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Refugees Welcome!

anna frost refugees welcome

Wir rannten nachts über die Felder. Hinter uns knallte und rummste es, meine Mutter hielt mich so fest an der Hand, dass es fast weh tat. Wir rannten; ich weiß nicht, wie lang, aber wir rannten. Sie zog mich hinter sich her, ich stolperte oft, aber ich stand immer wieder auf. Ich weiß noch, dass ich ganz viel Angst hatte… Wir rannten und hinter uns rummste es…„. Meine Großmutter erzählte nur ein einziges Mal von damals. „Es gab einen Adelstitel, der wurde verkauft, um an Geld zu kommen, um zu fliehen. Das war im Krieg so…„, sagte sie. Ein einziges Mal sprach sie davon, danach nie wieder. Das war vor vielen Jahren, seit dem habe mich auch nie wieder getraut, sie zu fragen. Wie das war, damals. Vor ein paar Monaten hatte ich mich getraut und sie gefragt, sie wollte nicht darüber reden, sie habe viel vergessen wollen und das auch getan und ich schämte mich. Ich schämte mich, weil ich neugierig war und ihre Wunden drohten aufzureißen, gerade jetzt in der aktuellen Flüchtlingssituation. Ich wollte keinen Gossip hören, ich wollte an der Geschichte teilhaben. Aber ich kann es mir in Ansätzen vorstellen, dass es schmerzhafte Erinnerungen sind. Die Flucht von Ostpreußen gen Westen war die Rettung für die Familie meiner Oma. Vielleicht hätte es mich nicht gegeben, wenn die Eltern meiner Oma nicht allen Mut zusammengenommen und ihr Hab und Gut eingetauscht hätten für eine Chance auf eine Zukunft.

 

Es war ein anstrengender Tag, vorgestern. Ich hatte den ganzen Tag in einem Fotostudio vor der Kamera zu tun, lächelte in die Kamera, wurde geschminkt, frisiert, man kümmerte sich um mich, ich hatte wirklich unglaublichen Spaß. Jakob nahm sich extra frei, damit ich meiner Arbeit nachgehen konnte und er auf unsere Tochter aufpasst, einen Papa-Tochter Tag mit ihr verbringt. Ich hatte wahnsinnigen Spaß, es fühlte sich gut an, mal wieder richtig vor der Kamera zu arbeiten, den ganzen Tag den Kopf mehr oder weniger frei zu haben und sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Zu wissen, zuhause geht es allen gut, ich brauche mir keine Sorgen zu machen, es ist alles geregelt.

Jakob holt mich vom Studio ab, Emma quietscht freudig, als sie mich nach Stunden wieder sieht und ich verteile meinen ganzen Lippenstift in ihrem Gesicht, weil ich sie knuddeln und küssen muss. Wir steigen ins Auto und fahren Heim. Auf dem Rückweg fahren wir über die Autobahn, rechts hinter einem Grünstreifen und ein paar Bäumen sind weiße Zelte und Container aufgebaut. Im Flüchtlingscontainercamp am Volkspark sind Kinder, Männer und Frauen zu sehen, junge Männer spielen Fußball, Frauen sitzen zusammen, Kinder toben umher. Gedanken schwirren mir im Kopf umher, welch schweren Weg sie wohl bisher hatten und welcher ihnen vielleicht noch bevorsteht…

