Dies ist ein Gastbeitrag von Jakob
Ich hatte immer ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Flippern. Die ausgefeilte Physik, das wilde Blinken, der metallische Klang; all das versprühte immer einen ganz besonderen Charme. Diese Tische waren irgendwie cooler, erwachsener als die anderen Daddelautomaten in kleinstädtischen Billardcentern. Und selbst wenn es neue Modelle waren (im Idealfall Lizenzflipper zum aktuellen Kinoblockbuster), wirkten sie in ihrer gänzlich undigitalen Mechanik immer wie Relikte aus den späten Achtzigern, bevor wir zur Jahrtausendwende nur noch an den PhotoPlay-Automaten saßen und FindIt Mordillo und Quiz Maniac spielten.
Aber allzuoft wirkten Flipper auf mich zu komplex, zu überladen. Okay, ich muss jetzt siebenmal oben links in der hinteren Ecke das eine Ziel treffen, damit sich die Klappe öffnet, durch welche ich fünfmal die Kugel schießen muss, damit der erste Buchstabe des zweiten Wort im Schriftzug aufleu…und da war die dritte Kugel und somit die erste Mark schon weg.
Mit Windows 95 kam dann Space Cadet
Space Cadet Windows
Inks
Als hätte sich das Kind einen schwarzen Filzstift geschnappt und seine Kreativität auf dem liebevoll gemalten Aquarell des Vaters ausgelebt.


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