LIFESTYLE

Technischer Totalausfall?

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dies ist ein beitrag in kooperation mit der techniker

Alles flackert. Schwarz, Weiß … ein Flimmern. Der Bildschirm gibt mir kein klares Bild mehr, es brummt und rattert in meinen Ohren und ich kriege die Krise. Gerade jetzt? Muss das sein? Jetzt ist das Bild komplett verzerrt. So lange ging doch wieder alles gut und nun ist hier der Teufel los.

Heute früh schon, direkt nach dem Aufstehen gab es die ersten Probleme, die ich vorerst ignoriert hatte. „Wird schon gehen“, dachte ich. Nach und nach wurde aber alles immer langsamer, teilweise reagierte es zeitverzögert. Ich versuche das flackernde Bild klar zu sehen, aber mir schmerzen die Augen bei jedem Versuch noch mehr. Das kam jetzt plötzlich. Lange war alles gut und jetzt sowas. Ugh! Gut, das Problem kenne ich schon lange, ist bekannt und irgendwie kann ich damit auch umgehen, aber da eh gerade alles stressig ist, kann ich diesen Ausfall aktuell absolut nicht gebrauchen.

Deadlines sitzen mir im Nacken, ich habe keine Zeit, eh schon schlecht geschlafen, mein Nacken ist steif und jetzt auch noch das. Totalausfall? Bitte nicht … Ich stresse mich noch mehr und weiss, dass dadurch nichts besser wird – eher das Gegenteil ist der Fall und die Situation verschärft sich. Der Anruf beim Support bleibt kurz und knapp … An- und Ausschalten bringt hier nicht viel und Jakob versucht mit seinen magischen Händen zu retten, was zu retten ist, vielleicht alles nicht noch schlimmer werden zu lassen … Mittlerweile weiß er, welche Knöpfe er drücken muss und kann so normalerweise Schlimmeres verhindern. Aber dieses Mal bleiben seine Mühen erfolglos. Tatsächlich wird gerade alles nur noch schlimmer, je mehr ich mich aufrege. Mir läuft der kalte Schweiß über die Stirn und vermischt sich mit ein paar Tränen. Es ist aussichtslos. Die Technik hat mich im Stich gelassen …

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Heute ist es anders als sonst. Ich muss mich eher geschlagen geben als sonst, lasse den Ausfall zu und gebe der Schaltzentrale Zeit, sich abzukühlen. Zwangspause. Und das genau in der heißen Phase, in der ich funktionieren muss. Muss! Es ist gerade alles ganz eng getaktet und wenn … ach, ich kann es vergessen. Der gesamte Zeitplan ist im Eimer. Ich schreibe mit dem Handy noch ein paar Nachrichten ans Team, dass ich für heute raus bin, nehme meine Migränetablette, lege mich hin und bete, dass der Schmerz bald aufhört. Der Tag ist vorerst gelaufen und ich habe das Gefühl, mein Kopf explodiert gleich.

Migräne ist echt kein Spaß.

Damals, als Teenie, blieb ich lange undiagnostiziert und das mit einer Mutter, die selbst unter Migräne leidet. Runtergespielt wurden meine Kopfschmerzen, ich solle mich nicht so anstellen und so warf ich Ibu und Paracetamol ein wie Smarties, um meine „Dauerkopfschmerzen“ in den Griff zu kriegen. Sodbrennen, Magenschmerzen und dergleichen waren die Folge des übermäßigen und teilweise falschen Schmerzmittelkonsums. Mit Selbstmedikation macht man oftmals mehr falsch als richtig. Ich wusste ja selbst nicht, was das für verrückte Kopfschmerzen waren, die mich teilweise körperlich so ausgeknockt haben, dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten ist. Aber gesagt hat es mir auch keiner. Dauerkopfschmerzen. Teilweise tagelang. Tagelang Selbstmedikation. Bei jedem mit klarem Verstand klingeln da die Alarmglocken. Ich war damals in den vielen Situationen verzweifelt, wenn diese Dauerkopfschmerzen mich wieder tagelang wie einen Zombie und nicht aufnahmefähig durch die Weltgeschichte haben wandeln lassen. Wegen Kopfschmerzen der Schule fernbleiben und eine Entschuldigung geschrieben bekommen? Sowas gibt es nicht. Für eine elterliche Krankschreibung musste man schon sichtbar krank sein. Oder wenigstens ordentlich Fieber haben. Die Augen aufgrund der Lichtempfindlichkeit nicht öffnen können und Gewitter im Kopf könnten ja auch vorgetäuscht sein.

