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Was wirklich über Trennungen hinweg hilft

“Wut, Trauer, Enttäuschung, Selbstzweifel” ist das Ergebnis welches Google einem zurückgibt wenn man nach “Phasen einer Trennung” googelt.
Wer eine Trennung durchmacht wird versuchen sich in einem der Gefühle, in einer dieser Phasen, wiederzufinden, nur um ein wenig Halt zu gewinnen und zu wissen: Bald geht es weiter, dann kommt die nächste Phase und Schritt für Schritt wird es besser werden.

Ich glaube nicht so richtig daran, dass jeder diese Phasen genauso durchläuft. Genauso wie jede Beziehung, jede Trennung ganz individuell ist und unterschiedlich verlaufen kann, genauso sieht auch bei jedem der Verarbeitungsprozess anders aus.

Auch ist es nicht so, dass die Gefühle eins nach dem anderen kommen. Eher vermischen sie sich, sind ein großes Kuddelmuddel in welchem man sich selbst kaum wiederfindet und nicht genau sagen kann, wie man sich nun gerade eigentlich fühlt.

Daher sind Tipps wie: “Wenn du in der Phase der Wut bist, dann lösche ihn als Facebookfreund um nicht noch mehr an ihn erinnert zu werden” häufig nicht besonders hilfreich.

Doch was hilft wirklich?

  1. Darüber sprechen
    Sprich die Dinge ganz ehrlich und offen aus, so ehrlich und offen wie du es dich vorher eventuell noch nie getraut hast, weil du entweder dein Gesicht oder das deines Partner bewahren wolltest, oder weil es dir eventuell unangenehm war
    Rede ganz klar darüber:
    1. Wieso hast du dich damals in deinen Partner verliebt?
    2. Was waren Dinge während der Beziehung, die dazu geführt haben, dass das Thema der Trennung aufkam?
    3. Wieso genau habt ihr euch getrennt?
    4. Was tut weh an der Trennung?
    5. Was tat weh in der Beziehung?
    6. Wieso ist es gut für dich und deine Zukunft, dass ihr nun getrennt seid?
  2. Offen zuhören
    Frag die Menschen, die dich lieben und von denen du weißt, dass sie das Beste für dich wollen, was ihre Meinung ist. Hör ihnen genau zu wenn sie dir sagen, was sie von der Trennung und von deinem Ex-Partner / deiner Ex-Partnerin halten.
    Wir zeichnen in unserem Kopf häufig eine Realität, die eventuell gar nicht mit dem übereinstimmt, wie andere sie wahrnehmen. Hör zu und versuche nachzuvollziehen, wieso deine Liebsten denken wie sie es tun und versuch für dich Dinge mitzunehmen, die dir bei deinem Heilungsprozess helfen.
  3. Abstand
    Wenn du immer wieder auf sein/ihr Instagramprofil gehst, immer wieder das Profilbild bei Whatsapp anschaust, alte Briefe liest oder alte Fotos anschaust: mach Schluss damit.
    Fotos kann man auf eine Speicherkarte ziehen und erstmal vom Handy und Computer löschen, blockiere sie/ihn für einige Zeit auf Instagram und Facebook, tu alles was Erinnerungen hervorruft für einige Zeit in eine Box und gib sie deiner besten Freundin oder tu sie in den Keller.
    Wie bei einer Sucht hilft manchmal nur eins: kalter Entzug. Es tut weh und man wird immer wieder nach Ausreden suchen, wieso dies nicht hilfreich ist. Aber es geht vor allem darum sich an ein Leben ohne diese Person zu gewöhnen, sich selbst zu zeigen dass die Sonne jeden Morgen genauso aufgeht und jeden Abend auch genauso wieder untergehen wird. Das Leben ist gut, auch nach einer Trennung.
  4. Wenn möglich: Pflege einen gesunden Kontakt
    Mir persönlich hat es geholfen, immer mal wieder Kontakt mit meinem Exfreund zu haben. Mich zu erkundigen wie es bei ihm läuft, wie es seiner Familie geht. Vor allem weil es mir nach einiger Zeit immer wieder gezeigt hat, wieso die Trennung der einzig richtige Schritt war.
    Leider verlaufen nicht alle Trennungen im Guten und diese Möglichkeit der friedlichen Kommunikation besteht nicht, oder man möchte sie einfach nicht.
    Wenn man die Möglichkeit dazu hat sollte man aber versuchen, dem Expartner / der Expartnerin einen neuen Platz in seinem Leben zu geben. Um eine neue Brücke zu bauen und nicht nur die vorangegangene Beziehung als einzige Verbindung zu sehen.
  5. Eine Wunde kann nicht heilen wenn man sie immer wieder anfasst
    Eine Wunde kann nicht heilen wenn man sie immer wieder anfasst. Eine Wunde heilen zu lassen braucht Zeit.
    Auch wenn die Punkte 1-4 Dinge sind, die man aktiv unternehmen kann um eine Beziehung und eine Trennung zu verarbeiten, braucht so etwas einfach Zeit. Wenn man aktiv versucht Erlebtes zu verarbeiten kann sich diese Zeit verkürzen und weniger schmerzvoll gestalten, aber es ist auch wichtig sich selbst und diesem Prozess Ruhe zu geben.

Gib dir Zeit, gib dir den Luxus der Zeit, sei geduldig mit dir und deinen Gefühlen.
Du hast schon so vieles in deinem Leben geschafft und bewältigt, du bist eine starke Person, die Liebe verdient und erfahren wird. Das Leben ist gut <3

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