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Einbahnstraße

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Ich bin seit 9 Monaten alleinerziehend. Soweit geht es mir gut.“, mir gefriert das Blut in den Adern. Mit der Antwort auf meine Frage „Und? Was geht bei euch so?“, hatte ich nicht gerechnet. Gar nicht.
Alleinerziehend. Uff. Sie war doch eben erst verheiratet und hat ein zauberhaftes Kind, sie waren glücklich – soweit ich das bis vor wenigen Sekunden wusste.
Das gefrorene Blut taut binnen Sekunden wieder auf, denn ich schäme mich wahnsinnig und werde auf mich selbst wütend – neun Monate Single? Und ich wusste das nicht. Ich schaue schnell im Chatverlauf nach und mir stiegen die Tränen in die Augen. Vor exakt einem Jahr haben wir das letzte Mal geschrieben. Ich versinke im Boden.
Wie konnte das passieren? Bezogen auf nur zwei Fragen, die im Raum stehen:
1. Wieso hat sie sich getrennt und ist so lange schon Single?
2. Wieso habe ich mich nicht schon viel früher wieder einmal gemeldet? „Mensch, man kriegt von ihr aber auch kaum was mit“, denke ich. Auf Twitter nur noch wenig, Instagram auch … weitere Social-Kanäle werden von ihr nicht bespielt.
Mich übermannen gerade zu viele Gefühle auf einmal und ich nehme einen großen Schluck von meinem Wein – Scham, Wut auf ihn, der nicht aufrichtig ihr gegenüber war und mich, die sich wieder einmal nicht gemeldet hat und zudem stelle ich gerade alle meine Gedanken und Gefühle in Frage, sobald sie aufkommen.

Darf ich so emotional reagieren, obwohl es nicht meine Beziehung ist? Reagiere ich so emotional, weil ich den Ärger auf mich allem voran stelle?
Sie ist so eine starke, wundervolle Frau, die ich schon eine halbe Ewigkeit als Vorbild sehe – und nun passiert ihr das?
Was ist „das“? Ist Alleinerziehend ein Modell, was gerade auf dem Vormarsch ist? Ist das nur in meiner Bubble so?
Verheiratet sein – das ist so ein Modell, welches nicht für jeden passt. Viele in meinem Dunstkreis entscheiden sich erst für die Ehe, wenn das Kind unterwegs ist, oder heiraten erst, wenn es da ist. Dass ich den Antrag im schwangeren Zustand bekam, war schlechtes Timing ;) Zu heiraten, wenn die Kleine da ist, war geplant. Eine wilde Ehe hätte mich nicht gestört.
Ich hatte mich so gefreut, dass sie ihr Happy End gefunden hat mit einem Mann, der sie glücklich machte … Offensichtlich war es das nicht.
Und was ist eigentlich das „Happy End“?
Ist das Happy End für jeden gleich?
Offensichtlich nicht … Und was kommt eigentlich nach dem Happy End? Wie geht es weiter, wenn man sein Happy End gefunden hat? Das Ende ist ja nicht das Ende.
Ist das klassische Familienmodell Marke „Mutter, Vater, Kind“ veraltet?
Alleinerziehend – alter Schwede, ich ziehe meinen Hut. Jeder allein erziehende Elternteil verdient meinen größten Respekt. Sie müssen nicht nur mit einer Wucht an Emotionen aufgrund der Trennung klarkommen, sondern auch mit einem Kind. An der Stelle denke ich an letzte Nacht, in der ich schlaftrunkend Jakob in die Seite geknufft und gemurmelt hatte, dass er dran ist. Zählen, wann wer dran ist, tut schon lange keiner mehr, wenn das Baby im Wachstumsschub ist oder Zähne kriegt und deswegen nicht schlafen kann. Oder wenn es in die Trotzphase kommt. Oder wenn es in die Schule kommt und schwierige Matheaufgaben lösen muss. Oder wenn es in der Pubertät ist.
Stelle ich mir vor, ich müsste das alles alleine machen, gerade die schlaflosen Nächte, und dann noch am nächsten Morgen gut gelaunt bei der Arbeit sitzen, vermutlich hätte ich schon so manche Abmahnung wegen Verschlafens auf dem Tisch liegen. Aber ich weiss auch aus eigener Erfahrung, dass Kräfte manchmal da herkommen, wo man sie nicht erwartet: Aus dem Nichts. In Notsituationen mobilisiert so manch einer Kräfte, die könnten Berge versetzen. Und das ist wichtig. Das ist gut so!
Ich bewundere sie auf einen Schlag noch mehr, als vorher. Sie ist eine so wahnsinnig tolle Frau und wird das alles rocken.
Mir fällt auf, dass viele der großen Frauen aus meiner Internetfilterbubble, die erfolgreich sind, stark und unabhängig und zu denen ich aufsehe, nun alleinerziehend sind. Nicht alle, aber viele. Eine ist Mutter von vier Kids mit einem wunderbaren Mann, andere sind Hausfrauen oder ebenso berufstätig, wie ich und haben eine gut funktionierende Ehe. In dem Moment sehe ich die Ehe, eine Partnerschaft, das gemeinsame Elternsein wieder als das, was Jakob und ich immer sagen, was es ist – Teamwork. Zwei Menschen, die zusammen wohnen, vielleicht eine Ehe eingehen, eine Lebensgemeinschaft, sind ein Team. Zusammen arbeiten, Probleme angehen, als Team funktionieren. Und wenn das Team nicht funktioniert, muss es das Problem herausfinden, daran arbeiten und sich im schlimmsten Falle auflösen …
Dass darin mehr Emotionen stecken, als vielleicht beim Teamwork, welches wir aus der Schulzeit kennen … nunja, das ist das echte Leben. Aber das haben wir ja längst alle festgestellt, dass die Schulzeit nicht das echte Leben ist.