Das Hämmern in meinem Kopf, das Sausen in den Ohren und das Flackern, die Sterne vor den Augen oder sogar das völlig eingeschränkte Sehen war von Mal zu Mal unerträglicher. Oft saß ich mit dem dumpfen Schmerz im Kopf in der Schule, kalter Schweiß lief mir die Stirn herunter, oft war ich noch blasser als sonst und wenn der dumpfe Schmerz in stechenden Schmerz überging, wurde mir auch teilweise richtig schlecht. Glück hatte ich, wenn ich mich übergeben musste. Ab und an wurde es dann besser, manches Mal war es dann auch das Zeichen für meine Eltern, dass ich zu Hause bleiben durfte. Magen-Darm hatte ich dann vermutlich, jedenfalls stand das auf der Entschuldigung für die Schule. Mit freundlichen Grüßen, die Eltern.

Migräne ist ein bisschen so, wie ein ausgewachsener Kater nach exzessivem Alkoholkonsum während einer 48 Stunden andauernden Party. Nur ohne die Party. Und ohne den Alkohol. Und dem Wunsch, sich den Kopf vom Hals abzuschrauben. Egal wie! Ab mit dem Kopf!! Also ein mehr als beschissenes Gefühl ohne den vorherigen Spaß – unfair! Dieses Körperteil, welches an manchen Tagen dein bester Freund, weil er sich grandiose Geschichten ausdenkt, dein Arbeitsgerät ist, ist an anderens Tagen dein größer Feind und schuld, dass du deinen Job nicht erledigen kannst. Ich mag gar nicht nachzählen, wie oft mein Kopf, bzw. die Migräne auch Schuld war, dass ich einen gut bezahlten Job nicht machen, bei Terminen nicht erscheinen konnte oder wie viel Lebensenergie und -zeit sie mir geraubt hat … Eine Krankheit auf Schadensersatz zu verklagen – das wäre doch was. Ohne meinen Kopf, mein Gehirn bin ich aufgeschmissen. Wenn das große Rechenzentrum streikt, ist der Rest quasi nutzlos und der Autopilot funktioniert auch nicht mehr. Dabei ist mein Gehirn mein Supercomputer, mein Ultrawearable, und das menschliche Gehirn ist leistungsstärker als jeder Computer. Forscher versuchen, einzelne Aspekte der Funktionsweise des Gehirns im Rechner nachzubauen, um die Computer zu verbessern. Etwa in Form künstlicher neuronaler Netze. Das sind Programme, die im Computer ablaufen und deren Struktur der Verknüpfung von Neuronen des Gehirns abgeschaut ist. Aber wenn es in meinem Supercomputer zum technischen Totalausfall kommt, raucht mir zwar ziemlich der Kopf, aber mittlerweile habe ich Techniker an meiner Seite, die sich darum kümmern. Wie bei einem weniger menschlichen Computer auch.

