BABY

Meine Tochter ist keine kleine Zicke

Meine Tochter hat einen starken Willen und ich bin stolz. Stolz auf sie, stolz auf ihren Willen und ihr Durchsetzungsvermögen und darauf, dass es wir auf dem besten Wege sind, sie stark, unabhängig und willensstark zu erziehen.

Als Mutter einer äußerst willensstarken Tochter gehe ich jedoch auch den Deal ein, ab und an mal in der Öffentlichkeit mit Situationen konfrontiert zu sein, mit denen ich a) nicht gerechnet habe und b) mich entweder sprachlos machen oder einfach ein wenig überfordern. Nein, nicht unbedingt Situationen die sie und ihren Willen betreffen, nein. Damit kann ich sehr gut umgehen und bleibe da entspannt. Meine Tochter weiß manchmal schon sehr genau, was sie will und was nicht. Küsschen geben? Muss sie nicht, schon gar nicht irgendwem. Und ob sie sich ein Küsschen geben lassen will, darf sie auch selbst entscheiden. „Mein Körper gehört mir“ und gegen ihren Willen sollte sie nichts tun sollen. Dazu gehört für mich zum Beispiel auch, ob sie zum Spielzeugtag in der Krippe ein Spielzeug mitnehmen will (ich hatte im Vlog davon erzählt). Oder eben auch, ob sie ihr liebstes Spielzeug teilen will. Bei Letzterem habe ich die Meinung, dass Teilen kein Zwang sein soll, sondern von Herzen kommen sollte. Das Gefühl und die Freude, von sich aus zu teilen und jemandem eine Freude damit zu machen, kann man meiner Meinung nach nicht erzwingen. Keine Frage, meine Tochter teilt – gerne sogar. Teilt ihre letzten drei M&Ms mit mir oder gibt dem Hund das Stückchen Wurst, anstatt es selbst zu essen. Auch beim Spielzeug teilt sie mit ihrer Freundin, wechselt sich ab. Und dennoch gehöre ich zu den Eltern, die es akzeptieren, wenn das Kind mal etwas nicht abgeben möchte, nicht teilen oder tauschen will. Weil, mal ganz im Ernst: Ich kenne keinen Erwachsenen, der von irgendwem dazu gezwungen wird, etwas zu teilen. Ihr etwa?
Ich freue mich darüber, dass meine Tochter ihren eigenen Willen erkennt und ich gehe darauf ein, sofern es möglich ist. Sollte ich Gefahr sehen oder ein asoziales Verhalten, wird natürlich interveniert.

Was für mich aber nicht zum Deal des eigenen Willens gehört, ist das Dazwischenfunken vornehmlich fremder Menschen, die eine Szene in der Öffentlichkeit beobachten und meine Tochter willkürlich als Zicke bezeichnen.

In meinen Augen ein Ding der absoluten Unmöglichkeit, denn niemand Fremdes hat das Recht, über meine Tochter und ihren Charakter aufgrund einer einzigen Situation zu urteilen, ohne Fakten, Gründe oder anderes zu kennen. Hätte dies ein Kind gewagt, wären direkt die Stimmen laut geworden, niemand würde dieses freche Kind erziehen! Aber bei einem Erwachsenen?

Wir stehen in Stuttgart in der Securityschlange. Aufgrund eines technischen Problems dauert alles etwas länger, der Buggy ist bereits zusammengefaltet und liegt auf dem Band, unsere vielen Taschen, Schuhe und Jacken ebenso, ich habe Elvis auf dem Arm und Jakob trägt eine müde, hungrige und ein wenig knötternde Emma. Wir stehen vorne in der Schlange und die schwäbelnde Securitybeamtin kommt mit uns ins Gespräch. Wie denn die Weihnachtsferien waren, wo es denn jetzt hingeht und als Antwort auf ein müdes und durch den Schnuller gequetschtes, eher unverständliches Maulen von Emma sagt die junge Dame mit einem ebenso gequetschten Grinsen: „Na, du bist ja auch ne ganz schöne Zicke, was?“.
Ähm? Bitte was? Mein vorher freundliches Plauderlächeln versteinert, ich ziehe die Augenbrauen hoch und frage empört:“ Bitte, was?“. „Na, eine Zicke, die Kleine.“. Jakob merkt meine Anspannung, ich holte Luft und wollte gerade einen Schritt auf die Dame zugehen, da hält Jakob mich dezent zurück, dreht sich ein wenig von der Securitybeamtin weg und murmelt, dass unsere Tochter keine Zicke, jedoch sehr müde und aufgrund der sinnlosen Warterei gelangweilt sei. Das Gespräch war an dieser Stelle beendet.
Ich spielte diverse mögliche Szenarien in meinem Kopf durch und überlegte die weitere Wartezeit, ob ich das Flugzeug nach Hause noch hätte betreten dürfte, hätte ich der Dame hier und jetzt den Kopf abgebissen… Während ich durch den Scanner laufe, ist mein Ärger ein wenig verraucht und ich schiebe es eventuell auf den Dialekt. Kulturelle Unterschiede. Oder sowas. Vielleicht versteht sie unter der Bezeichnung „Zicke“ ja was anderes als ich.

Letzte Woche, wir holten Emma nach der Krippe ab und fuhren direkt weiter zu IKEA, um unsere neue Badeinrichtung auszuwählen. Bereits auf der Hinfahrt nickerte sie kurz im Auto ein, was daran liegt, dass wir zur Zeit ihren Mittagsschlaf verkürzen, damit sie Abends eher zur Ruhe kommt (aber das ist ein anderes Thema).  Bei IKEA wurde sie wieder munter, flitzte durch die Gänge, spielte mit den Einrichtungen und war recht entspannt. In der SB Halle gab Jakob noch eine letzte Order auf und ich flitzte mit Emma durch die Gänge. Ein bisschen musste das Töchterchen noch munter gehalten werden, denn es hat länger gedauert, als wir gedacht hatten und es war längst Abendbrotzeit, die wir mit Knäckebrot und Keksen überbrückten. Als eben jene aufgegessen waren und ich auch nach vier Mal nachfragen keine neuen aus meiner Tasche zaubern konnte und ich auch das Klettern zwischen den Stapeln aus Möbelkartons in der SB Halle verbot, gab es einen mittelschweren emotionalen Zusammenbruch mit dramatischem Fallen auf die Knie, dicken Tränen und einem lauten „Aber ich möchte Keeeeeeeeekse haben! Und klettern!“. Ein älterer Herr trat aus der Warteschlange und stellte mir grinsend seinen Stuhl aus der Fundgrube hin und lachte: „Bitte sehr, das kann ja noch etwas länger dauern.“, was ich mit einem scharf durch die geschlossenen Zähne geschossenen „Nein, Danke!“ ablehnte. Mein Gesicht, welches sich ein Lächeln abquälte, sagte vermutlich so etwas wie:“Verpiss dich, du Drecksack, sonst beiss ich dir den Kopf ab und scheiß dir in den Hals!“. Oder so ähnlich.
Währenddessen hörte ich nur mit halbem Ohr zwischen dem filmreifen Tantrum meiner Tochter den IKEA Mitarbeiter zu Jakob sagen, dass er ja froh sei, einen Sohn zu haben und der in dem Alter nicht so zickig gewesen sei. Die Situation hat sich entspannt, nachdem Emma verstanden hat, dass mehr Kekse im Auto auf sie warten und dass das Klettern in der SB Halle doch ein wenig gefährlich ist. Eine gerade Zweijährige mit starkem Willen und fehlender Geduld, bzw. die noch nicht ausgebaute Fähigkeit nicht abschätzen zu können, wie lange ein Moment dauern kann, sind doch manchmal eine dezent toxische Mischung.
Weder in der Situation, noch rückblickend betrachtet, habe ich diesen Knatschanfall und das Beschweren über das Kletterverbot als äußerst dramatisch, aufsehenerregend oder jähzornig empfunden. Die Situation dauerte keine 3 Minuten und als der Ärger verraucht war, konnte ich das Tochterkind während des Wartens auch wieder anders beschäftigen.

