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Das Detoxprogramm liegt jetzt eine Weile hinter mir und ich hatte Zeit, mir den Verlauf und das Danach durch den Kopf gehen zu lassen.
Ich gebe zu, dass ich mich an den ersten zwei Tagen nicht sonderlich gut gefühlt habe und daran dachte, das Detox zu beenden, bzw. die Nummer als Bullshit abzuhaken. Das wäre aber Unfug gewesen, da ich ja drei Tage durchziehen wollte und wohl auch sollte, um mir ein anständiges Urteil bilden zu können. Außerdem war ich zu stolz, um aufzugeben.
Vielleicht die naheliegendsten und wichtigsten Fakten zuerst und auch zu den Fragen, die mich währenddessen über Facebook und hier in den Kommentaren erreicht haben:
Ja, ich habe ein paar wenige Kilos, genau gesagt 2,6 kg, in den drei Tagen Detox verloren. Die waren aber relativ schnell nach der Kur wieder drauf, da es sich hierbei größtenteils um Wasser handelt, welches ausgespült wurde. Kilos zu verlieren war jedoch nicht mein Ansporn.
Nein, ich stille nicht mehr, weswegen ich auch ohne Probleme das Detox machen konnte. Hätte ich noch gestillt, wäre das Programm ziemlich ungesund gewesen und durch die kalorische Unterversorgung auch nicht gut gewesen. Solltet ihr gerade frisch Mutter geworden sein und in Erwägung ziehen, ebenfalls ein Detox Programm zu machen, dann bitte erst dann, wenn ihr abgestillt habt.
Ja, ich würde das Programm wieder machen, jedoch vorher eine Darmentleerung, zB. mit Glaubersalz machen. Dadurch erleichtert man sich den Einstieg und leidet nicht so sehr in den ersten Tagen.
Ja, es war eine ziemlich faszinierende Erfahrung. Besonders, dass der Geschmackssinn quasi gerebootet wurde, hat mich echt geflashed. Habe ich am ersten Tag noch ein wenig Salz auf meine Suppe gegeben, verzichtete ich bereits am dritten tag darauf und krümelte nur ein wenig frisch gemahlenen Pfeffer drüber. Die erste richtige Malhzeit nach dem Detox war eine kleine Geschmacksexplosion im Mund. Ich erinnere mich noch an den ersten Schluck Cola, den ich zwei Tage nach dem Detox nahm. Die Brause war mir viel zu süß, viel zu klebrig und ich brauchte einen Schluck Wasser zum Nachspülen. Verrückt! Das hier gabs am Tag nach dem Detox: (Rezept hier)

Was ich beim nächsten Mal Detox anders machen würde, bzw. diese Tipps habe ich für euch:
* Eine Leidensgenossin oder einen Leidensgenossen suchen! Seien wir ehrlich, geteiltes Leid ist halbes Leid. Sich gegenseitig zu erzählen, was man gerade für Erfolge oder auch Misserfolge hat, ist unheimlich viel wert. Wenn die Freundin sich gerade während des Telefonats im Hintergrund ihr Abendessen kocht und du deinen Saft schlürfst, ist das nicht wirklich hilfreich. Also werde ich das nächste Mal eine Freundin oder Jakob mit einspannen.
* Der perfekte Zeitpunkt sollte gewählt werden. Ich wählte den Samstag für meinen Start und beendete das Detox Programm am Montag Abend. Das war in meinen Augen perfekt, denn so müsste man keinen Arbeitskollegen maulig gegenüber sitzen und ich konnte mir die Tage am Wochenende so gestalten, wie ich es möchte und brauchte.
* Sollte ich noch einmal detoxen, bin ich vorgewarnt auf eventuelle Nebenwirkungen. Kopfschmerzen, ein Gefühl wie Watte im Kopf oder auch das Frieren haben mich ziemlich kalt erwischt und irritiert. Diese sind auf die kalorische Unterversorgung zurückzuführen und mehr oder weniger normal.
* Detoxen ist nicht in erster Linie zum Abnehmen gedacht! Das ist ja gerne mal der Hauptgrund für viele, die eine Saftkur machen. Drei Tage vor einem wichtigen Event mal fix auf Saft statt fester Nahrung umsteigen und schon passt man ins Kleid. Njein. Wer Gewicht verliert, verliert ja nicht zwangsläufig auch seinen dicken Hintern. Klar, der Bauch ist flacher, wenn nix drin ist, aber richtige Ergebnisse erzielt man mit Sport und einer Ernährungsumstellung. Nicht mit Fritten und Saft.
* Das, was nach dem Detox kommt, ist wichtig! Wer nach einem Detoxprogramm zum nächsten Burgerladen rennt, der hat das Prinzip nicht verstanden. Nach dem Detox ist der Körper zu Teilen gerebootet und ihr könnt neu aufbauen, eure Ernährung umstellen, etc.