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Damals, vor 15 Jahren, wusste ich nicht, was ich eigentlich habe. Ob ich überhaupt irgendwas habe. Wie auch? Kopfschmerzen, klar. Aber wieso gingen sie nicht weg? Wieso dauerten sie mehrere Tage? Wieso schlug es mir auf die Augen und Ohren? Wieso wurde mir von den Schmerzen schlecht? Wieso hab ich doppelt gesehen? Oder gar nicht richtig?
Erster Ansatz: Du brauchst eine Brille! Alle in der Familie tragen eine Brille und vermutlich kommen die Kopfschmerzen daher. Dies half nur bedingt. Ein Nasenfahrrad als Plazebo. Heute nutze ich die Brille prophylaktisch, damit keine Kopfschmerzen durch Überanstrengung der Augen auftreten, die eventuell in Migräne ausarten können. Oder wenn die Aura sich schon vor und nicht erst mit der Migräne ankündigt. Darum sieht man mich mal mit und mal ohne Brille. Modisches Accessoire ist sie auch, aber ursprünglich nicht als solches gedacht.
Manchmal braucht es jemanden Außenstehendes, der Muster erkennt und dir hilft zu verstehen, was bei dir vorgeht. Und wenn der ausschlaggebende Grund der ist, dass du in der Schule wegen Aura zusammenklappst, dich übergeben musst und deine Lehrerin erkennt, welche Technik gerade versagt…

Mein Schmerztagebuch macht klar: Sobald es massive Störungen in meinem Tagesrhythmus gibt, kriege ich Knoten im Kopf, die sich nur schmerzhaft entzerren lassen. Psychischer Druck und Stress wirken sich ebenfalls nicht gerade positiv auf mein Migränekonto aus. Anders, als viele meiner Freunde mit Migräne, triggern mich Lebensmittel (z. B. Rotwein, Käse, Schokolade, Fleisch …) nicht. Gut, von billigem Fusel kriegt jeder Kopfweh ;). Anders hingegen ist es mit massivem Wetterumschwung, z. B. wenn sich plötzlich ein Tiefdruck anbahnt. Ebenso triggert mich erstaunlicherweise der Geruch von nasser Schafwolle. Ich besitze 3 Pullover, die nicht mit mir im selben Raum sein können, wenn sie nass aus der Wäsche kommen und getrocknet werden müssen. Es riecht nach frisch geduschtem Schaf und allein der Gedanke an den Geruch macht mich bekloppt. Hat lange gedauert, bis ich das herausgefunden habe …

Meine letzte und bisher längste Episode dauerte sage und schreibe eine Woche, beinahe durchgehend 22 Stunden täglich und begann kurz nachdem ich mit dem täglichen Vloggen startete (ich sehe da keinen direkten Zusammenhang, falls das jemand vermutet ;) ). In den ersten Videos sieht man mich also nicht nur teilweise optisch zerstört mit hängenden Augen, sondern teilweise erst ab Nachmittags, wenn ich die Migräne weitestgehend in den Griff bekommen habe. Clusterkopfschmerzen waren das vermutlich, denn ich hatte beinahe 22 Stunden täglich Schmerzen, wachte Nachts mit Schmerzen auf und schlief auch irgendwann mit Schmerzen wieder ein. Eine Woche lang. Kein Spaß. Und je mehr Druck ich mir machte, dass die Schmerzen endlich aufhören müssen, damit ich arbeiten konnte, umso mehr haben sie sich festgesetzt.
Die Werbung im Fernsehen für ein Schmerzmittel macht es zwar zu einem Werbeslogan, aber es gibt tatsächlich um die 37 Arten von Kopfschmerzen, die man selbst behandeln kann. Weitaus über 200 Arten sind der Medizin heute bekannt und darunter sind die unterschiedlichsten Formen der Migräne. Was bei jedem individuellen Kopfschmerz am besten wirkt, kann nur der Arzt feststellen. Selbstmedikation ist nicht zu empfehlen!

Risiko für Migräneepisoden vermindern

Es gibt ein paar Tipps, die ich über die Jahre für mich gesammelt habe, die euch vielleicht auch helfen, sofern ihr betroffen seid:

Multitasking stoppen: 
Jede Unterbrechung des Arbeitsrhythmus, um ohne Pause eine weitere Aufgabe zu bearbeitenso haben Wissenschaftler herausgefunden, schmälert die Arbeitsleistung – oder besser gesagt den „Output“. Schließlich muss beim Wechsel zwischen verschiedenen Aufgaben und Medien immer wieder aufgearbeitet und neu gestartet werden: Durchschnittlich 15 Minuten Zeit nimmt dieser Wiedereinstieg in die eigentliche Aufgabe in Anspruch. Ein enormes Zeitkontingent, das beim „Multitasking“ somit mehr oder weniger verpufft.