Was diese Situationen gemeinsam hatten: Das Kind hatte Hunger, war müde und wollte ihren Willen durchsetzen. Nunja, den Schuh mit dem Hunger könnte ich mir anziehen, allerdings plane ich weder jetzt noch in Zukunft stets einen prall gefüllten Picknickkorb mit einem Fassungsvermögen von 30Liter mit mir zu führen, um im Falle eines Falles dem Kind binnen weniger Sekunden Essen ohne Ende in den Mund stopfen zu können. Man muss jedoch hinzu sagen, dass Emma bei IKEA vorher(!!) bereits einen ganzen Hotdog, ein halbes Eis und eben 8 Kekse verdrückt hat. Dass ich eine Raupe Nimmersatt aus der Krippe abgeholt hatte, wusste ich vorher nicht und ist äußerst ungewöhnlich.
Es heißt nicht umsonst „Terrible Two“, wenn die Babies 2 Jahre alt und zu Kleinkindern werden und urplötzlich ihre Autonomie entdecken. Wie gesagt, wir erziehen unsere Tochter zu einer selbstbewussten und willensstarken Frau, dass da auch mal ein kleiner „Machtkampf“ mit uns stattfindet, ist normal, damit habe ich gerechnet, das kenne ich und mittlerweile weiss ich auch, wie ich damit umgehe, wenn sie nicht weiss, wohin mit ihrer Enttäuschung darüber, dass sie anderen Menschen ihren Willen nicht aufzwingen kann. Ist ja auch schwierig zu verstehen, dass nicht jeder sofort genau so hoch springt, wie man es gerne hätte…
Die Energie, die von einem willensstarken Kind ausgeht, ist enorm faszinierend. Und wenn man diese Kinder mal ein bisschen machen lässt, experimentieren und ausprobieren lässt, kommen wahnsinnig phantasievolle und wunderschöne Dinge dabei heraus. Wenn man Kindern den Raum lässt, um sich entfalten zu können… stellt euch nur vor, was da alles faszinierendes bei herauskommen könnte!
Die Terrible Two sind ein gnadenloses Alter. Emma ist dabei zu lernen, was es bedeutet, mal abwarten zu müssen und das geht nicht oft mit ihrem Willen einher. Kleine Wutanfälle oder auch kleine Kämpfe, die sie mit sich selbst vor Verzweiflungen und dem Hin- und Hergerissen sein über neu gelernte Regeln und dem eigenen Willen auskämpft, finden eben auch manchmal in der Öffentlichkeit statt. Ob im Supermarkt, weil die Kekse oder der Joghurt nicht schon vor dem Bezahlen geöffnet werden können (man ey!) oder eben das eeeewige Warten in der Securityschlange am Flughafen, weil die Omi vor uns nicht inne Pötte kommt und wir lange warten müssen.

Dieses Verhalten hat jedes Kind in dem Alter unterschiedlich stark ausgeprägt und nein, es lässt sich nicht mit sexistische Kackscheisse, wie „Die Kleine ist ne Zicke!“ erklären, sondern ist ein ganz normaler Entwicklungsschritt. Was sagen die neunmalklugen fremden Passanten, wenn ein Junge auf dem Boden im Supermarkt knatscht: „Na, der hat seine Eltern aber im Griff!“, während das Mädchen eine Zicke ist und sich gefälligst zu fügen hat. Herzlichen Glückwunsch und willkommen im 21. Jahrhundert.

Dass Willensstärke mit zickigem Verhalten gleichgesetzt wird, kenne ich bereits aus meiner Jugend und durfte mir oft anhören, dass mein Interesse meiner Meinung Gehör zu verschaffen mit Zickigkeit umschrieben wird. Aber lasst euch gesagt sein: Ein Mädchen, eine Frau, die ihre Wünsche bestimmt äußert und weiss, was sie will, ist noch lange keine Zicke, sondern eine Frau, die weiss was sie will.
Meine Tochter, die mit mir über den Kauf einer Süßigkeit diskutiert, automatisch als Zicke zu bezeichnen, weil sie vermutlich willensstärker ist, als so manch ein anderer Erwachsener im Supermarkt, ist mehr als armselig. Meine Tochter als Zicke zu bezeichnen, weil sie mit ihren 2 Jahren gerade dabei ist, gesellschaftliche Regeln zu lernen und versucht, diese mit ihrem eigenen Willen und Bedürfnissen unter einen Hut zu kriegen, ist eher kontraproduktiv. Meine Tochter als Zicke zu bezeichnen, ist einfach nur unhöflich, frech, eine Beleidigung und zeugt von schlechter Erziehung.

Ebenso ist es eine Frechheit, wenn fremde Menschen versuchen, sich in meine Erziehung, bzw. an der Interaktion mit meinem Kind während so eines Wutanfalles auf eine unangenehme Art zu beteiligen oder einzumischen. Verzeihung, wer hat darum gebeten? Ich mit Sicherheit nicht. Habe ich irgendwo auf der Stirn ein Schild leuchten, das in großen Lettern blinkt und drum bittet, von jedem Fremden noch so unqualifizierte Kommentare zu bekommen? Sicherlich nicht.

Ebenso ist mir völlig schleierhaft, wieso viele fremde Menschen meinen, jedes Kind müsse das machen, was sie von ihm verlangen. Bitte nicht! Emma ist noch nicht in dem Alter, in dem ich ihr eintrichtern muss, dass sie auf keinen Fall mit fremden Menschen mitgehen darf – sie ist niemals irgendwo alleine unterwegs und hat gerade eh eine Fremdel-Phase. Dennoch wird sie oft von fremden Menschen angequatscht, im Einkaufswagen angetatscht oder auch angesprochen, während sie auf unserem Arm ist. Ich habe kein Problem damit, wenn sie auf Fremde freundlich reagiert, denn eigentlich bin ich nicht der Meinung, dass jeder Fremde, der einen anlächelt, automatisch böses im Sinn hat. Wenn sie jedoch keine Lust auf Konversation hat, dreht sie sich einfach weg, wie das vielleicht manch ein anderes Kind auch tun würde. Meine Tochter dann aufgrund dieses Verhaltens als Zicke zu verurteilen, schockiert mich immens. Ich frage mich allen Ernstes, woher dieses Denken kommt, die Meinung herrührt, dass man Kinder nach seinen Wünschen und nach Lust und Laune formen kann? Und woher sich fremde Menschen die Idee hernehmen, dass Kinder binnen weniger Sekunden ein Vertrauen zu ihnen aufgebaut haben müssen oder genau so reagieren müssen, wie sie es gerne hätten?

