oder war wach und schaute sich aufmerksam um. Natürlich hängt vieles vom Baby ab, aber die restlichen Dinge sind Vorbereitung; Vorbereitung auf alle Eventualitäten. Natürlich bin ich damals mit viel zu viel Gepäck unterwegs gewesen, hatte keine Ahnung was am besten funktioniert und hab vieles auf mich zukommen lassen – jedoch oft mit einem Ass im Ärmel :)

Wie fliegt man mit Baby?

Bis dein Baby 2 Jahre alt ist, sitzt es auf deinem Schoß und wird mit einem Extragurt an deinem Gurt befestigt. Ein Flugbegleiter wird dir den Gurt beim Einsteigen (oder wenn du an deinem Platz sitzt) aushändigen und dich fragen, ob du Hilfe benötigst. Beim ersten Mal Anlegen kann es etwas tricky sein, aber man hat es schnell raus. Ebenso bekommst du ein kleines Paket, in dem sich die Schwimmweste für dein Baby befindet. Reist du das allererste Mal mit einem Kind / Baby, solltest du den Sicherheitsvorkehrungen, die die Flugbegleiter/innen vor jedem Flug vortanzen noch einmal besondere Aufmerksamkeit schenken. Entgegen deiner Instinkte musst du nämlich – im Falle der Fälle – erst dir selbst helfen, bevor du Kindern / Mitreisenden hilfst. Das macht auch Sinn: bist du aufgrund eventuellem Sauerstoffmangel ohnmächtig, kannst du niemandem mehr helfen.

Das solltest du einpacken und vorbereiten, wenn du mit einem Baby fliegst:

(Bedenke bitte, dass du alles fürs Baby schleppen musst. Überleg dir also ganz genau, ob du wirklich dies und das brauchst.)

Dein Sitzplatz – setze dich am besten an den Fensterplatz. Sollte es beim Online Check-In keinen freien Fensterplatz geben, frag beim Boarding beim Bodenpersonal nach, ob es doch noch was für dich am Fenster gibt oder aber bitte doch den Sitznachbar mit dir zu tauschen. Auf endlos vielen Flügen ist es mir nur ein einziges Mal passiert, dass mir in einem ausgebuchten Flug ein Businesskasper den Fensterplatz verwehrt hat und ich mit Baby auf dem Schoß auf dem Mittelplatz saß. Auch da ist Stillen möglich, denn dem Mittelplatz „gehören“ laut Knigge die beiden Armlehnen links und rechts.

Milch – Wenn du stillst, hast du deine Brüste immer dabei. Schau, dass deine Kleidung entspanntes Stillen zulässt. Gibst du die Flasche, ist je nach Airline bereits zubereitete Milch in der Thermosflasche erlaubt oder nur das Pulver. Für Reisende mit Baby sind die Flüssigkeitsbestimmungen nochmal anders, die kannst du direkt bei der Airline erfragen oder online nachschauen. On Board wird man dir auf jeden Fall helfen, die Flasche zuzubereiten, sie anzumischen und aufzuwärmen. Gleiches gilt für Breie.

Ein Tuch / Spucktuch – Auf einem Flug steht ständig jemand auf und auch ist manch ein Sitzplatz von anderen Plätzen aus einsehbar. Du fühlst dich mit Sicherheit wohler, wenn du mit einem Tuch deine halb entblößte Brust bedecken kannst. Ein Spucktuch macht auch Sinn, denn du weißt nie – auch wenn dein Baby kein Spucker ist – beim Druckausgleich kann doch mal was daneben gehen.
Das Tuch, welches ich damals für Emma und eben jene Zwecke kaufte, hat sie noch immer und ist auf jeder Reise, jedem Flug dabei – als „Schnuffeltuch“. Paul hat ebenfalls ein eigenes.