* Jeder verpackt das Detoxrogramm anders. Wenn ich sage, dass ich die ersten Tage schlimm fand, muss das nicht für euch genauso sein. Ihr werdet schnell hangry? Überlegt euch ein anderes Ventil, als ein künstlich herbeigeführter Streit mit eurem Partner :-)
* Gifte ausspülen ist Quatsch. Unser Körper hat diverse Organe, deren Job es ist, den Körper von innen zu reinigen; Nieren, Leber und der Verdauungstrakt sind Experten darin. Ist der Körper vergiftet, dann hilft auch keine Detox Kur, sondern der Gang ins Krankenhaus. Diese propagierten Schlacke sind auch nicht unbedingt der wahre Grund für eine Detoxkur. Ich sehe eine Detoxkur eher als Kickstarter für eine Ernährungsumstellung und die beginnt eben auch im Kopf. Wer jedoch länger als 2 Wochen eine Detoxkur macht, sollte sich bewusst sein, dass er sich einer eventuellen Nährstoffunterversorgung aussetzt.
* Sei dir bewusst, dass jegliche körperliche Anstrengung noch anstrengender wird! Ich habs schon ein paar mal erwähnt, aber deine Kalorienzufuhr senkt sich drastisch bei einer Detoxkur. Du wirst vermutlich schneller müde und auch dein Kind wird dir schneller auf deinem Arm zu schwer, als du es vielleicht sonst gewohnt bist. Stellst du dich darauf ein, kann nix schief gehen.
Wie geht es nach dem Detox weiter?
Ich hatte ja zu Anfang gesagt, dass ich die drei Tage Detox als Kickstart für eine Ernährungsumstellung sehe. Und ja, das Ziel dessen ist auch, ein paar Kilos zu verlieren, bzw. auch mit Sport wieder in Shape zu kommen. Durchs Stillen habe ich zwar die Pfunde aus der Schwangerschaft schnell wieder verloren, aber ursprünglich hatte ich vor, bevor ich schwanger wurde, den Beziehungsspeck abzunehmen. Ihr kennt ihn vielleicht, diesen Couchpotatoe- und Beziehungsspeck, den man zulegt, wenn man es sich gemeinsam gerne mal gemütlich macht…
Und außerdem steht eine Hochzeit in wenigen Monaten an, auf der ich schon gerne superduper sexy aussehen würde. Also wird jetzt die Reißleine gezogen.
Raffinierter Zucker und Weißmehlprodukte, sowie Fertiggerichte und Essen vom Lieferservice sind bereits weitestgehend vom Ernährungsplan gestrichen. Milchprodukte sind ebenfalls fast komplett verschwunden, da ich eine Laktoseintolleranz habe und daher auf Ersatzprodukte zugreife. Die laktosefreie Milch ist mittlerweile auch gegen Reismilch ersetzt worden (Leider greift meine Nussallergie auch bei vielen Sojaprodukten… jaja, die lieben Allergien…). Der Zuckerkonsum ist bei uns dezent eskaliert – hier eine Brause, da ein Energydrink, zwischendurch Naschkram. Das muss nicht sein und es ändert sich schon eine große Menge, wenn dies reduziert wird. Als alternatives Süßungsmittel für meinen Kaffee habe ich Xucker von euch empfohlen bekommen und bin hin und weg! Stevia wäre ebenso eine Alternative, allerdings mag ich den Geschmack nicht. Und Xucker kommt geschmacklich sehr nah an den raffinierten Kristallzucker heran.
Fleisch gab es bei uns eh nicht sehr oft, in letzter Zeit maximal ein Mal die Woche, und dann auch „gutes“ Fleisch vom Biobauern. Das wird auch weiterhin so bleiben. Der Konsum von Gemüse und Obst ist bei uns gestiegen, seit ich den Lieferservice vom Bauern hier in der Gegend entdeckt habe. Wöchentlich steht ein netter Lieferant vor der Tür mit einer Kiste voller Gemüse, ab und an auch Fleisch und Brot aus der hauseigenen Schlachterei und Bäckerei. Fühlt sich gut an und ist auch ein wenig bequem :-)
Wer jetzt fragt, nach welchem Ernährungskonzept wir uns jetzt täglich unsere Mahlzeiten kochen, dem kann ich leider keine klare Antwort geben. Ich kann unsere Essgewohnheiten nicht exakt einem bestimmten Ernährungskonzept zuordnen, sondern es enthält von mehreren Konzepten einige Punkte. Ich las mich in letzter Zeit in viele Konzepte ein und zog mir von jedem die Punkte heraus, die ich für sinnvoll, für mich/uns passend und auch umsetzbar fand. Es geht in Richtung Clean Eating / Paleo / zum Teil bediene ich mich auch an veganen Rezepten. Hinzu kommt natürlich Sport. Ich mache meinen Sport zuhause, denn es gestaltet sich dann schon schwierig, mit kleinem Baby in einem Fitnessstudio zu trainieren, wenn ich das nicht auf die Abendstunden verlegen will, wenn Jakob zuhause ist. Also nutze ich die Gelegenheiten und rolle im Wohnzimmer die Matte aus, wenn Emma ihr Schläfchen macht und schalte meinen Online Sportkurs ein. Pilates, Yoga oder ein Bauch-Beine-Po-Programm, je nachdem, worauf ich gerade Lust habe. Auch viele meiner Rückbildungsübungen mache ich mit New Moove. Und bisher läuft alles spitze!
That’s it!





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