Denkt vielleicht beim nächsten Mal einfach einen Moment nach, bevor ihr eine Frau, ein Mädchen als Zicke bezeichnet. Ein launischer, schwieriger Charakter ist alles andere, als eine willensstarke Haltung, merkt euch das!

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45 Comments

  • Reply
    Waldgängerin
    23. Januar 2017 at 19:22

    Wunderbare Worte – vielen, vielen Dank dafür!!! <3

  • Reply
    Lena
    23. Januar 2017 at 19:23

    Cooler Artikel, ja es stimmt manchmal fragt man sich warum Leute Eltern einfach komisch anquatschen oder sich einmischen. Die Situation mit dem älteren Herren verstehe ich nicht direkt. Wollte er, dass Emma sich hinsetzt oder wie? Allgemein hätte ich als nicht Mutti eine Frage: Wenn ich in den Öffentlichen unterwegs bin oder allgemein und z.B. Kinder im Weg stehen oder zwei Plätze mit ihrem Rucksack einnehmen und Co., spreche ich immer die Kinder direkt an und frage freundlich ob er/ sie mich bitte durchlassen kann…es sind häufiger auch kleinere Kinder, wohl auch mal im Kindergarten Alter…find es einfach besser das Kind wie einen Erwachsenen ( natürlich etwas angepasst) anzusprechen, als die Eltern darum zu bitten ihr Kind „wegzuräumen“, weil das Kind es ja so besser lernt und die Kinder ja auch selbst kurz zur Seite gehen können ( immer ohne Probleme). Oder ist das nicht angemessen? Sollte man den Eltern zu verstehen geben, dass man gerne vorbei möchte?

  • Reply
    Lisa
    23. Januar 2017 at 19:38

    Sehr schöner Artikel.

    Ich bin auch völlig genervt von den Meinungen anderer bezüglich meiner Tochter. Das fängt ja schon in der Schwangerschaft an, wenn dir unsgefragt die Leute an den Bauch fassen und dir gute Ratschläge geben wie „schlaf schon mal vor“ – so ein Quatsch.
    Sobald das Kind da ist und man mit Kinderwagen spazieren fährt springen sie förmlich in den Wagen und wollen gucken und der nächste Ratschlag kommt „genießt bloß die Zeit wo sie so klein sind“.
    Mittlerweile sind wir bei knapp 14 Monaten angekommen und sie kann sich langsam äußern – gerade beim Essen in der Öffentlichkeit wird ständig geguckt und getuschelt. Aber es wird ja auch kein Erwachsener dazu gezwungen alles zu essen was auf dem Teller ist. Und wenn das dann akribisch aussortiert und vom Teller geschoben wird gehört das meiner Meinung nach zur Entwicklung des eigenen Willens dazu!

  • Reply
    Elbmaid
    23. Januar 2017 at 19:38

    Ich kann dir nur beipflichten! Ich bin auch jedes Mal wieder auf 270 (denn 180 wäre noch zu harmlos ausgedrückt) wenn Fremde meinen sich aufgrund einer Sekunden-Situation das Recht heraus nehmen meine Tochter zu verurteilen oder gar mich zu kritisieren.
    Erst neulich im Supermarkt wieder mal erlebt. Jede Mutter einer willensstarken Tochter versteht was es bedeutet nach einem 8-stündigen Kita-/Arbeitstag nun auch noch alleine mit Mama zum Discounter zu gehen um nötige Einkäufe zu erledigen. Man kann versuchen das Kind mit sämtlichen Künsten zu überzeugen
    im Wagen zu bleiben oder nicht alle Regale auszuräumen, aber (obwohl ich eine Schnelleinkäuferin bin) nach 40 Minuten ist auch hier die Geduld am Ende.
    Ich müsste nur noch die Getränke einladen und aus weiser Vorraussicht das gleich das Kassenband folgt verfrachtete ich das Kind schon mal in den Wagen und tja es gab einfach Gemecker. Eine Frau die diese Situation nur 3 Sekunden erlebt hat und alleine einkauft hat noch nicht mal die Eier in der Hose mich anzusprechen sondern redet mit sich selbst „solche Eltern kann man gerne haben, vielleicht sollte man das Kind einfach mal ins Bett stecken zu solch einer Uhrzeit …. Nun nehmen sie doch einfach mal ihr Kind auf den Arm wenn es das möchte, da bricht ihnen doch kein Zacken aus der Krone…“ und so weiter…
    (es ist 18:30 Uhr… mein Kind geht nie vor 20 Uhr ins Bett und überhaupt das geht sie gar nichts an sie alte wahrscheinlich kinderlose Frau) das hätte ich gerne schreien wollen, aber um meinem Kind nicht noch mehr zu zu setzen und mich nicht zum Gespött zu machen sagte ich nur „nun haben sie doch wenigstens so viel Mut und sagen Sie mir die Kritik ins Gesicht“
    Naja darauf folgte ein genuscheltes „hab ich doch“ … sehe ich zwar anders aber egal… diese ganze Situation hat mich vor Wut fast zum weinen gebracht…
    diese Dreistigkeit von einigen ist die Höhe und einfach nicht angebracht ……
    Aber egal was man macht ich werde nie die Leichtigkeit erreichen das mir solche Kommentare egal sein werden ich werde mich immer angegriffen fühlen und das wo ich ebenso stolz auf meine willensstarke Tochter bin…

  • Reply
    Heide
    23. Januar 2017 at 19:39

    Deine Tochter klingt für mich nicht wie eine Zicke. Ich finde sie klingt eher als wäre sie auf dem Weg dahin ein sehr launischer und selbstbezogener kleiner Mensch zu werden was ich recht schade finde aber auch auf euren Vlogs beobachte. Das steuert natürlich ausschließlich ihr und wenn ich so lese wie schnell du anderen menschen gegenüber, beispielsweise dem Herren bei Ikea, herablassend wegen einer Äußerung die du ja so für dich färbst und münzt gegenüberstehst oder aus der haut fährst, dann wundere ich mich natürlich nicht. Gut dass du offenbar einen sehr stillen und ausgleichenden Mann hast vielleicht kannst du von ihm lernen das täte sicher auch deinem Kind gut. Verzicht, Reflexion und Erziehung. Aber Kinder sind eben ein Spiegel, gerade in diesem Alter.

    Veröffentliche diesen Artikel nicht, wenn du nicht möchtest. Ich möchte dich nicht bloßstellen. Aber wenn du so frei deine Meinung äußerst fand ich, es sei an der Zeit das auch mal zu tun.