Schnuller – nimmt dein Baby einen Schnuller – PERFEKT! Das Saugen hilft ihm/ihr den Druck auf den Ohren auszugleichen und beruhigt bei Start & Landung und eventuellen Turbulenzen. Babies weinen oft auf Flügen, weil sie den Druck auf den Ohren nicht loswerden. Ist ja auch super unangenehm. Nehmt auf jeden Fall mehr als einen Schnuller mit ins Handgepäck und vor allem: Klemme ihn entweder mithilfe einer Schnullerkette am Baby fest oder hab ihn schnell greifbar. Mit Baby auf dem Schoß in einer engen Reihe lässt sich super schlecht im Rucksack kramen und in der Jackentasche ist er auch schlecht aufgehoben, wenn du deine Jacke in den oberen Gepäckablagen verstaut hast.
Nimmt dein Baby keinen Schnuller, hab einen Beissring oder etwas anderes dabei, woran er/sie nuckeln kann, wenn du ihn/sie nicht den ganzen Flug an der Brust haben möchtest/kannst. Du weißt am Besten, woran dein Baby gerne knabbert.
Das Saugen / Trinken an der Flasche oder deiner Brust helfen ihm auch, den Druck auf den Ohren loszuwerden.

 

Spielzeug – Säuglinge sind noch nicht soooooo interessiert an Spielzeug, wenn sie ganz jung sind. Ältere Babies haben schon Lieblingsspiezeuge und die solltest du auf jeden Fall mitnehmen. Knisternde, rasselnde und quietschende Greifspiezeuge mit bunten Farben sind immer der Hit – besonders in eher grauen Flugzeugen.
Vorlesebücher/ Fühlbücher sind auch klasse, wenn die fluffigen Wolken irgendwann langweilig werden.

Windeln und Wechselkleidung – on Board gibt es auf den Toiletten einen ausklappbaren Wickeltisch. Komfortabel ist anders und viel Platz hat man nicht, aber es ist immer noch ein Flugzeug und da ist es schon erfreulich, dass es überhaupt eine Wickelmöglichkeiten gibt.
Wechselkleidung macht aus vielen Gründen Sinn – ihr kennt euer Baby da am besten. Aber sagen wir mal so: eine Windel explodiert immer dann, wenn man keine Wechselkleidung dabei hat :)
Kleiner Tipp: Ich habe für den Flug und auf Reisen immer eine kleine Variante der Wickeltasche dabei – eine kleine Tasche, darin befinden sich 2-3 Windeln, feuchte Tücher und eine klein faltbare Wickelunterlage. So muss ich nicht durchs enge Flugzeug stiefeln, als würde ich umziehen und da weder auf den Toiletten im Flugzeug viel Platz ist, noch im Gang, ist das wirklich ein gut gemeinter und erprobter Tipp!

Wickelunterlage – vergisst man gerne, aber ist so wichtig. Vor allem weil man so ganz schnell und überall mal eben wickeln kann und das Kind zusätzlich vor Schmuddeligen Untergründen bewahrt.

 

Trage / Sling / Tragetuch – Auf meinem ersten Flug allein mit Emma habe ich total vergessen, dass ich den Kinderwagen zwar (je nach Airline unterschiedlich) bis zum Einstieg ins Flugzeug behalten durfte und er  nachgechecked wurde, jedoch nicht, dass Wanne und Gestell bei Ankunft nicht wieder direkt beim Ausstieg auf mich warteten, sondern ein Teil auf dem Gepäckband war, das andere Teil am Sondergepäckschalter auf mich wartete. Ich durfte die ganze Zeit also Baby und Tasche auf dem Arm jonglieren und den Kinderwagen zusammensuchen. Sehr stressig!
Seither hatte ich immer die Trage dabei.
Die Trage kann man auch entspannt anlegen, sobald das Flugzeug gelandet ist und das Baby einschnüren, sobald die Anschnallzeichen erloschen sind. So spart man sich ein wenig Stress, wenn alle fluchtartig das Flugzeug verlassen wollen.

Desinfektionstücher / Feuchte Tücher – das kann jeder halten, wie er mag. Letztere habt ihr vermutlich eh in der Wickeltasche dabei. Ich hab gerne noch Desinfektionstücher dabei wenn ich mit Baby reise. Nicht nur, weil ein Baby gerne mal sabbert und eben jener Sabber auf dem Sitz landet, sondern auch weil Babies alles mit ihrem Mund inspizieren oder anfassen und die Hände dann in ihren Mund stecken.

Reisen mit Kleinkind / Kindergartenkind

Hier wird’s schon etwas spannender! Ab 2 Jahren brauchen eure Kids einen eigenen Sitzplatz und haben auch automatisch einen höheren Anspruch ans Entertainment.