Ich falle abends erschöpft in unser weiches Bett, nehme mir noch mein Handy, um abzuschalten, durch Instagram, Facebook und Twitter zu scrollen und mir den Gossip von Möchtegernpromis und die wichtigen Nachrichten des Tages zu holen. Ich hatte dafür den ganzen Tag keine Zeit. Wenn man durchgehend vor der Kamera steht, ist es vielleicht mal eine SMS oder eine Mail, die es zu dir durch schafft, der Rest wird dann in der Mittagspause überflogen und später sortiert, gelesen und beantwortet. Jakob war im Bad, machte sich bettfertig, während ich im Schlafzimmer im Bett bei Twitter angekommen und die letzten Stunden in der Timeline nachholte, als ich es plötzlich sah – das Foto des kleinen syrischen Jungen, mit dem Gesicht im Sand, angespült am Strand im Süden der Türkei. Er war tot. Ertrunken beim Versuch zu überleben.
Vielleicht war es die Erschöpfung des Tages, vielleicht war es der Stress der letzten Tage und Wochen, vielleicht war es der Tropfen, der mein Fass an auszuhaltenden Dingen zum Überlaufen brachte, aber ich fing bitterlich an zu weinen. Ich saß im Halbdunklen in unserem Schlafzimmer, in unserer schönen Wohnung, unser Baby schlummerte friedlich in ihrem Zimmer im Bettchen und dann ist da dieses Foto mit dem toten Kind. Es geht um die Welt. Die nächsten darauffolgenden Tweets und Retweets in meiner Timeline sind abfotografierte Titelblätter oder ganze Artikel in unterschiedlichen Sprachen, in dem die Geschichte rekonstruiert wird: der Bruder des kleinen Dreijährigen ist ebenfalls ertrunken, die Familie ist seit letztem Jahr auf der Flucht, versuchten über die Türkei mit einem Boot über das Mittelmeer nach Griechenland zu kommen. Aylan heißt der kleine Junge, bekleidet mit einem roten T-Shirt, einer blauen Hose; seine Eltern wollten nur das Beste für ihn, sie wollten eine Zukunft, eine Chance auf Frieden.

Ich weinte die halbe Nacht durch, konnte nicht schlafen, konnte einfach nicht aufhören zu weinen, die Tränen flossen unaufhörlich. Ich konnte nicht aufhören, an dieses Foto und die vielen Menschen zu denken, die bei dem Versuch, zu überleben, ein besseres Leben zu haben, sterben müssen. Auch jetzt schießen mir immer wieder die Tränen in die Augen und es zerreißt mir das Herz, wenn ich an das Bild, den kleinen Jungen und seine Familie denke. Es hat sich in mein Hirn gebrannt. Ich hatte die Nacht viele Albträume, wachte auf und musste kontrollieren, ob Jakob noch neben mir und Emma in ihrem Bett ist. Ich wüsste nicht wohin mit mir, sollte einer dieser Plätze jemals leer sein. Ich würde das nicht verkraften können…

Die Medien sind voll mit schrecklichen Nachrichten. Tagtäglich. Man hat keine Chance mehr, ihnen zu entkommen und mittlerweile sollte jeder mitbekommen haben, was gerade zum Thema Flüchtlinge passiert. Ab und an kursieren auf Facebook oder anderen Plattformen Fragen umher, wie man denn ob der aktuellen Lage noch weiter über die schönen und auch unnützen Dinge im Leben schreiben kann. Eine berechtigte Frage, zu der ich mich um eine Antwort bemühe, denn auch ich schreibe auch weiterhin über schöne und unnütze Dinge: Neben all den traurigen und schrecklichen Nachrichten braucht es auch Raum, um dem für kurze Zeit zu entfliehen. Das Herz wird schwer und schwerer mit jeder schrecklichen Nachricht, die uns aus den Medien entgegen schmettert.

Es gibt sie, die vielen Arten mit Trauer, mit dem Schmerz umzugehen, den die aktuellen Bilder von ertrunkenen Flüchtlingen bereiten. Die einen werden laut, drohen damit, Freunde auf Facebook zu entfreunden, sollten Bilder und Artikel von qualvoll gestorbenen Flüchtlingen weiterhin geteilt werden. Ich halte diese Reaktion allerdings für falsch. Jeder darf das anders sehen, ich bin jedoch der Meinung, dass diese Bilder, diese Nachrichten geteilt werden müssen. Denn sie machen etwas mit dem Betrachter. Sie machen betroffen, wütend, verändern die Denkweise und im besten Falle bringen sie zum Handeln. Das Foto des kleinen Aylan wird in die Geschichte eingehen und eine Erinnerung daran sein, dass nicht geholfen wurde. Ein ähnliches Foto, welches ebenso um die Welt ging, war die des kleinen, nackten Mädchens, welches während des Vietnamkrieges aus der Napalmwolke (Link zum Artikel) flieht. „Ihr Schweine! Macht ihr auch Selfies am offenen Sarg?“ – Nein. Der Vergleich hinkt auch in meinen Augen. Es gibt einen Unterschied zwischen Sensationsgeilheit und (Kriegs-)Dokumentation. Bilder sind wichtig, um Zeitgeschehen zu dokumentieren. Bilder sind wichtig, um zu zeigen, dass der Krieg echt ist und nicht „ganz weit weg„. Bilder sind wichtig, um wachzurütteln, Leute aufzuwecken, denen es bisher egal war, die keine Meinung hatten und die nicht wahrhaben wollten, dass es vor unserer Tür passiert.  Es ist verdammt nochmal wichtig, dass wir reagieren. Und in meinen Augen ist jede Reaktion besser, als gar keine. Würde uns das Bild von toten Kindern kalt lassen, wäre mächtig was falsch mit uns. Es wird Zeit, dass gehandelt wird!

