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4 realistische Gewohnheiten für und aus Selbstliebe

Selbstliebe ist in den meisten Fällen nichts was uns in den Schoß fällt. Von allen Seiten werden wir mit Erwartungen und verschiedenen Lebensweisen konfrontiert, seinen eigenen Platz zu finden ist oft schon schwer genug, dann noch Selbstliebe zu erfahren und zu praktizieren – noch schwieriger. Dabei ist sie so wichtig!
Denn die Person, mit der man jeden Morgen aufwacht, jede Emotion durchlebt, hinfällt und wieder aufsteht, ist man selbst. Und das ist gar nicht melancholisch im Sinne von “Am Ende bleibt nur man selbst” gemeint, denn es gibt viele tolle Menschen, die uns in unserem Leben begleiten. Doch oft vergessen wir, dass wir selbst nunmal der Punkt im eigenen Leben sind, von dem alles ausgeht.

Ohne dich selbst hättest du dein Leben nicht.

Selbstliebe, wie auch die Liebe die in man in Beziehungen zu anderen Menschen lebt, muss gegeben werden. Und Liebe zu geben kann auf verschiedene Arten und Weisen erfolgen. Um Selbstliebe zu erfahren und diese aufrecht zu erhalten, um uns selbst nicht zu vergessen, müssen wir uns selbst diese Zeit, die kleinen Gesten und Aufmerksamkeiten geben.

Aber sind wir ehrlich: Yoga Retreat auf Bali, jeden Abend eine Stunde lesen, einmal die Woche zur Massage… Dafür bleibt meist weder Zeit noch Geld.
Dabei braucht es solche Sachen auch gar nicht, um sich selbst zu stärken, sich etwas zurückzugeben und auch einfach um sich gut zu fühlen. Oft sind es die kleinen Dinge, und damit meine ich nicht eine “kleine” Mitgliedschaft in einem Yoga Studio. Nicht jeder hat Zeit sich Abends eine Stunde freizunehmen.

Aber es gibt sie wirklich, diese “kleinen” Dinge:

