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La La Land – City of Stars

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Ich bin kein Kinozuschauer, der bei Filmen großartig weint. Ok, mal hier ein Tränchen, da feuchte Augen… Besonders dann, wenn es ganz besonders traurig ist, ein Hund stirbt oder irgendwas schlimmes mit Kindern passiert. Aber geweint wird nicht, weil dann kriegt man vom Film nichts mehr mit. Das wäre eine Tragödie, besonders dann, wenn er so ein faszinierender, wie La La Land ist.
Bei La La Land habe ich gewartet, bis wir aus dem Kinosaal raus waren und im Auto saßen. Und dann brachen die Dämme. Ich weinte, bis wir zuhause waren und erst dann verstand ich so wirklich, warum eigentlich: Der Film hat mich auf so vielen Ebenen berührt, inspiriert und ich konnte mich teilweise so sehr mit den Hauptfiguren identifizieren, dass es mich ganz tief getriggert hat.

Die Story: In Los Angeles ( La La Land) begegnen sich zwei Träumer: Die leidenschaftliche Mia (Emma Stone) ersehnt sich den Durchbruch als Schauspielerin, leidet aber an ihrer großen Einsamkeit. Der charismatische Sebastian (Ryan Gosling) will dort ebenfalls seinen Durchbruch schaffen, allerdings nicht als Schauspieler, sondern als Musiker, der Menschen des 21. Jahrhunderts für traditionellen Jazz begeistern möchte. Der Zufall will es, dass sich die beiden eines Tages begegnen – und verlieben. Für beide ist es von Anfang an nicht leicht, ihre Liebe in der rauen, vom Konkurrenzkampf beherrschten Atmosphäre der Stadt zu leben, jedoch geben sie sich gegenseitig Kraft, bauen sich immer wieder neu auf. Als sich erste Erfolge einstellen, merken die beiden schnell, dass ihre Bestrebungen auch Opfer fordern und ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen wird.

Klingt erst einmal nach einer typischen halbseidenen Handlung eines Liebesfilms mit Dramaaspekten, aber davon darf man sich nicht täuschen lassen! Auch klar: Die Story „Vom Tellerwäscher zum Star“ ist auch schon ausgenudelt bis zum get no, aber: Sie funktioniert! Und das ist eben die Story in LA! Das ist der Traum in La La Land. Und das muss ein Film erst einmal schaffen; mit einer relativ schwachen Grundidee ein künstlerisches Meisterwerk abzuliefern, welches der perfekte Cast zusätzlich auf ein nächstes Level hebt. Hier stehen die künstlerischen und schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller Emma Stone und Ryan Gosling im Vordergrund (und die lassen einen über die eventuellen Schwächen im Drehbuch hinweg sehen): Gesang, Tanz und Schauspiel verinnerlichen und kombinieren die beiden so mühelos, als würden sie seit Jahren nichts anderes machen. Und ja, auch nimmt man beiden den Loserstatus, den Kampf um Anerkennung und den immensen Drang und Hingabe nach der Verwirklichung ihrer Träume ab. Verdammt, nach dem Film war ich so motiviert, weiter an meine eigenen Träume zu glauben! Beide Charaktere hängen ihren nahezu unerreichbaren Träumen nach, wie so viele in der „City of Stars“. Das Schicksal inspiriert beide zu gemeinsamen Höhenflügen, die sie alleine niemals geschafft hätten.

In einem Rausch aus Farben, Sound, Musik und Worten erzählt La La Land ihre Geschichte, wie sie ihre künstlerischen Träume wagen. Ein Film über Träumer. Meiner Meinung nach, auch ein Film ganz besonders für Träumer.