„Boah … Fuck!“, sprudelt es aus mir raus. Wir schreiben noch lange weiter; ich sage ihr, dass für sie und ihr Kind immer ein Platz hier bei uns ist und sie einfach nur Bescheid sagen soll, auch wenn es erst vor der Haustür ist. Ich habe sie sehr gern und denke deswegen noch lange über ihre neue Situation nach. All die vielen Frauen und Männer, die alleine mit ihren Kids leben – einfach ist das nicht. Arbeiten zwischen Kinderbetreuung und Zähnekriegen, allein für jegliche Kosten aufkommen, keinen Sparringpartner für die schwierigen Situationen haben …Nein, es ist nicht alles schlecht. Aber der erste Schock als Unbeteiligte lässt einen schnell Schwarz-Weiß denken.

Scheitern oder das Beenden einer Phase ist nicht das Ende der Welt, sondern an der Stelle kommt man einfach nicht mehr vorwärts, also legt man den Rückwärtsgang ein oder biegt links oder rechts ab. Das musste ich schon selbst feststellen und trug das Ende mit erhobenen Hauptes, bog links ab und machte mein Ding weiter. Alternative? Gibt es schon, aber die kommt für mich nicht in Frage: Kopf in den Sand stecken gibt es bei mir nicht. Und das lehren mich die starken Frauen, zu denen ich aufsehe: ein Ende ist kein Ende, sondern ein Neuanfang und eine neue Option.
Und genau deswegen sind es wunderbare und starke Frauen –  sie sind wunderbar stark.

