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Bis vor etwa 2 Wochen lief hier alles, wie geschmiert. Jeder hatte seine Aufgabe, jeder wusste was zu tun ist und jeder war happy mit allem.
Dann kam der Wechsel von der Krippe zur Kita. Mit 3 ist spätestens die Krippenzeit zu ende und der Kindergarten ruft – kein Ding. Wir waren alle aufgeregt, haben uns mächtig gefreut. Wenn da nur nicht diese Eingewöhnungszeit wäre…

Die Eingewöhnungszeit ist wichtig. Sehr wichtig sogar. Und kann, von Kind zu Kind unterschiedlich sein. Mal schnell gehen, mal lange dauern.

Die erste Eingewöhnung mit Emma habe ich damals gemacht, und konnte nach 2 Tagen schon mal für ein Stündchen den Raum verlassen. Sie war damals 11 Monate alt und ich machte mir schreckliche Vorwürfe, wie egoistisch ich doch war, wollte ich dringend wieder richtig zu vollen 10000% arbeiten und das auch noch in Ruhe. Klingt jetzt sehr ironisch formuliert, war aber damals harter Tobak für mich. Letzten Endes war es so, dass Emma mehr gefordert hatte, als ich ihr an Betreuung und Entertainment bieten konnte, bzw. ich es neben meinem Job einfach nicht geschafft habe. Klar, als Selbstständige von zuhause aus zu arbeiten hat viele Vorteile, aber die Ruhe findet man mit einem Baby auch nicht wirklich – außer in den Schlafzeiten, die wir akribisch eingehalten haben.

Die Eingewöhnung dauerte nicht lange; nach wenigen Tagen durfte ich schon gehen und wir gingen Schritt für Schritt, sanft aber im Tempo welches Emma forderte, die Stunden hoch. Sie liebte die Krippe, die Erzieher und die tolle aufregende Zeit, die sie abseits von Papa und Mama verbringen konnte. Aufgeregt erzählte sie oft von ihrem Tag.
Während das Tochterkind also spielte, arbeiteten wir. Zwischen 8:30 und 16:30 (inklusive der Bring- und Abholzeit) hatte einer von uns, zuletzt dann meist ich, die Zeit, berufliche Termine und Telefonate zu legen und eben zu arbeiten. Wie arbeitende Eltern eben. Mein Job erfordert es oft, auch an Nachmittagen oder Abenden irgendwo zu sein, manchmal über Nacht und manchmal länger. Kein Thema. Reise ich allein, dann sowieso nicht. Soll Jakob als mein Partner mit dabei sein, bedarf es etwas mehr Planung, denn dann muss das Tochterkind irgendwo hin. Familie

 

Nun kommt es eben, dass in so stressigen Wochen das Verschieben und Verschieben von Terminen an einem Point of no return angelangt ist und ich mich zwischen Job und Tochter entscheiden muss.
Mache ich ihr einen Vorwurf? Nein. Niemals. Nie.
Mir hingegen schon.
Und wenn dann die Absage im Postfach landet mit den Worten „…belassen wir es dabei…“, dann mache ich mir erst Recht Vorwürfe und ich muss zugeben, dass ich mich am liebsten mit einer Flasche Wein in eine Ecke verkriechen will.

 

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