Allgemein

Ich lege auf und stehe ziemlich verwirrt auf der Terrasse. Starre ins Leere. Ich musste draußen telefonieren, denn irgendwie war in der Wohnung die Verbindung am Handy schlecht. Vielleicht liegt es an den vierfach verglasten Fenstern, vielleicht an den vielen Bäumen, vielleicht eine Laune von Vodafone. Ich weiß es nicht.
Ich weiß noch eine Sache nicht: Wie es jetzt weitergehen soll. Ich starre zwischen die Bäume und sehe im Augenwinkel, wie Jakob durch die Terrassentür nach Draußen tritt. „Und?“.

Tritt irgendwo ein Problem auf, bin ich meist die Erste, die fragt:“Wo ist das Problem?„, mit der Intention, eine Lösung zu finden. Probleme sind in meinen Augen dazu da, um gelöst zu werden.

„Die Testergebnisse sind negativ“

Negativ ist, wenn man eben mit seinem Doc telefoniert hat, eigentlich ein gutes Ergebnis. Negativ geht oft mit einer Erleichterung Hand in Hand und man freut sich. Meistens. Negativ ist in diesem Falle aber eine Sackgasse. Ein Verdacht, mein letzter kurzer Strohhalm und meine Hoffnungen auf Besserung haben sich soeben in Luft aufgelöst. Ich hatte auf ein positives Ergebnis gehofft… Nun ist es negativ. Und nun stehe ich da, starre ins Leere und beinahe gleitet mir mein Handy aus der Hand. Im letzten Moment kann ich es noch fester umschließen, bevor es mir gänzlich zwischen den Fingern rutscht. Ich hatte gehofft, dass das Ergebnis positiv sein würde, denn dann hätte ich endlich einen Anhaltspunkt und somit eine Lösung. Ein paar Tabletten hier und da und die Sache wäre vom Tisch gewesen.
Ich weiß nicht, was ich fühlen soll.
Das einzige Gefühl, welches sofort präsent ist, ist Enttäuschung. Wahnsinnige Enttäuschung über dieses negative Ergebnis. Und ich komme mir albern vor, denn ich habe für meine Beschwerden keinen medizinischen Beleg.

Die erste Enttäuschung weicht einer Euphorie, die mir für wenige Minuten Mut gibt, nicht den Kopf in den Sand stecken zu wollen, nicht aufzugeben und einfach weiter nach Ursachen zu suchen! Ich stürze mich zurück in die Arbeit, verdränge die Gedanken, das Telefonat und die Ergebnisse, die keine sind. Ich verdränge meine Gefühle und alles ist gut.

Kurze Zeit später habe ich eine ruhige Minute und falle binnen weniger Sekunden in ein emotionales Loch.

Bilde ich mir alles nur ein?
Warum passen die Symptome nicht mit den Laborergebnissen zusammen?
Was sage ich denn jetzt, wenn mich jemand nach meinem Befinden oder meinen Beschwerden fragt?

Ich stecke in einer verdammten Sackgasse und weiß nicht weiter. Vielleicht muss ich auch nur einen Schritt zurück gehen und stehe dann vor einer großen Kreuzung mit hunderten von möglichen Wegen und müsste mich nur entscheiden, wohin ich gehen will…
Allerdings will ich gerade erst einmal nur den Kopf in den Sand stecken. Die Bettdecke über den Kopf ziehen. Schreien. Weinen. Sagen dürfen, dass ich gefrustet bin. Dass ich gerade keinen positiven Aspekt in der Nummer sehe, obwohl ich mir immer Mühe gebe, einen zu sehen. Da war dieser kleine Funken Hoffnung, der mir versprach, dass wenn die Ergebnisse positiv seien, alles gut werden würde.

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.