  1. Vorsätze und Ziele richtig formulieren!
    Schreibe eine Liste mit Dingen, die du machen willst und formuliere unter jeden Punkt was du dafür tun möchtest, um dieses Ziel zu erreichen.
    Natürlich könnte man auch eine Liste mit all den Dingen schreiben die man nicht tun will, aber was man dann vor sich liegen hat ist ein Verbotskatalog und das typische “Denken Sie jetzt NICHT an einen rosa Elefanten!” und zack geht es einem nicht mehr aus dem Kopf. Wenn man zuerst formuliert, was man eigentlich möchte, sind die Dinge die man nicht tun möchte nämlich nicht mehr nur Regeln, sondern der Weg um zu erreichen, wonach man wirklich strebt. Dass positives Denken ein anderes Mindset schafft, ist mehrfach untersucht worden, doch häufig hilft es, die Dinge einfach für sich selbst auszuprobieren. Hierbei geht es um kleine Sachen im Alltag, nicht darum dich selbst um 180 Grad zu drehen.
    Zum Beispiel…
    Ausgeschlafener sein:
    Vor 22:30 Uhr im Bett liegen, nicht schlecht fühlen weil man den Kneipenabend unter der Woche abgesagt hat, beim ersten Weckerklingeln aufstehen (=Wecker auf eine realistische Aufstehzeit stellen, zB 6 Uhr), nach 22 Uhr nur noch lesen, Tagebuch schreiben oder Dehn- und Meditationsübungen machen
  2. Personal Policy – Persönliche Grundsätze
    Hierbei geht es nicht darum sich etwas vorzunehmen, sondern mutig und konsequent zu sein und zu sagen: Das möchte ich einfach nicht mehr!  
    Manchmal fällt es uns sehr schwer zu gewissen Sachen nein zu sagen oder wir tun Dinge, die uns eigentlich eher stören als dass sie uns gut tun. Beispielsweise habe ich für mich beschlossen, nachdem es mich immer wieder bisschen genervt hat, Kommilitonen, mit denen ich nichts zu tun habe und die mich im Alltag nicht grüßen, mich aber während der Prüfungsphase nach meinen Notizen fragen, an andere weiterzuleiten. Natürlich lasse ich niemanden hängen von dem ich weiß er hat ein echtes Problem. Aber es gibt jedes Semester ein paar Kommilitonen, die sich nicht einmal die Mühe machen höflich im Umgang zu sein, sich zurücklehnen und dann hoffen dass man mit den Notizen der anderen besteht. Habe ich früher bei sowas nachgegeben, sage ich jetzt klar: sorry, ich habe gerade selbst viel um die Ohren.
  3. Jeden Morgen laut aussprechen oder schreiben wofür man dankbar ist, mit Bezug auf sich selbst
    Die gute Dankbarkeit #grateful ist schon fast zu einem Trend geworden. Aber mir soll es lieb sein, denn es ist nichts falsch daran wenn wir uns vor Augen führen, wofür wir in unserem Leben dankbar sind! Und es ist nunmal so dass es hilft, sich das immer immer immer wieder vor Augen zu führen. Sich morgens einfach 3 Minuten zu nehmen und es laut auszusprechen oder im Chat einem guten Freund zu schreiben, kann so unfassbar aufheiternd sein und hilft, uns dessen bewusst zu werden, wofür wir im Alltag manchmal den Blick verlieren. Dabei sollte man jedoch versuchen den Bezug zu sich selbst nicht außer Acht zu lassen.
    Ja, wir können froh sein in einem Land zu leben, in welchem kein Krieg herrscht. Und für viele andere Dinge auch. Aber häufig hängen diese Dinge nicht direkt mit uns selbst zusammen. Für die Selbstliebe ist es aber besonders wichtig auch dankbar für die Dinge zu sein, die direkt in Verbindung mit einem stehen.
    Beispiel:
    Ich bin dankbar dafür, dass ich jeden Tag alleine und ohne Hilfe oder Unterstützung beginnen kann; Ich bin dankbar dafür, dass ich zur Universität gehen kann und die Disziplin habe, meine Karriere zu verfolgen; Ich bin dankbar dafür, dass es Menschen in meinem Umfeld gibt auf die ich mich genauso verlassen kann, wie sie sich auf mich verlassen können
  4. Sich am Abend bewusst vor Augen führen, was man Gutes getan und erledigt hat (gerne auch aussprechen, zum Beispiel gemeinsam mit dem Partner oder dem Mitbewohner und beide bekommen Zeit, über ihre kleinen Erfolge zu sprechen)
    Dies ist besonders für diejenigen, die mit negativer Selbstreflektion zu kämpfen haben und sich immer eher kleiner reden, als sie es sind. Häufig denken wir an all die Dinge die wir noch zu erledigen haben oder noch nicht erledigt haben, damit machen wir jeden Tag so viele kleine Dinge, über die wir glücklich sein können, auf die wir stolz sein sollten. Den Menschen, die wir lieben sagen wir auch, dass wir stolz auf sie sind, wenn sie etwas gutes gemacht haben oder erreicht habe. Warum es also nicht mal auch sich selbst sagen?
    Beispiel:
    Ich bin heute pünktlich aufgestanden; ich habe darauf geachtet Dinge zu essen, die meinem Körper gut tun; Ich habe Beziehungen mit Menschen gepflegt die mir wichtig sind (zB eine Nachricht an die beste Freundin geschrieben / Mama angerufen); Ich habe heute mein Kind getröstet als es geweint hat; Ich habe mir heute Zeit genommen um mich mit mir selbst zu beschäftigen (zB dadurch, darüber nachgedacht zu haben wofür man dankbar ist); Ich habe heute jemandem zum Lachen gebracht

 

Bei diesen Punkten gibt es keinen Zeitrahmen den man einhalten muss, keinen richtigen oder falschen Zeitpunkt um ihnen nachzugehen. Man selbst bestimmt wie diese Gewohnheiten genau aussehen sollen und genau das macht es so wertvoll. Beziehungen sind immer etwas persönliches, genauso ist es auch deine Beziehung zu dir selbst.
Die treibende Kraft für diese Punkte ist bereits die Selbstliebe selbst. Die Liebe die man sich selbst gibt wächst dadurch nur, die emotionale Intelligenz wird gestärkt und der Blick für die Gefühle des Umfelds wird geschärft und verfeinert.

Die Kraft der Gewohnheit ist groß, nutze sie für dich!

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