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we tie the knot #2 Brauchen wir einen Dresscode?

titel dresscode

„Gibt es einen Dresscode? Du hast doch bestimmt einen Dresscode, oder?!“ war das erste, was ich hörte, als ich einigen unserer wenigen Gäste den Termin für die standesamtliche Trauung mitteile. Das SMS-Gespräch mit meiner Tante lief in etwa so ab:

„Heyy! Unser Termin steht! Komme soeben vom Standesamt und habe alle nötigen Unterlagen eigereicht…“
-Ja, super! Gibt es einen Dresscode? Du hast doch sicherlich einen Wunsch, wie wir uns kleiden sollen, oder? Dann muss ich mit deinem Vater noch dringend einen Anzug kaufen gehen. Den Dresscode teilst du uns hoffentlich bald mit, das ist ja immer sehr schwierig, wenn es keinen Dresscode gibt. Und du hast da sicherlich Vorstellungen, oder?“
„Äh… Ich habe gerade erst den Termin gesichert…“
– Es ist ja so, dass einer immer overdressed ist. Da ist ein Dresscode schon wichtig.

Mhm… Ist einer immer overdressed? Und demnach mindestens einer underdressed? Gehört es nicht zum gesunden Menschenverstand, dass man sich „etwas Nettes“ anzieht, wenn man zu einer Festivität eingeladen ist?

 

Vergangenes Wochenende waren wir auf der Hochzeit unserer Lieblingsfreunde. Jakob trug einen dunkelblauen Anzug, ich ein dunkelblaues Kleid (jaja, ich wollte den Jumpsuit tragen, aber aufgrund des DHL Streiks kam er nicht rechtzeitig an. Auch nicht schlimm :-) ) und Emma trug ebenfalls ein dunkelblaues Kleidchen. Ja, wir sahen schon sehr chic aus, wir drei in farblich passender Garderobe. Es war eine entspannte Sommerhochzeit, es gab keinen Dresscode und doch sah die Gesellschaft chic aus. Jeder Gast trug, worin sie/er sich wohlfühlte, mal mehr, mal weniger elegant. Vom Strohhut mit Anti Atomkraft Button bis zum Fascinator war an Kopfbedeckungen alles dabei. Ebenso Jeans zum Hemd, Anzüge, auch mal mit Weste darunter, kombiniert mit eleganten Lederschuhen oder frisch polierten Sneaker.

❤ #pressplay Ein von anna frost (@annafrost) gepostetes Video am 27. Jun 2015 um 11:48 Uhr

Es gab keinen Dresscode und dennoch fiel niemand aus der Reihe. Nagut, vielleicht waren wir es, denn es fiel schon auf, dass wir farblich aufeinander abgestimmt waren, wie Britney und Justin im Jahre 2001 bei den American Music Awards. Beschwert hat sich jedoch keiner… :-)

 

Brauche ich einen Dresscode für unsere Hochzeit?

Gute Frage. Besser ist jedoch die Frage, ab wann ein Dresscode sinnvoll wäre.

Nämlich dann,

1. wenn du schon weisst, dass sich einige Gäste wohler fühlen würden, wenn auf der Einladung „casual Chic“, „Abendgarderobe erwünscht“ oder „Cocktail“ steht, da ihnen so eine Richtung vorgegeben wird, an der sie sich orientieren können. So könnte man auch diverse Kandidaten mit einem Hang zum Overdressen oder einer Vorliebe für extreme casual Looks in die Schranken weisen.

2. wenn es zur Location passen würde.

3. wenn ihr eine Mottohochzeit feiert und ein Kostüm oder eine gewissen Stilrichtung dafür in Frage kommt. Auch eine bestimmte Farbe ist ein Dresscode und kann ziemlich cool sein (guckt mal hier).

4. wenn ihr schlicht und ergreifend einfach wahnsinnig Bock auf einen Dresscode habt!

Aber denkt bitte daran: Es gibt immer jemanden, der sich nicht zu 100% an den vorgegebenen Dresscode hält. Also seid nicht enttäuscht, wenn der eine oder andere Onkel oder ein +1 oder eine gute Freundin irgendwie ein wenig daneben liegt. Auch kann es sein, dass ein zu spezieller Dresscode nicht nur den Gästen, sondern auch euch Kopfschmerzen bereitet, wenn ihr permanent Emails, SMS und Anrufe verzweifelter Verwandten bekommt, die um eine Freigabe des Outfits bitten.

