BABY

Wie kinderfreundlich ist Deutschland?

emma juli

Die große Pampers-Studie zum Thema „Wie kinderfreundlich ist Deutschland?“ belegt: viele Eltern fühlen sich mit Kindern in Deutschland nicht willkommen. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie sich durch die erlebte Ablehnung ihrer familienunfreundlichen Mitmenschen belastet fühlen.

„Die Achtung für das, was Eltern leisten, ist völlig abhanden gekommen.“ berichtet eine Mutter. Eine Andere beantwortet die Frage nach der Kinder- und Familienfreundlichkeit in Deutschland so: „Ich habe den Eindruck, dass die Gesellschaft vergisst, was es bedeutet, Kind zu sein und daher auch deren Bedürfnisse nicht (mehr) kennt.“. Pampers engagiert sich daher ab Juli 2015 im Rahmen der Initiative „Deutschland wird Kinderland“ – um Familien wieder das Gefühl zu geben, in Deutschland willkommen zu sein.

Als ich das las, musste darüber nachdenken. Und zwar ernsthaft. Und ich dachte lange und intensiv darüber nach. Wie kinderfreundlich empfinde ich Deutschland? Wenn von über 38.000 befragten Eltern, die Hälfte angibt, sie empfinden Deutschland als nicht kinderfreundlich, dann lässt mich das stutzig werden. Empfinde ich das auch so? Ich bin ja jetzt Mama und habe schon ein paar seltsame Situationen erlebt…
anna jakob joolz

Ich behaupte, ich bin schon eine selbstständige Frau, die gerne alles ständig selbst macht. Um Hilfe bitten? Ja, schon… aber nur wenn es brennt. Vielleicht. Weil ich bin emanzipiert, ich kann das alles alleine. Ich bin stolz. Manchmal vielleicht zuviel. Ich öffne mein Marmeladenglas alleine, kann Möbel alleine aufbauen und würde auch vielleicht die Lastwagen auf DSF ziehen, wenn sich mir der Sinn des Ganzen erklären würde. Hast du aber ein Baby, wird dir plötzlich klar, dass du an so manch einer Stelle doch Hilfe benötigst. Ich hab das zuerst nicht wahrhaben wollen und gebe an dieser Stelle offen und ehrlich zu, dass ich in der Schwangerschaft und auch die ersten Wochen und Monate mit Baby teilweise zu stolz war, Hilfe anzunehmen oder um Hilfe zu bitten. Falscher Stolz an dieser Stelle, denn es sollte ja eigentlich kein Problem sein, um Hilfe zu bitten. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche oder dass man eine schlechte Mutter sei. „Ich kriege das schon alleine hin! Kein Thema!“ Mit Kind an seiner Seite stößt man jedoch häufiger an Grenzen, als einem vielleicht lieb ist. Ein Punkt aus der Studie von Pampers war: „Wenig kinderwagenfreundlicher öffentlicher Nahverkehr“. Leider ist mir das auch schon aufgefallen.

Emma war 3 oder 4 Monate alt und ich war mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu einer Veranstaltung. Baby im Kinderwagen, denn die Veranstaltung sollte einige Zeit dauern und ich wollte, dass sie in Ruhe schlafen kann. Die Fahrt sollte, laut Plan, etwa 30 Minuten dauern, letztendlich war es eine 90 minütige Odyssee.

