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Haben wir Schmerzen oder fühlen wir uns nicht gut, dann stimmt auch meistens irgendetwas nicht. Manchmal lässt sich das Symptom aber schnell behandeln. Haben wir über einen längeren Zeitraum Schmerzen und fühlen uns mehr als unwohl, dann sollte man nicht mehr nur Symptome behandeln, sondern den Ursachen auf den Grund gehen.

Ich bin jemand, ich ignoriere gerne mal Symptome über einen langen Zeitraum. Bin der Meinung, was von alleine kommt, geht auch irgendwann wieder. Ziemlich dumm eigentlich, denn mit dieser Einstellung habe ich schon so manches kleine Leiden ein wenig schlimmer gemacht. Hinzu kommt eine Angst vor Zahnärzten und dieses unangenehme Gefühl im Bauch bei einem Doc sitzen zu müssen und mein Leid zu klagen. Ich rede ungerne darüber, dass es mich hier und da zwackt, dort was wackelt und an der einen Stelle was nicht ganz schmerzfrei läuft. Im Grunde ist es ja auch gar nicht so schlimm… Heute tut es ja schon nicht mehr sooo weh, wie gestern… Entwickelt sich der Trend so weiter, tut es übermorgen absolut gar nicht mehr weh! Ganz bestimmt! Nicht.

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Freunden halte ich ewige Vorträge, wenn sie sich Zeit lassen mit Arztbesuchen, biete sogar an sie zu begleiten, denn letztendlich verschleppt und verschlimmert man vielleicht sogar etwas, je länger man wartet. Aber bei mir selbst bin ich da schluderig. Sehr sogar. Vor langer Zeit habe ich gemerkt, dass meine Augen nicht mehr ganz so mitspielen, wie ich das gerne hätte, wenn ich länger am Computer arbeite. Die Symptome – Kopfschmerzen, trockene Augen – kannte ich bereits, trug ich doch schon öfter mal eine Brille. Damals, völlig motiviert demnächst den Optiker aufzusuchen, meine Sehstärke erneut ausmessen zu lassen, kaufte ich eine Brille (die ich eine gefühlte Ewigkeit auf dem Schirm hatte:“Wenn ich mal wieder eine Brille brauche, dann die!“), ging noch am selben Abend zum Optiker, der mich jedoch wieder heim schickte. Es sei zu spät am Abend, jegliche Werte wären jetzt verfälscht und ich solle Vormittags wiederkommen. Ok… Vormittags hatte ich unter der Woche keine Zeit, ich müsste am Wochenende hingehen. Ich legte die Brille beiseite und eigentlich war das mit den Augen ja auch gar nicht mehr so schlimm… Ein Jahr später, die Sache mit den Kopfschmerzen war nun doch häufiger und ziemlich nervig, weswegen ich einem kleinen Optiker hier in Ottensen einen Besuch abstattete. Nachmittags. Das war offensichtlich nicht zu spät und in kürzester Zeit stand fest, dass sich meine Werte über die Jahre nicht wirklich verschlechtert haben, sie mich nur jetzt wieder stören. 120% Sehkraft auf jedem Auge und Adleraugen (HAHA!) helfen dann doch nicht, wenn man viel vor dem Computer und kleinfrickeligen Kram arbeitet.

Nach ein paar Tagen Brilletragen merke ich bereits, wie sich meine Augen wieder entspannen. Gutes Gefühl!


Eine weitere private Baustelle war meine Schlafposition. Ich bin Seitenschläferin und wachte beinahe jeden Morgen mit Nacken- und Kopfschmerzen auf. Nicht besonders schön, wenn man sich morgens wie von einer Dampfwalze überfahren fühlt. Quasi der Kater am Morgen ohne Party am Vorabend. Das ist unwitzig und nicht der Gedanke hinter „erholsamem Schlaf“. Mein aktuelles Kissen gab meinem Kopf und Nacken nicht den nötigen Support, sodass ich morgens beim Wachwerden erst einmal Kopf, Nacken und Schultern auseinander falten musste. So zusammengeknautscht zu schlafen, ist wirklich alles andere, als angenehm. Zumindest am nächsten morgen, wenn man den Gordischen Knoten lösen muss… Auf Facebook erhielt ich viele Empfehlungen für Kissen speziell für Seitenschläfer und einige davon hatte ich auch bereits ausprobiert. Das 7-förmige Seitenschläferkissen (es liegt vor dem Bauch, die lange Seite klemmt man zischen die Beine, der Kopf ruht auf dem kurzen Stück) war auch eine Zeit lang für mich optimal, jedoch haben sich im Laufe der Zeit einige negative Punkte angesammelt: Es ist ziemlich groß, beinahe wie eine weitere Person, die da im Bett liegt. Und zu dritt ist selbst ein 1.80m breites Bett irgendwie übervoll. Das Kissen lag oft zwischen Jakob und mir wie eine Wand. Niemand möchte eine Trennwand im Bett! Zudem gestaltete sich der Seitenwechsel beim Schlafen mit dem Kissen als schwierig. So manch einen Morgen wachte ich auch auf, das Kissen lag in Jakobs Armen und ich hatte wieder, wie zuvor, meine Bettdecke zusammengeknautscht, um den Support zu bekommen.

