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Toniebox, Tigerbox und Hörbert – Der große Vergleich / Unterschied

Toniebox? Tigerbox? Oder doch lieber den Hörbert? Wo ist der Unterschied zwischen den Geräten? Was ist gleich und vor allem: Wer macht das Rennen?

Jede Box hat ihre Vorteile, Nachteile und alle haben Ähnlichkeiten. Gerade dann, wenn man vor dem Kauf steht, kommt die Frage auf: Welche Box ist für unser Kind geeignet? Wo sind die Vorteile? Welche Box hat welche Nachteile? Ausgetestet haben wir alle drei und daher kann ich auch mal alle drei Geräte zum großen Vergleichstest zusammentrommeln und einigen von euch sicher bei der Entscheidung helfen.

Was ist eine Toniebox, Tigerbox und Hörbert?

Was uns 80er Kids der „My first Sony“ Kassettenspieler mit Mikrofon war, ist für die Kids heute die Toniebox, die Tigerbox oder der Hörbert – ein Abspielgerät für Musik und Hörspiele. Unterschiede gibts im Detail, bei den Funktionen, der dahintersteckenden Technik, im Aussehen und der Zielgruppe.

Die Toniebox

Die Toniebox gibt es seit Ende 2016. Zu Weihnachten 2017 war der Run auf die Box so stark, dass sie innerhalb kürzester Zeit überall ausverkauft war und einige Boxen von Wiederverkäufern auf den einschlägigen Seiten für horrende Summen angeboten wurden. Den Launch haben wir damals mitbekommen, weil eine Bekannte von uns im Social-Media-Team arbeitet. Jedoch kam die Box damals für uns nicht in Frage, da unsere Tochter meiner Meinung nach zu dem Zeitpunkt zu jung war. Wir beobachteten den Hype aus der Ferne. In Müttergruppen auf Facebook suchten verzweifelte Moms für ihre Kids Tonieboxen und wer welche irgendwo sah, teilte umgehend den Standort des Geschäftes mit. An einen ähnlich krassen Hype erinnere ich mich zum Beispiel zum Verkaufsstart der Tamagotchis, Furbys oder (um auch ein Beispiel aus diesem Jahrzehnt zu bringen) den Hatchimals.

Aussehen & Merkmale

Die Toniebox ist ein Würfel mit den Maßen von ca. 12cm x 12 cm x 12cm und einem Gewicht von ca. 600 g. Die Box ist weich, aus abwaschbarem, gummierten Material und hat auf den ersten Blick keine sichtbaren Knöpfe oder Tasten. In den zwei Öhrchen jedoch befinden sich die Lautstärkeregler und ein Bewegungssensor ermöglicht die Steuerung. Derzeit gibt es die Toniebox in sechs Farben: Beere, Pink, Rot, Blau, Grün, Grau. Eine Sonderedition in Schwarz gab es für kurze Zeit. Die Akkulaufzeit ist vom Hersteller mit bis zu 7 Stunden angegeben.

Funktionen

Durch Druck auf die Öhrchen lässt sich die Lautstärke regeln, boxt man links oder rechts gegen die Box kann man Dank Bewegungssensor zwischen Kapitel hin und her springen; das Kippen ermöglicht es, vor- bzw. zurückzuspulen. Die Toniebox startet das Abspielen, sobald einer der vielen verfügbaren Tonies – das sind die kleinen Figuren – oben auf das magnetische Feld gestellt wird. Nimmt man die Toniefigur herunter, stoppt die Wiedergabe. Zum Einschalten kneift man der Box einmal ins Ohr. In der Toniebox steckt ein NFC-Chip, der den Tonie erkennt und automatisch die Musik oder das Hörspiel wiedergibt. Zum erstmaligen Abspielen muss die Toniebox mit dem W-LAN verbunden sein. Dann wird das Hörspiel aus der Toniecloud heruntergeladen. Einmal gespeichert, können die Geschichten anschließend auch offline wiedergegeben werden. Ein Kopfhöreranschluss sorgt für ein Privatkonzert.
Außerdem gibt es Apps für Android- und iOS-Geräte, mit der auch eigene Botschaften für die Kinder auf die sogenannten Kreativ-Tonies aufgenommen werden können. In den Apps lassen sich zudem die maximale Lautstärke festlegen und weitere Mitglieder zum Zugriff auf die Toniebox einladen.