Stille macht kreativ: 
Ich habe früh geschafft, mich in eine imaginäre Blase zurückzuziehen und äußere Reize auszublenden, wenn ich mich konzentrieren muss oder möchte. Bin ich alleine, spiele ich selten Musik, habe keinen Fernseher nebenher dudeln und auch sonstige Geräusche werden abgeschaltet, damit ich in der sogenannten Hyperkonzentration arbeiten kann. Ich bin dann im Flow, muss nichts anderes, als denken und das ist genau das, was ich will.
Ein kurzer Ausflug in die Stille oder eine andere reizarme Umgebung hilft auch Wunder, um den Kopf frei zu bekommen.

Meditation:
Meditationspausen helfen, den Blutdruck zu senken, den Kopf zu entspannen und „runterzufahren“. Ob angeleitet mit einer Entspannungsapp oder einfach selbst den Atem kontrollieren und Stille genießen – alles hilft, wenn es regelmäßig stattfindet und in den Alltag eingebaut werden kann, um sich in diesen Status der Entspannung zu versetzen, wenn es gerade stressig wird.

Ein regelmäßiger Tagesablauf:
Täglich ungefähr zur gleichen Zeit aufstehen und ins Bett zu gehen fällt als Teenager ohne Verpflichtungen und Kinder mit der Option am Wochenende lange auszuschlafen besonders schwer. Mittlerweile ist das kein Faktor mehr, jedoch hin und wieder fehlt der durchgängige Schlaf nachts. Ist das Kind krank oder steckt „in einer Phase“ und wird nachts mehrfach wach, laufe ich Gefahr am nächsten Tag nicht nur unheimlich müde zu sein, sondern auch Kopfschmerzen zu kriegen, die zu Migräne werden.

Wie man sich bettet, so liegt man:
Ebenfalls hat es lange gedauert, bis ich herausgefunden habe, dass ich Migräne, die aus Nackenschmerzen entstehen mit dem richtigen Kissen minimieren kann. Bauch-, Seiten- oder Rückenschläfer? Für jeden Schlaftyp gibt es das passende Kissen und als Seitenschläfer habe ich nachts nicht die richtige Unterstützung für den Kopf und Nacken gehabt, was oft mit Nackenschmerzen quittiert wurde, die wiederum in Migräneschmerzen beglichen wurden …

 

Weitere Tipps und Informationen zu eurem Gehirn, dem Supercomputer und wie ihr ihn nicht überlastet oder auch gerne mal entlastet, findet ihr auf der Webseite der Techniker Krankenkasse.
Mehr Infos zu Migräne lest ihr hier. Eine smarte App zum Tracken eurer Migräne und weiteren Infos, kriegt ihr hier.

Was euer Körper sonst noch für ultra spannende Funktionen, bzw. „Ultrawearables“ hat, könnt ihr hier anschauen.

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18 Comments

  • Reply
    Ellifpunkt
    16. Dezember 2016 at 15:51

    Liebe Anna,
    ich kann das, was du da beschreibst total nachfühlen. Auch ich bin in manchmal mehr, manchmal weniger regelmäßigen Abständen von Migräne geplagt. Trigger sind bei mir oft Stress, Bananen, unregelmäßiges Essen oder der einfache Gedanke „hoffentlich kriege ich keine Migräne“ vor wichtigen Terminen oder Reisen. Das kann sich dann über 3 Tage hinziehen, totaler knockout.
    Was mir wirklich hilft ist eine heiße Dusche, ein warmes Kirschkernkissen oder eine eiskalte Gesichtsmaske und entspannte Musik hören (Spotify Urwaldsounds) und – das aus man mögen – ein Stück Ingwer kauen. Alternativ frisch geriebenen Ingwer in heißem Wasser, aber die Ingwerkeule hilft besser:)
    Ich finde es toll, dass du das Thema auf dem Blog und den Vlogs ansprichst, da es doch mehr trifft als man denkt. Und Nicht-Betroffene können es oft nicht verstehen, was im Kopf los ist, nach deinem Post vllt schon ein bisschen besser.

