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Wie du im Alltag feministisch aktiv werden kannst

“feministisch aktiv werden” das klingt zugegebenermaßen irgendwie doch etwas befremdlich. Man stellt sich schon fast vor wie da ein Mix aus Alice Schwarzer und Gregor Gysi vor einem stehen und einem mit einem Megafon zurufen “wir müssen JETZT feministisch aktiv werden!!!”.  Aber dahinter verbirgt sich ja einfach nur, dass man etwas dafür tun möchte, dass es in Richtung Gleichberechtigung der Geschlechter geht. Und das ist im Alltag viel einfacher als man es sich vielleicht vorstellen mag. Feministisch aktiv zu werden bedeutet ja nichts anderes, als auch im Alltag die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau vorantreiben zu wollen und sie wertzuschätzen, an Orten an denen es sie gibt.
Natürlich sieht man häufig keine sofortigen Unterschiede, aber ein Umdenken in den Köpfen führt irgendwann zu Handlungen, Handlungen die über einen längeren Zeitraum zu Veränderungen führen.
Daher ist es wichtig, dass wir auch im Alltag unseren Teil dafür tun.
Doch was kann man machen? Man möchte vielleicht etwas tun und hat den Drang dazu, aber weiß nicht wo man anfangen soll. Für all diejenigen, die nicht wissen wo sie anfangen sollen habe ich eine kleine Sammlung an Dingen die man tun könnte. Vielleicht mögt ihr die Punkte auch nur als Inspiration nehmen, oder einfach nur darüber nachdenken.  

  1. Aufmerksam sein
    Häufig bekommt man die Frage gestellt “Wozu brauchen wir denn überhaupt Feminismus?”. Wenn man die Augen aber stets offen hält wird man auch im Alltag Dinge erkennen die besonders sexistisch geprägt sind, Dinge die einem vielleicht vorher nicht aufgefallen sind. Zum Beispiel im Bekleidungsgeschäft, wenn auf der Kleidung für Mädchen “Princess” oder “Daddys Girl” steht, aber auf den Shirts für Jungs “Hero”. Oder in der Werbung, wo Frauen stark sexualisiert werden um ein Produkt zu bewerben, welches eigentlich gar nichts mit dem weiblichen Körper zu tun hat. Oder auf dem Heimweg, wenn ein Junge weint und die anderen ihn dafür aufziehen weil er “wie ein Mädchen” sei, dafür dass er offen seine Gefühle zeigt, etwas wofür Mädchen nicht so häufig kritisiert werden.

  2. Sich austauschen und informieren
    Sich über Themen auszutauschen hilft nicht nur mehr darüber zu erfahren, sondern auch andere Blickwinkel zu entdecken. Sexismus und Feminismus sind sehr komplexe Themen, in welchen es viele verschiedene Meinungen und Sichtweisen gibt. Von diesen zu erfahren kann nicht nur helfen seinen eigenen Standpunkt genauer kennenzulernen oder zu festigen, sondern vielleicht auch herauszufinden was man nicht gut findet. Themen wie zum Beispiel Sexarbeit sind gerade im Feminismus sehr strittige Themen. Es gibt nicht den einen Feminismus in welchen alle Meinungen über alle Themen die gleichen sind. Und auch um solche Dinge herauszufinden hilft es viel, sich online oder offline auszutauschen und zu informieren.
  3. Mund aufmachen
    Wer aufmerksam ist wird merken wie häufig einem eigentlich Sexismus im Alltag begegnet und wird vielleicht auch sensibler für den Sexismus den es möglicherweise im eigenen Umfeld gibt. Das kann schon mit Äußerungen wie “Frauen/Männer können sowas nicht!” anfangen. Wenn so etwas passiert, egal ob im Freundeskreis oder an der Supermarktkasse, kann man gerne darauf aufmerksam machen. Bei Freunden ganz direkt und ihnen erklären, warum man es anspricht und in Situationen mit Fremden vielleicht einfach nur ganz scherzhaft, zum Beispiel mit einem “Also ich kann das!”. Es geht nicht immer darum jemanden zu belehren, manchmal reicht es jemanden einfach zum Nachdenken zu bewegen.
  4. Eigenes Verhalten beobachten
    Wie gehe ich selbst eigentlich mit anderen um? Traue ich meiner Kommilitonin oder Kollegin vielleicht weniger zu als meinen männlichen Kommilitonen oder Kollegen? Oder ist es genau umgekehrt? Wie oft sage ich selbst Dinge wie “Das ist Männersache!”? Ertappt man sich vielleicht selbst dabei wie man sich Sachen denkt wie “sowas sollte ein Mädchen/Junge aber nicht machen” statt “sowas sollte man nicht machen”? Sowas zu denken oder zu sagen ist natürlich kein Weltuntergang, sondern häufig normale Gewohnheit, so wie wir wahrscheinlich erzogen wurden. Aber es spricht nichts dagegen diese Dinge zu hinterfragen. Warum denke oder sage ich sowas und meine ich es wirklich so?

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