Auch wenn wir uns nicht sehen oder telefonieren, ich kriege ja genug von dir über die Social Kanäle mit!“, hieß es letztens noch von einer anderen Freundin und gestern Abend auch von ihr. Recht hat sie. Ich teile viele Eindrücke aus meinem Leben – ausgewählte Eindrücke, aber ich teile sie. Oft sind die Social Media Kanäle nur ein einseitiger Kanal, er wird von den einen bespielt, andere konsumieren nur. Wer Dinge nicht teilt, ob bewusst oder unbewusst, behält sie für sich. Man könnte sich dann fragen: sind diese Dinge überhaupt passiert? Sind sie nun ein Geheimnis? Nicht jeder behält traurige und unschöne Momente für sich, sondern trägt sie nach Außen. Der Onlinefreundeskreis teilt gerne und alles mit dir – solange du es auch teilen magst. Depressionen, Trennungsschmerz, Verluste, Todesfälle … längst ist nicht mehr nur das erste Wort des Kindes, die Katzenbilder und das Zitieren lustiger Smalltalks an der Supermarktkasse der Inhalt von Tweets, Snaps und Instagrams. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er oder sie teilt.
Hin und wieder denke ich über diese einseitige Art der Kommunikation nach und auch darüber, dass jeder an Infos, die ich bewusst, möglichst ästhetisch und kontrolliert preisgebe (das ist mein Anspruch, jeder handhabt das anders), herankommen kann, ohne mir im Gegenzug etwas von sich zu erzählen. Oder wenigstens eine Reaktion zu zeigen. Ich sehe das nicht als schlimm an, es ist ja bewusst von mir gesteuert, aber ab und an frage ich mich schon, wer denn da so am anderen Ende sitzt und wie es der Person vielleicht geht, was sie fühlt und was sie eventuell gerade beschäftigt … auf Facebook ist es ein Like, ein Herz, ein WOW oder ein trauriger oder wütender Smiley, der mir mithilfe von Emoticons nun die Emotionen der Leserinnen und Leser mitteilt, mir sagt, dass ein paar Menschen in meinem kleinen Kosmos diesen Beitrag zur Kenntnis genommen haben. Waren die Herzmenschen dabei? Familie? Meine beste Freundin? Hat sie gesehen, was ich da gerade schrieb? Ein Kommentar unter einem Blogbeitrag, auf Instagram oder Facebook ist der Schulterklopfer, nachdem wir Online Content Creators so sehr suchten und die steigende Like- und Followerzahl auf allen Kanälen die Bestätigung, genau da weiterzumachen, wo wir gerade stehen. Fällt es weg – ist es dann noch relevant, was wir tun? Fällt es jemandem auf, wenn wir stoppen? Merkt jemand, dass die Fassade bröckelt, wenn keine Bestätigung erfolgt? Kein „Hey, ich habs gelesen!“ erfolgt? Jede Aktion erfordert eine Reaktion, das ist ein Teil des Newtonschen Gesetzes und auch Teil des sozialen Miteinanders. Sage oder tue ich etwas, erfolgt zumindest eine nonverbale Reaktion.
Ist das was ich tue, überhaupt angekommen? Sind die Worte einfach nur getippt und aus dem Kopf und somit in den Tiefen des Internets verschwunden, aber kamen niemals bei einem Empfänger an? Was passiert mit den Rants auf Snapchat, die eh in 24 Stunden für immer verloren sind – haben sie ein Ohr gefunden? Oder war es nur witziger, mein ungeschminktes Gesicht zu screenshotten? Und was ist mit den Menschen, die auf einmal nicht mehr mit lustigen Tweets die Twittertimeline belustigen? Ist ihr Offlineleben spannender? Haben sie keine Zeit? Was ist mit ihnen? Wie lange dauert es, bis es auffällt, dass sie sich zurückgezogen haben?
Freundschaft, ein Miteinander, ein Zusammensein … das alles sind Kanäle, die sich darauf verlassen, dass es ein Hin und Her gibt. Einbahnstrasse funktioniert an dieser Stelle nicht. Umso sehr freue ich mich immer wieder über jedes Like, jeden Kommentar auf jedem Kanal und jeden noch so absurden Snap von euch Kiddos auf Snapchat. Hierbei darf ich nicht vergessen, auch auf die Aktionen anderer zu reagieren. So können wir vielleicht ein bisschen die Kommunikationasymmetrie abbauen.
Und ich denke, dass wir uns alle doch die eine oder andere Geschichte für einen exklusiven Kreis Herzmenschen aufbewahren sollten, denn das tut den Freundschaften gut und schafft wieder kleine Inseln der Intimität in dieser doch mittlerweile recht großen Onlinewelt. Sich darauf zu verlassen, dass die News schon irgendwann im Netz stehen werden, ist fatal…

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28 Comments

  • Reply
    Kathrin
    14. März 2016 at 17:25

    Hallo liebe Anna!

    Ich lese zwar fast immer all deine Beiträge, aber kommentiere eigentlich nie.
    Trotzdem will ich dir jetzt unbedingt einmal sagen, wie toll dieser Beitrag ist. Er ist wirklich wunderschön geschrieben!

    Alles Liebe,

    Kathrin

    • Reply
      Anna Frost
      14. März 2016 at 17:29

      <3

  • Reply
    Franzi
    14. März 2016 at 17:33

    Interessanter Beitrag. Man merkt richtig, wie sehr du dich erschrocken hast. Dass deine Freundin nun alleinerziehend ist, vor allem aber, dass du es jetzt erst mitbekommst. Eigentlich hätte das doch viel früher passieren müssen oder? Ich selbst habe auch vor solchen Situationen Angst und versuche mich regelmäßig bei meinen Freunden zu melden, gerade bei denen, die nicht mehr in meiner unmittelbaren Nähe wohnen. Regelmäßig meint dann 1x im Monat, bei manchen 1x pro Woche – je nachdem, man kann das ja gut einschätzen. Vielleicht war das jetzt so ein Schockmoment, der dich dazu bewegt, wenigstens ab und zu mal ein Lebenszeichen an deine Freunde zu senden :) Manchmal frage ich mich auch „wieso erzählen die mir denn von sich aus nichts? ich hätte doch geholfen“. Aber ich glaub einfach, dass manche Menschen da echt zu schüchtern sind oder sich vielleicht auch schämen.