    Alles liebe,
    Elli

  • Reply
    Lena
    16. Dezember 2016 at 17:07

    Ich kenne das auch. Sollte ich einen Schub bekommen und ich habe gerade keine Tablette zur Hand muss ich mich irgendwann übergeben.
    Für mich persönlich ist es wichtig die Tablette frühzeitig zu nehmen, die Einnahme nicht zu lange herauszuzögern, dann gehen die Kopfschmerzen auch relativ schnell wieder weg. (Normalerweise verzichte ich lieber auf Tabletten.)
    Danke für diesen Beitrag und deine Offenheit.

  • Reply
    Tanja
    16. Dezember 2016 at 17:20

    Also bei deiner Geschichte kamen mir echt die Tränen, weil ich mich wieder finde. Ich habe seit ich 10 bin Migräne mit Aura, und ich erinnere mich noch genau, wie mir der Arm und das halbe Gesicht taub wurde und ich meiner Mutter Nachts gesagt habe, ich hätte einen Schlaganfall. Auch ich habe tagelang mit diesem brennenden Schmerz in der Schule gesessen, weil solange man kein Fieber hat, ist man ja nicht krank. Mein Hausarzt, zu dem meine Mutter mich dann doch schleppte, empfahl mir Kaffee (mit 12!) und Paracetamol. Dann hatte ich ab 13 Ruhe bis 18. Diagnostiziert mit MRT und EEG wurde ich mit 20. Die vielen Schmerzmittel, die ich mir in Eigenregie zuführte, endeten bei mir in einem Darmgeschwür, das perforierte…

    Mittlerweile weiß ich, dass meine Migräne zu 100 % hormonell bedingt ist. Klar, ab 10 kommen die Östrogene in Gang, mit 13 hatte sich alles eingependelt, die Pille, die ich mit 18 nahm, wirbelte wieder alles durcheinander. Jetzt habe ich eine Pille, die ich durchnehme, das ist nicht gerade mein Ding, aber die Vorteile überwiegen. Wünsche dir so, dass du einen Weg findest, mit dem Mist zu leben.

  • Reply
    stefka
    16. Dezember 2016 at 17:32

    In meiner Familie trifft die Migräne in jeder Generation einen. Meine Oma, meine Mutter und meinen Bruder. Ich wurde zum Glück verschont, aber als Angehöriger leidet man auch mit.

    Das mit dem geregelten Tagesablauf kann ich absolut bestätigen. Meine Mutter steht seit Jahren plus/minus eine halbe Stunde zur gleichen Uhrzeit auf. Und auch mein Bruder muss pünktlich seinen Betablocker nehmen. Am Wochenende darf er sich dann noch einmal hinlegen, muss aber spätestens um 9:00 Uhr aufstehen.

    Ich kann mich auch nicht erinnern, meine Oma oder meine Mutter jemals Alkohol trinken gesehen zu haben – Alkohol löst(e) bei beiden ebenfalls Migräne aus.

    Bei meinem Bruder hat es in der Kindheit JAHRE gedauert, bis die Migräne diagnostiziert wurde. Genau wie bei Dir obwohl bekannt war, dass meine Mutter auch darunter leidet. Damals hieß es u.a., dass so ein kleines Kind keine Migräne haben kann…

  • Reply
    Greta
    16. Dezember 2016 at 18:16

    Liebe Anna, ich kann leider alles genauso unterschreiben. Mit der Ausnahme, dass meine Eltern schon früher bemüht waren, :73 Ursache rauszufinden. Das mit dem Kissen war auch eine sehr große Erkenntnis bei mir. Bei mir kommt die Migräne wenn ein paar Faktoren wie Stress etc. Gegeben sind auch von Bahnfahrten, lange Autofahrten etc. Und warum? Von der Sitz- bzw. Kopfhaltung. Die Stellung, Form der Kissen triggert mich. Daher hilft am besten keinen Kopf anzulehnen sondern entspannt zu halten. Wenn die Migräne ausbricht bin ich sogar so empfindlich, dass ich mich irgendwo anlehnen kann – also auch nicht ins Bett legen. Meistens sitze ich dann für mehrere Stunden seitlich im Ohrensessel und warte ab, bis die Tablette hoffentlich wirkt. Toll, dass du drüber schaffst und für mehr Sensibilität sorgst. Darum geht es nämlich um mit so einer Krankheit einigermaßen leben zu können.

