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Food-Trend: Healthy Food … an Weihnachten?!

healthy food anna frost

Lebkuchen, Marzipan und Spekulatius – die hochkalorische Weihnachtszeit hat Einzug gehalten. Trotzdem vergeht keine Minute auf Instagram, in der nicht ein #healthyfood-Post durch den Äther schwirrt. Müslikreationen mit in Blümchenform geschnittenen Bananenscheiben, sexy Avocado Stullen, Protein Pancakes Türme (die sehen gar nicht mal so gesund aus) und Detox Tee.

Lange Zeit hab ich mich kein bisschen für gesunde Ernährung interessiert. Ich liebe Kuchen und Chips. Obst habe ich zwar regelmäßig gekauft – aber auch regelmäßig weggeschmissen, weil es vergammelt ist. Allzu viel gesunde Kost kann ja schließlich auch ungesund sein … weiß doch jeder. Einigermaßen schlank war ich zum Glück trotzdem.

Geändert hat sich das 2010 völlig ungeplant im Urlaub auf Mallorca. In Can Picafort verbrachte ich mit meiner Mutter ein paar Tage in einem Spa-Hotel. (Spa. Nicht Spar!) Neben einem Wellnessbereich und Sportprogramm wurden hier auch Vorträge für interessierte Urlauber angeboten. „Bewusst leben und gesund ernähren“ lautete der Titel an einem bewölkten Vormittag. Also gut, Vortrag ist möglicherweise etwas untertrieben. Nach etwas mehr als drei Stunden auf der Dachterrasse des Hotels  und sämtlichen Handouts wurde klar – das hier ist ein Seminar. Mindestens. Vielleicht auch die Auftaktveranstaltung eines Studiums der basischen Ernährung.

Der Seminarleiterin ist es jedoch mit ihren vor Leidenschaft sprühenden Worten an diesem Tag gelungen, mich nachhaltig für dieses Ernährungskonzept zu begeistern. Von basischer Ernährung hatte ich vorher nie so wirklich gehört. Und so ging es wohl auch den anderen Urlaubern auf der Dachterrasse. Sympathisch fand ich die Attitüde der Seminarleiterin (die gleichzeitig auch Personal Trainer und Ernährungscoach ist), daß die Inhalte ihres Vortrags zwar auf Veröffentlichungen verschiedenster Doktoren und Professoren sowie ihren persönlichen Erfahrungen basieren, sie aber jeden Einzelnen ermutigen wolle, seine ganz eigenen Erfahrungen zu machen. Hier ging es also nicht darum, jemanden krampfhaft von den eigenen Ansichten überzeugen zu wollen. Super.

Basische Ernährung ist eine Ernährungsform, die in der Alternativmedizin häufig als gesundheitsfördernd und heilend empfohlen wird. Dabei werden Nahrungsmittel bevorzugt, die weniger säureproduzierende und mehr basisch wirkende Anteile enthalten.

 

Healthy Food

Healthy Food in aller Munde …

So weit, so gut. Aber warum? Weil 80% unserer Krankheiten aus einem Ungleichgewicht von Säuren und Basen in unserem Körper entstehen – also einer Übersäuerung. Überschüssige Säuren können durch die Ernährung, aber auch Stress entstehen und in zu großer Menge nicht mehr abtransportiert werden. Also suchen sie sich ein gemütliches Plätzchen in unserem Körper … Gelenke und Bindegewebe zum Beispiel. Da bleiben sie dann und verursachen Probleme. Arthrose und Gicht möglicherweise, auch Migräne und Infekte. Cellulite lässt ebenfalls grüßen.

Okay, klingt irgendwie logisch. Und welche Lebensmittel sind nun basisch? Chips, Kuchen und Weihnachtsgebäck vermutlich nicht. Richtig. Auf der uns ausgehändigten Liste der Basen bildenden Lebensmittel finden sich unter anderem fast alle Gemüsesorten, Kartoffeln, reifes Obst, Mandeln und Paranüsse. Die Liste der Säure bildenden Lebensmittel ist da schon länger. Fleisch und Wurstwaren an erster Stelle. Gefolgt von Eiern, Käse, Quark, Weißmehlprodukten, Reis, Nudeln, Zucker, Schokolade, Kuchen und Kaffee. Na toll. Alles was besonders gut schmeckt, tummelt sich auf der bösen Seite.