Vorteile

Die Toniebox ist super einfach und intuitiv zu bedienen. Als Startalter sind drei Jahre angegeben, die ich auch so unterschreiben kann. Es macht sicherlich auch schon für jüngere Kids Sinn, allerdings dann eher mit Musik-Tonies statt mit Hörspielen. Meiner Erfahrung nach haben Kids unter drei noch nicht die Ausdauer, um einem Hörspiel aufmerksam zu folgen. Aber da ist jedes Kind anders und ihr kennt eures am Besten.
Die Auswahl der Tonies ist mittlerweile enorm und die Kreativ Tonies lassen sich individuell bespielen – ob von den Großeltern gesungene Lieder, vom Papa das Lieblingsmärchen vorgelesen oder die aktuellen Pophits. Da gibts keine Grenzen und der Hörspielspaß kann individuell gestaltet werden.
Hat ein Kind im Bekannten- und Freundeskreis eine Toniebox, gibt es sicherlich auf der Wunschliste zu Weihnachten oder Geburtstag einen Tonie-Wunsch und somit gibt es immer eine Geschenkidee.

Nachteile

Definitiv die Kosten für die Tonies. Die Toniebox kostet in der Anschaffung um die 80€, was in meinen Augen ein okayer Preis ist, die Tonies selbst starten ab 15€. Im Starterset gibt es die Box mit einem Kreativtonie – der ist aber nicht bespielt, bzw. muss von den Schenkenden erst einmal bespielt werden oder es muss ein Hörspiel- und/oder Musik Tonie dazugeschenkt werden. Einer wird dann auch irgendwann langweilig, also wären ein bis drei weitere Tonies auch nicht verkehrt. So liegt der Anschaffungspreis gerne mal bei über hundert Euro. Lässt sich aber hervorragend als größeres Weihnachts- oder Geburtstagsgeschenk verdauen.

Für wen geeignet

Für Jäger und Sammler mit Kids ab etwa drei Jahren, die auch Spaß daran haben, ihre Hörspiele und Lieder in Form von Figürchen auszustellen.
Was mir erst später aufgefallen ist: es gibt einen richtigen Sammelkult rund um die Tonies. In eigens erstellten Facebookgruppen und Foren tummeln sich sammelwütige Moms & Dads, Großeltern und andere Verwandte, die sich über Rabattaktionen, Tauschbörsen, News und Tonie-Aufbewahrungs-DIYs austauschen. Die Tonies sind hübsch anzusehen und werden gerne wie Exponate in eigens zusammengezimmerten Regalen präsentiert oder laden zum Spielen ein.
Unter Profis wird geraten, bei Sales zuzuschlagen und die Toniefiguren zu horten, um bloß nicht wieder unter einer Lieferknappheit zu leiden :D

Die Tigerbox

Die Tigerbox gibt es seit 2017. Tiger Media Deutschland GmbH ist eine Tochterfirma des Hamburger Kinder- und Jugendbuchverlags Friedrich Oetinger. Man könnte Tiger Media als digitalen Arm des Verlags bezeichnen, denn die Firma bietet Kindermedien wie interaktive Bücher, E-Books und Hörbücher an und arbeitet dabei verlagsübergreifend. Das heißt: die Produkte drehen sich nicht nur um Kinderbuchhelden aus Oetinger-Büchern, sondern auch um die aus anderen Verlagen. So wie Conny, Bibi & Tina, Yakari, Capt’n Sharky und das Sams. Ein Kindertablet, das TigerTab, von Tiger Media gibt es ebenfalls.

Aussehen & Merkmale

Auf den ersten Blick wirkt die Tigerbox wie eine Toniebox für Erwachsene: Ein Würfel mit einigen Knöpfen, Holzkörper und Trageschlaufe. Außerdem ist die Tigerbox ein Audiosystem und eine Art Multifunktionslautsprecher für das Kinderzimmer. Mit 85mm (L) x 91mm (B) x 86mm (H) und 298g (Herstellerangaben) ist die Tigerbox recht klein, aber fein. Die Box gibt es in verschiedenen Farben und einer Special Edition.

Funktionen

Die Tigerbox kann per Bluetooth mit einem Smartphone oder einem Tablet-Computer gekoppelt werden – und spielt Musik oder Hörspiele ab. Die Box kann mit allen Streaming-Diensten bespielt werden. Das heißt: der Nutzer kauft ein Hörspiel oder ein Lied nicht, sondern „mietet“ es vorübergehend. Anschlüsse und Zubehör gibt es auch: Micro-USB-Kabel zum Aufladen und AUX-Kabel, Trageschlaufe, Micro-SD Kartenslot sowie einen Kopfhörerausgang.
Mit der Tigertones App kann der Nutzer derzeit auf mehr als 1000 Hörspiele und Musiktitel zugreifen – nachdem ein entsprechendes Nutzungs-Abo abgeschlossen wurde. Die günstigste Variante kostet 2,99 Euro pro Monat und läuft zwölf Monate. 4,99 Euro monatlich fallen bei dem teuersten Modell an, das jederzeit kündbar ist.
Mit einer SD Speicherkarte lässt sich Musik und Hörspiele auf die Box spielen.