  • Reply
    Alissa
    14. März 2016 at 17:54

    Ich fühle mich auch immer so blöd, wenn ich erst wieder so spät mit jemandem schreibe und mich so lange nicht erkundigt habe, wie es demjenigen geht.. aber man meint das ja überhaupt nicht böse. Ein blödes Gefühl ist es trotzdem. Gut, dass deine Freundin dir das offensichtlich nicht nachgetragen hat! <3
    Alissa
    http://www.alissaloves.de

  • Reply
    Andreea
    14. März 2016 at 18:45

    Schöne, tiefe, wichtige Gedanken!

    Bei mir ist es so: ich teile fast nur positives mit, alles andere mache ich nur persönlich mit meinem engsten Kreis aus…. Ich denke es geht einigen so.

    Ich melde mich mal bei meinen Freundinnen JETZT!
    :-) Danke für den Anstoß!

  • Reply
    Katharina
    14. März 2016 at 19:34

    Liebe Anna,
    ich habe deinen Artikel grad gelesen und ich mag ihn total. Daumen und Herzen hoch dafür! Zum einen mag ich ihn, weil du so schön reflektierst, wie sich Freundschaften in Zeiten von WhatsApp, Instagram und Co verändern und ich das so gut kenne. Den Satz, dass alle ja sowieso schon alles von einem via sozialer Medien mitbekommen haben, den kenn ich nur zu gut und er nervt mich total. Man bekommt ein bisschen den Eindruck, als ob man gar nichts mehr erzählen müsste, nur weil schon bekannt ist, dass man an einem gewissen Ort war, vielleicht ein schönes Foto geteilt hat etc. Soziale Medien ermöglichen viel, erweitern den Horizont, verbinden Menschen miteinander, aber sie nehmen manchmal auch zu viel ab: Warum sollte man sich bei jemanden melden, warum nochmal nachfragen, ist ja sowieso schon alles bekannt etc.
    Toll, dass du so offen darüber geschrieben hast, da werden sich sehr viele wiedererkennen und vielleicht darüber nachdenken.

    Der zweite Punkt, in dem ich mich sehr wieder erkenne ist die Frage, was eigentlich passieren würde, wenn man plötzlich nicht mehr bloggt oder Inhalte über die Social Media Kanäle teilt. Ich denke mir im Moment so oft, ob das jemand merken würde? Würde es überhaupt jemanden interessieren? Oder bin ich/sind wir alle nur kleine Fische im riesigen Bloggergewässer? Das geht mir ganz oft durch den Kopf und manchmal lähmt es auch, das muss ich echt zugeben. Manchmal frag ich mich dann nach dem Sinn des Ganzen, des Bloggens, des Teilens.
    Letztenendes lass ich mich dann aber doch nicht unterkriegen, weil ich Spaß dran habe und meistens auch nette Resonanz bekomme, aber diese anderen, diese nach dem Sinn fragenden Gedanken, die bleiben.

    Herzlich,
    deine Kaddi

  • Reply
    Rieka
    14. März 2016 at 20:37

    Liebe Anna,
    auch ich bin eher eine stille Leserin, aber eins weiß ich ganz sicher, deine Blogbeiträge, Instagramposts oder Snaps würden mir sehr fehlen, denn ich bin ein großer Fan, von Dir und deiner Art zu schreiben.

  • Reply
    Saskia
    14. März 2016 at 21:54

    So viel auf einmal, ich weiß gar nicht wohin mit meinen Gedanken…
    Ich danke Dir für all die Momente, an denen du uns teilhaben lässt und sei es nur das Umstellen des Wohnzimmers (Ja ich habe den Vlog bereits gesehen, allerdings ohne einen Kommentar oder Daumen nach oben dazulassen, mach ich selten, sollte ich aber vielleicht ändern). Du bist in vielerlei Hinsicht eine Inspiration, eine genau so starke Frau, wie die, die du in deinem Text beschreibst. Ich lese Blogeinträge, schaue mir Snaps und Vlogs an und kann mir meine eigene Faszination manchmal gar nicht selbst erklären. Familie Adler stellt ihr Wohnzimmer um und ich gucke wir hypnotisiert auf mein Handy, motz noch kurz meinen Freund an, dass ich nichts verstehe, wenn er zwischen das Video sabbelt, aber ja..das ist für mich das Beste um runter zu kommen. Die Onlinewelt und die Menschen sind verrückt. Wie schön, dass du uns mal Eindrücke „von der anderen Seite des Bildschirms“ gezeigt hast.