Ein Zitat der Seminarleiterin ist mir bis heute nachhaltig in Erinnerung geblieben: „Der Mensch ist das einzige Lebewesen der Erde, das die Milch einer anderen Spezies trinkt. Zudem ist Milch Säuglingsnahrung. Außer dem Menschen trinkt kein anderes Lebewesen nach dem Säuglingsalter Milch.“ Dieser Satz war es wohl, der mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat.

Begeistert von den Worten und Infos der Ernährungsberaterin machte ich mich noch in den letzten Urlaubstagen ans Werk. Ich versuchte, mehr Basen bildende Lebensmittel in meinen Speiseplan aufzunehmen und auf Tierprodukte und Zucker weitestgehend zu verzichten. Zu Hause kaufte ich mir eines der empfohlenen Bücher und beschäftigte mich weiter mit dem Thema. Häufig hörte ich in dieser Zeit: „Das wär nichts für mich. Ich brauche Fleisch und Süßigkeiten.“ Über mich selbst erstaunt, stellte ich jedoch nach kurzer Zeit fest: es tat mir gut, mich natürlicher zu ernähren. Ich hatte seltener Kopfschmerzen. Meine Haut wurde besser. Ich (als muffeligster Morgenmuffel EVER!) kam morgens besser aus dem Bett. UND: die ganz nebenbei purzelnden Pfunde nahm ich gerne mit.

Das war vor ungefähr sechs Jahren und damals war ich tatsächlich ziemlich konsequent mit mir. Bestimmt ein Jahr lang habe ich keine Nudeln gegessen. Hin und wieder habe ich sogar meinen pH Wert bestimmt. Mit Indikatorpapier und Pipi. Mein verbessertes Körpergefühl hat mich belohnt.

Mittlerweile nehme ich das Ganze wieder lockerer. Die Hälfte der abgenommenen Kilos sind zurück und ich esse wieder Nudeln und mehr Kuchen. Käsekuchen addict. Freie Fahrt also für Lebkuchen, Marzipan und Spekulatius. Nicht ganz. Alles in Maßen, ausgewogen und abwechslungsreich. Fleisch esse ich bis heute nicht – hin und wieder ein Stück Fisch. Damit bin ich also Pescetarier, hab ich neulich in Berlin gelernt. Und ich versuche, mehr auf meinen Körper zu hören. Das ist manchmal das Schwierigste. Mein Arzt hat mich mit verbesserten Blutwerten bestätigt. Ich bin also healthy. Auch ohne Blümchenbananen und Detox Tee.

 

Ich wünsche Euch eine genussvolle Weihnachtszeit. Lasst es Euch schmecken.

Eure Steffi

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12 Comments

  • Reply
    Jenny von Fit and sparkling Life
    28. November 2016 at 13:01

    Wahre Worte, vor allem der letzte Absatz: genussvoll, ausgewogen und vielfältig – so sollte unsere Ernährung sein.
    An Weihnachten dürfen es gesündere Plätzchen sein, aber auch genauso gut die meiner Oma, die Mischung machts!
    Ich selbst backe fast ausschließlich gesündere Alternartiven. Da wir aber auch jedes Jahr einige geschenkt bekommen, wird es dann doch eine bunte Mischung.
    Liebe Grüße

    • tephora
      Reply
      tephora
      28. November 2016 at 22:48

      Liebe Jenny …
      die Plätzchen der Oma darf man an Weihnachten auch wirklich nicht verschmähen. :)
      Ich wünsche Dir eine schöne Vorweihnachtszeit.
      Liebe Grüße.
      Steffi

  • Reply
    Annkathrin
    29. November 2016 at 21:29

    Sehr gern gelesen. Danke.