Emma ist nun 8 Monate alt und ich bin mittlerweile Profi darin, den Kinderwagen geschickt auf Rolltreppen zu platzieren (auch wenn man das nicht darf…) und kann auch einige Stufen locker den Wagen alleine runterhüpfen lassen, Stufe für Stufe, während Emma sich über das Ruckeln und RUmpeln köstlich amüsiert. Werden aus einer Handvoll Stufen jedoch ein paar mehr, sogar ein paar viele, wie sie häufig an U-Bahn Stationen zu finden sind, dann wird es ein Problem. Besonders dann, wenn Rolltreppen und Fahrstühle außer Betrieb sind. So passiert, als ich zu jenem Event unterwegs war. Ich stand also an der U-Bahn Station vor dem Fahrstuhl, der mit einem traurigen Schild darauf hinwies, dass er es heute nicht tun wird und neben mir parkte ein Rollstuhlfahrer. Wir sahen uns an, er zuckte dann mit den Schultern, sagte, dass ihm das nicht zum ersten mal passiert sei und grummelte im wegrollen, dass er jetzt sein Date in ein anderes Café bestellen muss. Ich hingegen konnte und wollte das Event nicht absagen. Nix da. Ich komm da schon hin!! Taxi bestellen war an dieser Stelle unmöglich, denn ich brauchte für Emma einen Kindersitz, bzw. eine Babyschale. Die hatte ich nicht dabei. Safety First, Kids! Man nimmt auch nicht sein Baby für kurze Strecken mal eben auf den Schoß, denn genau dann … ihr wisst schon. Ich stellte mich also an die Treppe zur U-Bahn und wartete. Darauf, dass jemand vorbei kommt und ich diese Person fragen und bitten kann, mir zu helfen. Ich musste nicht lange warten und ein freundlicher junger Mann ging mir zur Hand. Ich musste meine Frage auch nicht einmal zu Ende stellen, da bückte er sich schon lächelnd und trug mit mir den Wagen hinunter. Emma gluckste vergnügt, vermutlich fühlte sie sich wie eine Prinzessin auf einer Sänfte.
joolz elvis

Generell habe ich festgestellt, dass Jungs und junge Männer sehr hilfsbereit, höflich und zuvorkommend sind. Von so manch einer Frau habe ich leider schon die eine oder andere Schwingtür vor den Kinderwagen geknallt bekommen, obwohl ich definitiv als Passantin mit Kinderwagen hinter ihnen wargenommen wurde. „Oh, ich dachte das passt noch …“, kam dann hin und wieder, wenn ich mich über die Rücksichtslosigkeit mit einem „Heyyy!“ echauffierte. Aber ich sage euch, auch darin bin ich mittlerweile Profi: Mit einem nahezu perfekten Kung-Fu Kick wird die Tür aufgetreten und elegant wie eine Giraffe auf Rollschuhen gleite ich dann mit dem Kinderwagen durch die schwingende Tür. „Entschuldigung?? Darf ich ihnen die Tür aufhalten?“ rief ein kleiner Junge, er war vielleicht 7 oder 8 Jahre alt und flitzte an mir vorbei, als ich wieder einmal versuchte, mit dem Kinderwagen durch die dämliche Kaufhaustür zu fahren. Ich bin ehrlich zu euch, das hat mich aus den Socken gehauen! Ich hatte es nicht erwartet, dass ein kleiner Junge so zuvorkommend ist und ich denke, dass ich ihm ebenso den Tag versüßt habe, als ich ihm gestand, dass er für den Tag mein Held sei.

Auf der HVV Webseite heißt es: „Im Großbereich Hamburg werden größtenteils Niederflurbusse mit Rampen und Kneeling (seitliches Absenken) eingesetzt. Im Hamburger Stadtgebiet kommen ausschließlich Niederflurbusse zum Einsatz. Das Kneeling erleichtert Rollstuhlbenutzern den Einstieg. Jedes Fahrzeug bietet eine Stellfläche für Kinderwagen und Rollstuhlbenutzer.“

Jedoch bringt das nix, wenn kaum drauf geachtet wird. Oft vergessen die Busfahrer/innen, dass sie ihr Gefährt absenken können, was mich dann vor eine kleine Herausforderung stellt, den Wagen in den verdammten Bus zu hieven. Das wird besonders spannend, wenn Busfahrer genau so weit von der Bordsteinkante weg parken, dass man zwar als Fußgänger ohne Kinderwagen einen etwas größeren Schritt machen könnte und dann im Bus wäre, als Mutti mit Kinderwagen stehst du vor dieser kleinen Schlucht und überlegst, wo du jetzt noch so viel Anlauf hernehmen kannst, um den Sprung zu schaffen. Ich muss zugeben, dass ich Busfahren mit Kinderwagen vermeide, sofern es möglich ist. Es ist nicht nur der Stress mit dem Ein- und Aussteigen, sondern auch der Transport ansich. Es gibt besagte Stellflächen für Kinderwagen, jedoch stehen da immer gerne Leute, die sich nicht auf einen der 60 freien Plätze niederlassen wollen und gerne mit den Augen rollen, wenn man sie dann von dem coolen Platz wegscheucht.

