Da war ja noch was. Wenige Tage vor der Hochzeit haben wir Emmas ersten Geburtstag gefeiert!
Ich weiß, dass die kleine nicht weiß, was wir da eigentlich zelebriert haben und wer selbst zu der Spezies Eltern gehört, der wird vermutlich mit einem Schmunzeln an den ersten Geburtstag seines ersten Kindes zurückdenken, denn – ja, ich gebe es zu – wir haben uns ein wenig selbst gefeiert!
Um Mitternacht öffneten wir eine Flasche Champagner und stießen auf ein Jahr Elternsein an. Es fühlte sich großartig an! Ein Jahr haben wir Wachstumsschübe durchgestanden, sind zwar erst bei 2 Zähnen angekommen, aber das stört weder das Kind, noch uns und haben 365 Tage ohne großartigen Blessuren und Krankheiten überlebt. Ja. Überlebt. Wir haben das erste Jahr alle überlebt. Die schlaflosen und durchgeweinten Nächte, die Minuten, Stunden und vielleicht auch Tage voller Verzweiflung, die Ahnungslosigkeit, die Hilflosigkeit und die Phasen mit vorsichtigen Try and Error Versuchen, einen ersten Urlaub mit viel zuviel Gepäck (wir lernen alle dazu!), die ersten Tage und Wochen, die man mit Krankheit und Nahtoderfahrung ans Bett gefesselt ist (Ey!! Echt keine Übertreibung!!) gepaart mit einem quietschfidelen Kind, das den Eltern auch wirklich die letzte Energiereserve leersaugt und die neu gewonnene Entspanntheit und der Zenmodus in Bezug auf quasi alle Dinge. In wirklich allen Dingen. Der Fistbumb (hier in Action), der mittlerweile zu uns gehört, wie die Tomatensauce auf jede Pizza, war um Mitternacht mehr als gerechtfertigt. Stolz standen wir vor dem Tipi, welches ich in liebevoller Detailarbeit dekorierte, mit selbstgenähten Sternenkissen und einem Schaffell auslegte und schaltete die Lichterkette an, die für besonders romantische Stimmung sorgte. Ein Jahr. Zusammen quetschten wir uns in das Tipi, tranken unseren Champagner und dachten über das letzte Jahr nach.
Ein Jahr #Babyfrost. Ein ganzes Jahr! Und ich frage mich, wo ist diese Zeit geblieben? Anhand der Kinder können wir nur zu gut sehen, wie schnell eigentlich die Zeit vergeht und wie kostbar sie ist. Als ich ein Teenager war, konnte ich es kaum erwarten, älter zu werden. Nun bin ich älter und möchte die Zeit am liebsten anhalten, um sie möglichst viel auszukosten.
„Genieß die Zeit mit deiner Kleinen, sie geht so schnell vorbei!„, hieß es von allen Seiten. Recht hatten sie. Die Zeit rennt und bald ist es dein Kind, welches rennt und dich zurücklässt…
Je mehr Emma selbstständiger wurde, umso stolzer wurde ich, aber gleichzeitig auch wehmütig – die Welt dreht sich nicht mehr nur um uns beide. Sie dreht sich schneller, immer schneller und Emma gibt das Tempo vor.
Ich entdecke jeden Tag Eigenschaften von Jakob und mir in ihr und glaube, dass sie das Glück hatte, nur das Beste von uns abzugreifen. Wenn sie lernt, mit diesen teilweise sehr dominanten Eigenschaften umzugehen, dann stehen ihr alle Türe offen. Und wenn nicht, wird sie Wege erschaffen, da bin ich mir sicher.


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