Anfang 20 sein ist eine aufregende Zeit. Man schaut zurück, manchmal nur 3 Jahre, und einem wird bewusst wie viel man in diesen Jahren gelernt hat. Wie viel selbstständiger man geworden ist, wie viel besser man sich selbst kennengelernt hat. Man belächelt eventuell etwas wie erwachsen man sich mit 18 gefühlt hat und denkt darüber nach, dass man mit 26, mit 30, mit 40 immer wieder zurückblicken wird und jede mal denken wird “wie viel ich wieder gelernt habe”.
Es gibt einige Dinge die ich in den letzten Jahren über Liebesbeziehungen gelernt habe, die ich gerne schon vorher gewusst hätte. Vieles davon bekommt man gesagt, aber vielleicht sind es Dinge die man einfach selbst erleben muss um daraus wirklich zu lernen.
- Es gibt keinen Grund sich mit irgendwas zu stressen, alles hat seine Zeit, die Dinge werden passieren
- Lieben ist nicht das gleiche wie verliebt sein
- Wer mich nicht hält wenn ich weine wird mir auch nicht applaudieren wenn ich auf dem Podest stehe
- Man muss sich nicht unter Druck fühlen etwas zu verpassen, nur weil Freundinnen sagen man müsste auch mal Single sein um sich auszutoben. Jeder wird auf andere Art und Weise glücklich.
- Man muss sich nicht unter Druck fühlen, eine feste Beziehung eingehen zu müssen.
- Es ist unmöglich aufrichtig und fair zu lieben wenn man nicht auch Liebe für sich selbst hat.
- Eine Person von der man das Gefühl hat sie täte einem gut kann trotzdem auch toxisch sein.
- Trennungsgründe muss ich vor niemandem rechtfertigen. Wenn die gegeben Sache für mich ein Grund ist mich zu trennen dann ist das genug. Damit muss weder meine Mutter, noch meine beste Freundin noch der Nachbarshund einverstanden sein.
- Was Sex für mich ist bestimme ich. Niemand gibt mir vor wie Sex auszusehen hat. Ich muss nichts machen womit ich mich nicht 100% wohl fühle. Wenn mein Partner/ damit ein Problem hat ist diese Person nicht wirklich mein Partner.
- SAFE SEX SAFE SEX SAFE SEX!!! Kondome sind nicht nur dein Freund sondern auch der wichtigste Schutz für deine Gesundheit und die deines Partners. “Das ist zu klein für mich”, “Ohne macht aber schon mehr Spaß”, “Shit! Habe keine dabei…”, “Ich hatte sonst immer geschützten Sex”, “Ich hatte erst mit einer Person Sex ohne Kondom und die war Jungfrau” SIND KEINE GRÜNDE FÜR SEX OHNE KONDOM! Sex kann warten, deine Gesundheit nicht!
- Verhütung liegt nicht nur in deiner Verantwortung! Die Kosten (in Geld) für Verhütung wird in einer Beziehung geteilt!
- Geduld ist kein Zeichen von Schwäche.
- Verzeihen ist kein Zeichen von fehlendem Stolz.
- Intimität hat viele Facetten und kann nicht erzwungen werden.
- Eifersucht passiert, doch es kommt darauf an wie sie sich äußert. In Wut? Trauer? Distanziertheit? Sag wenn du eifersüchtig bist, erklär was dich eifersüchtig macht und versuch zu hinterfragen, wieso du eifersüchtig bist. Trau dich Sätze zu sagen wie “Hey, es tut mir Leid dass ich etwas abweisend reagiert habe als du meintest du möchtest heute Abend mit deinen Jungs rumhängen. Ich bin etwas eifersüchtig, weil ich die Aufmerksamkeit die du gibst in dem Moment mit anderen teilen muss und ich hätte dich gerne für mich. Ich weiß aber dass es so natürlich nicht geht und es ist wichtig und gut, dass du im guten Kontakt mit deinen Freunden bist. Ich bin trotzdem etwas eifersüchtig, aber ich versuche nicht nach diesem Gefühl zu handeln”.
- Man kann nicht erwarten dass andere automatisch wissen, wie man behandelt werden möchte. Man kann nicht erwarten dass der Partner/die Partnerin automatisch weiß, dass man gerne in den Arm genommen werden möchte wenn man traurig ist, weil andere Leute eventuell lieber erst einen Moment für sich haben und in solchen Momenten Abstand wollten. Sei fair und sag deinem Partner / deiner Partnerin was dir gut tut, wenn sie es nicht auf anhieb wissen. Und frag genauso nach: “Wie kann ich am besten für dich da sein wenn es dir mal nicht so gut geht?”
- Jeder trägt sein Päckchen mit sich rum, es ist keine Entschuldigung für permanentes Fehlverhalten
- Es ist in Ordnung manchmal nicht zu wissen was man will
- REDEN REDEN REDEN – Offen, reflektiert und sensibel miteinander sprechen, es gibt kaum etwas wichtigeres als das
- Es ist wichtig von Zeit zu Zeit sein eigenes Verhalten zu hinterfragen: Bin ich wirklich fair? Habe ich in meinem Verhalten oder in meiner Art zu reden eventuell toxische Angewohnheiten, die mir nicht mehr auffallen?
- Ich darf wütend auf dich werden wenn du Scheiße gebaut hast ohne Angst haben zu müssen, dich zu verlieren wenn ich etwas anspreche.
- Ich bin nicht alleine für deine Gefühle verantwortlich.
- Fernbeziehungen können funktionieren
- Mein Partner kann und sollte nicht alles auf einmal sein. Er muss nicht gut im zuhören, rumalbern, philosophieren und trinken sein. Ich sollte mich und meinen Partner nicht mit solchen Erwartungen unter Druck setzen. Er muss nicht jede Rolle in meinem Leben spielen, ich habe Freunde und Bekannte aus einem Grund.
- Ich muss nicht von jedem Typ Menschen gemocht werden, ich bin gut wie ich bin. Ich verdiene Liebe, ich werde geliebt werden, ich werde lieben, vor allem mich selbst.

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