  • Reply
    Caro
    14. März 2016 at 22:27

    Danke für deinen wundervollen Text liebe Anna! Und Danke fürs Teilen so vieler Emotionen, Gedanken & Ausschnitte aus deinem Leben. Alles Gute für dich und deine süße kleine Familie ❤ Liebe Grüße v Caro

  • Reply
    Inge
    15. März 2016 at 8:35

    Ich habs gelesen :-)

    Ein Text der zum Nachdenken anregt. Wie so oft aus deiner Feder… Vielen Dank dafür.

  • Reply
    Claudia
    15. März 2016 at 9:30

    Liebe Anna,

    also, wenn von Dir keine Texte mehr kommen würden – sei es auf Deinem Blog, Twitter, Facebook oder anderen Kanälen, dann würde ich das ziemlich vermissen. Ich mag Deine Texte und Deine Art zu schreiben sehr. Ich freue mich sehr, dass Du Deine Leser an Deinem Leben teilhaben lässt. Für mich bist Du Inspiration: das Bild, was Du nach außen trägst, wie Du Mutter, Frau und Unternehmerin bist, damit bist Du für mich ein Vorbild! Bitte mach weiter so :-)
    Alles Liebe für Dich und Deine Familie!

  • Reply
    K.
    15. März 2016 at 10:10

    Liebe Anna,

    ich hatte vor einem guten Jahr die Situation, dass eine alte Freundin ein Baby bekommen hat. Wir wohnen weit auseinander, es gibt keinen regelmäßigen Kontakt, vielleicht einmal im Jahr, alle anderthalb. Mir ist aufgefallen, dass ich ihre Schwangerschaft nicht mitbekommen habe. Ich bekam also eine an mehrere Menschen gerichtete Email mit einem birth announcement und wollte alles richtig machen. Ich überlegte mir, wie ich ein Baby-Päckchen gestalten könnte, kaufte dafür ein – aber vergaß es daraufhin einfach. Als sie mir schrieb, weshalb ich nicht reagiere, schämte ich mich furchtbar. Ich hatte doch die besten Absichten!
    Dann fiel mir auf, dass sie mich anderthalb Jahre nicht einmal gefragt hat, wie es mir geht – ich hatte eine traumatische Trennung mit einer schwer depressiven Phase hinter mir. Das war der Moment, in dem ich beschloss die Freundschaft zu beenden. Wir hatten und einfach nichts mehr zusagen und spielten keine Rolle im Leben des anderen. Ich weiß bis heute nicht, ob das gut oder schlecht oder fair war, aber ich fühle mich erleichtert.
    Es hat mir aber auch die Augen geöffnet, dass man sich wirklich um seine Lieben bemühen muss, um nicht den Kontakt (im übertragenen Sinne) zueinander zu verlieren. Auch Freundschaften wollen gepflegt werden.
    Da schließt sich dein Post an – Facebook, instagram und co gaukeln uns auch in diesem Punkt eine Realität vor, die nur die halbe Wahrheit ist. Das muss man sich immer wieder vor Augen führen. Ich arbeite dran.
    Herzlich.
    K.

  • Reply
    D.O.
    15. März 2016 at 17:18

    Hallo Anna,
    mein Geständnis: ich bin zumeist auch nur stummer Verfolger deiner Beiträge, genieße aber immer sehr und kommentiere gaaaaaanz selten etwas. Ich fände es auch extrem schwierig, bei der Flut an geteilten Informationen, die mir täglich begegnen, alles irgendwie zu kommentieren – und muss ergänzen: oft habe ich auch keine Lust dazu, weil ich finde, dass das, was da geteilt wurde, überflüssig hoch zehn ist. Aber da es eben nur meine Meinung ist und ich den Absender nicht öffentlich angreifen möchte, lasse ich diese Informationen dann unkommentiert. Generell hast du aber in jedem Fall Recht: die sogenannten „sozialen“ Medien sind ziemlich einseitig und verleiten dazu, alles über sich ergehen zu lassen. Deshalb haben mein Freund und ich auch „Handy-Detox“ an 3 Tagen in der Woche: in dieser Zeit gibt es nur verbale Kommunikation und Zeit mit Freunden, gutem Essen, guten Gesprächen etc. So kommen die wichtigsten Menschen im Leben alle zusammen und Handy, Computer usw. bleiben links liegen.
    Danke für deinen tollen Beitrag zu einer Thematik, die einen öfter beschäftigt, als man zugeben mag.