    • Reply
      Anna Frost
      23. Januar 2017 at 19:56

      interessante ansicht. du hast schon richtig gelesen, dass ich das nicht gesagt, sondern gedacht habe? außerdem fand ich seine art und weise, sich in meine angelegenheiten einzumischen, äußerst unverschämt und herablassend.

    • Reply
      Jenny
      23. Januar 2017 at 20:03

      Wieso ist man ein. launischer, selbstbezogener, ergo Egoist wenn man seine Grenzen wahrt und seine Meinung und seinen Willen vertritt?
      Kinder sind kleine Menschen und müssen weder funktionieren noch das tun was andere Große wollen.

    • Reply
      Britt
      23. Januar 2017 at 20:24

      Um genau solche Menschen wie Sie, liebe Heide, geht es in diesem
      Artikel. Die weder Mutter noch Kind kennen, aber Urteile fällen, bewerten und belehren möchten.
      Wie soll denn Ihrer Meinung nach ein Kleinkind sein? Wie ein umsichtiger Erwachsener, oder: jemand der es allen recht machen soll und sich selbst dabei vergisst?
      Viel Ahnung auf pädagogischer Basis haben Sie leider nicht.
      Und bevor über mich Urteile gefällt werden: ja ich bin Mutter und(!!!) Pädagogin.

    • Reply
      Heide (2)
      24. Januar 2017 at 1:07

      eine Heide :O ich drehe durch, ich kenne keine Heide sonst.
      Deinen Namen finde ich super (*hier* auch eine Heide *hier*), aber deine Meinung teile ich nicht. Ich war wählerisch, mäkelig und trotzig als Kind. Da mal durch zu müssen und den halben Tag im Prinzessinenkleid zu verbringen, für das es draußen zu kalt war, gehörte dazu. Trotzdem war ich nicht verzogen, meine Eltern waren sehr genau wenn es um ihre Vorstellungen davon ging, was für Werte wir verinnerlichen sollten, nicht aber, wenn es darum ging unsere Persönlichkeit formen zu wollen.
      Mir hat es beim Lesen oft einen Knacks gegeben, im Herzen, wenn du verstehst was ich mein Anna. Euer großartiges Kind, dass ich episodisch aus so vielen Alltagsausschnitten kenne wird so früh schon bewertet, eingeschätzt, abgewertet… weil sie ein Mädchen ist?
      Ich kenne das jetzt noch, wir Mädels, die den Mund aufmachen im Studium, die widersprechen in der Männerrunde, rechthaberisch sind, diskussionswütig oder im Mittelpunkt stehen wollen. Das selbe ist selbstbewusst, lässig und interessant bei Männern.
      Denke ich an alle Heldinnen meiner Kindheit/Jugend zurück: Ronja, Pipi, Hermine, Jolly, Trinity – ihr eigener Kopf, ihre unkonventionellen Entscheidungen und ihr Wille sich für das einzusetzen, was sie richtig finden verbindet sie alle. Und das zu vermitteln hat nichts damit zu tun, dass man seinem Kind Respekt, Höflichkeit und Rücksichtnahme beibringt – hier gehts ja nicht um vorbehaltloses „mein Kind ist ein Star und alle sollen sie feiern“, sondern viel mehr darum, weder dasKind von außen klein machen zu lassen, noch ihm das Gefühl zu geben, die eigene Persönlichkeit sei ‚falsch‘, oder ‚gerade unangebracht‘.
      Ich kann nur den Hut davor ziehen, wie du deine Tochter in Schutz nimmst. Nichts anderes würde ich von meiner Mutter denken (#löwenmom) die mich immer bis aufs Blut verteidigt hätte. Danke, dass du diesen Artikel geschrieben hast – ich hab ihn so gern gelesen.

      Liebe Grüße,
      eine Heide, die dich, deine Tochter und den Artikel großartig findet

    • Reply
      Elena G
      6. Februar 2017 at 22:40

      Mich würde mal interessieren, was Du (Heide) dazu gesagt hättest, wenn Emma kein Mädchen sondern ein kleiner Junge gewesen wäre?
      Ihr Verhalten soll die Eltern widerspiegeln? Sagst Du das, weil du wirklich weißt in welchem Entwicklungsstadium sich Kinder in diesem Alter befinden, oder weil Du es einfach nur von anderen ahnungslosen Leuten aufgeschnappt hast ? Hättest Du dich besser damit beschäftigt, dann wüsstest Du, dass Kinder erst ab einem Alter von Drei, Vier Jahren damit anfangen das Verhalten ihrer Eltern zu spiegeln. Emma ist Zwei Jahre alt, (ich hoffe das ist richtig) hat gerade angefangen sich richtig auszudrücken. Vor kurzem war sie noch ein Baby. Ein Säugling! Babys denken nicht darüber nach, was andere Leute von ihnen denken. Ob sie jemanden mit ihrem Verhalten stören oder beleidigen ist ihnen noch nicht bewusst. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr begreifen sie erst, dass sie eine eigenständige Persönlichkeit sind. Hinzu kommt, dass Kinder in dieser Entwicklungsphase merken, das eben nicht alles so geht wie sie es wollen (Als Baby wurden einem schließlich alle Wünsche erfüllt, solange man nur geschrien hat) Diese Denkweise setzt sich nicht plötzlich ab. Es dauert seine Zeit bis Kleinkinder verstehen was die Gesellschaft von ihnen erwartet. Und es ist traurig zu sehen, wie viele Kinder sich davon einschüchtern lassen. In dem Kulturkreis in dem ich aufgewachsen bin wurden Kinder in Emmas Alter geschlagen (so wie auch ich schon mal mit einer Rute geschlagen wurde, weil ich weit weg von meinen Eltern gelaufen bin als wir draußen einen Spaziergang gemacht haben und für eine kurze Zeit unauffindbar war). Aus Angst vor Schläge oder psychologischer Gewalt gehorchen solche Kinder dann. Aber nicht weil sie es wollen, sondern weil sie Angst vor solchen Konsequenzen haben. Was werden aus solchen Kindern ? Sie lernen nicht sich durchzusetzen. Sie können sich nicht entfalten. Sie lernen: Was ich will interessiert niemanden. Der Wille der anderen steht im Vordergrund. Deswegen stehe ich hinter Dir Anna. Mir geht es genau so wie Dir. Alle anderen kennen mein Kind viel besser wie ich selber es tue. Was für Rabeneltern wir sein müssen, dass uns das all die Monate entgangen ist, was ein Frau durch das Lesen von drei kleinen Erfahrungen innerhalb von fünf Minuten gemerkt hat.*ironie off*

  • Reply
    Jenny
    23. Januar 2017 at 19:58

    unterschreibe ich dir im Namen meiner zwei willensstarken Maedchen 💜

  • Reply
    Cornelia
    23. Januar 2017 at 20:00

    Dankeschön! Das musste mal gesagt werden! Meine Emma ist auch sehr durchsetzungsfähig und auch wenn das viele Diskussionen nach sich zieht bin ich sehr stolz darauf mein Kind nicht zu verbiegen!
    Leider verstehen das kaum andere Menschen, schon gar nicht die Fremden.
    Und leider gibt es auch Mütter, die ihre eigene Tochter Zicke nennen. Ich finde das ganz schwierig und glaube, dass diese Mädchen später selbst denken sie seien Zicken und sich dann auch vielleicht so verhalten. Schade ist das! Und unnötig.