Vorteile

Dadurch, dass die Box mit allen Streaming-Diensten bespielt werden kann, stehen dem Hörenden mit der Box alle Türe offen. Mit um die 30€ für die Box ist sie auch der günstigste Kandidat. Zusätzlich bewegen sich die Kids mit der Tigertones App in einem geschützten und vor allem werbefreien Raum.
Mit einer SD Speicherkarte kann Musik auf die Box gespielt werden, somit ist man frei von Streamingdiensten.

Nachteile

Definitiv die laufenden Kosten für das Abo und die Bedienung. Dadurch, dass die Box nur mit Tablett oder Smartphone und der App oder einem Streamingdienst bedient werden kann, setzt es eine gewisse Kompetenz des Hörenden voraus. Kleine Kids sind uns Erwachsenen zwar oft einiges voraus was die Bedienung von Gadgets und Smartphones angeht, Lesen sollten sie aber für die Tigerbox schon können. Müssten die Eltern fürs Kind ständig die App bedienen, kann das eventuell zu Frustration auf beiden Seiten führen.

Für wen geeignet

Definitiv für ältere Kids, die lesen und selbstständig ein Tablet oder Smartphone bedienen können, um die Musik oder Hörspioele aus zu wählen. Eine kinderfreundliche (und günstigere) Alternative zu Sonos Boxen oder Alexa / Echo.

Der Hörbert

Der Hörbert zog hier als allererstes ein – nämlich Weihnachten 2016 als Weihnachtsgeschenk von den Großeltern und ist ein heiß geliebtes Gerät. Auch Paul mit seinen 5 Monaten fummelt schon an den bunten Knöpfen herum, die seine Schwester ihm gerne ausführlich erklärt. Den Hörbert gibt es seit 2014 und seitdem hatte ich ihn auch auf dem Schirm als Geschenk für unsere Tochter, sobald sie alt genug ist. Er ist ein tragbarer MP3-Player im Holzkasten mit eingebautem Lautsprecher; Musik und Hörspiele kommen von einer wiederbeschreibbaren Speicherkarte. Hergestellt in Deutschland aus nachhaltigen Materialien.

Aussehen & Merkmale

Der Hörbert ist ein kleiner Ghettoblaster aus Holz mit 11 Smartiesfarbenen Tasten, einem Kippschalter zum Ein- und Ausschalten und einem Drehregler für die Lautstärke. Mit 1kg Gesamtgewicht und den Maßen 24 x 7 x 18 cm ist der Hörbert der Riese unter den drei Musikboxen. Wer mag, kann den Hörbert individuell gravieren lassen.

Funktionen

Musik und Hörspiele kommen von einer wiederbeschreibbaren Speicherkarte. Diese enthält bei Lieferung bereits 140 Minuten Musik und Hörspiele. Weitere Lieder und Hörspiele können direkt auf diese SD-Karte kopiert werden. Die Auswahl der Hörspiele und Musik erfolgt über die bunten Tasten, die mehrfach belegt werden können. Kleine Kids haben schnell raus, hinter welcher Farbe die Lieblingslieder stecken.

Vorteile

Der Hörbert ist perfekt für ganz kleine Kids, denn mit den bunten Tasten wissen selbst die ganz Kleinen schon was anzufangen. Taste drücken – Musik läuft. Auch ist der Hörbert mit 1kg Gewicht nicht so einfach umzuwerfen. Er ist robust und hält was aus. Außerdem ist man nicht an ein bestimmtes System gebunden, sondern kann auf seine vielleicht schon bestehende CD- bzw. Musiksammlung zugreifen. Weiterer Pluspunkt: Er ist bei Lieferung direkt startklar, denn es sind bereits 140 Minuten Musik und Märchen aufgespielt.

Nachteile

Der Preis von 240€ ist schon happig. Die Folgekosten hängen davon ab, ob man bereits CDs mit Musik oder Hörspielen zuhause hat. Das Überspielen von Dateien auf die Speicherkarte ist etwas aufwändiger und erfordert zumindest ein grundlegendes Computerwissen. Ein Mal gekauft, lassen sich Lieder und Hörspiele ohne WLAN oder Bluetooth abspielen.