  • Reply
    Krissisophie
    15. März 2016 at 21:31

    Sehr schön geschrieben.
    Meine Mama ist auch alleinerziehend, seit 17 Jahren. Ich bin 17. Also schon immer. Sie hat das ganz großartig gemeistert, hat mich gemeistert. Wir sind ein Team, Mutter und Tochter. Bei anderen Familien besteht das Team eben aus zwei Partnern. Ist doch egal, hauptsache es passt für einen und man ist glücklich.
    Du hast Recht, man sollte Kontakt mit seinen Herzensmenschen halten und sich mit Sicherheit NICHT darauf verlassen, dass man Neuigkeiten schon irgendwann über die Social Networks erfahren wird. :)

    Ganz liebe Grüße,
    Krissisophie von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

  • Reply
    Trang
    15. März 2016 at 23:39

    Zum Thema alleinziehend: #ohneVaeter ist eine ziemlich interessante Interviewreihe, in der Menschen davon erzählen, u.a. allein Kinder zu erziehen – und wie es der Name sagt: ohne Väter. :) Ich dachte, das könnte dich interessieren: https://memyselfandchild.wordpress.com/ohnevaeter/

  • Reply
    Dunja
    16. März 2016 at 11:44

    Hallo Anna,

    bin auch eher einer der stillen Leser aber heut möcht ich doch was sagen:)
    Mir gefällt dein Blog sehr gut und auch dein Snapchat Account. Manche von den Menschen, denen man so im Internet zuschaut, würde man gern mal in echt sehen.
    Und manchmal ist man einfach froh, durch euch einen Gedankenanstoß zu bekommen, der das da im Hirn bisschen in Bewegung bringt und wieder mal durch mischt.
    Deshalb hat man Online Freunde und Offline Freunde. Jeden Freundeskreis kann man anders genießen :)

    Viele Grüße
    Dunja

  • Reply
    merle
    16. März 2016 at 21:57

    Ich bin 21 Jahre alt und du bist (m)ein Vorbild,
    wollte ich nur mal da gelassen haben!

  • Reply
    Jana
    17. März 2016 at 0:56

    Liebe Anna,
    in letzter Zeit habe ich so gut wie gar keine Kommentare auf Blogs hinterlassen. Ich hatte einfach keine Lust darauf, aber jetzt gerade war und ist mir das total wichtig ein paar Worte hier zu lassen:
    Dieser Beitrag ist so toll geschrieben und inhaltlich trifft er es genau auf den Punkt. Viel zu oft verlassen wir uns auf Social Media Kanäle, anstatt sich aktiv bei der ein oder dem anderen zu melden und das ist einfach so schade…
    Ganz liebe Grüße aus Wien
    Jana

    P.s.: Total Off-Topic, aber trotzdem: Finde es richtig nett, dass du in letzter Zeit aktiver auf Snapchat bist. Du kommst so wunderbar bodenständig, ehrlich und sympathisch rüber! Ja und Emma ist ja sowieso viel zu süß! ;)

    http://jananella.com/

  • Reply
    Julia
    17. März 2016 at 10:50

    Vielen Dank für einen weiteren tollen Beitrag. Ich bin auch eine stille Leserin aber heute lasse ich dir mal liebe Grüße da.
    Mach weiter so wir lieben deinen Blog!
    Beste Grüße
    Julia <3

