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Eine Frau wird sexuell genötigt, vergewaltigt, die Frau macht eine Anzeige, der oder die Täter werden gefasst und es kommt zu einem Urteil. Soweit so gut, wenn das Urteil so ist, dass das Opfer ein wenig Gerechtigkeit erfährt und endlich mit dem Fall versuchen kann, abzuschließen.
Nun ist es leider in der Vergangenheit oft dazu gekommen, dass Frauen gerne mal „Hilfe! Wölfe!!“ schrien und somit jemanden prominentes – wie es später dann herauskam – falsch beschuldigten, was ihnen erst eine schöne Summe Geld, ein wenig Ruhm und viel Mitleid bescherte und dem fälschlich Verurteilten die Karriere kostete. Später dann vielen Frauen, denen es nicht um Ruhm und Geld ging, sondern um Gerechtigkeit, einen Abschluss und der Gewissheit, dass ihr Peiniger hinter Gittern sitzt, die Glaubwürdigkeit.
Hilfe! Wölfe!!
So ist das leider, in der Gesellschaft. Man verurteilt schnell. Ob nach dem Aussehen oder nach Vergangenem tun. Voreilige Schlüsse oder Vergleiche aus ähnlichen Fällen, Dingen die man kennt – das kennt man ja schon. Jaja, das ist doch die, die sich die Brüste hat machen lassen. Die hat es ja provoziert. Die soll sich mal nicht so anstellen.
Jede Frau, der es um Ruhm und Geld ging und die so einen Mann hinters Licht mit direktem Weg in den Knast führte, schadete mit jedem Fall mehr den Frauen, die eine wahre Geschichte zu erzählen haben. Wer nicht so medienerprobt ist, bei seinem Peiniger nichts zu holen hat und aus einem Vergewaltigungsfall keinen PR Stunt machen kann, der hält lieber die Klappe. Verarbeitet das für sich selbst. Hilfe? Wölfe??
Aktuell sind zwei Fälle in der Kritik: ein Tatort spielt in Berlin, der zweite auf dem Campusgelände der Stanford University in Kalifornien. Da muss ich nicht den Gottschalk machen, die Täter in beiden Tatorten sind längst bekannt. Im Falle Gina-Lisa Lohfink aus Berlin ist der Fall auf Tape, im Falle des Stanford Victims gibt es zwei Augenzeugen, die den Täter packten.
„Hör auf!„, hört und sieht man Lohfink immer wieder auf dem Video sagen. Dazu eine Körperhaltung, die jedem Kindergartenkind klar machen sollte, dass das, was mit ihr passiert, nicht mit ihrer Zustimmung passiert.
Zwei weitere Tatorte, Anfang des Jahres: Die US-amerikanische Sängerin Kesha Sebert wird dazu verpflichtet, weiterhin mit ihrem Label Sony und ihrem ehemaligen Produzenten Dr. Luke zusammenzuarbeiten, nachdem sie ihren Manager der psychischen und physischen Gewalt vor Gericht beschuldigte. Nicht nur Weltstars, wie Lady Gaga und Adele solidarisierten sich mit ihr, auch riefen Twitterer zum Boykott von Sony auf. Oberflächlich vergleichbarer mit dem Tatort Lohfink war der mit Pornosternchen Stoya im Februar, die via Twitter ihrem Kummer Luft machte, dass ihr Ex-Freund, ebenfalls ein Pornostar, sie während ihrer Beziehung vergewaltigte. Man hört ihr endlich zu. Eine Debatte über sexuelle Gewalt in der Pornobranche nahm Fahrt auf.
Warum das alles im Moment ein großes Problem ist: Das deutsche Rechtssystem hat im Falle von Sexualstraftaten und Vergewaltigungen einen massiven Fehler. Offensichtlich bedeutet ein NEIN einfach nichts. Das Opfer muss sich auch körperlich gegen den Übergriff zur Wehr setzen.

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