    Danke für deine Worte!
    Liebe Grüße
    Cornelia

    • Reply
      Elbmaid
      23. Januar 2017 at 22:44

      Gut ich muss zugeben, dass ich auch selbst mein Mädchen manchmal liebevoll „mein kleines Zicklein“ nenne, aber wirklich liebevoll und ich würde niemals ihre Art unterdrücken oder versuchen sie zu ändern. Finde selbst das Wort „Zicke“ auch nicht so negativ, aber es geht allgemein darum fremde Kinder zu verurteilen und in erwachsene Klischees einzuteilen.

  • Reply
    Hanne
    23. Januar 2017 at 20:15

    Danke, du sprichst mir aus der Seele. Meine Emma ist 2,4 Jahre alt. Same here…

  • Reply
    Gina Vogt
    23. Januar 2017 at 20:15

    Absolut fantastisch!
    Noch ehrlicher, treffender auf den Punkt hätte ich es wohl selbst nicht treffen können. Wohlgemerkt haben wir zuhause ein ebenso willensstarkes 2 1/2 jähriges Mädchen.
    Für uns ist es ein absolutes muss auch einmal mit ihr zu diskutieren und Machtkämpfe zu führen. Das gehört dazu, zu unserem Tag, zu unserem Leben aber vorallem zu ihrer Entwicklung und Entfaltung ihrer eigenen Persönlichkeit. Bei der sie gerade dabei ist sie zu finden, sich selbst zu finden und sich selbst vorallem immer wieder ein Stück besser selbst kennen zu lernen.

    Schön das es noch Leute gibt die dieses „Verhalten“ nicht als negativ sehen, sondern bewusst positiv fördern!

    Liebe grüsse an Euch :)

  • Reply
    Elke
    23. Januar 2017 at 20:34

    du reagierst aber auch ganz schön selnsibel, oder? Klar ist das eigene Kind immer das beste und tollste und klügste usw., aber Außenstehende haben schon immer zu allen möglichen Dingen (ungefragt) ihren Senf dazu gegeben und du solltest drüber stehen, anstatt dich dermaßen zu empören und dich so reinzusteigern…

    • Reply
      Anna Frost
      23. Januar 2017 at 20:54

      schön, dass das bisschen Provokation bei dir funktioniert hat :)

  • Reply
    Katja
    23. Januar 2017 at 20:38

    Danke für den Artikel, der mir die Augen geöffnet hat. Meine Tochter wird von der Kitaerzieherin als kleine Zicke bezeichnet und ich habe mich bisher immer gefragt, ob ich zu empfindlich bin, weil ich das extrem unangebracht finde. Aber offenbar ist es wirklich ein weit verbreitetes Phänomen, kleine willensstarke Mädchen als Zicken zu bezeichnen. Ich werde das zukünftig auch nicht mehr unkommentiert so stehen lassen.

    • Reply
      Anna Frost
      23. Januar 2017 at 20:55

      go girl!!!

  • Reply
    Sarah
    23. Januar 2017 at 20:52

    Der Kommentar von dir, Heide, ist sowas von deplatziert. Du stellst Thesen auf, die auf dein subjektives Empfinden basieren, nimmst in Kauf die Gefühle eines Menschen zu verletzen und stellst das Ganze unter das Motto: Das wird man ja wohl mal sagen dürfen! NEIN, darf man nicht!
    Wenn man sich nicht 100pro sicher ist, sollte man lieber gar nichts sagen. Ein Kleinkind als Egozentriker darzustellen ist schon ganz richtig. Das sind sie nämlich. Sie lernen in der Autonomiephase gerade erst, dass sich nicht immer alles um ihre Wünsche dreht. Das ist vollkommen normal und gehört zur Entwicklung. Doch anstatt dass Anna ihrer Tochter beibringt immer schön die Füße still zu halten und sich anzupassen, bringt sie ihr bei auf natürliche Weise mit Enttäuschunngen und Gefühlen umzugehen.
    Aber wahrscheinlich ist es in deinen Augen besser den Mädchen beizubringen, immer schön den Willen aller anderen über den eigenen zu stellen, damit man bloß nicht egoistisch ist. Wahrscheinlich ist es in deinen Augen auch besser mit seinem Mann bis ans Lebensende zusammen zu bleiben, egal ob er dich unglücklich macht oder nicht.
    Wenn du doch beim nächsten Mal eine „professionelle“ Beurteilung über das Verhalten von Kindern abgeben möchtest, lies dich doch bitte erstmal durch Fachbücher zur Kindheitsentwicklung. Unglaublich!

    Anna, ich finde du machst das super. Bei uns ist es nicht anders. Ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Kind groß zu ziehen ist nicht immer der „leichteste“ oder „angenehmste“ Weg. Aber wenn man seine Tochter stark machen will, dann ist es das natürlichste der Welt.
    Btw. Ich durfte mir am Wochenende auch so eine übergriffige Scheiße anhören. http://lotte-lieke.com/outtakes-wenn-muetter-sich-gegenseitig-von-bord-bashen/

    Unglaublich was manche Menschen sich rausnehmen.

    Liebe Grüße,

    Sarah

  • Reply
    Johanni
    23. Januar 2017 at 21:09

    Kenne ich! Könnte ich so unterzeichnen für häufig vorkommende Situationen mit meiner Tochter! Danke für den gut auf den Punkt gebrachten Artikel!

  • Reply
    Anna
    23. Januar 2017 at 21:24

    Mal ein anderer Gedanke: Ich habe schon oft selbst erlebt oder auch von anderen erzählt bekommen, dass in anderen Ländern Menschen ganz anders mit fremden Kindern umgehen. Wenn man merkt, dass das Kind launisch/müde/quengelig/gelangweilt/was auch immer ist, versuchen Fremde eher den Eltern zu „helfen“ indem sie beispielsweise mit dem Kind Faxen machen, es ein wenig aufmuntern oder ablenken. Habe zB öfter im Restaurant erlebt, dass die Kellner mit dem Kind spielen während die Eltern gemütlich essen können. In Deutschland erlebe ich sowas kaum und ich glaube auch, dass es viele Eltern gibt, denen das überhaupt nicht Recht wär und die das als übergriffig empfinden würden. Wie siehst du das? (Selbstverständlich nur dann, wenn das Kind auch selbst mit dem Fremden interagieren möchte und sich auch dabei wohlfühlt und nicht in irgendeiner Weise dazu genötigt wird.)
    Viele Grüße

    • Reply
      Anna Frost
      23. Januar 2017 at 21:42

      ist uns schon ein paar mal passiert und ich finde das klasse, wenn die Erwachsenen nicht aufdringlich sind und die grenzen des kindes wahren. und auch nicht passiv aggressiv meine erziehung kommentieren. wie oben schon gessagt: ich gehe niemals vom schlechten bei fremden aus und finde es schön, dass emma sehr offen auf andere menschen zugeht und neugierig ist.
      wenn sie aber beleidigt reagieren, weil das kind sich wegdreht und nicht betüddelt werden möchte, und sie dieses dann als Zicke bezeichnen, ist für mich der sinn und zweck total verfehlt.

      ich selber kenne es aus meiner kindheit gerade in amerika, dass menschen oft auf kids zugehen und sie ansprechen, es aber kommentarlos akzeptieren, wenn diese fremdeln und den kontakt ablehnen.

