Es gibt eine Sache, die habe ich in den letzten Monaten so sehr vernachlässigt, wie sonst was. Alle paar Wochen fiel es mir jedoch ein, spätestens dann, wenn ich den Ring an meinem linken Ringfinger betrachtete. Ugh, da war ja noch was!! Ich müsste mal – oh… das Baby ist wach / weint / muss gewickelt werden / schläft, dann kann ich ja jetzt auch schlafen oder essen oder arbeiten. Ja, so ähnlich war es dann auch. Täglich. Selbst, wenn die Verwandtschaft dann ab und an mal vorsichtig nachfragte, „Und? Wie sieht es mit euren Plänen aus? Müssen wir uns für dieses Jahr noch Urlaubstage freihalten?“.
Autsch… ja stimmt. Ugh… Gut, dass uns ab und an mal jemand daran erinnert hat. Ist ja nicht so, dass der Gedanke an die Planung stets in meinem Hinterkopf war, der Gedanke dort schon ein Loch brannte und man nun durch eben jenes vermutlich direkt auf meine grauen Zellen schauen kann. Und wirklich darüber geschrieben habe ich ja auch noch nicht. Ein paar Zeilen hier, mal eine Bemerkung da.
Ja, wir wollen heiraten, ja wir wollen uns dieses Jahr noch trauen lassen und ja… ich habe absolut keine Zeit gehabt, irgendwas auch nur in Ansätzen zu planen oder mal länger, als 15 Minuten daran zu denken!
Im Oktober 2014 haben wir uns verlobt und kurz darauf kam der erste Schock, denn bei dem Standesamt unserer Wahl poppte unmittelbar nach dem Aufruf der Onlineseite folgendes auf, ich zitiere: „Alle Samstagstermine sind für 2015 ausgebucht. Ebenso die Freitagstermine in den begehrten Monaten April bis August.“
Wie jetzt? Alle? Alle Samstagstermine? Unfug, das kann doch nicht sein. Man kann doch erst 6 Monate im Voraus einen Termin machen. Ein kurzer Anruf bestätigte das Popup und ich war um eine Info schlauer: Jedes Standesamt kann die Terminvergabe handhaben, wie es will. Und unseres vergibt Termine eben 12 Monate im Voraus. Na, Herzlichen Glückwunsch. Die erste Ernüchterung zog berühmt berüchtigtes „Kopf in den Sand stecken“ nach sich und den Rest könnt ihr euch denken: Es folgte die Geburt von Babyfrost und was dann in den letzten 6 Monaten passierte, die nur so an mir vorbei gerauscht sind, kann ich leider kaum erklären… irgendwas mit Windeln und Arbeit… Das Einzige, was ich recht zügig geschafft habe, nämlich schon im Januar, war das Geschenkchen und die Karte für meine Maid of Honor zu bestellen und zu designen. Diese überreichen und sie fragen, wollte ich erst, wenn der Termin steht… Aber das hat sich ja irgendwie gezogen, aus oben mehr oder weniger genannten Gründen.
Bis vor einer Woche etwa, ein Freitag. Babyfrost hielt ihr Vormittagsschläfchen, hielt sich an „unseren Schlafplan“ und war generell gut drauf. Ich rief in einem Anfall von Organisationswut erneut die Webseite des Standesamtes auf, zeigte dem beschissenen „nix mehr frei“ Popup den Stinkefinger, knirschte ob der Info „Terminvergabe nur per Telefon“ mit den Zähnen, denn nirgendswo, außer am Telefon erhielt man Auskunft über eventuelle freie Termine (HALLOO???? Wir haben 2015 und ein Onlinekalender würde es allen Beteiligten soooo viel einfacher machen!!) und wählte die Nummer des Standesamtes.
„Hallo! Ich rufe wegen eines Termins zur standesamtlichen Trauung an.“
-„Das ist schön! Welches Datum haben sie sich denn ausgesucht?“
„Nunja, das kommt jetzt ganz darauf an, was sie mir jetzt sagen :) Welche Termine sind denn dieses Jahr noch frei?“
-„Oh, dieses Jahr noch? *klick klick* Da haben wir wenn überhaupt noch was im November frei…. *klick klick*“
„Joa… das klingt doch perfekt! Dann sagen sie doch mal, welche Termine das sind…“
Sie zählt diverse Termine auf, ich notiere und verabschiede mich, dass ich mich dann kommenden Montag wieder melde.