Einen kleinen Rucksack können sie schon selbst tragen und dort auch ein paar smart gewählte Spielsachen verstauen. Praktisch für euch, denn so kann in eurem Handgepäck auch mal wieder Krams für euch eingepackt werden 😂

Spielsachen / Beschäftigung: Im Flugzeug ist es laut; kommt noch ein dudelndes elektronisches Spielzeug zur Geräuschkulisse hinzu, macht ihr euch schnell bei den umsitzenden Mitreisenden unbeliebt. Viele Leute sind eh schon genervt, wenn sie in der Nähe von Kindern sitzen müssen – ein dudelndes Spielzeug macht euch da keine Freunde. Und nein, leider hat nicht jeder Verständnis dafür, dass man mit Kindern im Flugzeug verreist. Schaut auch, dass ihr nicht zu kleinteilige Spielzeuge mitnehmt, wie Lego oder ähnliches. Die Teile fliegen gerne mal durch die Gegend und selten kommt der Bausatz vollständig wieder zuhause an. Tränen sind da vorprogrammiert.

Smart sind folgende Ideen:

Malbuch & Stifte, Stickerbuch, Vorlesebücher, „Quietbooks“ oder „Activitybooks“, Hörbücher (Kopfhörer für die Kids nicht vergessen), selbstgemachte Activity Boxen und ein Tablet voll mit Spielen und heruntergeladenen (!!! und offline verfügbaren !!!!) Filmen und Serien. Auch ein kleines Repertoire an Spielen, die mit wenig mitgebrachten Dinge funktionieren, solltet ihr euch aneignen: Stadt-Land-Fluss (Für Kids, die Schreiben können oder eine abgewandelte Variante ohne Stift und Zettel), Käsekästchen, Montagsmaler, etc…

Das Vorbereiten des iPads ist in unserer Reisevorbereitung ein fester Bestandteil geworden: Sind alle Filme und Serien, die Emma gerne guckt, offline verfügbar? Ist das iPad voll geladen? Kopfhörer dabei?

Sind alle Spiele auf dem neuesten Update? Nichts ist ärgerlicher, als in der Luft festzustellen, dass der neueste Lieblingsfilm nicht verfügbar ist oder die Spiele ein Update brauchen. Dem Kind zu verklickern, dass es über den Wolken schlechtes Internet gibt, ist in diesen Situationen nicht unbedingt stressfrei und Emma ist noch immer sehr enttäuscht darüber, dass KinderYouTube nicht im Flug funktioniert… Wie haben wir nur damals ohne iPad überlebt?!

Kopfhörer solltet ihr auf keinen Fall vergessen, denn so können die Kids ganz für sich hören und ohne großartigen Fluglärm die Zeit verbringen. Sollten Sie einschlafen, können die Kopfhörer zusätzlich Lärm abschirmen.

Habt auch ein paar Spieleideen parat, für die man kein elektronisches Gerät oder anderes braucht. Klatsch- und Fingerspiele sind nicht verkehrt.

Snacks – Eine gewisse Menge Flüssigkeiten sind für kleine Kids mittlerweile wieder erlaubt (Auf der Webseite eurer Airline findet ihr alle Infos). Quetschies, eine kleine Flasche Wasser fürs Kind – da sind die meisten Securitybeamten super entspannt.

Im Flugzeug gibt es Getränke- und Snackservice (je nach Airline und Tarif muss es auch extra bezahlt werden) und nicht immer gibt es a) das was das Kind trinken möchte, b) genau dann etwas zu trinken, wenn das Kind Durst hat.

Ich habe daher immer eine Flasche Wasser in meiner Tasche, die ich vor dem Boarding kaufe. Auch weiß man nie, ob sich der Abflug nicht aus diversen Gründen verspätet, obwohl das Boarding abgeschlossen ist und alle Passagiere sitzen. Ein durstiges Kind ist kein angenehmer Reisepartner. Aber da wären wir Erwachsenen auch knatschig.

Und auch hier gilt: wer fragt, dem wird geholfen! Die Flugbegleiter geben euch gerne fürs Kind einen Becher Wasser. Für Snacks gilt für mich das gleiche, wie für Getränke: ich habe immer was dabei. Ich bin kein Fan von den drögen und gleichzeitig matschigen (wie geht das?!?) Sandwiches an Board und habe immer was leckeres dabei.
Ein hungriges Kind ist ebenfalls kein stressfreier Reisebegleiter.

