Weihnachten, Silvester, Januar – für viele Menschen die Zeit der Jahresrückblicke, der guten Vorsätze und des Neubeginns.
Die ersten Tage des Jahres 2017 sind vergangen und die an Silvester getroffenen Neujahrsvorsätze existieren allenfalls noch als schlechtes Gewissen. Laut einer Studie gelingt es nur acht Prozent der Menschen, ihre Vorsätze für das neue Jahr einzuhalten, die restlichen 92 Prozent scheitern. Der chinesische Philosoph Konfuzius sagte einst: Am Baum der guten Vorsätze gibt es viele Blüten aber wenig Früchte. Ich mag Konfuzius. Gut – ein Baum mit vielen Blüten ist natürlich auch was Feines. Blüten stehen für das Erwachen der Natur und wecken die Freude auf neues Leben. Leider nur fällt die Ernte am Baum der guten Vorsätze oft ziemlich mickrig aus, weil sich bequeme Gewohnheiten eben nicht mal eben so ablegen lassen. Das merkt man spätestens am dritten Low-Carb-FDH-Nichtraucher-Tag. Die Umsetzung guter Vorsätze ist nämlich irgendwie auch ziemlich harte Arbeit. Und nicht selten bleibt es bei einer Eintagsfliege.
Ich persönlich habe mir für das neue Jahr nichts vorgenommen … und daran halte ich mich auch. Naja – nicht ganz. Zwei Ziele habe ich mir dann doch gesetzt:
Mehr Schlaf. Klingt simpel. Ist es aber nicht. Auf Instagram habe ich bereits vor einiger Zeit mal darüber berichtet. Mein „Bettnachbar“ ist ein Schnarcher und hat in seinem Nebenjob als Holzfäller immer eine Menge zu tun. Schlafexperten vermuten, daß Schnarchen genetisch bedingt ist. Angeblich haben Männer bereits vor Urzeiten geschnarcht, um durch eine imposante Geräuschkulisse nachts Feinde und wilde Tiere auf Abstand zu halten. Diese Vorsichtsmaßnahme von Schutzbeschallung reicht bis zum Lautstärkepegel eines vorbeifahrenden LKWs. So schlafe ich Nacht für Nacht mit dem Ohr direkt neben einer Schnellstraße. Oder auf dem Sofa. Außerdem ist es einfach suboptimal, jeden Morgen gerädert zur Arbeit zu gehen.
Mit Beginn des neuen Jahres haben wir uns nun also den Wunsch eines hübsch eingerichteten Ausweichschlafzimmers erfüllt. Früher habe ich nie verstanden, warum es Paare gibt, die getrennt voneinander schlafen. Die lieben sich nicht richtig, habe ich immer gedacht. Mittlerweile weiß ich – wenn man seinen Partner liebt, gönnt man ihm auch mal eine Mütze voll Schlaf. Und das notfalls eben auch in getrennten Betten. Für weitere Tipps und Lösungsvorschläge bin ich übrigens nach wie vor sehr dankbar. Und in einem Jahreshashtag formuliert lautet mein Vorsatz 2017 also #moresleep.

Zusammen mit einer neuen Haarfarbe geht mein zweiter guter Vorsatz hingegen in eine völlig andere Richtung. Ein Hauseinbruch in der Familie hat mich etwas spüren lassen, das man gerne mal verdrängt: das Gefühl von Angst. In der Silvesternacht sind Unbekannte in mein Elternhaus eingedrungen, haben Schränke und Schubladen in allen Räumen durchwühlt und auf Gegenstände uriniert. Was für ein Schock – doch zum Glück ist niemandem etwas passiert.
Grundsätzlich stelle ich fest – je älter ich werde, umso ängstlicher bin ich in mancherlei Hinsicht. Und das betrifft nicht nur die Angst vor Einbrechern, sondern auch Höhenangst und die Angst vor mir unbekannten Tieren. Auch Verunsicherung in Form von Angst vor dem eigenen Versagen ist mir nicht fremd.
Hier nun kommt mein zweites Neujahrsziel zum Einsatz: Ich habe beschlossen, bewusster mit meinen kleinen Ängsten und Unsicherheiten umzugehen und meine Entscheidungen und mein Verhalten nicht von ihnen abhängig zu machen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, eigene Interessen und Ansichten zu vertreten – auch wenn man glaubt, die (vermeintlich negative) Reaktion des Gegenübers zu kennen.
Angst kennt jeder. Angst macht uns aufmerksam … doch Angst entsteht nur aus Gedanken. Nimmt man seinen Mut zusammen, ist es möglich, neue und interessante Erfahrungen zu machen, die einem sonst womöglich verborgen geblieben wären. Eine neue Haarfarbe zum Beispiel. Mehr Mut – #morecourage lautet also die Devise. Was könnte schon im schlimmsten Fall passieren? Die eigene Idee findet keinen Anklang? Der freie Nachmittag wird vom Chef nicht genehmigt? Na gut. Aber wenigstens kann man sich nicht vorwerfen, sich eigenen Unsicherheiten untergeordnet und seine Selbstachtung über Bord geworfen zu haben.
Ich finde, das fühlt sich gut an und macht frei und glücklich. Und glücklich wollen wir doch alle irgendwie sein … oder?
Ich wünsche Euch ein glückliches Jahr 2017. Mit genügend Schlaf, noch mehr Mut und ohne Eintagsfliegen.