Für mich war vorgestern der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr ertragen konnte, ich konnte nicht mehr verarbeiten und ich musste mich zurückziehen. Für einen Moment aus allen sozialen Netzwerken zurückziehen, um die Masse an Bildern, Schicksale und auch die Trauer zu verarbeiten. Wir haben Sachspenden abgeliefert, Geldspenden geschickt. Aber die letzten 1 1/2 Tage fühlte ich mich mehr als machtlos, ich fühlte mich hilflos. Nicht im Stande, irgendwem helfen zu können. Heute geht es mir anders. Ich schreibe diese Zeilen, in der Hoffnung die eine oder den anderen überzeugen zu können, ebenfalls zu helfen. Nicht tatenlos zuzusehen und dafür zu sorgen, dass die Hoffnung auf eine Zukunft ohne Krieg für viele Menschen zur Wirklichkeit wird. Noch immer schießen mir die Tränen in die Augen, wenn ich an das Foto und das Schicksal des kleinen Aylan denke. Noch immer muss ich weinen, wenn ich an den Vater denke, der so verzweifelt war, dass er seine Familie der Gefahr der Flucht aussetzen musste, in der Hoffnung auf Sicherheit. Diese Schicksale müssen uns wachrütteln! So darf es nicht weitergehen…

Ich hoffe für uns alle, dass wir niemals in die Situation kommen müssen, unser Leben in die Hände von Menschen geben zu müssen, die mit illegalen Schlepperaktionen ihr Geld verdienen. Ich möchte niemals auf das Wohlwollen anderer angewiesen sein müssen und mein kostbares Leben, sowie das meiner Familie, in die Hände von dubiosen Gestalten legen zu müssen. Einige haben verdammtes Glück, andere nicht. Man muss sich nur einmal vorstellen, wie groß die Not, die Verzweiflung sein muss, dass diese gefährliche und lebensbedrohliche Flucht für eine Chance auf eine Zukunft ohne Krieg aufgenommen wird…

 

Ein großer Dank geht an all die fleißigen Helfer, die tagtäglich oder wann auch immer sie können, ihre Zeit und Arbeit in die Hilfe und Spendenarbeit für Flüchtlinge stecken.

Denkt daran: Wer nicht hilft, handelt unmenschlich. Jeder kann helfen!

Hier könnt ihr zum Beispiel helfen: #Bloggerfuerfluechtlinge // aktueller Bedarf Kleiderkammer Messehallen Hamburg // Aktion Arschloch // Kein Bock auf Nazis // Deichkind – Refugees Welcome // Eine Schweigeminute bei iTunes (der Erlös kommt den Menschen im überfüllten Flüchtlingslager in Traiskirchen (Österreich) zugute) //

Ihr habt weitere Links? Dann ab damit in die Kommentare!

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19 Comments

  • Reply
    Farbenfreundin
    4. September 2015 at 16:02

    Danke für diesen Beitrag. Wunderbare Worte, die ich nicht gefunden hätte. Dankeschön.

  • Reply
    nora
    4. September 2015 at 16:15

    ich finde es so wahnsinnig stark, wie gut du schreiben kannst. ich hab deine gefühle direkt verstanden, musste auch zwei, drei mal schwer schlucken.
    ich muss dir echt ein Kompliment für deine Neustrukturierung und den blog machen – es ist toll, dass es endlich eine Seite gibt, die sich an uns erwachsene Frauen richtet. danke! danke, dass du schreibst, danke dass du den mut hast, über so viele themen zu schreiben!