Gemütlichkeit – von Gemütlichkeit auf einem Flug in der Holzklasse zu sprechen, grenzt auch eher an einen schlechten Witz ;-) für die Kids kann man es aber so bequem und entspannt wie möglich machen. Für Erwachsene auch, da gibt es für viele Flüge ein kleines Update für ein paar Euro, um ein bisschen mehr Beinfreiheit zu haben. Kann sich beim Reisen mit Kind lohnen. Wir haben uns vor geraumer Zeit den JetKids Kinderkoffer zugelegt. Der verwandelt den Flugzeugsitz für Kids in ein Bett, bzw.eine kleine Liegewiese und ist zusammengepackt ein Rollkoffer, auf dem das Kind sitzen und selbst rollen oder sich ziehen lassen kann. Hat den Vorteil, dass das Kind nicht das Quengeln anfängt, weil es nicht mehr laufen mag und man es nicht tragen muss ;-)

Die Liegewiese eignet sich hervorragend für Schläfchen oder hält mitgebrachte Spielzeuge beisammen. Ein paar Dinge kann man nämlich in dem Köfferchen verstauen. Bei Sart und Landung muss die Liegewiese auseinandergebaut und im Koffer unter dem Sitz verstaut sein.
Ein kleines Kissen, ein Kuscheltier, Mamas Schal oder ein Schnuffeltuch sind ebenfalls kleine Dinge, die auf Reisen für ein bisschen Gemütlichkeit und Comfort sorgen können. Auch bieten sie eine Möglichkeit, sich mal auszustrecken, ohne den Platz verlassen zu müssen.

Kleine Rituale oder etwas Besonderes vor Abflug – Emma ist mit ihren 4 Jahren ein alter Hase was das Fliegen angeht und da haben wir schon seit Langem unsere kleine Rituale: sie darf sich vor jedem Flug eine Kinderzeitschrift aussuchen. Das macht die Wartezeit vor Abflug ein kleines bisschen spannender und spätestens an Board wird die Zeitung und natürlich das Gimmick inspiziert. Meist habe ich auch eine oder zwei kleine „Überraschungen“ in der Tasche dabei, um sie bei Laune zu halten; zB. einen besonderen Pez Spender, ein Überraschungsei, eine kleine Wundertüte, ein neues Spiel auf dem Handy, etc… Die kommen nicht immer zum Einsatz, aber wenn die Langeweile doch riesig ist und die Laune in Richtung Keller sinkt, sind solche Dinge Gold wert. Besonders auf längeren Flügen.

Regeln – Nicht unbedingt etwas, das man einpacken muss, aber was man mit seinen Kids besprechen sollte: Man reist mit vielen anderen Menschen auf engem Raum und sollte sich daher nicht unbedingt wie die Axt im Walde benehmen. Dazu gehört es zB. auch, nicht rhythmisch gegen den Sitz des Vordermanns zu treten (Bitte seid nie solche Eltern, die das ignorieren und den Vordermann dazu zwingen, sich an eurer statt an euer Kind zu wenden, nachdem ihr die mehrfache Bitte eurem Kind etwas zu sagen ebenso ignoriert habt! Das ist sehr unangehm…) oder volles Rohr „Let it go“ mit zu grölen (auch wenn letzteres schon für einige Schmunzler sorgte ;-) )

Bewegung – ich habe recht gute Erfahrungen damit gemacht, Emma vor einem Flug noch ordentlich zu bewegen, auszupowern, damit sie den Flug als Ruhemöglichkeit nutzen kann. Habt ihr also ein bisschen mehr Zeit vor Abflug – bewegt die Kids! Viele Flughäfen haben Spielecken, in denen man auch ein bisschen toben kann. Nutzt sie! Die befinden sich meist in der Nähe von Snackbars/Restaurants oder anderen Sitzgelegenheiten. Fragt einfach an der Information nach, man wird euch auf jeden Fall Auskunft geben. Ansonsten ist „Flugezeuge gucken“ auch ziemlich spannend.