  • Reply
    Sabine
    18. März 2016 at 15:13

    Liebe Anna,
    toller Beitrag! Er regt mich gerade sehr zum Nachdenken an. Es ist schon schwierig, in einer Welt, in der man neben vielen To Dos auch so unendliche Möglichkeiten für neue Kontakte hat, zu priorisieren. Meine Eltern hatten nur ihre paar Freunde aus dem nahen Umkreis. Vielleicht noch 2,3 Bekannte, die irgendwann beruflich in eine andere Stadt gezogen sind und die man ein Mal im Jahr besucht. Ich habe Bekannte und Freunde in beinahe unzähligen Städten in zig verschiedenen Ländern. Eben weil virtuelle Kommunikation möglich und leicht ist. Aber der Tag hat nicht mehr Stunden als früher, und so müssen einige (oft reale) Kontakte eben doch höher ranken als diese eine Freundin, die man zwar wirklich gerne mag, aber die einfach woanders wohnt oder ganz andere Interessen hat. Ich verstehe total, dass du dir da selbst Vorwürfe machst. Würde ich auch. Und ich finde es gut, dass du daraus Konsequenzen ziehst und dir vornimmst, etwas zu ändern. Aber perfekt wird das wohl nie funktionieren…
    Ich finde es übrigens witzig, dass dir die Snaps von Fremden so viel Spaß machen, weil ich deinen Kanal regelmäßig verfolge wie eine Serie und dich so sympathisch finde, dass ich oft auch gerne kurz eine Rückmeldung geben oder ein „Hey Anna!“ rüberschicken will. Aber irgendwie bin ich da blockiert, weil ich denke, dass es doch irgendwie komisch sein muss, wenn da plötzlich – wie Lina kürzlich so lustig sagte – jemand reinkommt ohne sich vorzustellen „und dann einfach ein Hund ist“ :D (nein, ich würde nicht die Hundemaske verwenden, aber komisch vorkommen würde ich mir so oder so)

  • Reply
    Eva
    18. März 2016 at 22:18

    Hi,
    Tipp von einer 3fachen alleinerziehenden Mutter (und das ist jetzt nicht ironisch oder überheblich gemeint!) – sie wird nicht anrufen und fragen, ob sie vorbei kommen kann etc. Du rufst sie an und fragst besser, wann Du sie besuchen kannst und ob sie etwas konkret braucht. Wenn sie finanziell nicht gut aufgestellt ist – und das sind die meisten Alleinerziehenden- hat sie kaum Geld für einen Babysitter. Bring einfach Kuchen / abgelegte Kleidung die nicht mehr passt/1 Paket Windeln /Schöne Badezusätze/einen ganzen Einkauf/ etc mit. Und besuche sie regelmäßig. Frag nicht, ob Ihr Euch in einer Bar treffen sollt- kostet doppelt, Babysitter und die Kosten. Das ist den meisten peinlich zuzugeben! Bleib bei ihrem Kind,damit sie etwas besorgen kann. Leih ihr Deinen Wagen. Lass Deine Kontakte spielen, frag nach Wohnungen /Jobs/Kitaplätzen nach (und tu es auch wirklich! ) und wenn ihr ein 20iger weiterhilft, leih ihn ihr einfach ohne groß Getue. Hast Du noch ein Fahrrad übrig? – gib es ihr. Bring sie zum Lachen. Lenk sie ab.
    Habt Ihr ein gemeinsames Hobby?
    All das ist mir widerfahren, als ich mich getrennt hab (und die Hölle noch nicht beendet war, meist geht sie dann erst los). Ich hätte mich oft nie getraut das alles zu erfragen. Meine Freunde, auch jene, die ich teilweise Jahre nicht gesehen hatte, fackelten nicht lange und halfen einfach. Ohne große Worte.
    Und ohne diese konkrete Hilfe wäre wir 4 in ein totales Loch gestürzt.
    Und erst letztens haben sich 2 alte Freundinnen in meine Wohnung geschlichen, während ich arbeiten war und die Kinder in der Schule und haben unsere komplette Küche sortiert, ausgemistet, aufgeräumt, Regale abgewischt etc. Als ich wieder kam, hab ich Rotz und Wasser geheult, weil das so schön war. Etwas, was ich sonst immer selber machen muss oder die Kinder mit animieren muss….hat mir einer zum Frühjahr geschenkt!
    Hilfe anbieten ist nett gemeint, aber es einfach zu tun, ist netter ;)
    Liebe Grüße, Eva