    • tephora
      Reply
      tephora
      30. November 2016 at 9:53

      Liebe Annkathrin …
      das freut mich sehr. Dankeschön.
      Liebe Grüße.
      Steffi

  • Reply
    Cathrin Pöhlmann
    30. November 2016 at 18:12

    Hola liebe Leser, meine Name ist Cathi und ich bin die Personal Trainerin und Ernährungsberaterin aus dem Beitrag von Tephora. Ich hatte glatt ne Gänsehaut, als ich ihn gelesen habe. Es freut mich, wenn Gäste mir berichten, dass ich mit meinem Vortrag Anteil an ihrer nachhaltigen Lebensveränderungen habe. Den Vortrag halte ich immer noch, mit nur kleinen Ergänzungen. Es ist nun mal, wie es ist. Mein Focus liegt ab nächstem Jahr auf meinen Wohlfühlwochen genau zu diesen Themen… 3 Stunden Vortrag auf 5 Tage verteilt, mit Anwendungen uvm. Mein Ziel und Motivation ist es, soviel wie möglich Menschen zu erreichen. Es ist nicht so schwer etwas zu verändern, es gibt aber immer 1000 Ausreden….aber: „Wer bist du, es nicht zu tun?“ Wie Tephora sagt: alles kann, nichts muss, alles in Masen und ausgewogen. Es wird soviel erzählt, geschrieben, gepostet…nimm dich selbst wieder als inteligentes, selbständig denkendes Wesen wahr, glaube nur dir selbst. Bilde dir deine eigene Meinung. Wenn dir etwas gut tut, dann tu es weiter, wenn nicht, lass es bleiben. Danke nochmal liebe Tephora. Herzlichst Cathi

    • tephora
      Reply
      tephora
      2. Dezember 2016 at 21:30

      Liebe Cathi …
      wie Du meinem Beitrag ja bereits entnehmen konntest, ist es eine große Bereicherung für mich, Dir damals begegnet zu sein.
      Ich danke Dir dafür.
      Liebe Grüße.
      Steffi

  • Reply
    Elbfeechen
    6. Dezember 2016 at 22:54

    Liebe Steffi, wieder so schön geschrieben. Ich denke, wir sollten immer (wieder) auf unserem Körper hören und achten. Was ja nicht immer so einfach ist. Ich habe u.a. eine Fruktoseintolleranz und kann garkein Obst essen, hab deshalb immer ein schlechtes Gewissen 🙃
    Liebe Grüße
    Elfi

    • tephora
      Reply
      tephora
      8. Dezember 2016 at 11:01

      Liebe Elfi …
      Du darfst kein Obst essen???
      Das ist ja FURCHTBAR!

  • Reply
    Foxy
    10. Dezember 2016 at 20:32

    Toll geschrieben und genau das stimmt, wir müssen einfach den richtigen Weg für uns selber finden und der kann nicht nur an Detoxtee und Acai Bowl festgemacht werden. Danke für deinen Post 💕
    Deine Vera

    • tephora
      Reply
      tephora
      11. Dezember 2016 at 13:00

      Liebe Vera …
      hin und wieder muss es eben auch ein Eierpunsch sein.
      :)
      Ich wünsche Dir einen schönen dritten Advent.
      Steffi

  • Reply
    Silke
    12. Dezember 2016 at 16:31

    Sehr interessant geschrieben, liebe Steffi! Toller Post… Ich seh’s wie Du: alles kann, nix muß, und keine Entscheidung ist in Stein gemeißelt. Ab und zu mal etwas ungesundes macht uns nicht krank, sondern sorgt für unser Wohlbefinden, und das ganz besonders in der Weihnachtszeit. Advent ohne Kekse könnte ich garnicht… Die richtige Mischung machts… Viele Liebe Grüße Silke

  • Reply
    Detox kläglich gescheitert - 3 Tages Juice Cleanse von dean&david ~ tephora
    31. Mai 2017 at 20:08

    […] Jahren bereits schon mal intensiv mit dem Prinzip der basischen Ernährung beschäftigt habe, (einen Beitrag dazu findet Ihr hier) finden sich mittlerweile wieder etliche Nahrungsmittel auf meinem Speiseplan, die mir nicht […]

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