Für wen geeignet

Definitiv ein Spaß für ganz kleine Kids und Eltern, die mit einer Hörbox unabhängig vom Internet sein wollen. Das Aufspielen von Musik und Hörspielen funktioniert am Computer auf eine Speicherkarte – das wars. Die Kids haben schnell raus, wie alles funktioniert und hinter welchem bunten Knopf welche Musik läuft. Der Hörbert wurde hier zuerst durch die Gegend geschoben, später getragen – er ist super robust und ein tolles Gerät für den Start der Musik- und Hörspiel-Hör-Karriere.

Fazit

Bei der Entscheidung zwischen Toniebox, Tigerbox oder der Hörbert müssen unterschiedliche Faktoren bedacht werden: was soll die Box können (außer Musik und Hörspiele abspielen), für welches Alter wird sie gekauft und wie sieht es mit meiner Bereitschaft Geld auszugeben aus.

Meiner Meinung nach sind die Toniebox und Tigerbox in ihrer Funktion mehr oder weniger gleich, sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Bedienung und sind somit nicht beide für jede Altersstufe geeignet. Die beiden Boxen sind Abspielgeräte für Musik und Hörspiele aus der Cloud. Der Hörbert hingegen ist ein hübscher, einfach zu bedienender MP3 Player.
Wer schon früh seine Kids mit einem eigenen Abspielgerät beschenken möchte, der greift eher zum Hörbert oder der Toniebox. Ab 3 / 4 können Kids die Toniebox auch komplett allein bedienen und haben Interesse für die Tonies, die Charaktere und ihre Geschichten. Besonders kreative Kids und ihre Familien haben mit den Kreativ-Tonies definitiv viel Spaß und bespielen sie individuell, auch lassen sich dort Popsongs und dergleichen aufspielen. Einmal tief in die Fanwelt der Tonies abgetaucht, auf Pinterest gestöbert, kommt man aus der Ideenflut für die Kreativ Tonies nicht mehr heraus :) Für deutlich ältere Kids, ab etwa 7 oder 8, die Spaß an Hörspielen und ihren Lieblingsbands haben, empfiehlt sich die Tigerbox. Sie kommt in einem eher weniger kindlichen Design daher und ist auch sicherlich eine günstige Alternative für Abspielboxen, wenn man auch als Erwachsener noch Spaß an Hörspielen oder Hörbüchern hat.

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5 Comments

  • Reply
    ella
    17. Januar 2019 at 15:05

    Auf die Tigerbox kann man mit der SD-Karte auch einfach Musik aufspielen. Man ist dann aber an die rEihenfolge auf der SD-Karte gebunden.

  • Reply
    Anja Lena
    17. Januar 2019 at 19:56

    Was man zum Hörbert dazu sagen muss: Ein deutsches Produkt! Hier entwickelt und gebaut! Support erste Klasse!

  • Reply
    Caro
    17. Januar 2019 at 21:28

    Genau, wollte ich auch anmerken. Unser Kind hat die Tigerbox zum 4. Geburtstag bekommen und kommt super damit zurecht und schleppt sie überall hin mit – was ja gut geht, weil sie so handlich ist.
    Wir haben eine SD Karte mit Musik bespielt und eine mit Hörbüchern und wechseln bei Bedarf.

  • Reply
    Daniela
    17. Januar 2019 at 21:30

    Wir sind total überzeugt vom hörbert. Den gab es hier auch als Geschenk zu weihnachten und er wird sehr geliebt. Seit das Kind etwas größer ist dient er mit Hörspielen auch als Einschlafhilfe. Spannend finde ich auch noch den Lunii Geschichtenerzähler- fürs zweite Kind dann vielleicht..

  • Reply
    Jasmin B.
    17. Januar 2019 at 22:17

    Wow, als könntest du Gedankenlesen. Mein Jüngster wird nächsten Monat 2 und ich bin immer noch auf Geschenkjagd. Da wir in Kalifornien leben, mein Mann aber häufig beruflich nach Deutschland fliegt, bringt er immer ganz tolle deutsche Spielsachen mit…also auch das gesuchte Geschenk. Nun bin ich vor wenigen Tagen auf die Tigerbox gestoßen und fand sie gar nicht so schlecht. Allerdings war ich auch etwas verwirrt durch die drei o.g. Geräte, tendier(t)e aber mehr zur Toniebox. Vielen lieben Dank für die anschauliche Vorstellung. Jetzt habe ich wieder dem Durchblick 😊

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