  • Reply
    Sara
    4. September 2015 at 16:22

    Einfach nur DANKE! Danke, dass du dich dazu äußerst.

  • Reply
    Sara
    4. September 2015 at 16:25

    Hier noch ein kleiner Hinweis zu einem eingeschlichenen Fehler:
    „Das war vor vielen Jahren, seit dem habe mich auch nie wieder getraut, sie [ZU] fragen.“
    Den Kommentar soll gar nicht veröffentlich werden, er passt nicht, das weiß ich. Ich wollte trotzdem darauf hinweisen. Danke nochmal!

  • Reply
    Lisa
    4. September 2015 at 16:29

    Danke.

    Gestern unterhielt ich mich noch mit einer Freundin über unsere Sorge und das Entsetzen, dass der Rassismus und die Feindseligkeit mittlerweile gefühlt salonfähig geworden sind (Immer dieses „Ja, aber…“ oder „Ich bin ja kein Rassist…“) und umso dankbarer bin ich für jeden Widerstand, für jedes Mitgefühl und Empathie, die dem schreckliche Gedankengut Kontra geben.

  • Reply
    Inge
    4. September 2015 at 16:42

    Danke Anna, das hast du so wunderbar ausgedrückt. Ich kann nicht verstehen, dass es Menschen gibt die denken, sie wären „etwas Besseres“ und ihnen könne soetwas nicht passieren! Wir haben einfach nur Glück, in einem sicheren Land zu leben und dafür bin ich dankbar. Gerne teile ich deine Zeilen auf meiner Facebookseite.,

  • Reply
    Stefanie Ludwig
    4. September 2015 at 17:31

    Mir fällt gar nichts ein, was man diesem Text hinzufügen könnte. Einfach nur ein Kompliment für diesen tollen Text.

  • Reply
    Janne
    4. September 2015 at 18:55

    Geht mir auch so. Ich musste gestern auch heulen als ich die Nachrichten hörte.
    Richtig fassungslos und wütend machen mich aber diese „Ich bin zwar kein Nazi aber …“ Idioten.
    Es gab gestern Abend in der ARD eine richtig gute „Monitor“ Sendung zum Thema Flüchtlige.
    Danke für diesen Artikel.

  • Reply
    Heide
    4. September 2015 at 19:15

    stark, Anna, dass du dazu schreibst, dich positionierst und andere dazu aufrufst. Jede Stimme ist wichtig.
    Danke für deinen Beitrag, der wie immer sehr „echt“ und persönlich ist.

  • Reply
    Anke
    4. September 2015 at 21:06

    Ich bin sehr beeindruckt von Deinen Worten!
    Ich suche noch für mich einen Weg mich zu diesem Thema zu äußern oder zu beteiligen – daher bin ich unglaublich dankbar für Deine Links.
    Da ich auch beruflich in der Thematik stecke, bin ich leider etwas eingeschränkt, was meine Wortmeldungen betrifft.

    Herzliche Grüße
    Anke

  • Reply
    Greta
    4. September 2015 at 22:32

    Sehr schön und sehr berührend geschrieben – so erging es mir mit meiner Oma auch immer. Sie sagte immer nur „seid froh, wenn ihr niemals fliehen müsst – seine Heimat und alles verlassen zu müssen ist so furchtbar schlimm“…
    Damals konnte ich das nicht nachvollziehen, heute denke ich jeden Tag wieder, wie froh und privilegiert ich bin, dass ich nicht auf der Flucht sein muss.

    Und ich schäme mich täglich für all diese Idioten, die solch arme Menschen auch noch mit so viel Feindseligkeit und Ablehnung begegnen:

    AUFWACHEN – das sind Menschen wie WIR, die unsere Nächstenliebe und Hilfe brauchen!

    Ich bin sicher nicht religiös und mir ist es auch völlig schnuppe, welcher Konfession die Flüchtlinge angehören, aber ich bin ein Christ – und daher ist es für mich völlig klar, Menschen in Not mit offenen Armen und vor allem offenem Herzen Willkommen zu heißen!

  • Reply
    lisa
    4. September 2015 at 23:05

    So so wahre und großartig gewählte Worte!!

