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Louis Vuitton Neverfull – die ultimative Mom Bag?

LV Neverfull

Während meine Freundin ihre Louis Vuitton Neverfull mit allerlei Dingen, die sie während des Fluges hervorzaubert und wieder verschwinden lässt, unter dem Vordersitz als Vorbereitung für die Landung verstaut, quetsche ich meine extra kleine Packung Taschentücher und mein Smartphone zurück in meine kleine Handtasche und überlege, ob diese nicht doch besser in der Manteltasche aufgehoben sind. Da ist auch mehr Platz. Vermutlich hat sie in ihrer Tasche noch einen Lampenschirm, drei Leberwurstkniften, zwei kleine Hundebabies und einen Kasten Sprudel untergekriegt, während ich Taschentetris mit meinen Taschentüchern, dem Portemonnaie, drei Kugelschreibern und meinem Asthmaspray spiele.
Auf der Rückreise unterhalten wir uns kurz über ihre Mary Poppins Tasche, wie ich sie neidvoll im Geheimen getauft habe, und ich stelle fest, dass die Neverfull – und damit lehne ich mich jetzt mal gaaanz weit in die Stereotypenschublade – offensichtlich die perfekte Mom Bag sein könnte. Und damit meine ich es nicht abwertend – auf keinen Fall! Damit möchte ich nur die Größe, Vielseitigkeit und Form dieser Tasche hervorheben, denn offensichtlich kann man in dieser Tasche sein ganzes Leben plus einige Extras (je nach Größe der Neverfull) mit sich herumtragen und sieht dabei noch hübsch aus, bzw. sieht man ihr nicht an, dass sie als Reisegepäck einer ganzen Familie dienen könnte.

Wer also noch nach ein paar Argumenten für den nächsten Handtaschenkauf sucht, der darf jetzt gerne mitschreiben, denn nun kommt eine Welle an Argumenten, die selbst den größten Zweifler überzeugen sollten:

Die LV Neverfull ist eine der Designer Handtaschen, die kaum an Wert verliert! 

Normalerweise suche ich immer erst nach einer Vintage Variante, wenn ich eine Tasche möchte, denn ich liebe Patina und erträume mir die wahnsinnigsten Geschichten zu jedem Vintagestück. Gerade bei Klassikern, die sich quasi kaum im Design ändern, nur hin und wieder in Sondereditionen auf den Markt kommen, kann man doch den einen oder anderen Euro sparen. Dass die Neverfull in den einschlägigen Designer Vintage Shops kaum günstiger sind, irritierte mich erst, ist aber offensichtlich bei einem Klassiker, wie der Neverfull gar nicht so selten. Wer eben keine Tasche, die wie aus dem Ei gepellt möchte, sondern eine Tasche die bereits eine schöne Patina hat, der muss fast den gleichen Preis wie im Laden zahlen. Es kommt auch vor, dass für eine nahezu ungetragene Neverfull (meist als Sonderedition) mit schönster Patina beim Wiederverkauf noch Gewinn gemacht wird. Investmentpiece? Könnte man drüber nachdenken.

Die Neverfull ist quasi never full!

 

Das ist natürlich eine leichte Übertreibung, aber es ist schon nahe dran. Die Seitenwände der Neverfull sind nicht steif und ihr konisches Design lässt die Öffnung stets weit geöffnet und schluckt alles, was man den Tag über so braucht. Urbane Legenden besagen, die Neverfull GM, das größte Modell, fasst 200 Pfund. Ich kann mir vorstellen, dass sie auf Reisen (mit und ohne Kind) meine Mary Poppins Bag wird: Windeln, Quetschfrüchte, Bücher, Spielzeug, Ersatzkleidung für Emma, Jakob und mich, 3 Leberwurstkniften, ein Kasten Wasser, Kaffeemaschine, Laptop, Asthmaspray, sehr große gemischte Tüte Lakritz vom Büdchen, beide Hunde und vielleicht noch eine Packung Taschentücher. Alles drin, was man eben so unterwegs auf Reisen, im Flugzeug, im Zug und sonst wo mit Kind und Kegel braucht. Alternativ beherbergt sie locker alles Notwendige für einen Overnight Stay, Kleidung, ein Paar Schuhe, die Kosmetiktasche, Laptop und Ladekabel, Spiegelreflex und das eine oder andere Souvenir für Emma. Und das alles passt locker als Handgepäck in den Overhead Bin oder unter den Sitz des Vordermanns im Flugzeug.

Es gibt tausende Designs

LV kann nur Damier und Monogram Canvas? Falsch! Die Neverfull ist als Klassiker immer auf der Liste der Taschen, die in Designkooperationen mit einem Specialdesign neu überzogen werden: Stephen Sprouse, Yayoi Kusama und Takashi Murakami, um nur ein paar zu nennen, durften die Neverfull und andere LV Klassiker neu interpretieren. Nahezu jede Saison gibt es ein Makeover.