Ursprünglich dachte ich an den Spätsommer/ Herbst… Und November ist gar nicht schlecht. Ist ja quasi noch Herbst. Das ganze Wochenende haben wir hin und her überlegt, Ideen ausgetüftelt, mögliche grobe Planungen erstellt, verworfen, doch wieder hervorgeholt, haben Essen bestellt und unsere Wünsche notiert. Unser ursprünglicher Wunsch und Plan, eine kleine standesamtliche Trauung im engsten Familienkreis, sowie den engsten und wichtigsten Freunden zu feiern und später eine große Sause mit einem freien Redner und allen Mitgliedern der Familie und allen Freunden, bleibt bestehen, daran wird sich nichts ändern. Die Zeit zwischen diesen beiden Feiern wird sich nun ein wenig vergrößern, was jedoch weder schlimm, noch tragisch ist.
Seit Montag diese Woche steht der Termin fest und ich habe Hummeln im Hintern! Wahnsinnig riesige Hummeln, die alles jetzt und eigentlich schon gestern fertig geplant haben wollen. 6 Monate? Das ist ja noch sooooooo lange hin, das schaffe ich alles logger, Digga!
„Und jetzt, wo der Termin steht, ist alles andere ja wohl totaaaal easy… “ (sagte vermutlich schon so manch eine Braut und stolperte 3 Wochen später in das absolute Chaos…)
Spaß beiseite, ich freue mich auf die Planung, die natürlich längst in vollem Gange ist. Und wer mich kennt, der weiss, dass selbst „klein“ nicht unbedingt klein ist :-) Und ja, ich bin volle Kanne aufgeregt!!
Habt ihr Tipps? Gute Ratschläge? Kennt jemanden, der jemanden kennt, der schon einmal geheiratet hat und der hat einen superduper Ratschlag parat? Dann her damit <3




1 Comment
Esra Perk
8. August 2015 at 9:24Liebe Anna,
wie schön, dass ihr einen Termin habt, denn dann macht das Planen umso mehr Spaß. Ich freue mich in jedem Fall riesig für euch.
Mein Mann und ich haben vor einem Jahr im April geheiratet, an einem Samstag. Die Trauung war sehr schön und die Zeit danach mit unseren Freunden und der Familie traumhaft.
Das Einzige, was ich nicht so prickelnd fand, war die Rede der Standesbeamtin, während der Zeremonie.
Es war eine typische Standardrede, die jedes frisch vermählte Brautpaar wohl schon gehört hatte. Mein Mann und ich haben uns teilweise so fest die Hände gedrückt vor innerlichem Lachen, weil unsere Standesbeamtin angefangen hatte die Ziffern des Datum (12-04-14) für unsere standesamtliche Traung auseinander zu nehmen.
Dabei kam sowas raus wie: „Die -1- ist ein Symbol dafür, dass ihr jeweils die Nummer 1 füreinander seid; die -2-, weil ihr zwei zu eins werdet, die -4- (und das fand ich ganz besonders absurd) sieht ja so aus wie das Haus vom Nikolaus, welches ihr beide bestimmt in der Grundschule damals geübt habt zu zeichnen.“
Natürlich gab es auch paar bessere Zeilen, die sie von sich gegeben hat und sie meinte es ja auch gut, dennoch finde ich es schade, dass man nicht ein zwei Sätze zu seiner persönlichen Geschichte hören konnte. Das ging bei uns leider nicht, weil wir an einem Samstag in Kiel geheiratet haben und es zuviele Trauungen an dem Tag gab.
Ich weiß jedoch, dass es in Hamburg möglich ist. MEIN TIPP an euch: Nehmt euch die Zeit und redet vorher mit der/dem oder Standesbeamten/in darüber, was sie oder er während eurer Trauung so erzählen darf. Die Trauung dauert nicht länger als 15 Minuten, da wäre es doch schon ein paar persönliche Zeilen aus eurem gemeinsamen Leben zu hören.
Ich hoffe, dass ich dir mit meinem Ratschlag weiterhelfen konnte. Euch noch viel Spaß bei den Vorbereitungen.
Liebe Grüße,
Esra