  • Reply
    Bastienne
    23. Januar 2017 at 21:30

    DANKE! Einfach nur Danke! ♡

  • Reply
    Julia
    23. Januar 2017 at 21:33

    Du sprichst bzw schreibst genau das was ich mir schon seit längerem denke! Meine Tochter ist genauso :). Und die Reaktionen von den Menschen ist spannend. Kannte ich so von meinem Sohn gar nicht. Ich bin teilweise immer noch sprachlos was sich manche Menschen erlauben, mir direkt ins Gesicht zu sagen oder hinterm Rücken. Auch muss ich mir immer wieder anhören, was nicht alles noch auf mich zukommt wenn sie älter wird. Und das nur weils sie Willensstark ist?!

  • Reply
    Elina
    23. Januar 2017 at 21:41

    Interessanter Artikel! Die Nonmentions auf Twitter von Lina Mallon zu dem Artikel sind mehr als plump und peinlich… Ist das noch jemandem aufgefallen? 🙄

  • Reply
    Meritt
    23. Januar 2017 at 22:17

    Liebe Anna,
    das ist ein sehr interessanter Artikel und du sprichst viele wahre Punkte an :) Aufgrund kleinerer „Maulereien“ sollte man doch nicht gleich so eine Äußerung mit der Zicke vom Stapel lassen, versteh ich auch gar nicht. Vor allem wenn das Kind ja noch so klein ist o.O
    Allerdings habe ich vor kurzem mal voll den tollen Artikel gelesen der dieses „einmischen“ von Fremden in die Erziehung unso behandelte. Ich fand das wahnsinnig interessant weil dort argumentiert wurde, wann wohl dieser Punkt kam, an dem Fremde nichts mehr zu oder über Kinder sagen dürfen. Früher waren Eltern eine Gemeinschaft, hielten zusammen. Wenn ein Kind mal frech wurde, dann durfte auch ein Fremder sagen „so was sagt man nicht“ etc. Heute fühlt sich jeder immer gleich in der eigenen Erziehungsart angegriffen wenn jemand anders sich wagt einzumischen, so als würde man gleichzeitig vorwerfen, dass die Eltern etwas falsch machen. Ich kann mich da nich so doll reinversetzen da mir ja selber das Kind fehlt xD und es ist ja auch wiederum etwas anderes ob eine aussenstehende Person versucht Werte (die universell gelten, wie Höflichkeit etc.) zu vermitteln oder einfach nur ne dumme Bemerkung vom Stapel lassen. (Bisschen wie der eine Kommentar weiter oben, ich kenne das auch aus den südländischen Regionen dass Kindererziehung quasi „Gemeinschaftssache“ ist und es dort als unterstützend gilt, so unterschiedlich sind dann doch Kulturen :)
    Ist auf jeden Fall ein interessantes Thema und dumme Verallgemeinerungen sollten so oder so nicht geäußert werden, vor allem völlig grundlos oder das Kind zu kennen :)

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    Sonja
    24. Januar 2017 at 7:47

    Liebe Anna,

    ein sehr guter Artikel. Danke!
    Ich finde es schön, wenn wir selbstbewusste, willensstarke Mädchen erziehen, die im ihrem Leben Durchsetzungskraft besitzen, um ihre Ziele zu erreichen. Da muss sich die Gesellschaft noch ändern. Warum sollen Mädchen/ Frauen sich immer zurücknehmen?
    Ich finde es fängt leider doch schon ganz früh an. Nehme ich meine 4 Wochen alte Tochter auf den Arm, wenn sie schreit, schauen mich die Leute verheißungsvoll an und häufig genug bekomme ich zu hören, dass die Kleine schon eine kleine Diva sei und mir später auf der Nase herumtanzen werde. Dass dahinter einfach nur das Bedürfnis nach Geborgenheit steht und so ein kleines Baby auch viel Nähe braucht, wird völlig verkannt.
    Aber als Kind habe ich auch das Gegenteil erlebt, war eher schüchtern und zurückhaltend und brauchte immer Zeit, um mit anderen Menschen warm zu werden und auf sie zuzugehen. Wenn ich dann nicht die Hand geben wollte oder eine Umarmung verweigert habe oder mich bei mir fremden Personen, die mir ihre Hand aufzwingen wollten, hinter meinen Eltern versteckt habe, wurde das als unhöfliches Verhalten abgetan. Und meine Eltern, die mir diesen Raum gegeben haben, wurden auch dafür kritisiert. Wie man es macht, man macht es falsch und es gibt immer „Experten“, die es besser wissen.
    Mach weiter so! Emma ist ein bezauberndes, kleines Mädchen und ich finde für ihr Alter auch schon sehr weit! Ihr macht das gut, wie ihr es macht.

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    Andrea
    24. Januar 2017 at 10:34

    Ich bin Mama von zwei Jungs und einem Mädchen.
    Wenn die Jungs ihre Momente haben, dann ist das Wort Zicke noch nie gefallen.
    Bei meiner Tochter immer wieder. Mich ärgert das auch immens.

    Auch muss ich mir immer wieder anhören, dass sie ja nur so durchsetzungsstark ist, weil sie zwei große Brüder hat. In meinen Augen totaler Quatsch. Unsere Buben sind im Vergleich zu vielen anderen Jungs in ihrem Alter sehr einfühlsam und sensibel und gehen sehr respektvoll mit Mädchen um. Das ist uns als Eltern auch total wichtig.
    Ich selbst war bereits als Kind sehr meinungsstark und bin es bis heute – und das obwohl ich nur Schwestern habe. Es ist also einfach viel Sache des Charakters des MENSCHEN – nicht des GESCHLECHTS!

    Mich nerven diese Schubladen in die die Kinder immer wieder gesteckt werden (und auch wir Erwachsenen) so ungemein. Können wir nicht einfach erst mal nur den Mensch sehen ohne bestimmte Verhaltensweisen gleich am Geschlecht festzumachen?

    Kritik von fremden Personen begegne ich mittlerweile meist mit Humor. „Zum Glück waren wir als Kinder nicht anders“ oder „Wenn wir könnten würden wir uns bei so einer langen Schlange an der Kasse doch auch vor Frust auf den Boden werfen“
    Das hilft meistens um die eventuell angespannte Situation ein bisschen zu lockern.