Die Neverfull hält einiges aus! 

Das behandelte Louis Vuitton Canvas ist nahezu unkaputtbar. Kein Wunder, dass man an teilweise 20 oder 30 Jahre alten Vintage Neverfulls keinerlei Macken oder kaputte Stellen am Canvas findet. Einzig und allein das Leder hat irgendwann bei unsachgemäßer Behandlung und wenig Pflege brüchige Stellen. Das erklärt auch den geringen Wertverlust, wie oben schon beschrieben. Sollte doch mal was kaputt gehen, dann bietet LV einen Reparaturservice an.
Tatsächlich lässt sich die Neverfull knautschen, knicken, im Sand abstellen, unter den Sitz des Vordermannes im Flughzeug und Zug quetschen und sieht dadurch nur noch besser aus. Patina ist hier das große Stichwort, was die Tasche nur noch schöner macht. Tatsächlich bekommt das Leder der Neverfull auch Patina, selbst wenn man sie nicht benutzt!

Der Preis!

Für eine Designertasche in der Größe ist die Neverfull relativ preiswert. Designer Klassiker kriegt man selten unter 1000€, generell liegen Designerbags oft bei 1200€ aufwärts. Eine gut erhaltene LV Neverfull PM (die kleinste) mit wunderschöner Patina gibt es bereits ab 600€, die MM kriegt man schon für 800€ und die GM, die ganz große Neverfull liegt bei einem Wiederverkaufswert von etwa 900€. Für durchschnittlich 100€ mehr kriegt man sie neu mit Karton und passender Paperbag im Louis Vuitton Store. Wer etwas länger sucht und ein Fuchs mit ein wenig Glück und ein bisschen Zeit ist, wie ich es manchmal bin, der findet sicherlich das eine oder andere Taschenschnäppchen für einen noch besseren Kurs, zB. hier, hier oder hier.
Klar, das ist noch immer eine Stange Geld, wer aber Wert auf eine Designerbag legt ist eben bereit, diesen Preis zu zahlen.
Warum Designertaschen, und gerade die LV Bags aus Canvas und PVC, mit wenigen Lederdetails (mehr Leder könnte einen hohen Preis eher rechtfertigen) dennoch teuer sind? Hier ein paar Gründe:
Alle LV Bags aus behandeltem Canvas sind feuer- und wasserfest. Außerdem sind die Louis Vuitton Handtaschen handgefertigt. Im Schnitt dauert es etwa eine Woche, bis eine der aufwendigen Handtaschen fertig genäht sind. Zudem ist es ein Qualitätsmerkmal, dass bei den LV Handtaschen das Logo und auch Muster stets passend vernäht werden.
Einige Louis Vuitton Taschen sind zeitlose Klassiker, sehen mit dem Alter sogar besser aus und können problemlos noch in 20 Jahren getragen werden, denn sie kommen selten bis gar nicht aus der Mode.

Monogramm

Ich habe mir noch nie etwas wirklich mit meinen Initialen Gravieren lassen, aber bei der Neverfull spiele ich das erste Mal mit dem Gedanken. Natürlich wird ein Wiederverkauf dadurch schwieriger (finde mal jemanden mit deinen Initialen, der zuuuufällig diese Tasche haben möchte!), jedoch wird die Tasche für einen selbst ein bisschen mehr besonders. LV bietet den Monogrammservice an und lässt bei der Gestaltung sehr viele Freiheiten und hat die unterschiedlichsten Farbkombinationen im Angebot. Bis zu 3 Buchstaben kann man auf die Tasche drucken lassen und da bietet sich doch ein total kitschiges MOM für die Mom Bag an, oder nicht :D Alternativ auch AF

Die Größe ist optimal

Selbst die Louis Vuitton Neverfull GM, also die größte Größe ist doch wiederum so klein, dass sie als Handgepäck auf Flugreisen durchgeht: 40cm Breite x 33cm Höhe x 20cm Tiefe. Erlaubt für das Handgepäck im Flugzeug sind durchschnittlich 55cm Breite x 35cm Höhe x 25cm Tiefe. Sie passt also, wie oben schon mehrfach erwähnt, easy in die Overhead Bins und unter den Sitz des Vordermanns. Dennoch passt gefühlt das halbe Leben in diese Tasche. Und ehrlich gesagt, fühle ich mich immer wohler, wenn ich Laptop und Kamera, sehr empfindliche und auch teure Geräte, im Handgepäck habe und sie nicht im Koffer einige Erschütterungen aushalten müssen.

Selbst Jakob, der normalerweise jeden Handtaschenkauf mit Augenrollen und der Frage „Schon wieder eine neue Tasche?“ quittiert, war sofort klar, dass der Kauf der LV Neverfull vermutlich die anständigste und sinnvollste Anschaffung seit langem ist. Nicht, dass ich den Segen meines Mannes bräuchte, um eine Handtasche zu kaufen… aber über die eine oder andere größere Anschaffung wird doch wenigstens kurz einmal gesprochen.

