Im Rahmen der Pressereise nach Kalifornien Anfang des Jahres nahmen wir auch an einem Zero Waste Kochkurs teil. Hier hatte ich schon angeteasert, dass wir die Rezepte auch weitergeben dürfen und OH BOY, ihr müsst die Rezepte unbedingt nachkochen! Mhhmmm…. wenn ich jetzt schon wieder an den Kochkurs zurückdenke, läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
„Wieso Zero Waste, wenn du doch auf einer Mandelplantage warst?“, fragt ihr euch vielleicht. Wie ihr hier schon lesen konntet, legen auch die Mandelfarmer und das Almond Board of California viel Wert darauf, dass bei der Mandelernte wenig bis kein Abfall entsteht und so wird viel experimentiert und viel Geld in die Forschung gesteckt, um Möglichkeiten zu entwickeln mit den natürlichen Abfallprodukten, wie den Schalen der Mandeln, noch sinnvolle Dinge herzustellen oder sie auf diversen Gebieten weiterzuverarbeiten, damit am Ende keine Abfallprodukte übrig bleiben. Diese Forschungen gehen über verrottendes „Bio-Plastik“, bis hin zu Bier, Nährboden für Pilze oder Futter für Tiere.
Zero Waste Cooking bedeutet also, dass man beim Kochen Null Müll übrig hat, alles verwendet und nichts verschwendet. Klingt schwierig, wenn ich manches Mal an meine Kocherei denke und was dann am Ende zB. in den Müll wandert: Zwiebelschalen, Möhrengrün… etc. Dabei weiß ich, dass man zB. gerade aus den Zwiebelschalen noch eine Menge machen kann:
- Wenn du eine Suppe kochst, kann man gewaschene Zwiebelschalen mit ins Wasser hineingeben. Sie stecken voller Fasern und Phenol und geben der Suppe neben einem kräftigen, herzhaften Geschmack auch eine schöne, appetitliche dunkle Farbe. Besonders bei Gemüsesuppen ist diese Zugabe empfehlenswert, weil Zwiebelschalen das Aroma aufwerten.
- Mit Zwiebelschalen lässt sich hervorragend färben! Ob nun Haare (Für kupferfarbene Highlights in deinen Haaren brauchst du: Quellwasser oder stilles Mineralwasser und vier Handvoll Zwiebelschalen. Beides wird gemeinsam zum Kochen gebracht und für fünf Minuten mit Deckel weiter geköchelt. Anschließend abkühlen lassen und die Zwiebelschalen herausfiltern. Zum Tönen spülst du anschließend mit dieser Lösung die Haare nach der Wäsche. Lasse jeden Spülgang etwas einwirken und wiederhole die Spülung so lange, bis die gewünschte Intensität erreicht ist.) oder Stoffe und Eier. Je nach Farbe der Zwiebel bekommen Stoffe und auch Ostereier eine schöne braune oder lilane Farbe.
- Zwiebeljauche im Garten: Mit einer Zwiebelschalenjauche lassen sich verschiede Pflanzen vor Pilzen, Fäule und Grauschimmel schützen. Für die Jauche setzt man 100 Gramm Zwiebeschalen mit einem Liter Wasser an und lässt den Sud luftdicht verschlossen an einem sonnigen Platz für sieben Tage gären. Danach ist die Jauche anwendungsbereit und wird dazu im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt.
- Brühe aus Gemüseresten: Zwiebelreste, Möhrenschalen und Köpfe, sowie andere Gemüseabschnitte wie Lauch, Petersilie, Pastinaken, Pilzstiele, Sellerie…etc lassen sich prima in einem Ziplock Beutel oder in einer Gefrierdose im Gefrierschrank sammeln und eine hervorragende Brühe daraus kochen, wenn genug vorhanden ist aka Dose voll. Mit Wasser knapp bedecken, 30 Minuten kochen, anschließend Brühe abseihen und entweder sofort weiterverwenden oder portionsweise einfrieren.
Und dass Möhrengrün nicht nur was für Kaninchen und andere Nager ist, weiss ich nach dem Kochkurs auch ;)
Ich habe die Rezepte vom englischen ins deutsche übersetzt und die Messangabe „Cup“, bzw. Tasse gelassen. Entweder rechnet ihr in Gramm um oder nehmt für ein Rezept und jede Zutat ein und dieselbe Tasse.
CARROT & ROASTED ALMOND TAHINI HUMMUS
hmmmm… nach dem Hummus haben sich alle im Kochkurs die Finger geleckt! Der war einfach wahnsinnig göttlich!
- 1-2 Bund Karotten, im Ofen geröstet
- 1 Tasse Mandeln
- 1 Tasse Traubenkernöl (ihr könnt natürlich auch ein anderes Öl verwenden)
- 3 Tassen Wasser
- 1 TL Cayennepfeffer (vorsichtig dosieren! Nehmt lieber weniger, wenn ihr scharf nicht so gut vertragt; ihr könnt jederzeit nachwürzen)
- 3 TL gemahlenen Kreuzkümmel
- 2 TL Smoked Spanish Paprika (oder das Paprika Gewürz, welches ihr da habt)
- 6 Knoblauchzehen (klingt viel, ist aber geil. Wenn ihr dem Braten nicht traut, geht es langsam an!)
- 4 TL Zitronensaft
- Salz zum Würzen
Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Mandeln toasten, bis sie schön dunkelbraun sind (nicht verbrannt!). In einem Mixer mixt ihr alle Zutaten, bis alles schön smooth ist. Immer wieder die Konsistenz mithilfe des Wassers kontrollieren und nachgießen. Mit ordentlich Salz würzen.
CARROT TOP SALSA VERDE
- Möhrengrün von etwa einem Bund Möhrchen
- 3 Knoblauchzehen, gehackt
- 1 Tasse Traubenkernöl (oder anderes Öl welches ihr vorrätig habt)
- 1/2 Tasse extra natives Olivenöl
- 1 1/2 EL rote Chilli Flocken (lasst es langsam angehen!)
- 1/4 Tasse Apfel Essig
- Salz zum Würzen
Alle Zutaten im Mixer kombinieren und mit ordentlich Salz würzen.
- 1 Tasse Möhrchen, klein gewürfelt
- 2 Chilis, halbiert
- 1/2 Tasse Essig
- 1/2 Tasse Wasser
- 3/8 Tasse Zucker
- 2 EL Salz
Essig, Wasser, Zucker und Salz in einem Topf erhitzen und den Sud über die gewürfelten Möhrchen geben. Bereits am nächsten Tag habt ihr extrem leckere, würzig eingelegte Möhrchen. Passt perfekt auch für anderes Gemüse.
So wird angerichtet:
Füllt den Hummus in ein Schälchen und dekoriert mit den eingelegten Möhrchen, sowie der Carrot Top Salsa Verde und ein paar übrig gebliebenen, kleinen Blättchen Möhrengrün (nehmt nur die kleinen, feinen, die schmecken pur besser, als die großen). Zum Dippen eignen sich Möhrchen (kurz in einem Spritzer Zitronensaft geschwenkt schmecken sie noch genialer) und Pita Brot. Ihr könnt aber auch gerne kreativ werden und allerlei Gemüse auffahren!


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