Wir werden vermutlich für die kleine Hochzeit im November keinen speziellen Dresscode vorgeben. Vielleicht aber für die große Sause nächstes Jahr.

 

//Titelfoto: John Hope//

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4 Comments

  • Reply
    Sarah
    30. Juni 2015 at 17:05

    Ich finde Dresscode ja ziemlich cool. Einfach, weil ich mich gern verkleide – in welche Richtung auch immer. Und ich sehe alles, was wir tragen, als Verkleidung – im positiven Sinn. Denn wie sagte RuPaul so schön „We´re born naked – the rest is drag.“:)
    Bei meiner Hochzeit trug ich ein schwarz-rotes Outfit, mein Mann ebenso. Also haben wir als Dresscode „Weiß“ festgelegt, so dass alle Gäste die eigentliche Braut-Farbe trugen. Fand ich cool.:) Aber ich weiß, dass viele sich von Dresscodes komplett überfordert fühlen – leider.:(

    • Reply
      Anna
      1. Juli 2015 at 10:19

      Hallo :)
      Einen Dresscode finde ich eher belastend für eine Hochzeit (vor allem so Vorgaben wie „Fete blanche“ etc). Für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich schön und elegant für eine Hochzeit kleide. Jeans sind mMn für eine Hochzeit nicht angemessen. Ich denk auch Männer können sich eine schöne Stoffhose (Chino etc) günstig kaufen, muss ja nicht gleich ein Anzug sein. Und ein Kleid für die Damen ist immer passend.
      Eine Freundin von mir hatte einen netten Vermerk auf der Hochzeitseinladung: „PS: Wir heiraten in Tracht“ (Ja, ich komme aus Österreich, da kommt das vor ;)) – niemand wurde zu einem Dresscode gezwungen, trotzdem waren fast alle Gäste in Tracht.
      LG aus Salzburg
      Anna

  • Reply
    Tine
    30. Juni 2015 at 20:03

    Ich finde gute, nicht übertriebene Dresscodes super. Oft weiß man nämlich einfach nicht, ob eine Feier eher entspannter ist, ob – wir reden ja hier hauptsächlich von Hochzeiten – die Braut trotz lässiger Alltagshaltung die Hochzeit als das eine superelegante Event im Leben ansieht, dann versucht man, mit seiner Kleidung die Schnittmenge zu treffen, so dass man sich irgendwo bei „für den einen Dresscode an der Grenze zum ‚overdressed‘, für den anderen kurz vor ‚underdressed'“ wiederfindet.
    Da erleichtert einem ein Dresscode schon sehr das Leben.
    Dafür muss er natürlich auch gut geschrieben sein … „elegant“ heißt für den einen halt, dass er seine Jogginghose aufbügelt und für den anderen, dass er im Abendkleid erscheint. Was auch wieder eine interessante Mischung ist, aber vermutlich nicht im Sinne des Erfinders. ;)

    Bei einem guten Dresscode ist hingegen meiner Meinung nach alles in der Formulierung verpackt (erkennbar verpackt) was man seinen Gästen ans Herz legen möchte und andererseits soviel Spielraum, dass man nicht die Persönlichkeit seiner Gäste ausradiert – der Dresscode also ein Leitfaden, der die Orientierung erleichtert.

    • Reply
      Annelie
      7. Juli 2015 at 9:59

      Sobald ein Wörtchen wie „eleganz“ oder „chic“ dabei steht, ist es eh noch relativ einfach etwas zu finden. Aber wenn dann gar nichts dergleichen da steht ist es schon wesentlich schwieriger. Naja, bei einer Hochzeit gehe ich grundsätzlich mal davon aus, dass es etwas edler wird. Aber zur Not habe ich immer etwas lockeres zum Umziehen dabei. Dann kann man sich noch anpassen. :) So habe ich es auch bei der der Hochzeit meiner besten Freunde gemacht. Zum Schluss haben sich fast alle noch umgezogen und ich war froh, dass ich flache Schuhe mit genommen hatte. :D

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