Um die Balance zwischen Traum und Wirklichkeit im Film darzustellen, sind die Songs, die eigens für den Film geschrieben wurden, bestens geeignet. Und auch die Kleider, die stets im Colourblocking zueinander kombiniert worden sind, ergänzen sich und erzählen mit allen expressionistischen Elementen von damals, vom klassischen Hollywood, eine Geschichte aus dem Hier und Jetzt. Die Farben des Films sind so stark, so satt, dass man sie fast schmecken kann. Die Kostüme spiegeln die Gefühle der Charaktere wieder, Szene für Szene wurde eine Farbpalette geplant und sie entwickeln sich aus der jeweiligen Situation und Umgebung der Charaktere; jeweils mit einer gewissen Zeitlosigkeit, dennoch großem Gegenwartsbezug – Kleider im Stile des „alten Hollywoods“ mit Vintage-Appeal, die aber moderne Touch Ups bekamen. Die Kostüme der Mia sind von den Looks von Ingrid Bergmann aus den 1940ern inspiriert.
Welchen Zauber Kostüme inne haben, sieht man beispielhaft an Mia, die am Anfang des Filmes leuchtende Farben trägt, die ihre Mädchenhaftigkeit betonen. Je reifer sie wird, je mehr sie sich entwickelt, umso gedeckter sind die Farben ihrer Kleidung, bis sie schließlich bei einer entscheidenden Show Schwarz-Weiss trägt.

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Die sorgfältig gestalteten Elemente von La La Land – Dialoge, Songs, Performances, die Bilder, bis hin zu den winzigsten Details der Sets und Kostüme – ergeben mehr als die Summe ihrer Teile. Eben auch ein Geheimnis, dass eine Liebesromanze so unerklärlich macht. Eine sich stets bewegende und nur ganz selten still stehende Kamera transportiert die Dynamik der Stadt ab der ersten Minute und reisst den Zuschauer schnell mit.

Ein Film, der von Leidenschaft handelt – für die Kunst, für die Liebe. Ein Film, der zum Träumen einlädt, Träumer motiviert und die Saat für noch mehr Träume aussät. Ein grandioser Film mit grandiosen Schauspielern, der zurecht mit sensationellen 7 Golden Globes geehrt wurde. Ich bin mir sicher, die Oscar Trophäen lassen nicht auf sich warten, sind die Golden Globes doch immer ein eindeutiger Indikator für den Academy Award.

Schaut ihn euch an, lasst euch mitreissen und fangt an zu träumen! 
La La Land ist ab dem 12.01.2017 in den Kinos zu sehen.

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6 Comments

  • Reply
    Lena
    11. Januar 2017 at 16:03

    Der letzte Film bei dem ich wirklich Rotz und Wasser geheult habe war „The Danish Girl“. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet und ich konnte da auch echt nichts zurückhalten, ich habe es versucht. :)
    La La Land werde ich erst nächsten Montag sehen. Deshalb habe ich auch nur die ersten Worte des Posts gelesen, den Rest lese ich dann nächste Woche …
    Ich bin jedenfalls sehr gespannt …

  • Reply
    Gina
    11. Januar 2017 at 16:13

    Perfektes Cast? Wenn zwei Weiße in einem Film über Jazz die Hauptrolle spielen? Sehe ich leider sehr kritisch und sollte schon auch thematisiert werden. :/

    • Reply
      Anna Frost
      12. Januar 2017 at 14:18

      es ist kein Film über Jazz. Übersehen, dass John Legend eine tragende Rolle im Erzählstrang zu dem Jazzthema spielt?

  • Reply
    Charli
    12. Januar 2017 at 16:51

    Oh, auf den Film freue ich mich schon. Ich mag Ryan Gosling sehr gern und endlich auch mal wieder ein Film, den ich mir auch mit 15 schon anschauen kann (darf). Ausserdem finde ich seine Musik obercool. Kennst du die?
    Also, für mich klingt die Besetzung vielversprechend und ich bin jetzt gar nicht davon ausgegangen, dass es ein Film über die Geschichte des Jazz ist. Egal, ich freue mich schon und obwohl Mami absolut keine Musicals mag, für Ryan macht sie mal eine Ausnahme. ;)
    LG Charli

    • Reply
      Anna Frost
      12. Januar 2017 at 20:58

      ich weiss nicht, woher das Gerücht kommt, dass es ein Film über die Geschichte des Jazz ist?!?!?
      Es ist ein Film über LA, über Träumer und eben die beiden Charaktere, die ihre Träume verwirklichen wollen – einer davon, indem er seinen eigenen Jazzclub eröffnet.

      • Reply
        Charli
        15. Januar 2017 at 14:21

        So hatte ich es eigentlich auch gedacht. Heute Abend wird geguckt, ich freue mich drauf. ;)

        LG Charli

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