Kleine Tricks, wenn ihr mit Kind(ern) alleine reist:

Ich bin schon mehrfach mit Emma allein geflogen & das sowohl mit ihr als Baby und auch als neunmalkluger Naseweiß mit 4 Jahren und all die Jahre dazwischen. Jedes Alter bietet Vorteile und auch kleine Tücken:

Gepäck bewältigen allein mit Kind – Nachdem die Koffer eingecheckt und aufgegeben sind, wird dem Kind zu 99% unerträglich heiß, der Rucksack ist plötzlich zu schwer und laufen kann es auch nicht mehr. BINGO!
Gerade im Winter, wenn eh jeder dick angezogen ist, kommen noch dicke Winterjacken dazu und die Arme können kaum alles halten. Die meisten Flughäfen haben mittlerweile kleine Wägelchen fürs Handgepäck oder sogar Kinderwagen. Geldpfand rein (an vielen Flughäfen gibts die Wagen auch ohne Pfand), Handgepäck oben ins kleine Fach, Kind kommt unten auf die Ladefläche – Fertig! Die Wägelchen kann man im besten Falle bis zum Gate nehmen und die letzten 5 Meter können die Kids auch wieder laufen ;-) Sind ja total erholt!
Ich versuche, das Handgepäck so klein wie möglich zu halten, um nicht wie ein Packesel durch den Flughafen zu hechten. Mit quengelndem Kind, dass nicht laufen mag… (klappt nicht immer, vor allem dann nicht, wenn man noch shoppen geht)

Klogänge am Gate – (vor allem die eigenen, aber auch die des Kindes) etwas, für das ich noch nicht so ganz die ultimative Lösung habe, da sich die Situation stets ändert.

  • Der erste Flug mit Baby Emma alleine und ich stellte fest, dass die meisten Wickelmöglichkeiten auch direkt eine Toilette in der Kabine haben und groß genug sind, um dort einen Koffer und Kinderwagen zu parken. Easy. Allerdings gibt es davon oftmals nicht sehr viele; in Hamburg zB gibt es nur eine einzige Toilette mit Wickelmöglichkeit und diese wird auch gleichzeitig für Rollstuhlfahrer angeboten. In richtig blöden Situationen steht man Schlange mit mehreren Leuten.
  • Mit Baby in der Trage pullern. Machbar. Meist nicht unbedingt bequem, aber machbar. Irgendwann muss das Baby aber auch gewickelt werden. Das geht zur Not auch Tabularasa mit Wickelunterlage am Gate auf den Stühlen.
  • Nehmt ihr ein großes Kind mit in die Kabine, müsst ihr davon ausgehen, dass es alles, aber auch wirklich alles lautstark kommentiert oder fragt. „Mama, warum hast du da Haare?“, „Machst du jetzt Kacka?“, „Mama, dein Kacki stinkt!“, „Papa hat letztens auch voll laut gepupst!“… Man kennt’s. Zuhause ist es noch witzig, aber in öffentlichen Toiletten eher unangenehm.
  • Das Kind mitsamt Krams am Platz sitzen lassen und einen vertrauenserweckenden Sitznachbarn bitten, ein Auge aufs Kind zu werfen. Ist ein Tipp, den ich selbst bekommen habe und auf Twitter schrieben mir einige, dass ihnen auch schon fremde Kids anvertraut wurden. Kann man also machen!

Was ist mit dem Handgepäck? Wohin mit den Sachen am Flughafen, wenn das Kind jetzt und sofort gaaaaaaanz dringend aufs Klo muss? Speziell bei windelfreien Kids?

„Never leave your luggage unattended!“ tönt es alle paar Minuten aus den Lautsprechern am Flughafen und ich hab ja Schiss, eines Tages zu meinen Sachen zurück zu kommen und dabei zusehen zu müssen, wie sie gesprengt werden 😂

Es gibt mehrere Optionen für unterschiedliche Situationen, die ich getestet habe und die sich mehr oder weniger je nach Ausgangssituation umsetzen lassen:

  1. man bittet einen Sitznachbar am Gate bei den Sitzen darum, kurz ein Auge auf die Taschen zu haben & schnappt sich seinen Geldbeutel und das Handy, sowie Kind und düst zur Toilette.
  2. Alles mit in die Kabine nehmen und die Tetris Melodie summen.
  3. Alles mit in die Waschräume nehmen und das Kind bei den Sachen direkt vor der Kabine parken (funktioniert super mit den Mini Wägelchen). Aber: Ein Tröpfchen muss man immer, also nachdem man selbst war, sollte das Kind auf jeden Fall auch mal in Richtung Toilette geschoben werden.
  4. Alles mit in die Waschräume nehmen, die Sachen vor der Kabine parken und das Kind mit reinnehmen.
  5. Hochziehen und ausspucken… (Sorry, aber der musste jetzt sein ;-) )
  6. Warten, bis man im Flugzeug ist.