  • Reply
    Patricia
    16. Dezember 2016 at 18:18

    Ich leide glücklicherweise nicht oft an Migräne – sie tritt bei mir 2-3 Mal im Jahr auf. Aber wenn, dann ist das wirklich ein technischer Totalausfall. Bei jeder anderen Krankheit kann ich noch ein wenig am Laptop vom Sofa aus arbeiten. Aber wenn ich Migräne habe – no way. Bett, Vorhänge zu und dann hilft nur warten und auf Schlaf hoffen. Furchtbar. Ich fühle mit allen, die Migräne regelmäßig haben. Und ich finde es super, dass du über dieses Thema schreibst.

  • Reply
    Sabina
    16. Dezember 2016 at 22:06

    Ich habe auch über Jahre an Migräne gelitten. Teilweise so schlimm, dass ich nicht mehr wusste, wohin mit mir, weil jede Bewegung, jeder Aussenreiz einfach unerträglich war. Ich hatte dann vom Neurologen Tabletten bekommen, die aber immer ganz schön reinhauten. Irgendwann habe ich aber gecheckt, dass bei mir hormonelle Auslöser Schuld sind. Seitdem ich die Pille abgesetzt habe, bin ich beschwerdefrei. Natürlich habe ich auch Kopfschmerzen oder Druck, wenn ich gestresst bin oder so. Aber das ist nicht zu vergleichen mit den Anfällen von damals. Wer das einmal im Leben hatte, wird sich nie mehr darüber lustig machen oder als Nichtigkeit abtun. Dir weiterhin viel Erfolg beim Umgang mit der Krankheit. Mein Neurologe hat immer gesagt, Migräne dauert höchstens 3 Tage. Da hättest du ihm ja was erzählen können.

    • Reply
      Theresa
      18. Dezember 2016 at 21:15

      Deine Geschichte ist quasi meine.
      Ich litt jahrelang unter fiesen Migräneanfällen… Übergeben, Ohnmacht, etc. inklusive. Bis ich die Pille absetzte.
      Das Absetzen erfolgte nicht deswegen, aber was bin ich froh diesen Schritt gewagt zu haben und dass ich auf eine hormonfreie Verhütung umgestiegen bin.
      Seit dem Tag der Absetzung hatte ich kein einziges mal mehr auch nur den Hauch einer Migräne. Für alle Geplagten, die schon viel versucht haben vielleicht eine Überlegung wert!

  • Reply
    Kerstin
    16. Dezember 2016 at 22:56

    Ich leide zwar nicht unter Migräne, aber mich würde trotzdem interessieren was du bei der Kissenwahl empfehlen kannst. Ich habe da auch noch nicht den Stein der Weisen gefunden.

    Ich wünsche dir alles Gute und dass du die Migräne langfristig in den Griff bekommst!

  • Reply
    Marie
    16. Dezember 2016 at 23:35

    Migräne ist furchtbar, unberechenbar und einfach überflüssig. Auch ich habe Migräne mit Aura. Taubheitsgefühle in der linken Körperhälfte, Flimmern in den Augen, Sprachstörungen und dann dieser heftige Kopfschmerz. Manchmal über Tage. Schon als Kind fing es an, in der Pupertät war es weg, danach plötzlich wieder unregelmäßig da, dann lange nichts. Am Ende der Schwangerschaft kam es plötzlich ganz heftig zurück. Im letzten Trimester lag ich fast die ganze Zeit im dunklen Raum. Nicht mal mit dem Hund eine Runde zu drehen war möglich. Als meine Tochter auf der Welt war, ging es so lange regelmäßig weiter, bis ich abgestillt habe. Seit dem ist Ruhe. Bei mir scheint es tatsächlich hormonelle Ursachen zu haben. Trotz neurologischer Untersuchungen konnte keine richtige Diagnose gestellt werden. Schmerzmittel haben nicht geholfen. Ich fühle mit dir…

  • Reply
    Lou
    17. Dezember 2016 at 16:51

    Sehr toller Beitrag, Anna! Ich kann jedes Wort so gut nachvollziehen!