    • Reply
      Anna Frost
      21. März 2016 at 19:45

      danke <3

  • Reply
    Karin
    20. März 2016 at 11:30

    Hallo Anna :)
    Ich glaube es gibt sehr viele Leser wie mich, die mehrmals täglich deinen Blog checken ob es neue Posts gibt, dich auf Instagram, Facebook und youtube im Auge behalten aber bei allem sehr passiv bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass deine Posts nicht ankommen, nicht zum nachdenken anregen oder beim lesen auch mal ein Träne fließt. Ja das ist dann wahrscheinlich eher eine Einbahnstraße, finde ich aber nicht schlimm. Es ist schön, dass du so viel von deinem Leben mit uns teilst, das muss aber nicht für jeden das richtige sein.
    Mach bitte weiter du bewegst, motivierst und inspirierst so viele von uns stillen Lesern…
    Viele Grüße

  • Reply
    Cornelia Michael
    20. März 2016 at 16:46

    Hallo liebe Anna, ich gehöre auch zu den allein erziehenden Müttern. Mein Exmann kam nach 2o Jahren und hatte jemand Neues kennengelernt. Meine Kinder waren 9 und 12 Jahre. Ein tiefer Schock und nur liebe Freunde und viel Wille haben mich aus dieser schwierigen Phase herausgebracht. Und Jetzt? 8 Jahre später. Das beste was mir passieren konnte, war diese Trennung. Ich habe so viel geschafft seitdem. Ein neuer Job, Kariere, eine neue Liebe. meinen Mädels geht es gut. Seitdem reisen wir sehr viel. Ich denke bewusst darüber nach, was ich will und wie ich leben will. Ich bin ich!!!!!!!!!
    Liebe Grüße Conny
    P.S. Die neue Liebe meines Exmannes hat nicht sehr lange gehalten.

  • Reply
    Jürgen
    22. März 2016 at 7:16

    Natürlich fragt man sich, ob man sich wirklich noch oft genug sieht, miteinander telefoniert oder in anderer Art in Kontakt steht. Ich habe eine eingeschworene kleine Gruppe von Freunden, seit fast 40 Jahren sind wir jetzt schon befreundet, seit der Einschulung. Alle 4 leben an verschiedenen Orten und wir sehen uns in der Regel nur ein Mal im Jahr, aber dann ist es so wie früher und wir haben wahnsinnig viel Spaß. Trotzdem merken auch wir, dass wir vieles voneinander nicht mehr mitbekommen und jedes Jahr werde ich das Gefühl nicht mehr los, dass wir die alten Geschichten zwar noch alle kennen, aber keine neuen gemeinsamen Geschichten mehr erleben. Vielleicht ist es an der Zeit, wieder öfter miteinander zu plaudern, sich zu schreiben und auch mal nachzufragen, wie es dem anderen geht. Wir Männer vergessen meistens das letztere und tun immer so als wäre alles bestens. Wenn dann plötzlich die Trennung des besten Kumpels vor der Tür steht, sind wir genauso geschockt, wie du in deinem Beitrag geschrieben hast. Mir hilfst du mit deinen Zeilen in mich zu kehren und ich habe mir fest vorgenommen, mich wieder bei meinen Freunden zu melden und nachzufragen, wie es ihnen tatsächlich geht.

    Schöne Grüße
    Jürgen

  • Reply
    mak_oha
    23. März 2016 at 16:25

    New beginnings often disguise as painful endings…

  • Reply
    Meritt
    23. März 2016 at 22:59

    Liebe Anna,
    ich war lange, lange, lange Leserin von fashionpuppe, zu der Zeit habe ich selber gebloggt und es als eine Art Tagebuch gesehen. Ich hatte es schonmal mit 14 Jahren versucht. 12 Jahre is das jetzt her. Da war das einfach nur ne farblose Seite mit Text und es hat mir gefallen das Gefühl zu haben online Freunde zu finden. Das Bloggen und Internetpräsenz hat sich so schnell so weiter entwickelt, dass ich mich heute damit überfordert sehe. Ich teile gern viel von mir mit und tausche mich mit anderen aus. Aber ich bin leicht zu verunsichern. „Interessiert das überhaupt wen? Liest das eigentlich irgendwer? Es gibt doch so viele Blogs mit so viel mehr Lesern…“ irgendwann hat es sich wieder im Sande verlaufen und nun häng ich bei Instagram. Dass echte Freunde/Familie meine Blogeinträge lesen, hab ich aber tatsächlich irgendwie nich gemocht xD

  • Reply
    Kirschblüte
    25. März 2016 at 12:56

    Ein toller Post! Er bringt mich echt zum Nachdenken!
    Werde gleich heute mal meine Freundinnen anrufen.
    Man denkt immer es reicht über Social Media – aber das ist doch nicht alles!
    LG Petra

    http://www.kirschbluetenblog.at

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