Ich bin gespannt, wie sich einige Dinge ändern werden, wenn Emma größer wird, bald läuft, zur Schule geht, aktiv am Straßenverkehr teilnimmt … Denn ich muss auch zugeben, dass ich mich mit einigen Dingen bereits arrangiert habe: Nicht jedes Geschäft, Café oder Restaurant bietet eine Wickelmöglichkeit an. Ok, darauf bin ich vorbereitet und kann Emma mehr oder weniger in jeder Situation nahezu unbemerkt wickeln. Könnte etwas schwieriger werden, wenn sie größer wird … aber noch gehts. Not macht erfinderisch! Allerdings muss ich ebenso erwähnen, dass gerade Hamburg extrem kinderfreundlich und unser Stadtteil wirklich wahnsinnig kinderfreundlich ist: Kitas an fast jeder Ecke, es gibt Kita-Gutscheine, Betreuungsangebote, usw.

Aber das Gesamtbild? Ja, ich denke, die Kinderfreundlichkeit in Deutschland lässt zu Wünschen übrig.

Pampers setzt sich für Kinder und Familien in Deutschland ein

Mit der langfristig angelegten Initiative „Deutschland wird Kinderland“ engagiert sich Pampers ab Mitte Juli 2015 deutschlandweit für Babys, Kinder und Eltern. Im Rahmen eines großen Kinderland-Ideen-Wettbewerbs spendet Pampers jeden Monat bis zu 5.000 Euro an ein kinderfreundliches Projekt. Alle Eltern sind eingeladen, ihre Ideen für ein kinderfreundlicheres Deutschland einzureichen – zum Beispiel für den Ausbau eines Spielplatzes oder die Nachrüstung einer Treppe mit einer Kinderwagen-Rampe. Eine Jury – bestehend aus einem Mitarbeiter der Marke Pampers, Camilla vom Mummy Mag, Kai von daddylicious und Wolfram Kons, Leiter Charity der Mediengruppe RTL Deutschland sowie Pampers Expertin und Hebamme Anja vom Blog Von guten Eltern – wählt monatlich ein Gewinner-Projekt aus.

Darüber hinaus wird Pampers sich mit Partnern in verschiedenen Bereichen engagieren, um Deutschland zum Kinderland zu machen. Gemeinsam mit der Familien-App BabyPlaces hilft Pampers Eltern, kinderfreundliche Orte in ihrer Umgebung zu finden. Zusammen mit RTL „Wir helfen Kindern“ werden Projekte unterstützt, die für mehr Baby- und Familienfreundlichkeit in Deutschland sorgen. Außerdem stellt Pampers mit dem Händler real,– ab Sommer 2015 Wickeltische mit gratis Windeln und Pflegezubehör in ausgewählten Märkten zur Verfügung. Mit anderen Handelspartnern setzt Pampers ebenfalls Aktivitäten um, damit das Einkaufen für Mütter mit Babys noch familien- freundlicher wird. Alle Informationen zu konkreten Aktionen und dem Kinderland-Ideen-Wettbewerb gibt es auf der Aktionsseite www.deutschland-wird-kinderland.de.

Also los! Handeln, kreativ sein, Idee für Projekte einschicken und vielleicht wird euer Projekt umgesetzt … Einen Versuch ist es wert! Oder ihr kennt ein Projekt in eurer Nähe, das beim Ideenwettbewerb teilnehmen sollte? Dann schlagt es vor und teilt es auf Twitter und Facebook mit den Hashtags#DeutschlandKinderland und #Pampers.

 

// In Kooperation mit Pampers //

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1 Comment

  • Reply
    jenny
    14. August 2015 at 11:34

    Ich habe 2 Kinder (Zoe 5 Jahre und Mayla 7 Monate) entsprechend habe ich auch schon das Eine o Andere erlebt.

    Ich habe auch oft das Gefuehl Kinder stoeren je aelter sie werden. Da wurde die Große bei Moebel Hoeffner angepflaumt sie stehe im Weg. Eehm sorry??? Wer sagt denn nun das sie weniger Recht hat iwo zu stehn u sich was anzusehen?
    Schmaler Fußweg mit Kinderwagen u jmd kommt einem entgegen..aber anstatt etwas zur Seite zu gehen wird erwartet dass man sich quasi neutralisiert oder abhebt. Zumindest ganz sicher mit Sack u Pack der da kommenden Prominenz platz macht….

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