Viele empfahlen mir das Tempur Kissen, welches eines der wenigen Kissen war, die ich noch nicht ausprobiert habe. Also bestellt und es auf eine Versuchswoche ankommen lassen. Das Ergebnis? Der erste Morgen, an dem ich ohne Kopf – und Nackenschmerzen aufwachte, war der Beste!

Häufig behandeln wir nur unsere Symptome. In manchen Situationen ist das auch richtig, aber ab und an sollten wir die Symptome hinterfragen und die Ursache für unsere Wehwehchen herausfinden. Selbstmedikation, die Einnahme von Schmerzmitteln ist meinst auf Dauer nicht ganz optimal und früher oder später tun sich andere, zusätzliche Baustellen auf, wenn sich aufgrund der Schmerzmittel Magen und Darm melden. Ich spreche da leider aus Erfahrung und habe den einen oder anderen Menschen in meiner Familie, der leider Tabletten wegen der Tabletten wegen anderer Tabletten nehmen muss…

Und an der Stelle sollte ich mir bewusst machen, dass ich nicht nur predigen, sondern selbst auch das umsetzen sollte, was ich sage. Ich selbst stelle mich oft hinten an, tue Schmerzen als Wehwehchen und Nichtigkeiten ab und ehe ich mich versehe, sind kleine Kleinigkeiten große Probleme. Regelmäßige Checkups beim Frauendoc, ab einem gewissen Alter erst recht, und wenn es hier und dort zwickt und zwackt, dann sollte das auch abgecheckt werden. Der Allergietest liegt arg lange zurück? Zeit für ein Update! Luft wird knapp? Vielleicht ist es nur die Kondition, vielleicht aber auch was anderes. Lieber falscher Alarm und mit beruhigtem Gewissen oder einer Lösung nach Hause gehen, als schlaflose Nächte und ein ungutes Gefühl. Und auch, wenn ich es selbst super ungerne tue – nämlich über meine Leiden reden – dann muss ich an dieser Stelle meine Hausärztin zitieren, die zu mir sagte:“Sie sollten mir alles erzählen können, was sie beschäftigt, wo es zwickt und zwackt. Dafür bin ich da. Das ist mein Job. Vielleicht ist es nichts und wenn doch, dann schauen wir es uns genauer an.„. Und in dem Moment, wo ich es niederschreibe, glaube ich es vielleicht doch noch ein bisschen mehr. Ist wie mit Vokabeln: Schreibt man sie auf, brennen sie sich ins Hirn.

So… Und wenn ich jetzt noch meine Angst vorm Zahnarzt überwinde oder einen finde, der sich mit Angstpatienten auskennt, dann habe ich auch endlich die letzte Baustelle abgeschlossen.

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11 Comments

  • Reply
    Hannah
    21. Februar 2016 at 0:35

    Hej Anna,

    ein schöner Artikel, der so mach wichtige Botschaft enthält. Da auch ich gern Dinge wie Arztbesuche auf die lange Bank schicke, hier mein Tipp für einen sehr guten Zahnarzt in HH, der sich auch mit Angstpatienten beschäftigt.

    http://www.zahnmedizin-stgeorg.de

    Habe damals einfach eine E-Mail geschrieben und bekam ganz unverbindlich einen Termin. Und die Praxis riecht überhaupt nicht nach dem typischen Zahnarztgeruch und ist sehr stylisch eingerichtet :).

    Schaue doch einfach mal, ob dir der Zahnarzt zusagt…

    Viel Glück!

    • Reply
      Anna Frost
      21. Februar 2016 at 8:54

      oh, Dankeschön!! So eine Empfehlung ist Gold wert <3

  • Reply
    Leonie
    21. Februar 2016 at 11:26

    Das hast du wirklich gut gesagt! :D Ich persönlich gehe auch nicht allzu gerne zum Arzt, aber überwinde mich dann meist doch irgendwie, wenn ich denke, dass das der richtige Weg ist, damit es mir besser geht. Aber ganz ehrlich: Ich glaube zur jährlichen Frauenarzt-Untersuchung werde ich nie mit Freuden gehen. :D
    Liebe Grüße
    Leonie von glowing

    • Reply
      Anna Frost
      21. Februar 2016 at 11:50

      na, zum regelmäßigen abstrich braucht man keine hand, die man halten kann. gibt aber andere termine, da ist man nervös, was das ergebnis angeht ;)

  • Reply
    Ari
    21. Februar 2016 at 12:39

    Bin da eher auch Typ Prediger und verschleppe leider auch oft Sachen … Zahnarzt ist auch so eine unangenehme Sache. Man sagt ja, dass man nach der Schwangerschaft unbedingt hin muss. Naja, Liam ist jetzt schon 11 Monate alt und ich war immer noch nicht da :-) Übrigens, danke für den Tipp mit dem Nackenkissen, bestelle ich doch gleich für meinen Mann.

