Ich stehe vor dem prallen Kleiderschrank und habe dennoch nichts anzuziehen. Quasi jeden Morgen. Jeden Morgen das gleiche Spiel. Jeden Morgen der gleiche Kampf. Was ziehe ich an? Ok, es ist doch wieder irgendwas aus den noch übrig gebliebenen Schwangerschaftsklamotten. Schwangerschaftsklamotten die eigentlich keine Schwangerschaftsklamotten sind, aber für mich so gebrandmarkt sind, weil ich sie eben in der Schwangerschaft und besonders viel noch nach der Geburt mit meinem Restbauch getragen habe. Gewicht wollte lange nicht runter gehen, statt dessen stagnierte es. Und der Stillhunger. Mindestens genauso schlimm, wie Heißhunger und Gelüste in der Schwangerschaft. Nur rechnet damit irgendwie keiner mehr und schief angeguckt wird man auch noch. „Wie lange ist es her, dass du das Baby geboren hast? Ach, 5 Monate schon? Und dann hast du noch immer so viel…?!“, jaja. Ich hab noch immer so viel Babyspeck auf den Hüften. Dazu die Rektusdiastase, die mich aussehen ließ, wie noch immer schwanger. Danke auch.
Mittlerweile habe ich einen großen Batzen dieses Gewichtes verloren, bin fast wieder auf meinem Pre-Pregnancy Gewicht und brauche dann noch ein paar mehr Kilos runter, damit ich wieder bei einem Wohlfühlgewicht angekommen bin. Jaja, ich weiß – Gewicht ist nicht alles. Aber es ist mein Ziel, auf so und so viel Kilo zu kommen und da bin ich auf einem guten Weg. Auch an der Rektusdiastase arbeite ich. Es ist ein Prozess… ein langer Weg. Und es wird besser.
Dennoch habe ich nix anzuziehen. Und ich habe auch keinen Bock Klamotten zu kaufen.
Zum Einen, weil ich sie „nur“ Übergangsweise bräuchte, zum Anderen weil ich seit einiger Zeit extrem frustriert bin was in den Läden auf die Fashionista von heute wartet.
Vieles ist entweder für makellose Körper mit 0Gramm Fett, Bauchfrei oder absurd teuer. Schnitte, Stile, Farben – seit einiger Zeit alles nicht mein Fall… Selbst bei meinen Go To Shops ist alles eher so… „määh“… und „hab ich schon in mehrfacher Ausführung“.
Oder aber: Bin ich das eigentlich noch? Ist das mein Stil?
Unter anderem ein Grund, weswegen es hier im Blog schon länger keine Outfitpostings mehr gab: Ich fühlte mich einfach nicht wohl in meinen Klamotten, in meinem Körper. Langsam ändert sich das wieder; mit jedem Gramm weniger auf den Hüften und je mehr ich wieder zu meinem alten Ich zurück finde.
Ein selbstauferlegtes Shoppingverbot ist dann schwierig, wenn man doch eigentlich gerne zuschlagen möchte. Wer aber nix findet, weil alles eher „määäh“ ist, kann sich ohne Probleme seit Monaten auf Shopping-Ban-Island befinden und beschwert sich nicht. Hello!
Vor Kurzem habe ich wieder radikal aussortiert. Alles in einen Versandkarton gepackt, was noch beim letzten Aussortieren verschont wurde („Da passe ich 1000% wieder rein!! GANZ BESTIMMT!“) oder was ich nicht mehr im Schrank hängen sehen mag, weil es mich frustriert und wieder zum Mädchenflohmarkt geschickt. Was mich nicht mehr happy macht, erfreut vielleicht jemand anderes –> schaut mal hier. (Werbung für meinen Flohmarkt)
„Neu“ (und damit meine ich auch Second Hand Kleidung) ist nicht immer besser, aber ab und an hilft es, sich in seiner eigenen Haut wieder wohl zu fühlen.


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