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Willst Du mir etwa drohnen?

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Im Christmas Guift Guide #6 steht sie auf Annas Wunschzettel für den Bruder: eine Mini Drohne mit Kamera. Damit der Bruder seine YouTube Karriere mit schönen Luftaufnahmen ankurbeln kann und die Nase aus den Angelegenheiten der Schwester hält. Und auch auf Jakobs Wunschliste für den Techniknerd darf sie nicht fehlen. „Drohnen sind DAS Hypethema in der Technikbranche schlechthin.“ Sogar im  Frostschen Koffer nach Mexiko hatte ein Quadrocopter mit Kamera zwischen ein paar Klamotten seinen Platz gefunden.

Drohne? Schon mal gehört – ja. Das war’s dann aber auch schon. Das Wort Drohne hat mich immer irgendwie an Krieg erinnert. Unbemannte Flugobjekte. Zum Filmen von Luftaufnahmen zum Beispiel. Aktuell ein großes Thema in der Technik. Ich gestehe – mein Technikwissen ist ungefähr so hilfreich wie eine Badehose in der Arktis … aber ich bin neugierig geworden.

Auf facebook habe ich beiläufig mitbekommen, daß Malte – ein Bekannter, den ich vor einigen Jahren kennenlernte – mittlerweile als Pilot xy.fpv in der Drone Racing League fliegt. Wer also könnte mir da besser etwas über das angesagte Drohnenthema beibringen?! Ich hab ihn lange nicht gesehen, aber vielleicht hat er Lust, mir ein paar Einblicke zu liefern. Und ich habe Glück. Er ist dabei und beantwortet bereitwillig meine Fragen.

Zuerst muss ich also wissen, was genau es mit dem Drone Racing nun auf sich hat, denn Drohnen Rennen scheinen laut Internet der neueste Hype zu sein. Mit Videobrille steuert man seine Drohne aus dem „First Person View“ und erlebt spektakuläre Flugmanöver, als würde man selbst im Cockpit sitzen.

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Für Malte ist Drone Racing die perfekte Mischung aus Realität und Virtualität. Der Rennsport der Zukunft. Klassischer Rennsport findet auf dem Boden statt, im Drone Racing aber werden ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Er verdeutlicht es am Beispiel des Überholmanövers: „Klassisch geht es nur links oder rechts. Drone Racing bietet zusätzlich die Optionen oben und unten. Außerdem ist das Rennstreckendesign auf der vertikalen Ebene enorm spannend.“

Wie es angefangen hat, möchte ich wissen, denn ich hätte nicht gedacht, daß es bereits eine solche Drohnenszene gibt. Er erzählt mir, daß er Anfang 2015 durch YouTube aufmerksam wurde. Dort sind Leute Rennen gegeneinander geflogen – im Wald oder einer Tiefgarage. „Das hat mich so fasziniert, daß ich es selbst ausprobieren musste. Nachdem ich das erste Mal in der Luft gewesen bin, war es um mich geschehen.“ Okay … also sehe auch ich mir ein paar YouTube Videos an. Hier ein kleiner Rundflug um das bekannte schwedische Möbelhaus:

IKEA Drone Flight

Für mich stellt der visuelle Drohnenflug bereits am Bildschirm eine mittelschwere Herausforderung dar, da ich schon als Kind in sämtlichen Fortbewegungsmitteln reisekrank geworden bin. Mein Gehirn ist verwirrt, wenn es von meinen Sinnesorganen zu unterschiedliche Bewegungsinformationen erhält. Somit würde ich wahrscheinlich eher keine gute Racerin abgeben. Schade. Malte erklärt mir, daß man neben Konzentrationsfähigkeit auch technisches Verständnis und Orientierung im dreidimensionalen Raum zu seinen Stärken zählen sollte. Also – konzentrieren kann ich mich, aber mein Orientierungssinn ist der eines toten Siebenschläfers. Ich bin raus.

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Je schneller und besser man sich an neue Situationen anpassen kann, umso vorteilhafter ist das für die Performance.

Übrigens geht der Drohnen-Trend auch an Barbie nicht spurlos vorbei: Auf der New York Toy Fair stellte Spielzeughersteller Mattel einen neuen Spielzeug-Quadrocopter vor, der mit einer Barbie-Figur ausgestattet ist. Die Puppe auf der Drohne ist aus Schaumstoff gefertigt, um das Gewicht des Quadrocopters möglichst niedrig zu halten. Die Fernbedienung ist natürlich rosa. Wenn also kleine Kinderhände das können sollen, dann kann ich es vielleicht auch mal probieren?!

So etwas wie eine Teststrecke gibt es allerdings nicht. „Wenn man nicht direkt in Hardware investieren möchte, empfehle ich, zu einem Event zu gehen, sich dort Eindrücke zu holen und vielleicht auch mal einen Testflug zu machen.“ Malte empfiehlt Anfängern außerdem, am Ball zu bleiben und auch auf Computer Simulatoren zurückzugreifen. „Die Flugbewegungen sind analog zur Realität und bei einem Crash drückt man einfach Reset anstatt im Onlineshop zu bestellen.“ Anfänger ist Malte aka xy.fpv allerdings schon lange nicht mehr. Schnell war die Drone Racing League über seinen Instagram Account auf ihn aufmerksam geworden und nicht lange nach einem ersten Skype Gespräch saß er im Flieger nach LA. Seitdem hat er sich konstant in der Liga gehalten.

Um schöne Filmaufnahmen und Fotos zu machen, sollte man sich die DJI Phantom Reihe oder den Mavic Pro genauer ansehen. Wer FPV Racing probieren möchte, ohne viel selber zu basteln, ist mit dem ImmersionRC Vortex oder dem TBS Vendetta gut beraten.

Von außen betrachtet erinnern die rasend schnellen Mini-Copter irgendwie an „Star Wars“. Aber wer weiß? Vielleicht wird das Rennen der Drohnen ja tatsächlich der Rennsport der Zukunft. Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden. Und sogar als Technik-Niete ein bisschen begeistert.

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4 Comments

  • Reply
    Pia
    7. Januar 2017 at 21:20

    Wow, Steffi! Respekt!
    Hätte wirklich nicht gedacht, dass Du ohne große Einblicke tatsächlich einen Text verfassen kannst, der einem „erklärt“, wie die Welt der Drohnen funktioniert. Super zu lesen-und wenn Barbie einzieht, dann verspreche ich, wir testen auf dem Feld :-D

    • tephora
      Reply
      tephora
      10. Januar 2017 at 18:50

      Liebe Pia …
      ein tolles Kompliment – danke!
      Liebste Grüße.
      Steffi

  • Reply
    Elbfeechen
    9. Januar 2017 at 22:54

    Liebe Steffi, was für ein toller Text. Damit hast Du auch mir die Welt der Drohnen etwas näher gebracht 😀. Ich habe nie so ganz verstanden, was an diesem Trend so toll sein soll. Mein Sohn hat aber natürlich auch so ein Mini-Ding, aber nach zweimaligen Ansehen der sehr wirren Aufnahmen hat er das Interesse schnell verloren. Manchmal träumt er noch von den Hightech-Drohnen 😂😘

    • tephora
      Reply
      tephora
      10. Januar 2017 at 18:52

      Liebes Elbfeechen …
      ich habe mittlerweile auch richtig Lust, es mal selbst zu probieren.
      Doch so bleibt der Beitrag in diesem Punkt leider unvollständig.
      ;)
      Liebe Grüße.
      Steffi

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