BABY LIFESTYLE

Da sitze ich also am Schreibtisch, mit links tippe ich eine Mail, mit rechts halte ich Babyfrost und stille, tausche nebenbei noch im Facebookchat mit einer Freundin Shoppinglinks aus und wenn ich den einen Satz der Mail zu ende getippt habe, schicke ich schnell noch eine Sprachnachricht an die Freundinnen im Whatsapp Chat. „Frosti, du Multitasking Genie!“ kommt zurück. Ich muss kurz darüber lachen, tue das mit einem ernst gemeinten „Ach, quatsch!“ ab, denn schaue ich an mir runter, bin ich zwar geschminkt, habe einen sauberen Pullover an, trage aber noch immer die Schlafanzughose, keine Socken und meine rosa Crocs. Ein Tab im Browser ist seit einigen Tagen offen, dort schlummert ein Artikel einer Onlinezeitung, der mich echt knatschig gemacht hat. „Wir hassen euch, ihr Übermütter! Ihr, die ihr geschminkt und mit Prada Tasche am Spielplatz sitzt. Ihr, die Job und Kind perfekt jonglieren, nebenbei noch einen Blog schreiben und stets top gestyled eure Kinderwagen durch die Hood schiebt…“. Ich fühle mich angesprochen. Ein bisschen zumindest. Lass es das Stichwort „Blog“, „Prada“ oder was auch immer sein, irgendwie glaube ich, der Autor meint mich. Mich und all die anderen Moms, die ich übers Internet und ihre Blogs kennen lernen durfte. Moms, die nicht nur Hausfrau und Mutter sind, sonder berufstätig, selbstständig, mit Blogs und eben das, was ich mir unter einer Powerfrau vorstelle. Nicht Übermutter. Sondern Powerfrau! Moms, die sich nicht komplett verändern, nur weil ein Kind als zusätzliche Aufgabe auf dem Plan steht. Moms, die noch immer Wert auf schöne Dinge legen. Das ist ein Unterschied!

Es ist ein Unterschied, ob ich einige Dinge für mich tue oder eben nicht.

Es ist der kleine Unterschied, wenn ich mich morgens für 15 Minuten länger im Bad statt 15 Minuten länger schlafen entscheide. Und wenn ich Babyfrost in ihrem Sitz mit ins Bad nehme, weil sie doch nicht wie sonst noch 3 Stunden schläft, sondern nur eine und mich schminke, während ich ihr vorsinge, mit dem linken Fuß den Sitz zum Schaukeln bringe – muss man mich dafür hassen? Und es ist ein Unterschied, wenn ich Telefonkonferenzen und Skypecalls so time, dass das Baby zu dem Zeitpunkt schläft. Und wenn nicht, dann wird vielleicht ein wenig geschoben oder ich jongliere eben mit Telefonhörer und Baby. Nicht ideal, aber machbar. Aber muss man mich dafür hassen? Ich bin eben nicht nur Mutti und das war mir von Anfang an wichtig. Ich liebe meine Tochter. Ich liebe aber auch meinen Job! Und ich finde, irgendwie kriegt man beides unter einen Hut. Zumindest dann, wenn man die Chance dazu hat. Wie zum Beispiel dann, wenn man Selbstständig ist. So eine Selbstständigkeit hat seine Vor- und Nachteile, Ecken und Kanten an denen man sich gerne mal stößt, über die man stolpert. Aber vor allem habe ich die Chance, 24 Stunden am Tag für mein Kind da zu sein. Ob das jetzt in die Kathegorie Vor- oder Nachteil gehört – das kann man mich mehrfach täglich mal fragen und die Antwort wird immer eine andere sein.

Ja, ich habe leicht reden, kann von jedem Ort aus arbeiten und muss Babyfrost nicht schon mit wenigen Wochen in eine Betreuung geben. Ja, und im gleichen Zug habe ich aber auch keinen Mutterschutz, habe bis zur Niederkunft gearbeitet und nach offiziellen zwei Schontagen war ich auch schon wieder m Arbeiten. Zuhause. Im Homeoffice. Mails tippen und Baby kennen lernen.

 

Ja, du hast leicht reden, dein Kind ist ja erst ein paar Monate alt! Warte mal ab, bis dein Kind 2 oder 3 Jahre alt ist! Das ist das gnadenlose Alter!

Und in 2 Jahren dann: Ja, du hast leicht reden, dein Kind ist ja erst ein paar Jahre alt! Warte mal ab, bis dein Kind in die Schule kommt! Dann ist vorbei mit Lustig!

 

 

 

Ja, ich habe ja auch leicht reden. Mein Kind ist auch erst ein paar Monate alt…

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