Es wurde übrigens die Neverfull GM mit Monogram Canvas und dem Pivoine Innenfutter, die mich direkt auf unsere Reise nach Portugal begleitet hat.

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14 Comments

  • Reply
    Nelli
    6. Juni 2016 at 9:56

    Toller Artikel :D
    und tolle Tasche * . *
    LG Nelli

  • Reply
    Karina
    6. Juni 2016 at 11:16

    Hallo Anna, wunderschöne Tasche die du dir da gegönnt hast. Was ist denn aus deiner anderen MOM bag geworden, der Kaviar Gauche x bugaboo? Ist die im Alltag nicht so praktisch wir die Neverfull? Grundsätzlich kann man ja nie genug Taschen haben ?. Liebe Grüße, Karina

    • Reply
      Anna Frost
      6. Juni 2016 at 13:39

      Die ist noch immer in Gebrauch, aber die Neverfull in der Größe GM ist fast doppelt so groß ;-)

      • Reply
        Karina
        6. Juni 2016 at 13:48

        Oh tatsächlich ?, dann brauch ich wohl oder über auch eine! Viel Spaß mit der neuen Tasche!

        • Reply
          Theresa
          7. Juni 2016 at 9:07

          Oh, mit der Kaviar Gauche x bugaboo liebäugel ich auch schon eine ganze Weile (übrigens als nicht-Mom – macht ja nix) und warte, bis ich da ein Schnäppchen machen kann…
          Beides tolle Stücke, Anna. :-)

  • Reply
    Maja
    6. Juni 2016 at 13:07

    Ich wollte schon lange die GM Version und habe sie mir vor einem Jahr kurz vor der Hochzeit mit Initialen bestellt. Die Mittlere Version von Goyard nehme ich seit Jahren sehr gern aber reicht manchmal nicht aus. Ich bin gespannt wie beide sich als Mamitasche machen. Aber ganz schön schwer wenn man sie voll macht. Ausserdem oben offen und da hab ich ein bisschen angst das jemand reingreift. Bisher ist eine Longchamp mit einem Einsatz von Life in Play aus USA zur Wickeltasche vorgesehen. Die Wickeltaschen die es gibt finde ich schrecklich kitschig und bunt und in Leder zu schwer.
    Den Kauf der NV GM habe ich nicht bereut, nur dass ich es nicht schon früher getan habe ;) Und mit Initialen einfach so schön individuell.

  • Reply
    Tine
    6. Juni 2016 at 18:47

    So eine schöne Tasche! Und ganz wundervoll erfrischender Text, musste herzlich lachen. Mich erinnert sie übrigens an die magische Tasche, die Hermine Granger im letzten Harry Potter Band trägt – die hatte ja auch unendlich riesigen Stauraum :-)

  • Reply
    Jenny
    6. Juni 2016 at 19:13

    Ein schöner Post! Ich überlege schon länger in eine Designer Handtasche zu investieren bin aber noch unschlüssig. Vielleicht kannst du ja mal einen Vergleich deiner Designer Bags machen?! Auf youtube vielleicht?! ?

  • Reply
    VM
    6. Juni 2016 at 20:44

    Hach, auch wenn sie noch so praktisch klingt, werde ich mit LV-Taschen nicht warm. Sie gefallen mir mit ihrem auffälligen Kürzel-Design einfach nicht. Aber ich glaube, für mich gibt es Schlimmeres, als sich weiter auf die Suche nach einer perfekten „Mom“-Bag umzuschauen ;o)

    • Reply
      Valeska
      7. Juni 2016 at 21:14

      Mir geht es genauso , schau doch mal nach den Josefina Bags (schön , schlicht, und auch ziemlich praktisch) … liebe Grüße

  • Reply
    Nina
    8. Juni 2016 at 13:03

    Die beste Mom-Bag ever! Und ich habe drei Kinder :-) Ich liebe sie und besonders in der Kombination. So habe ich sie nämlich auch.

  • Reply
    marie
    9. Juni 2016 at 17:58

    haha – ganz deiner meinung!

    p.s. ich liebe deinen schreibstil! bei dir gibt’s einfach immer was zum grinsen beim lesen! :-)

    ganz liebe grüße,
    marie

  • Reply
    Katharina
    14. Juni 2016 at 16:03

    Na toll, jetzt will ich sie auch haben…
    ;o)

  • Reply
    MamaWahnsinnHochDrei
    17. Juni 2016 at 16:19

    Liebe Anna!
    Auch bei drei Kindern: ich schwöre auf diese Tasche!!! Und ich bin schon am Überlegen, ob ich mir nicht eine Zweite kaufen soll – wegen der Abwechslung und so :-) Vom Little Pony bis hin zu Farbstiften, Schnuller und Co. – ich glaube, du willst nicht wissen, was da alles drinnen ist.
    Alles Liebe, Verena aka MamaWahnsinnHochDrei

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