  • Reply
    Josie
    21. Februar 2016 at 20:19

    Oje, der böse Zahnarzt. Das ist für mich eine jährliche Qual, damit stehst du also nicht allein da Anna. Allerdings habe ich endlich mal einen Zahnarzt gefunden, der mir vernünftig erklärt, was er tut. Keine Hulk Hände hat und immer schon die Betäubungsspritze bereitliegen hat, wenn ich zum Termin komme :)

    Ich bin ich eine, die lieber anderen Leuten rät ganz fix zum Arzt zu gehen und sich selbst nicht dran hält haha.
    Knieschmerzen nach einem Unfall im Winterurlaub? Tsss.. die gehen auch von aleine wieder weg. Irgendwann.
    Du stehst also nicht allein da mit dieser „Macke“

    Liebste Grüße,
    Josie

  • Reply
    Mai
    22. Februar 2016 at 10:31

    Richtig toller Artikel!
    ich find deine Brille übrigens richtig schön :)

    Liebste Grüße ♥ Mai
    http://www.sparkleandsand.com

  • Reply
    Karla
    22. Februar 2016 at 20:17

    ..und wenn du beim Zahnarzt (geh zu einem Angst Spezialisten) bist dann lass auch mal testen ob du ggf. das cmd-syndrom hast. das war meine Ursache für alltägliches mit kopf- und nackenschmerzen aufwachen…

  • Reply
    Ruhrpottperle
    22. Februar 2016 at 21:50

    Amen. Du hast so Recht mit diesem Post, liebe Anna!!!
    Aber das ist, glaub ich, so eine typisch menschliche Eigenschaft. Anderen etwas vorpredigen, damit sie es besser machen als man selbst. Und das, obwohl man selbst es ja eigentlich auch besser weiß. Eigentlich eben. Ich kann alles unterschreiben, was du hier sagst!

    Ganz liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet!

  • Reply
    Nelli
    23. Februar 2016 at 11:31

    Da bin ich genauso wie du, ich predige den Leuten immer sie sollen doch zum Arzt gehen, alles abchecken lassen damit nicht noch schlimmer wird. Selber aber habe ich jetzt ca. 5 Jahre wenn nicht noch länger für ne Brille gebraucht. Ich hatte mal eine, aber dann bekam ich Kopfweh, war beim Optiker der mir eine neue Brille machte die dann wohl aber so falsch war, dass ich nicht mal die Augen öffnen konnte. Dann hab ichs wieder 2 Jahre schleifen lassen, hab dann wie du schonmal ein Gestell gekauft und hatte dann nochmal ein halbes Jahr gebraucht um da auch Gläser reinzubekommen :D
    Meinen Rücken hab ich nach einem Jahr immer noch nicht abchecken lassen.. Mal ist es besser mal schlechter und dann denk ich immer: Jetzt geh ich aber zum Arzt. Am nächsten Tag ist es dann auch gar nicht mehr so schlimm und ich will da ja nicht hingehen, wenns ja eh schon wieder besser wird :D

    LG Nelli
    __________
    http://www.alltagslieblinge.com

  • Reply
    Julia
    9. März 2016 at 13:57

    Hey ich seh den Post erst jetzt, aber ich bin auch Zahnarzt-Angstpatientin. Meine Stiefmutter ist Zahnärztin und in ihrer Praxis wird jetzt mit Lachgas gearbeitet. Das nimmt die Angst, entspannt und man spürt keine Schmerzen. Das beste ist, dass diese „Scheißegal-Stimmung“ nicht anhält, wie bei einem Medikament. Nach ein paar Atemzügen ist man wieder ganz klar. Wenn du einen Zahnarzt suchst, guck dochmal noch einem, der das anbietet und probier aus, ob es dir hilft. Es gibt auch Zahnärzte, die mittlerweile spezialisiert sind auf Angstpatienten, bei denen kann man sich erstmal alles in Ruhe angucken, erklären lassen und Vertrauen aufbauen. Ich schreib dir das hier auch so geil, aber ich hab mich selber noch nicht gekümmert :D Aber das mit dem Lachgas würde ich selbst jedenfalls megagern ausprobieren, alle Patienten meiner Stiefmutter fanden es wohl total gut. Viel Glück und sag mal Bescheid, ob du jemand netten gefunden hast, denn dann komm ich vielleicht auch mal wieder zum Zahnarzt ;)

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