  • Reply
    Heide
    19. Dezember 2016 at 11:01

    Wirklich guter Beitrag – (löste sogar leichte Kopfschmerzen bei mir aus – aber im guten Sinne :D d.h. mein Kopf hat sofort verstanden, worum es ging – wirklich gut beschrieben). Bei mir fühlt sich die Migräne zwar anders an, aber das Grundgefühl hast du perfekt dargestellt. Und vor allem: AB mit dem Kopf! Nichts mehr wünscht man sich da.
    Bei mir hilft Schlaf, Kühlung der Augen (die sich anfühlen als würden sie aus dem Kopf platzen) und Reizreduktion (Licht, Geräusche). Zum Glück hat es damit nie länger als einen Tag gedauert. Nacken ist aber bei mir auch oft Auslöser. Als Kind hatte ich das aber dankenswerterweise nie

  • Reply
    Kerstin
    20. Dezember 2016 at 9:56

    I feel you!

    Ich habe schon seit Jahren Probleme mit Kopfschmerzen, aber Migräne, obwohl sie in der Familie liegt, kam mir nie in den Sinn. Bis ich diesen Sommer auf einmal dieses Kribbeln im linken Arm hatte und natürlich vom Schlimmsten ausgegangen bin.
    Seit dem weiß ich, dass ich an Migräne leide und ich bekomme sie regelmäßig 1 oder 2x im Monat.
    Manchmal reicht eine Aspirin Migräne, manchmal muss da schon Maxalt ran.
    Langsam lerne ich auch damit umzugehen und auf meinen Körper zu hören, aber diese Krankheit nimmt einem so viel Lebensqualität!

  • Reply
    Nele
    20. Dezember 2016 at 20:04

    Wichtiges Thema!
    Was mir lange nicht klar war: Hormonelle Verhütung (vor allem die Anti-Baby-Pille) kann sich auf Migräne auswirken. Ich hatte früher nie Migräne. Dann fing ich mit 14 an die Pille zu nehmen – über 10 Jahre lang – und hatte regelmäßig Migräneanfälle (zum Glück nur SEHR selten mit Aura). Ich dachte einfach, das sei bei mir durch die Pubertät losgegangen.

    Die Pille habe ich abgesetzt (wegen anderer Probleme) und dann angefangen hormonfrei zu verhüten (cyclotest myway) – und siehe da, die Migräne blieb weg! Bei manchen Frauen ist es ja genau andersherum, dass die Pille die Anfälle abschwächen kann – bei mir wurden sie aber erst ausgelöst dadurch. So genau erklären kann man sich die Zusammenhänge wissenschaftlich aber noch nicht.

    Daher auch von mir nochmal der Tipp: Schaut genau auf eure Verhütung, auch die kann u.U. Migräne auslösen.

  • Reply
    Eve
    27. Dezember 2016 at 10:24

    Liebe Anna,

    Vielen vielen herzlichen Dank für den tollen Artikel. Leider ist Migräne ja Immernoch eine Krankheit, die für viele unbeteiligte nicht greifbar ist. Kopfschmerzen kennt man ja, aber Migräne schwer zu erklären. Ich habe deinen Blogpost mal an einen Bekannten weitergeleitet, der sich manchmal über meine Migräne beschwert, wenn man dann doch mal einen Termin absagen muss. Er hat sich dafür bedankt. Er sagt, das ihm jetzt klarer sei, dass man darüber nicht scherzt und Migräne (Zitat) „echt zum kotzen ist“.