    Die von Dir beschriebenen Situationen hören sich für mich an wie ganz normale Momente, die wir Eltern alle kennen. Und genau so sollte es auch von der Umwelt gesehen werden. Als ganz normaler Teil des Lebens einer Gesellschaft mit Kindern. Immer wieder schade, dass das viele nicht können.

  • Reply
    Sylvia
    24. Januar 2017 at 11:19

    Bis jetzt bin ich zwar noch kinderlos, verstehe aber sehr gut was du meinst. Mir würde im Leben nicht einfallen mich irgendwo einzumischen oder fremde Kinder oder Eltern zu korrigieren. Bei solchen kleinen Ausrastern wie beschrieben, stelle ich mich gern 3 Kassen weiter weil ich das Geschrei nicht brauche und ich auch nichts dazu äussern will – weder positiv noch negativ. Ich weiss das weder Mutter noch Kind was dafür können und kann beim besten Willen nichts dazu beitragen also lasse ich es bleiben.
    Ich war als Kind wohl auch sehr Willensstark – ich würde das jetzt auch zickig nennen, das würde mich nicht so stören – und eine Mum hatte mich wohl auch schon einfach irgendwo liegen lassen auf dem Boden um sich aus dem Sichtfeld (!) von mir zu entfernen. Sie erzählt heute noch wie böse alle sie angestarrt hätten.

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at/ Foto/Travel/Lifestyle

  • Reply
    Lia
    24. Januar 2017 at 12:18

    Liebe Anna,
    sowie du es schilderst klingt es mich für eine vollkommen normale Entwicklung. Ich finde an dem Verhalten überhaupt nichts ungewöhnliches. Wenn man es so sieht, wie die „Anderen“ ist mein Sohn eine 7 jährige Zicke. Denn wenn er übermüdet, überreizt ist, dann ist er auch „bockig“/schlecht gelaunt.Jeder darf doch mal schlecht drauf sein. Autofahrer sind doch oftmals „auch nicht besser“.
    Dies ist aber nichts, weswegen man sich Sorgen machen muss oder weshalb sich andere Menschen einmischen müssen und einem kompletten Blödsinn an den Kopf werfen müssen.
    Ich habe Pädagogik studiert und dort auch gelernt, dass Kinder in dem Alter „einen Moment warten“ bzw auch einen Zeitraum von 5 Minuten keineswegs abschätzen können.

    An deiner Stelle hätte ich mich auch aufgeregt.

    Ich finde ihr erzieht Emma super!

    LG
    Lia

  • Reply
    Steffi
    24. Januar 2017 at 12:22

    Zicke zu sagen ist saublöd, das sehe ich genauso. Aber mit 2 Jahren sind die Kids so, von wegen Willen durchsetzen usw. Das ist nicht unbedingt eine Charaktereigenschaft, „willensstark“ und „stolz“ zu sein. Das manifestiert sich erst noch. Bin auch Mama von einem Mädchen, und habe einige Freundinnen mit Mädchen und dementsprechend die Entwicklungen live mitbekommen. LG

  • Reply
    Sandra
    24. Januar 2017 at 12:54

    Was geht denn hier und bei facebook in den Kommentaren ab?!
    Ich finds unerträglich! Warum dieses Bashing und warum werden immer alle so persönlich?? Kann man nicht mal einen Artikel lesen und einfach feststellen dass man anderer Meinung ist ohne anschließend so abzugehen.
    Anna, nimm dir diese ganzen negativen Kommentare bitte nicht zu Herzen!!

  • Reply
    Pat
    25. Januar 2017 at 9:28

    Mittlerweile ist meine Tochter 14 und manchmal anstrengend hormongesteuert, aber eine junge Frau, die weiß was sie möchte und was nicht, ihre Meinung vertritt und darlegen kann, für sich selber entscheidet und abwägt, aber trotzdem auf andere zugeht, einsichtig sein kann und nicht narzisstisch oder egoistisch ist. Als Kleinkind war sie wie Deine Emma! Wie oft durfte ich mir anhören, ich müsste sie zwingen gewisse Dinge zu tun, ihr mehr Grenzen setzen und sogar ihren Willen brechen (WTF!!!). Es gibt bei uns immer ein paar klare Familienregeln, die einfach für das Miteinander wichtig sind, die aber auch für alle (Kinder und Erwachsene) gleichermaßen gelten. Daneben aber viele Freiheiten und beide Kinder sind auf dem Weg wunderbare selbstbestimmte Menschen zu werden.
    Das wird Eure Emma garantiert auch!
    Alles Liebe,
    Pat

  • Reply
    Margo
    25. Januar 2017 at 13:35

    Meine Tochter benimmt sich auch manchmal zickig, und mal ehrlich: Ich weiß genau, woher sie das hat. Ich bin zickig und stehe dazu, das heißt, ich lasse mir nichts sagen. Dennoch bin ich höflich und dicke nicht Leute von mir aus an, sondern verteidige mich nur. Seltsam, dass man das als Frau so oft muss, oder?
    Ich finde es super, dass Du Dein Kind in Schutz nimmst, denn genau das ist unsere Aufgabe. Und Dein Beitrag bringt vielleicht den einen oder anderen mal zum Nachdenken. Grüße! Margo

  • Reply
    Josephine
    25. Januar 2017 at 18:05

    Liebe Anna, dein Text liest sich sehr aufgebracht. Es ist schade, wie sehr fremde Menschen einen emotional treffen können.
    Ich arbeite in der Krippe und wirklich fast alle Eltern, die zum Erstgespräch vor der Eingewöhnung kommen, „warnen mich“, dass sie ein sehr willenstarkes Kind haben. Ich finde diese Bemerkung immer schade, weil das so rechtfertigend und vorwarnend klingt. Unter den 15 Kindern in der Gruppe würde ich vielleicht 2 als wirklich willenstark bezeichnen. Die anderen Kids sind eben so, wie man zwischen 1 und 3 ist. Msn entdeckt das eigene ICH, man startet die Autonomieentwicklung, man fordert Grenzen und Interaktion ein, man will seinen Bewegungsrahmen abstecken. Also normale gesunde und wichtige Verhaltensweisen von den kleinen Wirbelwinden. Aber sobald ein Erwachsener überfordert oder hilflos ist beim Umgsng mit dem Verhalten, werden Worte wie zickig oder verzogen usw benutzt, um das Kind zu beschreiben. Eltern mit einem ressorcenorientierten und liebevollen Blick auf das Kind sagen willenstark. Ich fänd es schön, wenn Erwachsene einfach mal akzeptieren, dass Kindheit eine eigene Lebensphase ist und ein Kind sich noch nicht gesellschaftskonform verhalten kann und muss. Ich bin erwachsen und es gelingt auch mir nicht immer meine Gefühle angemessen zum Ausdruck zu bringen. Wieso wird das von einem Kind verlangt? Mich persönlich erschüttert oft, dass fremde Menschen in solchen Situationen einen unbedachten lockeren Spruch auf den Lippen haben, aber wenn man im Supermarkt oder Bus beobachtet, wie ein Kind von seinen Eltern fehlbehandelt, zB angebrüllt, geschubst oder beschimpft wird, sagt niemand was. Betroffenes Schweigen. Wenn die Eltern sich schon in der Öffentlichkeit so verhalten, wie sind sie dann dem Kind gegenüber hinter verschlossenen Türen? Ich hoffe, dass man irgendwann eine gesellschaftliches Helfen und Beistehen erlebt, anstatt andere unbegründet und unwissend anzugreifen. Die Macht der Worte ist riesig. Manche sind sich dessen nicht bewusst. Frag doch in Zukunft gsnz höflich aber bestimmt zurück, warum er/ sie denn glaube, dass das Kind zickig ist oder was denn genau mit dem Wort gemeint ist? Wir sprechen zwar alle deutsch, aber eine gemeinsame Sprache hat man deshalb noch lange nicht. So sensibilisiert man den anderen vielleicht. Dir als Löwenmams und deine kleinen Wirbelwind Alles Gute <3

