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„Frost, wir haben noch offiziell Sommer! Wie kannst du denn jetzt schon wieder Mäntel shoppen wollen?“

– LASS MICH!!!!

Ja, hier geht es ab und an auch kindisch zu. Sehr sogar. Und an meiner Argumentation muss ich arbeiten. Besonders dann, wenn es um mein liebstes Shoppingobjekt geht: Mäntel. Wer schon länger liest, was ich so schreibe, der weiß das längst. Mäntel sind für mich das, was für Beautyjunkies Lippenstifte, Nagellacke und Lidschattenpaletten sind – Sammelobjekte. Und wenn wir alle mal genau überlegen, sind Mäntel ja die Kleidungsstücke, welche wir in den kalten Jahreszeiten permanent tragen. Was darunter ist, sieht man ja beim Spaziergang über den Dom oder Weihnachtsmarkt gar nicht wirklich. Und eine etwas größere Auswahl zu besitzen, bedeutet auch, dass man seinem Gegenüber (und sich selbst) eine optische Abwechslung bieten kann. Also haben alle was davon. Ist das nicht fein? Ja, total!

Äh… bitte was?

Mir ist schon klar, dass ich für meine Mantelkauflust hier eine an den Haaren herbeigezogene Erklärung suche. Aber braucht man die wirklich? Eine Rechtfertigung? Vor wem? Vor mir selbst? Oder vor dem Partner? Also, bitte.

Ich murmle die eher so vor mich hin, während ich an Jakob vorbeigehe, nachdem ich den neuen Mantel an die Garderobe gehängt habe. Er grinst nur, denn er kennt mich. Und er weiß, dass für diesen neuen Mantel auch später wieder einer aussortiert wird. So ist das nämlich, wenn man zusammenwohnt: Es gibt für manche Dinge Regeln. Einige stellen sich von selbst auf, andere werden ausdiskutiert und verhandelt. Manche werden gebrochen, denn dazu sind sie da, oder werden neu verhandelt.

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