  • Reply
    Désirée
    5. September 2015 at 8:38

    Dass Bilder von Leichen nicht gezeigt werden, ist Teil des Pressekodex. Seriöse Medien machen das nicht, um die Privatsphäre der abgebildeten Menschen auch über ihren Tod hinaus zu schützen. Das finde ich gut und richtig. Auch die Beschreibung des Bildes mit dem kleinen Jungen, wie zum Beispiel auf sueddeutsche.de geschehen, kann denselben Effekt haben, den du beschrieben hast – mir ging es so. Vielleicht ist die Wirkung manchmal sogar noch stärker, weil die eigene Vorstellungskraft gefordert ist. In jedem Fall gebe ich dir recht, dass viele Menschen ob dieser Problematik wachgerüttelt werden müssen – nicht zuletzt die Politiker, wie mir scheint.

  • Reply
    Josie
    5. September 2015 at 12:24

    Ein grandioser Post, der hoffentlich auch die Letzten wachgerüttelt hat.
    Ich kann die Leute nicht verstehen, die immer noch sagen „das geht mich nicht´s an“ Es geht jeden was an.
    Denn jeder kann helfen! Ob es nun Spenden sind oder Unterstützung bei der Eingliederung.
    Ich denke, jeder sollte sich eventuell mal vorstellen wie es wäre, wenn es in Deutschland nicht mehr so sicher& toll ist.
    Dann müssten wir in ein anderes Land flüchten, unter katastrophalen Umständen und wären auf die Hilfe anderer angewiesen.
    Dann wären Wir die „Ausländer“
    Es ist nicht unser Land, wir haben nur das Glück, hier geboren zu sein. Daher finde ich es nur richtig, dass wir anderen helfen.

    • Reply
      Elisabeth
      6. September 2015 at 10:54

      „Es ist nicht unser Land, wir haben nur das Glück, hier geboren zu sein. Daher finde ich es nur richtig, dass wir anderen helfen.“

      Wie wahr das ist. Danke für diese Worte, Josie!

  • Reply
    Julia
    6. September 2015 at 9:50

    Was diese ganzen Asylkritiker nicht bedenken ist eben, dass wir unsere eigene Geschichte vergessen. Mein Großvater wurde auch aus seiner Heimat vertrieben und hat oft die Geschichte erzähl, als eines Tages Soldaten kamen und seiner Familie gesagt haben, sie sollen innerhalb von ein paar Stunden das Haus räumen und verschwinden.
    Er hatte 6 Geschwister, war selbst ca. 4-5 Jahre alt und der zweitjüngste, sein kleiner Bruder war noch ein Baby. Die Kinder haben sich mehrere Schichten Kleidung angezogen, das Baby wurde in ein Tragetuch gewickelt und mein Opa schaffte es noch sein Kuscheltier zu schnappen und dann gings zu Fuß in eine ungewisse Zukunft.
    Sein Vater war noch Kriegsgefangener und die Mutter musste alleine mit den 7 Kindern los.
    Wenn wir solche Geschichten aus unserer eigenen Familie hören, macht uns das betroffen, traurig, bestürzt, aber genau das passierte auch mit denen die zu uns kommen, keiner nimmt freiwillig so eine Reise unter solchen Bedingungen aufsich, schon gar nicht mit kleinen Kindern.
    Es ist wirklich an der Zeit aufzustehen und diesen hasserfüllten Rassisten, den „Ich bin zwar kein, aber“-Sagern und all den Anderen zu sagen, dass die Zeit gekommen ist, zu helfen, anstatt zu hassen. Menschlichkeit zu zeigen!

  • Reply
    Elisabeth
    6. September 2015 at 10:56

    Ich verspürte beim Lesen einen Kloß im Hals.
    Danke für deine Worte, Anna.
    Danke.

  • Reply
    WEEK IN SOME NOTE – RECAP #10 « LINA MALLON LINA MALLON
    6. September 2015 at 11:29

    […] Ich habe das Thema schon in der letzten Wochen angesprochen, aber nicht die Worte gefunden, die Anna fand ..ein unheimlich intensiver Text. […]

  • Reply
    Random Monday #18 - recklessly-restless.com
    14. September 2015 at 17:47

    […] wurde schon viel über die Flüchtlinge geschrieben, auch von anderen Bloggern. Anna hat zum Beispiel einen sehr guten Artikel […]

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