  • Reply
    Esther
    25. Januar 2017 at 21:24

    Ich bin auch jedes Mal mega genervt, wenn jemand Außenstehendes das Verhalten meiner Tochter kommentiert und abstempelt. Es gibt so viele Dinge, die alle Kinder – egal ob Junge oder Mädchen – in bestimmten Phasen machen oder eben nicht machen wollen, das gehört zum Lernen der eigenen Selbstbestimmung und des menschlichen Miteinander doch dazu. Warum bauschen manche Leute das so auf? Es ist wie Du sagst, so lange kein asoziales Verhalten entsteht und man situationsbedingt auch mal eingreift ist doch alles im Lot. Und mal ehrlich: Wie viele Situationen kennen wir als Erwachsene, in denen wir einfach explodieren, heulen, fluchen oder einfach nur was kaputt machen wollen. der Unterschied ist, dass wir uns regulieren können und zusammenreißen. Das müssen Kinder eben noch lernen. Indem man zum Beispiel nicht jedem Wutanfall nachgibt oder durch die Erfahrung, mit guten Argumenten vielleicht doch mal zu „gewinnen“ :)

    Ich sehe das ebenso – einmischen oder unverschämtes kommentieren zeugt von tausendmal schlechterer Erziehung – und das im Erwachsenenalter…

  • Reply
    Franzi
    26. Januar 2017 at 13:23

    Liebe Josephine,

    ich finde deinen Kommentar einfach wunderbar. Mir ist es leider nicht gelungen meine Meinung zu dem Thema so präzise zu formulieren, deshalb habe ich zuerst keinen Kommentar verfasst. Aber was du hier schreibst trifft so ziemlich das was ich gerne gesagt hätte. Girl, I´m with ya!

    • Reply
      Franzi
      26. Januar 2017 at 13:24

      Ach Mist. Ich habe dir nicht direkt geantwortet. Schau mal unten, Josephine.

  • Reply
    Ella
    29. Januar 2017 at 18:16

    Toller Artikel, tolle Einstellung :)

  • Reply
    Johanna
    7. Februar 2017 at 15:49

    Dass heute in weiten Teilen der Gesellschaft Mädchen und Jungs immer noch unterschiedlich behandelt werden, finde ich schwer zu ertragen. Das hat mich schon in meiner Kindheit in den 60ern genervt, weil es solche Unterscheidungen in unserer Familie nicht gab. Die kam immer von außen. Die Szene mit dem Mann, der dir (deiner Tochter?) einen Stuhl zum Ausruhen angeboten hat, habe ich jetzt drei mal gelesen und kann sie immer noch nicht verstehen. Es wäre nett, wenn du den Grund für deinen inneren Wutausbruch (immerhin, aber welche Wortwahl) erläutern würdest.

  • Reply
    Christine
    17. Februar 2017 at 10:07

    Ich habe zwei Nachbarn die ihre Töchter Zicke nennen, nachdem beide größere Jungs haben und finde es auch total daneben. Sind aber auch beide meist perfekt in rosa Komplettoutfit also weiß man ja wie da eben das klassische Bild ist. Unser zweites Kind ist auch ein Mädchen und ich sag mal ein anderes Kaliber als der Große. Trotzdem, Zicke werde ich sie hoffentlich nie so unbedacht nennen. Finde das auch unmöglich. Aber gerade ältere und … etwas weniger gebildete …. Leute greifen halt gleich zu solchen Klischeebegriffen denke ich.
    Beim zweiten Kind trauen sich die Leute übrigens viel weniger ungefragt zu tatschen etc. ;-) ich agiere allerdings durch die Erfahrung auch schon deutlich vorbeugender.

  • Reply
    Warum wir unsere Kinder nicht als Tyrannen bezeichnen sollten - Geborgen Wachsen
    11. März 2017 at 20:36

    […] andere sie mit solchen Worten bedenken – denn niemand hat das Recht, ein Kind so zu betiteln (wie Anna hier schön beschreibt) Nur so können wir den Bedürfnissen von Kindern wirklich nachkommen und Fehler der Vergangenheit […]

  • Reply
    Verena
    12. März 2017 at 10:38

    Ich stimme mit dir vollkommen überein, was die Aussage angeht, dass sich Fremde nicht ungefragt und abwertend in die eigene Erziehungsarbeit einmischen, bzw. das vermeintliche Fehlverhalten des Kindes kommentieren sollten – was aber ja leider doch ständig passiert.
    Ich glaube allerdings nicht unbedingt, dass sämtliche dieser Kommentare geschlechtsspezifisch gewertet werden müssen: Ich habe einen ebenfalls sehr willensstarken Sohn, der mittlerweile drei Jahre alt ist, und musste mir leider schon mehrmals den »Zicken«-Kommentar in Bezug auf sein Verhalten anhören. Was, wie gesagt, aber auch nichts daran ändert, dass solche Reaktionen unangemessen, beleidigend und einfach sachlich falsch sind.

    Liebe Grüße,
    und ich finde es übrigens sehr schön zu lesen, dass du dich so wenig beirren lässt, bzw. dass du für dein Kind einstehst und es gegen diese verbalen Seitenhiebe verteidigst.

    Verena

  • Reply
    Coco
    13. März 2017 at 10:16

    Schöner Artikel und auch wenn mir die Zeit mit Sohnemann, 7 Monate alt, noch bevorsteht, denke ich, dass mich dieselben Kommentare stören würden und halte Einmischungen dieser Art für total deplatziert.

    Das einzige, was mich im Gesamtkontext stört, wenn wir schon über Bezeichnungen nachdenken ist der Begriff „Terrible Two“. Ist das nicht auch eine platte Pauschalisierung des Alters/Charakters des Kindes? Ist Zwei-Sein generell so terrible für Eltern, also permanent oder ist es nicht einfach anders anstrengend? Ich finde das genauso platt, wie jemanden pauschal als Zicke zu betiteln. Denn sicher ist die Zeit auch sehr schön und aufregend. Terrible Two hingegen klingt für mich wie eine Zeit, die ganz ganz schnell überstanden werden muss, weil sie so furchtbar ist. Das nur als Anstoß ;)

    Liebe Grüße,
    Coco

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