Im Flugzeug gibt es oft im vorderen Bereich Toiletten, die nur für die ersten 3-5 Reihen gedacht sind. Der Rest der Passagiere muss die Waschräume im hinteren Teil besuchen.
Fliege ich mit Kind alleine und sitze auch recht weit vorne, habe jedoch „nur“ ein Economy Ticket, nutze ich die vordere Toilette dennoch, mit dem Argument, dass hinten eine Schlange ist und ich mein Kind nicht zu lange alleine sitzen lassen will. Auch mit Kind ziehe ich die Karte, dass sie gaaaanz dringend muss (was ist nicht einmal gelogen ist) und hinten voll ist. Bisher hat noch jeder Flugbegleiter die Situation verstanden.

Alles ist machbar und geht man die Situation mit einer ordentlichen Portion Gelassenheit an,  ist Reisen allein mit Kind keine Wissenschaft. Meist ist es nur das Unbekannte, wovor man Angst hat. Ist man aber vorbereitet, ist alles kein Problem.

Hin und wieder kommt man aber beim Alleinreisen mit Kind in Situationen, über die man sich vorher einfach gar keine Gedanken machte, da man sonst immer noch eine erwachsene Begleitperson dabei hatte.

Je älter jedoch die Kids werden, umso weniger Gedanken muss man sich um manche Dinge machen ;-)

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4 Comments

  • Reply
    popini
    30. November 2018 at 17:28

    Super Zusammenfassung 😁
    Als Airline Mitarbeiterin hab ich noch den Tipp, dass einige Airlines bei Langstrecken Flügen auch Babybetten anbieten. Die sind allerdings für Babys bis maximal 6 Monate geeignet, weil sie an der Wand hinter den Toiletten festgemacht werden – schwerer dürfen sie nicht sein. Und bitte bitte bitte alles rechtzeitig anmelden – nicht zwei Stunden vor Abflug. Wir helfen gerne, sind aber an Verfügbarkeit und Sicherheitsbestimmungen gebunden. Je früher, desto mehr Möglichkeiten haben wir ;)

    • Reply
      Anna Frost
      1. Dezember 2018 at 9:56

      danke dir <3
      ach, wie konnte ich die Langstrecken vergessen? Im Babybettchen, welches man an die Trennwand hängen konnte, flog mein Bruder damals gemütlich nach Amerika :) Mensch, was war ich neidisch...

  • Reply
    Denise
    12. Dezember 2018 at 8:11

    Wow, ich fühle mich jetzt BESTENS gewappnet für die Zukunft.
    Auch wenn ich noch keine Kinder habe, habe ich jetzt schon das Gefühl, dass mir das rauskramen dieses Posts irgendwann echt weiterhelfen wird!
    Danke dafür und LG <3

  • Reply
    Katja von feinfuehlighochzehn
    13. Dezember 2018 at 13:36

    Kleiner Tipp einer Nichtmutter und eigentlich auch ein unnötiger Tipp aber, bei meinem letzten Flug haben Eltern mit ihrer Tochter es geschafft einen Luftballon mit ins Flugzeug zu nehmen. Ich bin mir nicht sicher wie man diesen überhaupt durch alle Kontrollen bekommt aber sie haben es geschafft. Es war auch nur ein kleiner Figurballon und man sollte wirklich keine mitnehmen. :D :D Irgendwann, noch nicht ganz auf der endgültigen Flughöhe ging das Ding natürlich aufgrund vom Druckunterschied in die Luft und es war l a u t, viel lauter als unten am Boden. :D Mein Sitznachbar bohrte innerhalb von einer Milisekunde seine Hand in meinen Arm vor Schreck und 1/3 der Passagiere kreischten kurz auf, merkten das sie noch lebten und das Flugzeug noch flog und schauten einfach nur irritiert durch die Gänge. Das Mädel saß ganz entgeistert eine Reihe vor mir und ihre Mama erklärte sofort allen es sei nur der Ballon gewesen, ich glaube ihr war es sehr unangenehm.

    Im nachhinein ganz lustig aber in dem Moment war es alles andere als schön. :D

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