Eure Steffi





13 Comments
Sylvia
18. Januar 2017 at 9:22Oh mein Gott das mit dem Einbruch ist ja krass. Davor habe ich auch riesige Angst das mir sowas mal passiert – vor allem wenn ich Zuhause wäre.
Liebe Grüsse
Sylvia
tephora
18. Januar 2017 at 18:34Liebe Sylvia …
wir hatten Glück im Unglück – bei uns war niemand zu Hause.
Liebe Grüße.
Steffi
Anna
18. Januar 2017 at 16:06Ich bin bei meinen Vorsätzen noch voll dabei! Tschakka!
tephora
18. Januar 2017 at 18:39Du gehörst also zu den glücklichen acht Prozent. Glückwunsch, Anna!
Liebe Grüße.
Steffi
Charli
18. Januar 2017 at 16:49Ein Einbruch ist wohl immer ein einschneidendes Erlebnis. Wir hatten dieses Erlebnis nachdem wir aus unserem Urlaub in England zurückgekommen sind. Meine Mami hat sofort sämtliche Wände gestrichen und jeder, der vor unserem Haus stand, oder zu lange geguckt hat, war in den Wochen darauf verdächtig.
Ich fand einfach das Gefühl, dass da jemand in unseren Sachen gewühlt hat, ganz furchtbar. Aber inzwischen ist es besser, aber misstrauisch bleibt man wohl.
Obwohl ich noch nicht so alt bin, kenne ich diese Ängste auch. Aber im Moment habe ich das Gefühl, dass es mit dem Älterwerden besser wird. Hoffentlich kippt das dann nicht irgendwann wieder. :)
Ansonsten halte ich von Vorsätzen zum Jahresende nichts, ich gehe das ganz spontan an.
LG Charli
tephora
18. Januar 2017 at 18:50Liebe Charli …
es ist auch für mich das Schlimmste – das Gefühl, daß jemand alle persönlichen Sachen durchwühlt hat.
Ich verstehe gut, daß es Menschen gibt, die deswegen in eine andere Wohnung ziehen.
Ich freue mich, eine so junge Leserin hier zu haben und bin mir sicher, daß Du mit dem „Älterwerden“ Deine eigenen Wege finden wirst, mit kleinen Ängsten und Unsicherheiten umzugehen.
Alles Liebe.
Steffi
Corinna
20. Januar 2017 at 10:12Liebe Steffi,
ein schöner Gastbeitrag, danke dafür! Besonders das getrennt schlafen kenne ich selbst nur zu gut. Ich finde, das ist okay als Pärchen. Denn nicht nur ich will guten Schlaf (ohne Schnarchen des Partners) sondern auch mein Partner (der dann von mir nicht mehr geweckt und angepufft wird :-))
Was mich irritierte: auf der Startseite sah man nicht, dass/ob es ein Gastbeitrag ist. Erst beim Foto und „Eure Steffi“ kam man bzw. ich erst drauf – vielleicht wäre es schön, wenn @Anna das ggf. in der Headline ergänzen könnte :-)
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Corinna
Anna Frost
20. Januar 2017 at 11:32doch, man sieht den Namen des Autors :)
Aber keine Sorge, ein Redesign ist schon in der Mache.
tephora
20. Januar 2017 at 18:44Liebe Corinna …
schön, daß Du es erwähnst – auch der Schnarcher selbst hat ungestörten Schlaf verdient.
:)
Ich denke, daß es noch eine Menge Paare gibt, denen es Nacht für Nacht ähnlich ergeht.
Alles Liebe.
Steffi
Irene Writte
21. Januar 2017 at 12:42Liebste Steffi. Ich liebe deine Beiträge. Sie lesen sich einfach wunderbar und regen auch zum Nachdenken an. Das mit dem Einbruch finde ich furchtbar. Das wäre auch eine große Angst von mir. Gar nicht Auszudenken. Mein Neujahrsvorsatz…..Keine neue Kosmetik kaufen…..ist schon nach der ersten Woche im neuen Jahr gescheitert. Ich bin eine Niete!!!!! Ansonsten hab ich keine Vorsätze gefasst:) Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. Fühl dich gedrückt und liebe Grüße an den Holzarbeiter!
tephora
23. Januar 2017 at 18:58Liebe Irene …
danke schön für Deine lieben Worte.
Keine Kosmetik kaufen zu wollen, ist ein zum Scheitern verurteilter Vorsatz.
Niete? Niemals!
Liebste Grüße.
Steffi
Elbfeechen
22. Januar 2017 at 18:21Liebe Steffi,
ich liebe dieses Bild von Dir ❤️ Ich habe mir auch keine Vosätze genommen, aber diese beiden Punkte von Dir könnte ich so übernehmen. Schlafen tu ich viel zuwenig, weil ich so gerne nachts aufbleibe, aber morgens….? und kleine Ängste haben wir ja alle und es täte gut daran zu arbeiten. Das mit dem Einbruch würde mir allerdings ganz große Angst machen, ein Alptraum
Liebe Grüße
Elfi
tephora
23. Januar 2017 at 19:04Liebe Elfi …
mein Vorsatz, mehr zu schlafen, klappt bislang auch nur mittelgut. Hm.
Aber ich gebe nicht auf.
Alles Liebe.
Steffi