    Ich bin Migräne-Patientin, seit ich 9 bin. Damals wurde es erst als Wachstumsschmerz abgetan, richtig diagnostiziert wurde es erst mit 13. an Therapie-Möglichkeiten habe ich auch schon alles mitgenommen: von physio über Beta-Blocker und Akupunktur bis zu Weisheitszähne ziehen lassen. So richtig hilft nur eins: seinen Körper und die Signale kennen, herausfinden, was einem guttut, und Pausen machen. Und in meinem Fall: die Pille absetzen. Dieser Hormon-Cocktail war garant für wöchentliche Attacken. Seitdem ich die abgesetzt habe, sind die Anfälle auf ein Minimum reduziert.

    Mir hat es immer geholfen, Genau zu verstehen, was die neurologischen Hintergründe sind, damit ich dagegen steuern kann. Kennst du das Buch „Migräne“ von Oliver Sacks? Ich fand es sehr hilfreich dabei zu erkennen, welche Arten es gibt und wie man sich auf „seinen Typ“ genau einstellt.

    Liebe Grüße!
    Eve

  • Reply
    Tanja
    7. Januar 2017 at 18:46

    Bin nun endlich dazugekommen diesen Artikel zu lesen. Hut ab, sehr gut geschrieben! Ich habe Gott sei Dank keine Migräne, denke aber, dass ich mir nun ziemlich gut vorstellen kann, wie es jemanden mit einem Migräneanfall geht. Uffz… das ist ja die reinste Hölle! 😖
    Ich hoffe du hast die Pullis entsorgt und hoffe und wünsche dir, dass du sehr lange schmerzfrei bist <3

  • Reply
    Dina
    28. März 2017 at 17:34

    Hallo liebe Anna,

    ich bin etwas spät dran, habe es lange nicht geschafft deinen Artikel zu lesen, hatte aber immer im Hinterkopf ihn noch lesen zu wollen. Heute habe ich es dann endlich geschafft. Und weißt du was mich dazu bewegt hat? Ich hatte die letzte Woche ganze drei Mal Migräne und wurde regelrecht ausgeknockt, und hoffte in deinem Artikel vielleicht einen Tipp zu finden, einen, den ich noch nicht kannte und mit dem ich in der Zukunft nicht immer alles stehen und liegen lassen muss um schnellstmöglich einen dunklen Raum aufzusuchen und mich von der Außenwelt für mehrere Stunden zu verabschieden, sobald sich meine Migräne anbahnt.

    Ich habe es mittlerweile satt. Möchte nicht mehr ständig von Migräne geplagt sein, nur weil ich etwas mehr Stress als gewöhnlich habe, oder weil sich ein Wetterumschwung anbahnt. Und die reine Symptombekämpfung reicht mir auch nicht mehr aus, denn 12 Jahre Migräne sind für meinen Geschmack genug.

    Akupunktur! Anna, hast du das schon ausprobiert? Ich werde es nächste Woche in Angriff nehmen und mich behandeln lassen.
    Sollte das nicht helfen, werde ich dem Tipp einer Freundin nachgehen, die seit ein paar Monaten wegen ihrer sehr starken Migräne in Behandlung bei einem Chiropraktiker ist. Bisher erzählt Sie nur Gutes und erhofft sich eine Heilung. Keine Schmerzlinderung, sondern eine Heilung.

    Nur weil die Schulmedizin noch keine Heilung gefunden hat, muss das ja nicht heißen, dass wir für uns selbst keine finden können.

    Liebste Grüße

    • Reply
      Anna Frost
      28. März 2017 at 19:52

      akkupunktur hab ich in der schwangerschaft wegen meiner starken übelkeit gemacht. war nicht schlecht. aber nicht wegen der migräne.
      chiropraktiker ist eine spannende sache, mache ich seit einiger zeit und ich merke, wie sich so manch eine verspannung löst.ich nehme ein paar vitamine, wie eisen, magnesium, vitamin b komplex und selen, zudem hab ich die pille abgesetzt und – ich will es nicht jinxen – aber seit 2 monaten keine migräne mehr gehabt!
      ich drücke dir die daumen <3

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